Beiträge von Ruhe

    Und was war für ihn - oder einen Amtsarzt - dann der ausschlaggebende Punkt, dich doch noch zu verbeamten?

    Der Amtsarzt ist bei seinem Urteil geblieben. Facharztgutachten hat er ignoriert. Das seien doch alles Gefälligkeitsgutachten, seiner Meinung nach. Den die Facharztgutachten waren wohlwollend mir gegenüber.

    Geholfen haben wir letztendlich die Gewerkschaft und ein guter Verwaltungsrechtler. Dieser hat eine erneute fachkundliche Begutachtung für mich erwirkt. Dann war ich an einem Institut für ärztliche Begutachtung. 14 Tage nach dieser ärztlichen Begutachtung war ich Beamtin auf Probe.

    Allerdings hat es 2 Jahre gedauert bis die Bezirksregierung dies genehmigte und bereit war über meine Verbeamtung neu zu entscheiden.

    Damals hatte ich einen GdB von 30. Damit konnte ich nicht viel reißen. Nun ist der GdB deutlich höher wegen einer Sache, die später noch dazu kam.

    Darf ich fragen, was bei dir der Grund für das erstmalige Versagen der Verbeamtung war?

    Im Ref. war ich Beamtin auf Widerruf. Ich war in Thüringen. Dort musste ich vorher nicht zum AA.

    Das kam erst nach Erhalt der Planstelle.

    Ich habe aufgrund meiner Schwerhörigkeit (trage Hörgeräte) und zweier anderen Sachen, die man mir als Arzt auch ziemlich schnell anmerkt, das Gutachten nicht erhalten. Der AA meinte, dass ich diese Arbeit nicht lange durchhalten würde. Das ich das Ref. mit guten Noten und ohne Fehlzeiten (war tatsächlich nie krank) geschafft habe, zählte für ihn nicht.

    Also ich weiß nicht, ob es eine Begrifflichkeit ist, aber ich hatte meine Planstelle vor dem Amstarztbesuch. Anders gesagt: ich durfte erst zum Amtsarzt, nachdem ich das Angebot hatte.

    So war es bei mir auch. Der Amtsarzt war dann der Meinung, dass ich nicht dienstfähig bis zur Pensionierung bin. Daher habe ich das entsprechende Gutachten nicht bekommen. Ich habe die Stelle behalten als unbefristete Tarifbeschäftigte (bis ich dann doch noch verbeamtet wurde).

    Interessant zu wissen wäre ebenfalls, ob man, wenn man die Verbeamtung versagt bekommt, weil der Amtsarzt der Meinung ist, man habe die gesundheitliche Eignung nicht, dann zur Pensionierung einen Anspruch auf Nachzahlung der Differenzen zwischen dem Angestelltenbezahlung der Beamtenbesoldung hat, wenn man bis zur Regelpensionierung kam. Immerhin hat sich dann herausgestellt, dass man die gesundheitliche Eignung sehr wohl hatte.

    Das habe ich ähnlich dann beim LBV mal nachgefragt und bin ausgelacht worden.

    Kenne mich nicht aus, aber ist das wirklich so viel?

    Als ich dann meine ersten Bezüger erhält als Beamtin habe ich nicht schlecht gestaunt. Es waren einige 100€ mehr, auch nach Abzug der PKV und Pflegeversicherung.

    Nur so eine Anekdote am Rande, weil es gerade passt:

    Gestern war ich auf einem Familiengeburtstag. Da kam auch die Rede auf dem Thermomix. Wir waren uns dann einig, dass es beim Thema "Thermomix" eigentlich nicht nur 2 Fraktionen gibt: Pro - Thermomix und Contra - Thermomix. Dazwischen gibt es nicht.

    Ich sehe mich irgendwie schon dazwischen. Es ist mir egal wie andere Leute kochen (meine Tante - nutzt ihren -Thermomix sehr viel - kritisierte, dass man ihr oft unterstellen würde, sie könne nicht kochen, denn sonst hätte sie ein solches Gerät nicht).

    Mich hält 1. der Preis und 2. die Füllmenge vom Kauf ab. Aber das wurde hier ja schon genannt.

    Entlastungsstunden bisher keine, Gefahrenstoffbeauftrage wenn dann ich, bis jetzt niemand.

    Ich weiß nicht wie das mit dem Posten der Gefahrstoffbeauftragten in Brandenburg läuft.

    Aber ich möchte dir trotzdem schreiben, dass ich mal in einer ähnlichen Lage war als einzige Chemielehrerin an der Schule. Das war an der Schule an der ich vor meiner jetzigen war.

    Dort wollte mir mein Schulleiter auch den Posten der Gefahrstoffbeauftragten übertragen ohne eine Entlastungsstunde. In NRW, wo ich tätig bin, ist mit dem Posten aber eine Entlastungsstunde dafür vorgeschrieben. Diese sollte ich nicht bekommen also habe ich den Posten nicht angenommen. Mein Einverständnis muss in NRW schriftlich erfolgen. Gibt es keinen Gefahrstoffbeauftragten, dann ist dies automatisch immer die Schulleitung - unabhängig von den Fächern. Das wiederum wollte mein Schulleiter nicht und so hatte ich dann plötzlich eine Entlastungsstunde dafür.

