Beiträge von Wolfgang Autenrieth

    ich sehe nicht, dass hierulande auch nur irgendwie ansatzweise hinreichend in diese Richtung geblinzelt würde... stattdessen Blabla, ideologische Reförmchen, Fühlifühli-Mimimi, baulicher und menschlicher Zerfall allerortens u.ä. - wir sind am Arsch.

    Wolltest du dann nicht flüchten? Anderswo ist das Gras sicher grüner.
    Oder in deiner Art, dich auszudrüchen, damit du es besswer verstehst:
    Warst du dementsprechend nicht bona fide genötigt, eine präventive Dislocation zu inszenieren? In peripheren Gegebenheiten prävaliert per se eine signifikant optimierte Chlorophyll-Synthese.
    :pfeifen:

    Ausschl. auf die Tränendrüse zu drücken, falsch verstandene Empathie instrumentalisieren zu wollen, garniert mit devalvierenden Insinuationen dem Forenggü. einerseits und der Artikulation statistisch unhaltbarer Hoffnungen andererseits, nichtssagende Anekdoten und sachferne Verallgemeinerungen etc., ersetzen sachlich-inhaltliche, realpolitisch-orientierte Argumente inwiefern?

    Irgendjemand hatte hier etwas "als ebenso unsubstantiierten, üblich wirren Quatsch" bezeichnet ... :autsch:

    Back to Problem(lösung):

    Bei Kindern der 1.Generation aus Migrantenfamilien ist eine Maßnahme unerlässlich:
    - Die Alphabetisierung/Sprachschulung der Mütter.

    Sie sind diejenigen, die den Kindern bei den Hausaufgaben helfen - und gemeinsam mit ihnen Deutsch lernen (müssen).

    Man kann nicht davon ausgehen, dass die Menschen, die nach Deutschland geflohen sind, sich schon wieder in absehbarer Zeit verabschieden werden. Das hat bei den Syrern nicht gestimmt und wird sich auch bei den Menschen aus der Ukraine nicht einstellen - auch wenn diese selbst diese Hoffnung pflegen.

    Schuld am schlechten Abschneiden bei PISA25 sind die Migranten!

    Jedoch auf andere Weise, als das rechte Lager behauptet. Es ist die "Mittelwertberechnung".

    Schüler ohne Migrationshintergrund haben bei PISA25 im Spitzenbereich abgeschlossen. Schüler aus der 2.Generation mit Migrationshintergrund fallen dagegen ab. Besonders drastisch sind die mangelnden Leistungen bei Schülern der 1.Generation - was nicht verwundern muss, da diese erst die deutsche Sprache erlernen müssen. Deutschland hat hier mit zahlreichen Migranten aus der Ukraine einen höheren Anteil, als andere Länder der EU.

    So ist es eben mit Statistiken... wenn der GAP zwischen den besten Schülern und den schwächsten sehr groß ist - und der Zahlenanteil der zweiten Gruppe ebenfalls - sinkt der Mittelwert stark. Deutlich wird das z.B. bei Ungarn. Hier liegt der Anteil an Migranten unter 5% - und der PISA-Schnitt daher höher.

    Die Konsequenz muss lauten: Mehr Sprachförderung und Integrationsbemühungen, sowie frühkindliche Bildung. Das in BaWü geplante verpflichtende (und kostenfreie) letzte Kindergartenjahr ist notwendig und muss schnellstmöglich eingeführt werden. Ebenso Sprachförderkurse an Grund- und Hauptschulen.

    Was nicht hilft: Der Plan der AfD in Sachsen-Anhalt die Schulpflicht abzuschaffen. Das hilft nur den oberen 10.000, die sich Privatlehrer leisten können. Aber so sind sie eben, die Lautsprecher.

