Beiträge von chemikus08

    Cave
    Der Krankenstand ist an der Schule gesunken, wo eine Arbeitsentlastung der KuK stattgefunden hat. Hier, so meine Interpretation, hat man aufgrund vorangegangener Erfahrungen, die Resourcen offensichtlich deutlich erhöht und eine Doppelbesetzung hinbekommen (Leuchtturmprojekt)In der anderen Schule (Stichwort Lerncamp) ging das ganze voll zu Lasten der KuK, zum Krankenstand gab es hier keine Angaben. Ich glaube die rosarote Brille hat beim Betrachten des Films irritiert.
    Und ja ich arbeite gerne und ordentlich. Ich habe jedoch nicht die Absicht, das System durch Leistung unentgeltlicher Mehrstunden zu subventionieren. Schon gar nicht als tarifbeschäftigter Kollege. Wenn die Rechnung gleiches Geld für gleiche Arbeit schon nicht aufgeht, muss ich den Kakao durch den gezogen nicht auch noch trinken.

    Ich habe mir den Film in Gänze angesehen. Quintessenz ist doch, dass ohne drastische Ressourcenerhöhung, und bei durchgangigem Teamteaching und eine Klassenstärke von max. 24 reden wir von 120%, fährt das System entweder vor die Wand oder aber überlebt an den Schulen, wo das Kollegium von einem krankhaften Wahn zur Selbstausbeutung besessen ist. Diese Erkenntnis hatte ich jedoch schon vorher und sie gibt aus meiner Sicht keinen Anlass zu dem von Krabappel versprühen Optimismus. Jeder der im Schulbereich tätig ist, kann sich nâmlich ausrechnen, dass die Politik eine derartige Ressourcenerhöhung nicht stemmen will.

    Lemon28
    Diese ach man kann eh nichts dran machen Einstellung ist verdammt gefährlich. In jungen Jahren mag es sich hier nur um eine gefühlte Beeinträchtigung handeln. Bei KuK über 50 sieht die Sache anders aus. Bei entsprechender Erkrankung im Herz Kreislaufbereich wird das ganze schon zur gesundheitlichen Gefährdung. Meckert dann also nicht wenn die Kollegen sich krank melden.

    Die Vorschriften der Arbeitsstättenverordnung besagen hier ziemlich eindeutiges.
    Erreicht die Raumtemperatur 26 C, so sind schon Schutzmaßnahmen nach den einschlägigen Vorschriften angeraten.
    Bei 30Grad wird aus der Empfehlung eine gesetzliche Verpflichtung. Dazu gehören bauliche Maßnahmen (Vordach, Sonnenschutzfolie etc). Den Lehrerräten rate ich dringend, bei regelmäßiger Überschreitung der 30 Grad Grenze in div. Räumen die Schulleitung schriftlich aufzufordern hier aktiv zu werden. Aktiv werden heisst:
    Schritt 1: Schriftliche Aufforderung an Träger zur Ergreifung geeigneter baulicher Massnahmen unter Fristsetzung (sinnigerweise bis zum nächsten Sommer)
    Schritt 2: Stellung kostenloser Getränke bei Erreichung der 30 Grad Grenze
    Rechnung an die Dienststelle (bei Verweigerung schriftliche Beschwerde mit der Bitte um Unterstützung an den zuständigen PR
    Schritt 3: sollte innerhalb der Frist nichts passiert sein:
    Meldung an die Dienststelle mit dem Hinweis, dass nunmehr die Beschäftigten ab erreichen der Temperaturgrenze nur noch ihrere Aufsichtspflicht in kühleren Schulbereichen nachkommen, aber zur Gewährung der Fürsorgepflicht keine Unterrichtsverpflichtung in den Klassenräumen stattfinden muss.
    Sollte die Dienststelle widersprechen, bitte um schriftliche Weisung und Remonstration

    Ab 35 Grad Celsius ist im betreffenden Klassenraum kein Unterricht möglich.

    Nur wenn Schulleitung, Lehrerräte und Kollegium diese Linie konsequent einhalten, besteht eine Chance, dass die Verantwortlichen den Arbeits und Gesundheitsschutz an Schulen ernst nehmen.

    Ähnliche Algorithmen sind auch bei anderen Verstößen gegen den Arbeits und Gesundheitsschutz angezeigt.o

    Ich sehe das ganz pragmatisch.
    1.) Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden
    Deine Anliegen sind verständlich und in sich logisch.