    Vielleicht gibt es in Brandenburg auch so eine Regelung oder eine ähnliche Regelung?

    Und wegen der Vertretung: Das Problem liegt beim Arbeitgeber, der junger Lehrkräfte einstellt, aber nicht über eine entsprechende Vertretungsreserve verfügt und dafür Sorge trägt, dass Schwangerschaften, Mutterschutz und Erziehungszeit vertreten werden können.

    Ich denke genau da liegt doch häufig das Problem.

    Wir haben z.B. aktuell zwei schwangere Vollzeitkräfte, die nicht präsent in der Schule arbeiten. Aber unsere Schulleitung hat den Einsatz von uns anderen so gestaltet, dass die beiden Schwangeren nicht vertreten werden müssen, sondern gar nicht erst eingesetzt sind. Dafür wurden sie mit anderen Aufgaben betraut, die uns entlasten.

    Daher entsteht zur Zeit für keinen von Mehrarbeit dadurch.

    Ganz unabhängig von Corona gibt es Gründe, warum Schwangere Beschäftigungsverbot erhalten können oder müssen, gerade weil es Risiken gibt, die man darüber ausschließen will.

    Das was ich in Beitrag #583 geschrieben habe ist einige Jahre vor Corona passiert. Will aber dennoch nicht ausschließen, dass es auch in diesem Bereich "schwarze Schafe" gibt - wie übrigens in anderen Bereichen auch.

    Mathe hingegen ist ein Hauptfach und lässt die Einstellungschancen erheblich steigern, auch gibt es die Möglichkeit später mal eine Klasse zu leiten und nicht nur der Nebenfachlehrer zu sein.

    Auch mit Nebenfächern kann man eine Klasse leiten. Dann unterrichtet man eben alle seine Nebenfächern in dieser Klasse. Ein Hauptfach ist dazu keine ausschließliche Grundvoraussetzung.

    An unserer Schule haben auch Nebenfachlehrer eine eigene Klassenleitung. Sonst hätten ja manche Schule gar nicht genug KlassenlehrerInnen.

    Zitat

    Kennst du eine Frau, die zu 10 Ärzten gefahren ist, um ein Beschäftigungsverbot zu bekommen?

    Jetzt muss mal Karl-Dieter verteidigen.

    Ich habe keine Statistik, die das genau belegt, aber ich kenne aus meinem Umfeld tatsächlich Frauen, die das versucht haben. Vielleicht nicht 10 Ärzte, aber immerhin mehrere. Manche hatte Erfolg, die meisten allerdings nicht.

    Eine Schwägerin von mir hat das z.B. gemacht und einen Arzt gefunden.

    Ich habe mich damals für die klassische Kombination Mathematik/Physik entschieden, da mich beides interessierte.

    Allerdings hatte ich in der Oberstufe kein Physik. Es gab zwar einen Leistungskurs. In den hatte ich mich aufgrund des Lehrers als einziges Mädchen nicht getraut. Aus heutiger Sicht blöd, aber damals wollte ich nicht. Ein Grundkurs kam nicht zustande.

    Das Studium habe ich trotzdem geschafft, ohne irgendwo durchzufallen.

    Allerdings hatte ich Mathe - Leistungskurs und Chemie - Grundkurs in der Oberstufe.

    Das Referendariat (bzw. Vorbereitungsdienst wie es in der Sek1 heißt) habe ich an einer Regelschule in Thüringen gemacht.

    Wie viel Entgegenkommen können Beschäftigte erwarten?

    Statt einer Ganz-oder-Gar-nicht-Einstellung vermisse ich, dass man Wege und Möglichkeiten findet, Lehrkräfte soweit zu unterstützen, dass sie noch viele Jahre trotz Beeinträchtigung im System Schule Aufgaben übernehmen können.

    Das genau vermisse ich auch.

    Mittlerweile steht der Termin mit der Schwerbehindertenbeauftragten an der Schule. Ich schaffe es nicht allein aus dieser Spirale rauszukommen.

    Zudem glaube ich, dass man durch eine Beeinträchtigung angreifbarer wird und sich womöglich auch eher angegriffen fühlt.

    Dem stimme ich zu.

    Auch ist es so, dass man die Beeinträchtigung selbst ja auch im Alltag kompensieren muss, ganz unabhängig von Störungen.

    Und das ist sehr sehr anstrengend.

    Vor der Maskenpflicht hatte ich meine Methoden, wie ich gut zurechtkam. Diese sind aber weggefallen.

    Ich habe schon ein großes Methodenrepertoire und wende das auch an. Unterrichtsgespräche habe ich auf ein Minimum reduziert. Aber irgendwann muss ja mal was gesagt werden.

    Mich belastet sehr den "Spaß", den sich einige mit mir absichtlich machen.

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