    Hier die zugehörige Grafik, die das verdeutlicht:

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    ... dass meine "Oberschwabenschau" wächst und gedeiht. Heute habe ich eine Seite zu Wiggensbach im Allgäu hinzugefügt, dazu mehrere historische Ansichtskarten um 1900 retuschiert und "auf neu" gedreht

    Statistik Stand heute:
    504 Seiten
    255 Orte
    835 den Orten zugeordnete Sagen - diese sind aus Sammlungen des 19. Jahrhunderts transkribiert und an heutige Rechtschreibung angeglichen
    8 historische Romane und Erzählungen mit Bezug zu Orten in Oberschwaben - u.a von Jules Verne und Honoré de Balzac eingefügt
    378 Einträge zu Brauchtum, Volksglaube, Sitten & Gebräuchen
    70 Balladen mit örtlichem Bezug
    271 eigene Fotos
    2024 retuschierte Ansichtskarten der Jahrhundertwende 1900 als Bildmaterial
    I’m a maniac, I know… in meinem „früheren Leben“ war ich Retuscheur und Druckvorlagenhersteller in einer Großdruckerei – damals mit Equipment für mehrere Millionen Deutschmark.
    Heute ist das Hobby und "Heimatkunde",. mein Lieblingswerkzeug "GIMP".

    Nein. Kein Link. Es gibt ja Google oder KI ;)

    BTW: Oberschwaben umfasst (nach meiner Definition) den süddeutschen Raum vom Ostrand des Schwarzwaldes bis zum Lech und von der Donau bis in die Nordschweiz. So viel Platz muss für "Alemannia" sein...

    Wolfgang Autenrieth Das war bei uns Schullesestoff.

    Aus diesem Grund habe ich das gepostet. Man kann es auch als Anleitung für Präsentationen oder Projektprüfungen verwenden.
    BTW: Wer kennt noch Robert Lembke ("Was bin ich?") - von ihm stammt das schöne Bonmot: "Man kann über alles reden - nur nicht über fünf Minuten".
    BTW2: Nach diesem Prinzip funktioniert die Präsentationsmethode "Pecha Kucha".
    Der Vortrag besteht aus exakt 20 Bildern oder Folien. Jede Folie wird genau 20 Sekunden lang gezeigt. Die Präsentation dauert exakt 6 Minuten und 40 Sekunden. Die Folien enthalten keinen Text, sondern unterstützende Bilder und Grafiken.

    Diese Bürokratie gibt es nicht, das ganze Verfahren ist völlig überflüssig, wenn man es nicht aus Prinzip machen möchte.

    Arbeitnehmer können Einkünfte aus schriftstellerischer Tätigkeit einfach direkt in ihrer persönlichen Steuererklärung angeben und davon pauschal 20% als Kosten ansetzen, man muss lediglich wissen, wie viel man im jeweiligen Jahr überwiesen bekommen hat, das und den 20%tigen Abzug an der entsprechenden Stelle in der Steuererklärung eintragen und fertig.

    Das gilt jedoch nur, wenn man die "Werke" über einen Verlag vermarktet und Honorareinnahmen hat. Vermarktet man seine "Werke" jedoch selbst, indem man diese drucken lässt oder online als Webseite (mit Werbeeinnahmen) veröffentlicht, muss man als "Selbstverleger" eine EÜR erstellen. Falls man über KDP (Amazon) oder BoD (Books on Demand=Libri) veröffentlicht, erhält man von dort ein Honorar und hat mit dem Vertrieb nichts zu tun. Dann gilt wieder deine Aussage. Wie sich das bei Eduki verhält, entzieht sich meiner Kenntnis. Es wird wohl ähnlich wie bei KDP oder BOD laufen.

    Ob man jedoch mit dem 20%-igen Kostenabzug zufrieden ist, muss man selbst entscheiden. Das Finanzamt hatte mir z.B. Kosten für Studienreisen zu Museen wie dem Kupferstichkabinett in Dresden, Kosten für Fachbücher und für meine Webseiten als Werbungskosten anerkannt. Mann bildet sich - und ohne neue Informationen gibt es schließlich keine Neuauflage, von der auch das Finanzamt profitiert. Mit der EÜR kann ich jedenfalls meine zu versteuernden Einkünfte in diesem Bereich viel stärker senken. Das gibt mehr Netto vom Brutto - und einen Überblick, inwiefern sich der ganze Bohei überhaupt auszahlt. ;)

    Naja, diese Bürokratie schützt vor Schwarzarbeit bzw. Steuerhinterziehung, was uns als Personen, die von Steuergeldern bezahlt werden, doch eigentlich zusagen sollte :)

    Im Jahr 2025 betrug das Umsatzsteueraufkommen der BRD 310 Milliarden Euro - und war die größte Einnahmequelle. Italien hatte die elektronische Rechnungsstellung bereits vor einigen Jahren eingeführt und dadurch - weil Steuerbetrug schwerer wurde, 3% höhere Einnahmen erzielt. Das wären umgerechnet auf die BRD 9,3 Milliarden oder 9300 Millionen Euro. Das große Gejammer über die "Erschleichung von Bürgergeld" wurde wegen einem 'Schaden' von ca. 280 Millionen Euro erhoben. Womit die Dimensionen deutlich werden.