    2.) Eine Schulleitung die über ein solches Feedback pickiert wâre (gibt es allerdings genug von) hat gute Mitarbeiter nicht verdient.
    Also lieber Ende mit Schrecken als Schrecken ohne Ende

    Letztlich hängt aber die Beantwortung der Frage von Deiner Bereitschaft ab, Konsequenzen zu ziehen.

    Lehramtsstudent
    Ich bin kein Sportlehrer und mach Dir um meinen Klassenraum keine Sorgen. Ich habe nur versucht Dir die Realität vor Augen zu führen und die heisst in nicht wenigen Fällen
    - die Jugendlichen ziehen ihr Ding durch und werden dabei von zu Hause unterstützt
    - dem Jugendamt geht das am ........... vorbei
    - und betroffene Schulen haben keinen Bock mehr sich den Stress Jahr für Jahr an zu tun
    In 10 Jahren können wir uns dann gerne nochmal darüber unterhalten, wie Du die Sache dann siehst.
    Last comment

    Man merkt Lehramtsstudent, dass es Dir im Umgang mit sagen wir Mal schon sehr fundamentalistischen orientierten Schülerklientel offensichtlich an Erfahrung mangelt. Ansonsten wüsstest Du was passiert. Die streng gläubigen würden extra für Dich ne Flasche dabei haben und es im nicht beobachteten Augenblick wegschütten und Deiner Aufforderung vor Deinen Augen zu trinken würden sie mit Ausreden nicht nachkommen. Trotzdem klappen Dir die Schüler reihenweise weg und spâtestens nach der zweiten Sportveranstaltung mit mehreren RTW wird Dir Deine eigene Bezreg Überzeugungsarbeit leisten, dass das aber nicht geht. Viel Spass beim Hörner abstoßen.

    Lehramtsstudent
    Ich habe an keiner Stelle geschrieben, dass ich das gut finde oder irgendjemanden in Schutz nehme. Es steht auch nirgendwo geschrieben, dass hier Eltern ihren Kindern nichts mitgeben. Wäre auch nicht das Thema, da für Freigetränke bei uns sogar gesorgt wäre. Ich kann Dir aber versprechen, dass 5/30 diese Getränke nicht anrühren werden. Das Jugendamt würde auf dievMeldung Schüler möchte wegen Ramadan beim Sportfest nicht trinken mit den Schultern zucken. Mag ja Gegenden geben, wo auch für solche Probleme noch Kapazitäten frei sind. Bei uns definitiv nicht. Habe ich Dich dann richtig verstanden, dass Du unter solchen Rahmenbedingungen dann für den Vollzug der Massnahme bist, aber vorsichtshalber dem Rettungsdienst schon Mal mitteilst, dass er für den Einsatztage mit einem erhöhten Einsatzaufkommen zu rechnen hat?

    Ausserdem befinden sich die muslimischen SuS mitten im Ramadan. Nein bitte jetzt kein Shitstorm ob Rücksicht oder nicht.
    Fakt ist, und ich rede jetzt einfach von meiner Schule in einer beschaulichen Stadt am linken Niederrhein), dass in jeder Klasse mindestens 5 von 30 Kindern nichts trinken werden, würde jetzt ein Schulsportfest stattfinden müssten sich die KollegInnen entscheiden, ob sie auf 20% der SuS verzichten oder den rettungsdienstlichenGrosseinsatz schon Mal bei der Feuerwehr anmelden.

    Morse
    Das ist sicherlich auch so und wenn das ganze über Programme wie Obas oder pädagogische Einführung läuft, bin ich durchaus ein Verfechter dieser Wege. Nicht zuletzt deshalb, da ich auch selber diesen Weg genommen habe. Ich kann mich aber auch noch an das halbe Jahr erinnern bevor die offizielle Massnahme bei mir anfing. Hier ist das Chemiebuch und hier die Unterrichtsverteilung auf 14 Kurse zu 20 bis 30 Schülern. Viel Spaß ach übrigens in vier Wochen ist Elternsprechtag. Hab's überlebt hätte jedoch mir und den SuS einen etwas komfortableren Einstieg gewünscht.

