Beiträge von DeadPoet

    @ Fragesteller:


    Im 1. Ausbildungsabschnitt muss man zwar weniger Stunden geben, steht aber dauernd unter "Beobachtung". Außerdem hatte ich in allen Fächern "Seminarsitzungen" (mindestens eine Stunde pro Woche) und auch Sitzungen in "Politischer Bildung", "Schulrecht", "Pädagogik" und "Psychologie" (auch je eine Stunde). Zu diesen Seminarsitzungen war pro Woche mindestens ein Protokoll fällig. Wenn das immer noch so ist (soweit ich mitbekomme, ist es das), dann das bitte einrechnen: Diese 6 Stunden plus Protokoll fallen nämlich in der Einsatzschule weg. Die fand ich viel nerviger, als Unterricht halten und vorbereiten ...

    Ich bin bisher davon ausgegangen, dass es weder den Schulleiter noch das Kollegium zu interessieren hat, an welcher Krankheit jemand im Moment leidet. Solange ein Attest von einem Arzt da ist, ist alles in Ordnung (jaja, "der kennt einen, der schreibt immer krank" etc ... aber wohin soll das führen, wenn ich allem und jedem misstraue? Ich verwahre mich - mit Recht dagegen - wenn mir Leute unterstellen, dass ich meine Arbeit nicht korrekt erledige ... für Ärzte sollte Gleiches gelten. Ich habe auch kein Recht, ein Attest zu ignorieren/anzuzweifeln, das ein Arzt einem Schüler ausgestellt hat - warum bei Kollegen?).


    Natürlich muss die Schulleitung planen, müssen die Kollegen vertreten ... aber das gehört dazu und ist einfach so. Klar, ich kann mir auch Schöneres vorstellen, als wieder eine Vertretungsstunde ... und in Gedanken kann es schon auch passieren, dass ich auf den Erkrankten etwas fluche. Aber sobald der rationale Teil meines Gehirns wieder die Kontrolle übernimmt, ist klar, dass das eben so ist, es mich nicht wirklich etwas angeht und ich auch mal krank bin und vertreten werden muss.


    Sollte nun ein Kollege häufiger krank sein, ist das immer noch nichts, was mich zu kümmern hat (trotz mehr Vertretungen), sondern es ist Aufgabe der Schulleitung, mit dem Kollegen ein Gespräch zu führen (bei dem der die Diagnose immer noch nicht nennen muss) und ihn ggf. zum Amtsarzt zu schicken. Bei längeren krankheitsbedingten Fehlzeiten ist übrigens bei uns ein "Wiedereingliederungsgespräch" verpflichtend, in dem Schulleitung, Kollege und Personalrat des Vertrauens nach Möglichkeiten suchen, dem Kollegen einen schonenden Einstieg / ein Weiterarbeiten zu ermöglichen (z.B. durch Stundenreduzierung, Befreiung von Aufsichten etc).

    So sehr ich es verstehe, wenn man jede Möglichkeit nutzen möchte, um doch nicht durch die Prüfung zu fallen ... so sehr missfällt mir aber auch, dass man nun jede mögliche Lücke / jedes mögliche Fehlverhalten des Prüfers mit der Lupe sucht, um sich "durchzumogeln". Was hat das mit meiner Leistung zu tun, ob der Prof die Personalien aufnimmt? Ja, mag ja ein Formfehler sein, aber mich erinnert das auch an das Verhalten mancher Eltern und Schüler, das dazu beiträgt, dass man immer weniger Pädagoge und immer mehr Sklave von z.T. unsinnigen Vorschriften bzw. der Angst, was ein Rechtsanwalt nun wieder damit machen könnte, wird. Natürlich soll eine Prüfung fair sein, aber das Ergebnis soll die Leistung das Prüflings widerspiegeln - und nicht die seines Rechtsanwalts. Etwas mehr Selbstkritik und Eigenverantwortung für Erfolg / Misserfolg wären manchmal nicht schlecht.


    Die Begründung "Ich hatte nicht genug Zeit zwischen den Prüfungen" ist ehrlich gesagt nicht gerade überzeugend.