    KI-Gemini meint dazu
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    Gilt die Pflicht zurt E-Rechnung auch für Kleinunternehmer?

    Für Kleinunternehmer (§ 19 UStG) muss zwischen dem Ausstellen und dem Empfangen von Rechnungen unterschieden werden:

    1. Ausstellen von Rechnungen (Ausgangsrechnungen)

    • Keine Pflicht zur E-Rechnung: Durch das Jahressteuergesetz 2024 sind Kleinunternehmer dauerhaft davon befreit, Rechnungen im strukturierten E-Rechnungs-Format (wie XRechnung oder ZUGFeRD) auszustellen.
    • Kleinunternehmer dürfen Rechnungen an Kunden weiterhin wie gewohnt als einfache PDF-Datei oder in Papierform versenden.
    • Ausnahme: Bei Verträgen mit öffentlichen Auftraggebern (B2G – Behörden, Kommunen) verlangen die Bund- und Ländergesetze ab bestimmten Schwellenwerten (meist ab 250 Euro) meist zwingend eine E-Rechnung.

    2. Empfangen von Rechnungen (Eingangsrechnungen)

    • Pflicht seit dem 1. Januar 2025: Auch Kleinunternehmer sind verpflichtet, E-Rechnungen von Lieferanten und Geschäftspartnern empfangen, anzeigen und ordnungsgemäß verarbeiten zu können.


    • Die Rechnungen müssen zudem gemäß den GoBD für 10 Jahre revisionssicher und unverändert im Originalformat (der enthaltene XML-Datensatz) archiviert werden.

    Was bedeutet das für die Praxis?

    • Ein einfaches E-Mail-Postfach reicht für die reine Anlieferung aus.
    • Zur Lesbar-Machung und GoBD-konformen Archivierung von XML-Dateien/ZUGFeRD-Dokumenten empfiehlt sich der Einsatz einer grundlegenden Buchhaltungs- oder Rechnungssoftware.

    -Können E-Rechnungen (XML) auch mit herkömmlicher Office-Software (Excel/LibreOffice) gelesen und verarbeitet werden?


    Nein, eine herkömmliche Tabellenkalkulation wie Excel oder LibreOffice Calc ist dafür im Standard ungeeignet.

    Zwar lässt sich der reine Textinhalt technisch öffnen, aber in der Praxis entstehen dadurch entscheidende Hürden:

    1. Das Problem mit der Lesbarkeit

    Rein optisch sind reine E-Rechnungen im XML-Format (wie z. B. eine XRechnung) für Menschen extrem unübersichtlich.

    • Öffnet man eine .xml-Datei direkt in Excel, wird der Inhalt meist als unstrukturierter Code-Baum, als lange unleserliche Textzeile oder verstreut auf hunderte unübersichtliche Tabellenzellen importiert.
    • Ausnahme ZUGFeRD: Haben Sie eine ZUGFeRD-Rechnung erhalten, handelt es sich um ein PDF. Dieses können Sie wie gewohnt mit jedem kostenlosen PDF-Viewer (z. B. Adobe Acrobat) wie gewohnt lesen und ausdrucken.

    2. Das Problem mit der Verarbeitbarkeit

    Excel ist kein Rechnungsauswertungsprogramm.

    • Damit Excel die komplexen XML-Datenstrukturen (Syntax-Standards wie UBL oder CII) sauber in Spalten für Summen, Steuersätze und Positionen sortieren kann, müsste extrem aufwendiges XML-Mapping eingerichtet oder spezielle Makros programmiert werden.
    • Bei händischen Übertragungen entstehen schnell Fehler (z. B. fehlerhafte Formatierungen bei Datumsangaben oder Nachkommastellen).