    Zitat Kranappel:
    Bis jetzt werden nach wie vor nur Quereinsteiger mit Studium genommen
    Diese Aussage Bedarf der Korrektur. In NRW mag dies noch gelten für Stellen die unbefristet ausgeschrieben werden. Für befristete Stellen gilt dies jedoch schon lange nicht mehr. Hier reicht im Einzelfall das Abitur. Vom native Speaker über Bankangestellte(er), Dachdecker, und arbeitslosen Langzeitstudenten ist alles vertreten. Eine grundlegende Einführung, auch über die einfachsten rechtlichen und pädagogischen Rahmenbedingungen erhalten diese Kollegen nicht. So kann es dann vorkommen, dass der/die fertig ausgebildete Naturwissenschaftler, der noch nie vor einer Klasse bestanden hat, mal soeben eine 8er Klasse für ein ganzes Schuljahr in Mathematik beschult. Einführung zu Grundlagen der Notengebung etc gibt es nicht. Schwimm oder geh unter. Und das ist noch, von den fachlichen Voraussetzungen der Idealfall. Hinzu kommt, dass es mittlerweile Vertretungskräfte gibt, die seit Jahren von Befristung zu Befristung dieser Tätigkeit nachgehen. Aufgrund der Rechtssprechung der Arbeitsgerichte zum Thema Kettenbefristung, stellen diese Kollegen(innen) nun reihenweise Entfristungsanträge, die (aufgrund der Rechtslage) auch genehmigt werden. Wenn hier nicht grundlegend gegengesteuert wird, entsteht ein Umbau der Kollegiums Struktur, der nachhaltig sein wird.

    Habt Ihr Tarifbeschäftigte LuL, die von dieser Gesundheitsgefährdung ebenfalls betroffen sind? Die dürfen sich auch mit einer Beschwerde direkt an den für sie zuständigen Unfallversicherungsträger (in NRW wäre die die Unfallkasse NRW).
    Die UK ist nicht nur eine Versicherung sonder hat auch hoheitliche Befugnisse. Sie kann beispielsweise bestimmte Bereiche bis zur Mängelbeseitigung behördlicherseits schliessen. In der Regel kommen so Schließungen mit Siegel und so auch schnell bei den Eltern und von da an die Presse. Und dann geht meist alles ganz schnell.

    Also ich interpretiere die von Firelilly vorgeschlagene Vorgehensweise nicht als Aufforderung zum Dienstvergehen oder einer Straftat. Vielmehr scheint sie im Gegensatz zur ablehnenden Dienststelle erkannt zu haben, dass eine Vollzeitstelle der angeschlagenen Gesundheit der Kollegin nicht gerecht wird. Sie hat ihr daraufhin vollkommen folgerichtig empfohlen ganz unbeiirrt ihren Antrag zu verfolgen, gehört doch die Erhaltung der Arbeitskraft zu den wichtigen Dienstpflichten zu deren Einhaltung man gesetzlich verpflichtet ist. Für den Fall der Ablehnung geht Firelilly davon aus, dass es zur gesundheitlichen Eskalation kommt. In diesem Fall ist die Antragstellerin verpflichtet sich den ärztlichen Urteil zu stellen und. Ggf dem Dienstherren eine festgestellte Dienstunfähigkeit anzuzeigen. Nirgendwo steht sie solle sich ohne Grund krankmelden. Dass die Antragstellerin in einer solchen Konstellation dafür Sorgecträgt ihren gesundheitlichen Zustand einem besonderen Monitoring unterwirft ist keine Dienstvergehen, sondern dem Umstand geschuldet, dass sie bei der gegebenen Konstellation eine besondere Gefâhrdung abzuleiten ist. Ggf kann in bestimmten Fällen eine vorbeugende Krankschreibung gerechtfertigt sein, die arbeitsmedizinischen Grünsätze zur Krankschreibung sind hier in ihrer Formulierung eindeutiger. Liegt eine AU nochnicht vor, droht aber Dieselbügel beim Verbleib im Arbeitsprozess, so ist die Krankschreibung gerechtfertigt.

    Die Frage ist, ob es einen gesetzlichen Freistellungsgrund gibt. Bei den Feuerwehren sind dies die Feuerschutz und Hilfsleistungsgesetze der Bundesländer. Das gleiche gilt fût Tätigkeiten in Hilfsorganisationen (THW, DRK, ....) aber nur insoweit der betreffende Einsatz behördlich (durch die Rettungsleitstelle oder Bezirksregierung oder Innenministerium) angeordnet und damit der Tätigkeit in der FW gleichgestellt ist.

    Für mich bedeutet unbeschulbar, dass der Schüler zumindest in einer normalen Regelschule nicht beschult werden kann bzw. Nicht beschult werden sollte und zwar aus Gründen der Unfallverhütung. Ein Schüler der einschlägig dafür bekannt ist, dass er gegenüber Mitschülern und / oder Lehrpersonen mehrfach Gewalt angewendet hat, stellt eine Gefahr für Schüler als auch Lehrpersonen dar. Hier ist das Recht auf körperliche Unversehrtheit der Anderen meiner Auffassung nach als das höherwertige Rechtsgut anzusehen.

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