Beiträge von chemikus08

    Aber jetzt Mal im Ernst. Die Forderung nach diesem Fach ist ein gesellschaftliches Problem. Früher waren das Sachen, die einem die Eltern und das häusliche Umfeld beigebracht haben. Jetzt gibt es Kinder, die wohnen in Düsseldorf und haben noch nie im Leben den Rhein gesehen. Was soll ich sagen?

    Irgendwie hab ich das Gefühl, dass die Schulen nur noch rummurksen … hab ich letztens, ich meine sogar mit Oliver Welke gesehen ,was alles als Schulfach gefordert wird…dachte das wäre ein Witz…

    Ich vermute Mal, dass Volker Pispers deswegen das Handtuch geschmissen hat. Satire in Zusammenhang mit Schule ist nicht mehr möglich, da die Wirklichkeit dieselbige überholt.

    Von der Grundidee bin ich ein Befürworter der Legalisierung. Nicht weil ich Cannabis so toll finde, obgleich ich einen Therapieversuch mit meinen Rücken schmerzen wagen würde, aber als Schöffe habe ich manch unnötiges Strafverfahren erlebt.


    Handwerklich muss das Gesetz eine Katastrophe sein. So erzählt mir ein Bekannter der bei der Generalstaatsanwaltschaft arbeitet, dass wohl auch für die zurück liegende Zeit die Tâter strafffrei gestellt werden sollen. Damit wâren tausende Urteile Makulatur. Dies würde nicht weniger sondern absolute Überfotderung der Justiz bedeuten. Auch weniger geschickt, dass ich mi 25 g straffrei durch die Gegend laufen darf. Damit hat sich die Verfolgung von Kleindealern mehr oder weniger ganz erledigt. Nur wenn ich den Dealer in flagranti erwische kann ich ihn Belangen. Ansonsten darf er mit den 25 vor dem Schultor stehen. Er darf nur nicht vor dem Schultor kiffen.

    Das ist prima, dass die Angelegenheit so geklärt werden konnte und das Gespräch sollte natürlich immer zuerst gesucht werden. Falls dies jedoch nicht zum Erfolg geführt hätte, fand ich den Hinweis, dass ein Strafantrag nach hinten los gehen könnte irgendwie befremdlich. Das erinnert mich irgendwie an Vergewaltigungsopfer, die keine Anzeige stellen. Die Schwere der Tat ist zwar eine andere Liga, dennoch würde ich den Verzicht auf einen Strafantrag als Täter Opfer Umkehr sehen. Auch würde ich erwarten, dass die Dienststelle sich dem Strafantrag anschließt. Anderenfalls würde ich künftig kein Handy mehr einziehen.

    Bei uns erfolgt ein roter Eintrag ins Klassenbuch am Tag der Sicherheitsbelehrung. Bei genauer Betrachtung reicht das auch nicht, denn Kevin war möglicherweise Kreide holen. Auf der anderen Seite muss auch alles noch in einem vernünftigen Verhältnis stehen.


    Fast jeder SL steht mit einem Bein vor Gericht. Denn ich kenne keinen der die Kollegen jährlich in der Benutzung von Leitern und Tritten unterweist. Sollte sich aber Mal jemand die Haxen brechen und hat dieser jemand noch ne Rechnung offen..... Wie sagte ein früherer Abteilungsleiter in meinem alten Job, "der Teufel ist ein Eichhörnchen".

    Es gibt übrigens ein Szenario, dass wurde noch gar nicht diskutiert. Schon Mal drüber nachgedacht was passiert, wenn einer unserer Schüler eine Straftat im Ausland baut. Möglicherweise kommt Ihr ohne den Schüler zurück, weil der die nächsten sechs Monate in U-Haft sitzt. Wenn's ganz schlimm kommt, fährt der betreuende Lehrer ebenfalls ein.

