So dass es am Ende transparent und vergleichbar ist?
Und damit sind wir wieder bei der Kardinalfrage: "Sind Noten in der Grundschule sinnvoll?" Ich erweitere um den Satz für Deutsch: "Können sie überhaupt vergleichbar sein?"
Ich habe in den letzten 12 Jahren im Brennpunkt (nun Sozialindexstufe 9) gearbeitet, meine Klassen hatten zuletzt nur ein bis drei Kinder (von ca 25), deren Familiensprache Deutsch war. Es waren immer ein paar schnell Lernende dabei, die täglich mehr konnten. Aber die Mehrzahl hat bei uns ganz wenige Deutschkenntnisse, auch im mündlichen Sprachgebrauch. Manche kommen später in die Klassen und sprechen kein Deutsch (oder gar nicht). Wenn man sich mündlich nicht äußern kann, wie soll es schriftlich klappen?
Ich war immer froh, wenn wir dann gegen Ende der zweiten Klasse überhaupt gemeinsam eigene Texte schreiben konnten.
Und in solch heterogenen Klassen kann man die Noten nicht vergleichen, allerhöchstens unter denjenigen, die in etwa dasselbe leisten können. Besonders in Deutsch benote ich deshalb vor allem den Lernfortschritt. Das versuche ich natürlich, den Kindern "transparent" zu machen.
Aber zur Erinnerung: Hier geht es um die Rechtschreibung. Und die wird beim "Sprachgebrauch" nur im Nachgang benotet, und das auch nur ergänzend.