Manches ergibt sich einfach.
Vor dem Abi wollte ich an die Kunstakademie, um Kunsterziehung zu studieren. Was ich damals nicht wusste: In Stuttgart gab es 25 Plätze, jedoch mehr als 500 Bewerber*innen. So wurde es nichts mit der Arbeit im Kunstraum eines Gymnasiums.
Meine Eltern waren Handwerker und ich war in der Jugendhausbewegung und zuvor in der christlichen Jugendarbeit aktiv - daher wollte ich Lehrer werden. Die Pädagogische Hochschule war nicht weit vom Heimatort entfernt und ich konnte am WE meine Freundschaften pflegen. Also hab' ich an der PH Kunst und Mathe, Pädagogik und Philosophie für das Lehramt GHS studiert. Damals besuchten noch 60% der Schüler weiter führender Schulen die Hauptschule, die Berufsaussichten waren daher gut.
Was mir als Lehrer an der HS immer gefallen hat, war das breite Spektrum, das man dort unterrichtet sowie der Focus auf Beziehungsarbeit, falls ein stringentes Klassenlehrersystem Teil des Schulcurriculums ist. Die Bezeichnung "Zehnkämpfer" in meinem Profil ist keine Angabe, sondern Tätigkeitsbeschreibung. Diese Vielfalt der Unterrichtsfächer, die man im Klassenlehrersystem unterrichtet, hat auch dazu geführt, dass ich mir ein breites Allgemeinwissen aneignen musste und durfte. Das war spannend und intellektuell fordernd.
Ich sag's mit Edith Piaf: