chemikus08 Profi

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  • Hallo lieber chemikus,

    sorry, dass ich dich einfach so anschreibe.. Aber ich hab ein riesiges Problem. Ich bin bereits seit längere Zeit krank geschrieben, weil ich aufgrund eines ziemlich zerrütteten Verhältnis zu meinem Schulleiter psychologische Probleme bekommen habe. Ich würde lieber heute, wie morgen die Schule verlassen und sitze gerade an meinem Versetzungsantrag. Ich hab einen Post von dir gelesen, in welchem du bereits jemanden geraten hast, innerhalb der Krankschreibung nach einem BEM-Gespräch zu bitten, aber nicht an der Schule. Mir wurde bereits ein BEM-Gespräch angeboten, welches ich aber aufgrund dessen, dass dies an meiner Schule und dazu noch im Beisein meines Schulleiter stattgefunden hätte, abgelehnt hatte... Ich kann unserem Schulleiter nicht mehr in die Augen sehen, nachdem was er mir alles angetan hat - ich weiss nicht, was ich dann mit ihm tun würde... Wir (mein Mann und ich) haben bis vor kurzem in BW gewohnt und sind frisch nach Bayern gezogen, ich würde gern das Bundesland wechseln und heute um Mitternacht endet dazu die Frist, um am Ländertauschverfahren sprich an der Stellenwirksamen Änderung teilzunehmen. Jetzt weiss ich nicht, ob ich den Antrag abschicken soll oder doch nochmals ein BEM-Gespräch ohne Schulleiter führen soll und da auf das total zerrüttete Verhältnis hinweisen und um dringende Versetzung bitten soll??

    Wäre toll, wenn du mir zurück schreiben würdest.

    Vielen Dank

    Mona

    • Hallo WildnFree,

      bei meinen Hinweisen habe ich immer NRW i m Kopf, aber die Regeln dürften ähnlich sein. Ich habe mich selber schon mal in einer Mobbin Situation befunden und kann Dir nur folgende Tipps geben:

      1.) Treffe niemals in einer psychisch angespannten Situation eine Entscheidung. Angst ist ein schlechter Ratgeber!

      2.) Ich vermute stark, dass bei Dir alle Voraussetzungen gegeben sind, um sich krank schreiben zu lassen. Such Dir einen Facharzt für Psychiatrie (wenn Du da Ängste haste von wegen Facharztstempel, kann der auch eine Stellungnahme für den Hausarzt schreiben und der schreibt dich krank.

      Lass Dich also krank schreiben und wenn irgend möglich, mach eine stationäre Reha. (Falls Du verbeamtet bist, kläre mal vorher ob Deine Krankenkasse eine psychosomatische Reha übernimmt. Sonst lässt Du Dir eine Akut EINWEISUNG zur stationären Therapie ausstellen, da gibt es weder für Beihilfe noch für KK was zu genehmigen, dem ist Folge zu leisten) Werde Dir in Deiner Reha über Deine Situation klar und nimm Dir nur Zeit für Dich. Nutze die Reha einen Plan zu erstellen, wie es weiter geht.

      3.) Falls Du Dich nicht länderübergreifend versetzen lässt, könnte ein Plan darin bestehen, den Dienstherrn mit einem Gutachten zu konfrontieren, das ganz klar ausweist, dass Du prinzipiell für Deinen Beruf diensttauglich bist, aber ein Einsatz an dieser Schule aus gesundheitlichen Gründen derzeit nicht zu verantworten ist. In diesem Zusammenhang würde ich dann eine übergeordnetes BEM beantragen. Das wäre die NRW Variante. Bitte nimm Kontakt mit einem Personalratskollegen aus Deinem Bundesland auf um diese Strategie zu besprechen. Du kannst auch darauf bestehen von einem Personalratsmitglied beglietet zu werden.

      Bei dieser Konstellation müsstest Du Dich natürlich wirklich so lange krank schreiben lassen, bis die Dienststelle eine Versetzung veranlasst hat. Alles andere wäre ja eine Gefährdung der Gesundheit, so wie ich Dich verstanden habe (Die endgültige Beurteilung ist Sache des Facharztes).

      4.) Last but not least, stelle einen Antrag auf Schwerbehinderung- Während des Genehmigungsverfahrens (Du erreichst wahrscheinlich nicht auf Anhieb die erforderlichen 50 %) gilst Du als scherbehindert unter Vorbehalt. Dies bietet Dir einen zusätzlichen Schutz durch die Schwerbehindertenvertretung und das Integrationsamt.


      Ich wünsche Dir gute Genesung und Erfolg bei der Umsetzung.


      LG Stephan Jacobs

      )Cheimikus)

    • Huhu Stefan,


      danke für deine schnelle Rückmeldung und deine tollen Tipps. Ich bin schon seit längerem krank geschrieben und hab mir lange überlegt, was ich machen soll. Ich befinde mich auch in psychologischer Behandlung (dieser Facharzt hat mich bisher auch krank geschrieben). Das mit der Reha finde ich einen guten Ansatz... Die Personalratsdame, die für mich zuständig wäre, kann ich glaub ich, vergessen Die hatte mir bei einem gemeinsamen Dienstgespräch zu etwas geraten, was ich hätte im Nachhinein nicht machen sollen... Mein Rektor hatte in diesem Gespräch Zielvereinbarungen aufgeschrieben, die ich so natürlich nicht unterschreiben wollte, weil sie nicht der Wahrheit entsprachen... Sie riet mir aber im Sinne des "Aufeinander zugehen" dazu, diese Zielvereinbarung zu unterschreiben...Ich war danach bei der schulpsychologischen Beratungsstelle, weil dieses Mobbing der Schulleitung nach diesem Dienstgespräch nicht aufgehört hat. Der Psychologe dort, war entsetzt über das Verhalten meines Rektors und hat nur gemeint, ich hätte diese Zielvereinbarung nicht unterzeichnen sollen.Naja...shit happens... Also habe ich vom Personalrat wohl keinerlei Hilfen zu erwarten, die in meinem Sinne wären.

    • Wie könnte ich denn einen Antrag auf Schwerbehinderung stellen? Aufgrund meiner psychischen Belastung? Wie wäre denn da die Vorgehensweise?

    • Also zunächst einmal solltest Du Mal nachgucken, wer die für Dich zuständige Vertrauensperson für Schwerbehinderte ist. Schulform, Landkreis \ Bezirksregierung (je nachdem wer bei Euch als Dienststelle definiert ist und das Wort Schwerbehindertenvertretung eingeben. Meist wird man da schon fündig. Die können einen schon Mal eine Erstberatung geben. Den Antrag kann man online runter laden und schickt ihn an die zuständige Stelle (bei der Kommune nachfragen, unterschiedlich).

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