    Bei uns brauchen die SuS in der Unterstufe meist mehr als 50% der Punkte, um eine 4 zu bekommen - von daher reicht es also nicht, wenn man die Wörter zwar weiß, aber nicht schreiben kann. Und ganz ehrlich: die Zahl der SuS, denen die Schreibung völlig egal ist und die mit einer 4- zufrieden wären, hält sich in engen Grenzen (vor allem, weil das meist dann eben keine 4- wird, denn sie müssten alle Wörter wissen ... und wie gesagt, selbst das muss nicht für die 4- reichen). Dazu kommen noch die anderen schon erwähnten Argumente ... ich halte es für ganz ok, wenn man 0,5 Punkte auf Wörter gibt, die zwar erkennbar gewusst, aber nicht richtig geschrieben wurden. 0 fände ich zu hart, denn dann gibt es keinen Unterschied zwischen "gar nix gewusst" und "Wort gewusst, aber beim Schreiben einen Fehler gemacht".

    Bei uns sitzen die SuS meist in drei "Reihen": Tür, Mitte, Fenster. Ich lege meist den Schülern jeder Reihe einen Stapel hin, den sie dann nach hinten weiter geben. Gleichzeitig gehe ich nach hinten und geben den SuS dort ebenfalls die Blätter zum weiter (nach vorn) geben. So einigermaßen in der Mitte treffen sich die Blätter also und ich nehm die überzähligen Exemplare in Empfang.

    Ich kenne das bei uns in der ganzen Fachschaft Englisch nur so: Wort erkennbar gewusst, aber falsch geschrieben => nur 0,5 Punkte. Nur wenn das Wort auch richtig geschrieben wurde, gibt es einen Punkt. Wie bei Katta: wird ein völlig anderes Wort draus, ist es komplett falsch.


    Solange das Wort deutlich erkennbar ist, ziehe ich für falsche Schreibung auch "nur" 0,5 ab, selbst wenn zwei Schreibfehler drin sind ... aber wenn dann z.B. auch die Zeit nicht stimmt, gibt es keinen Punkt mehr.

    Hm ... klingt das wirklich so? Empfinde ich meinen Job als "noch mehr belastend ... weil nur manchmal befriedigend"? Ich bin mir nicht sicher, dass das, was ich geschrieben habe, so interpretiert werden sollte ... allerdings muss ich auch zugeben, dass ich mich inzwischen durchaus zu den Personen zählen würde, die burn-out gefährdet sind.

    Hobby? Nein, sicher nicht. Es ist ein Beruf, den ich aus Leidenschaft und Interesse gewählt habe - zu einem Zeitpunkt, als es manche Nachteile noch nicht so gab bzw. sie für mich nicht so ersichtlich waren. Es gibt viele Momente, da bin ich gerne Lehrer (im Unterricht, wenn ich das Gefühl habe, die SuS sind wenigstens im Ansatz aufgeschlossen). Aber es gibt viele Dinge, die ich wirklich nur mache, weil sie zum Beruf gehören und gemacht werden müssen. Vielleicht werde ich das "Lehrer-Sein" vermissen, wenn ich in Pension bin (immerhin unterrichten bei uns an der Schule einige Pensionäre in Mangelfächern), ich kann es mir im Moment aber gar nicht vorstellen. Ich habe zahlreiche andere Hobbies, für die ich dann mehr Zeit und Ruhe haben werde ...
    Ich bin sogar am Überlegen, ob ich nicht Stunden reduziere, denn ich habe das Gefühl, Vollzeit ist die Beste Methode, jede Leidenschaft für den Beruf zu verlieren.

    Mir stösst etwas auf, dass scheinbar die SL das Personalratsmitglied auswählt, das da anwesend sein soll. Wenn ihr mehr Leute als Personalräte habt, wäre es für mich logischer, dass Du die Auswahl triffst ... ich weiß nicht, ob es dazu Regelungen gibt, aber ich würde darauf bestehen, dass ein PR dabei ist, dem ich vertrauen kann.

    In aller Kürze: Entweder Lehrer sein ist etwas, das ich machen WILL, dann nehme ich auch diverse Unannehmlichkeiten / Schwierigkeiten etc. in Kauf. Ja, das Referendariat ist eine Zeit, in der man zeitweise nicht viel vom Leben hat ... ZEITWEISE! Und es dauert insgesamt zwei Jahre ...


    Wenn Dir das alles zu aufwändig ist bzw. Du jetzt schon - obwohl Du ja gar nicht weißt, was auf Dich zukommt - Dich nicht gut fühlst ... dann überleg Dir, ob Dir Lehrer sein wichtig genug ist ... wenn nicht, lass es bleiben.