    3. Rechtliche Hürden (GoBD)

    Selbst wenn die Daten über Umwege in Excel eingelesen werden:

    • Veränderbarkeit: Excel-Dateien sind frei bearbeitbar. Die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern (GoBD) verlangen jedoch eine revisionssichere und unveränderbare Archivierung.
    • Archivierungspflicht: Wenn eine Rechnung im XML-Format bei Ihnen eingeht, muss genau diese XML-Originaldatei unverändert für 10 Jahre archiviert werden. Ein Abspeichern im .xlsx-Format reicht steuerrechtlich nicht aus.

    Bessere und kostenlose Alternativen zur Ansicht

    Wenn Sie keine vollwertige Buchhaltungssoftware nutzen möchten, benötigen Sie für reine XML-Dateien (XRechnung) keinen Excel-Import, sondern sogenannte E-Rechnungs-Viewer:

    • Kostenlose Visualisierungstools:
      • Quba Viewer (kostenlos, Open-Source-Software für Windows/Mac/Linux) – stellt XRechnungen und ZUGFeRD-Dateien als übersichtliche PDF-ähnliche Dokumente dar.
    • Freie Web-Portale:
      • Viele öffentliche Plattformen (z. B. der KoSIT-E-Rechnungs-Viewer oder Portale der Bundesländer) bieten kostenlose Ansichts-Funktionen im Browser an: XML hochladen → lesbare PDF-Ansicht erhalten.

    Empfehlung: Verwenden Sie Excel/Calc nicht als primäres Werkzeug zum Lesen oder Archivieren von E-Rechnungen. Für das reine Betrachten und Prüfen reichen kostenlose E-Rechnungs-Viewer völlig aus.

    Seit mehreren jahren veröffentliche ich ein Buch im Selbstverlag. Die Einnahmen gebe ich - als pflichtbewusster Beamter - mit der EÜR (Einnahme-Überschuss-Rechnung) beim Finanzamt als Anlage zur Einkommensteuererklärung an.

    Im Lauf der Jahre habe ich dazu eine Excel-/LibreOffice-Arbeitsmappe entwickelt, die aus verschiedenen Tabellen besteht, in der die Kapitel der EÜR abgebildet werden. Damit kann ich auch meiner Pflicht zur kontinuierlichen, zeitnahen Buchführung gerecht werden. Zum Abheften der Belege verwende ich einen Leitzordner mit Register. Die Kleber für die Beschriftung der Register sind in der letzten Tabelle der Arbeitsmappe enthalten.

    Wer Unterrichtsmaterialien für Eduki etc erstellt, kann mit dieser Tabelle seine Einnahmen und Ausgaben gegenüber stellen. Vielleicht entdeckt ihr in meiner Tabelle auch Ausgabenposten, die ihr bislang noch nicht auf dem Schirm hattet. Wie Jesus Christus bereits richtig bemerkt hatte: "Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist!". Als Schwabe ergänze ich: "Aber keinen Cent mehr!" ;)

    Die Tabelle und weitere Bemerkungen zum Thema "Selbstverlag" findet ihr hier auf meiner Webseite zum Download:
    https://www.autenrieths.de/selbstverlag.html#eur

    Anmerkungen und Linktipps zum Thema Nebenbeschäftigung findet ihr hier:
    https://www.autenrieths.de/steuer.html#nebenjob

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    Eine Anmerkung, nachdem moniert wurde, dass ich immer wieder mal Links zu meinen Webseiten im LF poste:
    - Auf den Webseiten findet ihr immer die aktuelle Version von Tools und Informationsquellen - auch noch in 5 Jahren. Wenn ich eine Tabelle hier hochlade, ist diese in zwei Wochen evtl. bereits veraltet.
    - Auf meinen Webseiten befindet sich keine "Blinki-Blinki"-Werbung, sie sind kostenlos ohne Zugangsbeschränkung abrufbar und haben einen didaktischen Hintergrund.
    Ich hoffe, dass die dort enthaltenen Informationen für die Kolleginnen und Kollegen nützlich sind - aus diesem Grund wurden die Webseiten erstellt und werden von mir gepflegt.
    - Ich mache dies mit Klarnamen und offenem Visier. Wer Kritik äußern möchte, findet auf meinen Webseiten meine Mailadresse oder kann mich gerne per PN anschreiben.