    Wenn es tatsächlich so ist, dass die Plädoyers das Strafmaß erhöht haben, verliere ich den Glauben an die Justiz:

    Nein Leute , das ist eine falsche Interpretation

    Es ist einfach so, dass ich auf der einen Seite das Recht habe zu schweigen, um mich nicht zu belasten. Auf der anderen Seite ist es aber bei der Bemessung der Strafe durchaus relevant, ob der Angeklagte Reue zeigt oder nicht. Wenn also nach Aktenlage ein Schuldspruch wahrscheinlich ist, tue ich gut daran Tabula Rasa zu machen. Dies konnten wir auch in der Vergangenheit bei diversen Steuerstrafverfahren beobachten. Hinter verschlossenen Türen wird da sogar teilweise gedealt. Eigentlich so nicht zulässig, wird aber gemacht. Was heißt das? Der vorsitzende Richter hat ein informelles "Nichtgespräch" mit der Verteidigung und handelt auch, dass wenn der Angeklagte auspackt, die Gesamtfreiheitsstrafe um sagen wir mal drei Jahre reduziert. Wie gesagt, nicht gestattet, findet aber statt.


    Und da ist es dann (leider) tatsächlich so, dass derjenige der sich in einem solchen Strafverfahren als Angeklagter befindet, die besseren Karten hat, wenn er einen erfahrenen Strafverteidiger an seiner Seite hat. Dieser würde a.) bei klarer Beweislage ein Geständnis empfehlen und b.) frühzeitig versuchen mit dem Richter zu handeln. Das geht aber nur, wenn Richter und Verteidigung sich gegenseitig auch schon länger kennen. Insoweit habe ich mit einem Wald und Wiesen Verteidiger die A...Karte gezogen. Ich lasse eine komplzierte Bauch OP ja auch nicht von meinem Hausarzt machen.


    An der Stelle komme ich zu einem anderen Punkt. Eigentlich würde ich von meinem Arbeitgeber erwarten, dass der mir eine solide Verteidigung stellt und auch bezahlt (denn die nehmen mehr als die Pflichtverteidiger), wenn es sich um eine Straftat handelt, die im Dienst begangen wurde. Ist aber leider nicht der Fall, zur Zeit.

    Ich würde immer über ein Reiseunternehmen buchen. Stellt Euch doch bitte mal vor, ihr überweist das Geld an ein Busunternehmen direkt und der Bus kommt nicht, weil die Firma letzte Woche Insolvenz angemeldet hat. Das Geld ist dann weg bzw. in der Insolvenzmasse und Ihr könnt Euch in der Liste der Gläubiger hinten anstellen. Bei einem Reiseunternehmen existiert ein Sicherheitsfond der für solche Schäden aufkommt.

    fachlich beraten lassen und den Köder, den der moralisierende Richter anscheinend ausgeworfen hat, nicht schlucken, sondern - egal wie schwer es fällt - einfach mal den Mund halten.

    Ein Geständnis ist kein prinzipieller Fehler. Ich hatte, zumindest mit den Informationen die die Presse geliefert hat, den Eindruck, dass die Staatsanwaltschaft schon gründlich ermittelt hat und selbst bei beharrlichem Schweigen hinreichend der Angeklagten noch einiges in der Hinterhand gehabe hätte, um eine vollständige Beweiskette zu erreichen. Dementsprechend hätte dies dann nur zur Prozessverlängerung geführt, schlussendlich aber wäre dann (möglicherweis) gänzlich fehlende Reue bei der Strafzumessung berücksichtigt worden. Daher können wir hier von außen wirklich nicht sagen, ob die Aussage die bessere oder schlechtere Strategie gewesen wäre.


    Was ich mich die ganze Zeit gefragt habe ist, was können wir (wir alle Kollegium, Personalrat....) tun, damit sowas in Zukunft nicht mehr passiert. Und da ist mir eins aufgefallen. Es gibt eine ganze Menge Literatur zu diesem Thema. Jedoch wird in dieser schnelllebigen Zeit niemand die Zeit finden, vor einer Klassenfahrt noch großartig Literatur zu studieren. Daher...


    Es bedarf einer einfachen Checkliste, die man bei der Bezreg oder auch beim KuMi runterladen kann, wo all die Punkte berücksichtigt werden, die so in der Vergangenheit passiert sind. Dann braucht man die nur noch abzuhaken und gut ist. Das steht jetzt ganz oben bei mir auf der to do Liste.

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