Lehramtsstudentenschutz besagt, dass Lehramtsstudenten angeblich bei älteren Lehrer*innen eine weitreichende „Narrenfreiheit“ hätten, von ihnen nicht angegangen und nicht verletzt würden; für außenstehende Beobachter stelle sich diese Zurückhaltung als biologisch-sozial bedingte Toleranz dar. Diese Deutung wird vor allem von kurz vor der Pension stehenden Kolleg*innen vertreten; Lehramtsstudentenschutz ist kein Fachausdruck der Lehrerausbildung.
Bekannt ist mittlerweile, dass es einen generellen, angeborenen Lehramtsstudentenschutz nicht gibt. Eine erhöhte Toleranz genießen Lehramtsstudenten nur in ihrem eigenen Rudel oder bei besonders toleranten und an Lehramtsstudenten gewöhnten Mentor*innen und Schulleitungen; eine generelle Beißhemmung zum Schutz von Lehramtsstudenten kann nicht von allen Pädagog*innen erwartet werden, außer sie wurde entsprechend sozialisiert. Problematisch ist zudem, dass die Bezeichnung Lehramtsstudent unscharf auch auf bereits entwöhnte Referendare angewandt wird.