    Ratschläge für einen schlechten Redner

    Fang nie mit dem Anfang an, sondern immer drei Meilen vor dem Anfang! Etwa so:
    „Meine Damen und meine Herren! Bevor ich zum Thema des heutigen Abends komme, lassen Sie mich Ihnen kurz …“

    Hier hast du schon so ziemlich alles, was einen schönen Anfang ausmacht: eine steife Anrede; der Anfang vor dem Anfang; die Ankündigung, daß und was du zu sprechen beabsichtigst, und das Wörtchen kurz. So gewinnst du im Nu die Herzen und die Ohren der Zuhörer.
    Denn das hat der Zuhörer gern: daß er deine Rede wie ein schweres Schulpensum aufbekommt; daß du mit dem drohst, was du sagen wirst, sagst und schon gesagt hast. Immer schön umständlich!

    Sprich nicht frei – das macht einen so unruhigen Eindruck. Am besten ist es: du liest deine Rede ab. Das ist sicher, zuverlässig, auch freut es jedermann, wenn der lesende Redner nach jedem viertel Satz mißtrauisch hochblickt, ob auch noch alle da sind.
    Wenn du gar nicht hören kannst, was man dir so freundlich rät und du willst durchaus und durchum frei sprechen … du Laie! Du lächerlicher Cicero! Nimm dir doch ein Beispiel an unsern professionellen Rednern, an den Reichstagsabgeordneten [324] – hast du die schon mal frei sprechen hören? Die schreiben sich sicherlich zu Hause auf, wann sie „Hört, hört!“ rufen … ja, also wenn du denn frei sprechen mußt:

    Sprich, wie du schreibst. Und ich weiß, wie du schreibst.
    Sprich mit langen, langen Sätzen – solchen, bei denen du, der du dich zu Hause, wo du ja die Ruhe, deren du so sehr benötigst, deiner Kinder ungeachtet, hast, vorbereitest, genau weißt, wie das Ende ist, die Nebensätze schön ineinandergeschachtelt, so daß der Hörer, ungeduldig auf seinem Sitz hin und her träumend, sich in einem Kolleg wähnend, in dem er früher so gern geschlummert hat, auf das Ende solcher Periode wartet … nun, ich habe dir eben ein Beispiel gegeben. So mußt du sprechen.

    Fang immer bei den alten Römern an und gib stets, wovon du auch sprichst, die geschichtlichen Hintergründe der Sache. Das ist nicht nur deutsch – das tun alle Brillenmenschen. Ich habe einmal in der Sorbonne einen chinesischen Studenten sprechen hören, der sprach glatt und gut französisch, aber er begann zu allgemeiner Freude so: „Lassen Sie mich Ihnen in aller Kürze die Entwicklungsgeschichte meiner chinesischen Heimat seit dem Jahre 2000 vor Christi Geburt …“ Er blickte ganz erstaunt auf, weil die Leute so lachten.
    So mußt du das auch machen. Du hast ganz recht: man versteht es ja sonst nicht, wer kann denn das alles verstehen, ohne die geschichtlichen Hintergründe … sehr richtig! Die Leute sind doch nicht in deinen Vortrag gekommen, um lebendiges Leben zu hören, sondern das, was sie auch in den Büchern nachschlagen können … sehr richtig! Immer gib ihm Historie, immer gib ihm.

    Kümmere dich nicht darum, ob die Wellen, die von dir ins Publikum laufen, auch zurückkommen – das sind Kinkerlitzchen. Sprich unbekümmert um die Wirkung, um die Leute, um die Luft im Saale; immer sprich, mein Guter. Gott wird es dir lohnen.

    Du mußt alles in die Nebensätze legen. Sag nie: „Die Steuern sind zu hoch.“ Das ist zu einfach. Sag: „Ich möchte zu dem, was ich soeben gesagt habe, noch kurz bemerken, daß mir die Steuern bei weitem …“ So heißt das.

    Trink den Leuten ab und zu ein Glas Wasser vor – man sieht das gerne.

    Wenn du einen Witz machst, lach vorher, damit man weiß, wo die Pointe ist.

    Eine Rede ist, wie könnte es anders sein, ein Monolog. Weil doch nur einer spricht. Du brauchst auch nach vierzehn Jahren öffentlicher Rednerei noch nicht zu wissen, daß eine Rede nicht nur ein Dialog, sondern ein Orchesterstück ist: eine stumme Masse spricht nämlich ununterbrochen mit. Und das mußt du hören. Nein, das brauchst du nicht zu hören. Sprich nur, lies nur, donnere nur, geschichtele nur.