    Seminarschule war bei mir 250 Km vom Studienort, 200 Km von der "Heimat" (dem Ort, an dem ich auch schon verheiratet war). Einsatzschule war dann ca. 120 km von der "Heimat". An die Einsatzschule bin ich jeden Tag mit der Bahn gependelt (mit Bahncard war das billiger als eine Wohnung, hieß aber auch, dass ich um 5.30 aufstehen musste, wenn ich erste Stunde hatte). Man kann im Zug nicht alles korrigieren oder vorbereiten, aber eine Menge lässt sich doch auch machen. Klar ist aber auch, dass ich so gegen 16.30 nach Hause kam, den nächsten Tag vorbereitete und dann mehr oder weniger sofort ins Bett ging.


    Lass es einfach mal auf Dich zukommen und dann findet sich schon eine Lösung.

    Personalrat.


    Bei uns gibt es die Übereinkunft, dass die Schulleitung versucht, im Normalfall einem Kollegen höchstens 2x Nachmittagsunterricht zu geben. Wenn es jemanden härter trifft, lässt sich der Personalrat das von der Schulleitung erklären (und es wird abgespeichert, so dass der Kollege im nächsten Jahr etwas besser "eingesetzt" wird).


    Allerding: "Es geht nicht anders" - haben wir auch schon öfter gehört ... und dann in den sauren Apfel beißen müssen (z.B. Tripleabitur mit ca. 45 Prüfungen).


    Wann fängt denn bei Euch die Schule an? 7.45?


    Aber ganz generell: auch in anderen Berufen haben Vollzeitleute wenig übrige Zeit, um ihre Ehefrau "zu entlasten". Andererseits ist die freie Zeiteinteilung (die bei Dir jetzt zum Großteil wegfällt) ja einer der Pluspunkte des Lehrerberufs ... wie gesagt ... möglichst rasch mit dem Personalrat reden.

    Ich hoffe, dass denen bald die Leute ausgehen, die das machen wollen (ja, es finden sich immer welche ... und das sind dann oft leider "genau die Richtigen"). An unserer Schule ist es schon schwer geworden, frei werdende Stellen im Direktorat zu besetzen ... an der Nachbarschule muss der Chef noch ein Jahr machen, obwohl er geplant hatte, in Ruhestand zu gehen (Kein Nachfolger da).

    Evtl. liege ich falsch, aber bzgl. der Nachprüfung: Die hat doch nix mit der Empfehlung der Konferenz zu tun, dafür melden sich die Schüler selbst an bzw. die Eltern stellen einen Antrag, egal ob die Lehrer das wollen oder nicht (und sie werden über die Möglichkeit, die Nachprüfung zu machen, auch informiert - wenn das einem Schüler verschwiegen wird, wäre das meines Wissens nach ein gröberer Fehler, da man diesen Antrag binnen einer Woche nach Aushändigung des Zeugnisses stellen muss).

    ein Fünfer führt noch nicht zum Sitzenbleiben ... da muss der Schüler also einen zweiten haben.


    Außerdem: mit zwei Fünfern: Notenausgleich (10. Jahrgangsstufe)? Vorrücken auf Probe? Nachprüfung? DAS müsste in der Klassenkonferenz eigentlich geprüft worden sein. Und wenn das alles nicht geht, dann ist der Schüler eher nicht wegen der "Notenschieberei" durchgefallen, denn dann hat er wohl mehr Fünfer (ich beziehe mich hier auf Bayern).


    Ich weiß, dass man mehr oder weniger die gleiche Zahl von Noten von jedem Schüler haben sollte ... allerdings passiert es mir auch, dass ich einigen Schülern 1-2 Noten mehr gebe (sei es, weil sie knapp stehen und ich eine eindeutige Note haben will, sei es, weil ich glaube, dass sie die bessere / schlechtere Note verdient haben - wenn z.B. ein Schüler im Glauben, seine Note steht fest, demonstrativ nicht mehr mitmacht oder ein Schüler sich wirklich intensiv bemüht).


    3-4 Noten mehr ist allerdings schon bedenklich, aber schulrechtlich wohl in Ordnung.


    Oder ist der Kollege dafür bekannt, dass der "Lieblingen" durch mehr Noten gute Noten verschafft und unliebsamen durch mehr Noten schlechte Ergebnisse?

    Beim Text hätte ich mir auch nichts gedacht ... aber wenn der Name der Band mit draufgestanden hätte, wäre ich hellhörig geworden, da Sleipnir ja aus der nordischen Mythologie stammt, bei der Bands des rechten Spektrums sich gern bedienen (ja, ich weiß, dass das auch unbedenkliche Heavy Bands gerne tun, aber wie gesagt, da hätte ich wohl zur Sicherheit nachgeschaut).

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