    Zu dem, was ich soeben über die Technik der Rede gesagt habe, möchte ich noch kurz bemerken, daß viel Statistik eine Rede immer sehr hebt. Das beruhigt ungemein, und da jeder imstande ist, zehn verschiedene Zahlen mühelos zu behalten, so macht das viel Spaß.

    Kündige den Schluß deiner Rede lange vorher an, damit die Hörer vor Freude nicht einen Schlaganfall bekommen. (Paul Lindau hat einmal einen dieser gefürchteten Hochzeitstoaste so angefangen: „Ich komme zum Schluß.“) Kündige den Schluß an, und dann beginne deine Rede von vorn und rede noch eine halbe Stunde. Dies kann man mehrere Male wiederholen.

    Du mußt dir nicht nur eine Disposition machen, du mußt sie den Leuten auch vortragen – das würzt die Rede.

    Sprich nie unter anderthalb Stunden, sonst lohnt es gar nicht erst anzufangen.
    Wenn einer spricht, müssen die andern zuhören – das ist deine Gelegenheit. Mißbrauche sie.

    Ratschläge für einen guten Redner

    Hauptsätze. Hauptsätze. Hauptsätze.

    Klare Disposition im Kopf – möglichst wenig auf dem Papier.

    Tatsachen, oder Appell an das Gefühl. Schleuder oder Harfe. Ein Redner sei kein Lexikon. Das haben die Leute zu Hause.

    Der Ton einer einzelnen Sprechstimme ermüdet; sprich nie länger als vierzig Minuten. Suche keine Effekte zu erzielen, die nicht in deinem Wesen liegen. Ein Podium ist eine unbarmherzige Sache – da steht der Mensch nackter als im Sonnenbad.

    Merk Otto Brahms Spruch: Wat jestrichen is, kann nich durchfalln.

    Quelle: Kurt Tucholsky: Ratschläge für einen schlechten Redner aus: Lerne lachen ohne zu weinen.
    S. 323-326, Rowohlt, Berlin,1932 de-wikisource-org-Ratschläge für einen schlechten Redner

    Rechtschreibung vom Original belassen.

    An einem Sonntag? Das ist aber ganz ungünstig, sich am Höhepunkt des Wochenendes mit dem Thema Arbeit zu befassen, da verschiebe ich das lieber in die kommende Woche.

    Du lebst in NRW. In Sachsen-Anhalt sollten alle Demokraten den Anti-Prokrastinations-Tag beherzigen und nichts aufschieben. Es könnte sonst am Montag ein braun gefärbtes MorgenGrauen geben.
    BTW: Als "Internationaler Gedenktag" findet der Anti-Prokrastinationstag immer am 6.9. statt. Kann man sich durch die Punktsymmetrie eigentlich gut merken.

    Du schaffst es auch wirklich, in jedem Thema irgendwo einen Link zu deiner Homepage einzubauen. Auch wenn es inhaltlich gar nichts mit den Thema zu tun hat. Das ist schon eine Leistung.

    Danke. Solange es der Weiterbildung dient, immer gerne. Prokrastination hat auch positive Effekte. :aufgepasst:
    BTW: Eigentlich sollte ich 4 Festmeter Holz aufbereiten und spalten. Da prokrastiniere ich mit meiner "Oberschwabenschau". Glücklicherweise wird die "Unzuchtstrafe", die im o.g. Link genannt wird, nicht für das Posten von Informationen angewandt - und auch nicht für die dort zitierte Sage zu Dr.Faust.

    BTW: Die 5-Minuten-Regel hat ihre Tücken. Gestern Abend wollte ich nur kurz einen Fehler auf einer Webseite korrigieren. Um Mitternacht hatte ich 18 historische Ansichtskarten retuschiert und den Text redigiert. Gelernt hatte ich dabei Einiges über Unzuchtstrafen und zur Gründung eines Frauenklosters durch Franziskaner. Auch, dass über dieses Frauenkloster zahlreiche karitative Einrichtungen in Oberschwaben sowie Schulen entstanden. https://oberschwabenschau.info/landkreise-und…165-dietenheim/
    Mann lernt nie aus ;)

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