An unserer Schule (Gymnasium) gibt es eine "Übergangsklasse". Das bedeutet in den Zusammenhang, gute Realschulabsolventen können bei uns die 10. Klasse noch einmal machen und werden gezielt auf die Oberstufe vorbereitet. Diese Klasse gibt es seit 4-5 Jahren und sie ist ein großer Erfolg ... denn die Realschüler, die diese Klasse ernst nehmen und motiviert rangehen (sind die meisten, sonst wären sie ja nicht hier), erzielen in der Oberstufe Leistungen, die den Vergleich mit der oberen Leistungshälfte der "alteingesessenen" Gymnasiasten standhalten (oft sogar den Leistungen des oberen Drittels). Meine beste Schülerin im Geschichtsabi (und mit bester meine ich hier, sie war vom Wissen aber auch dem Transfer her den anderen sehr deutlich überlegen) kam von der Realschule.
Ich hatte vor einigen Jahren mal einen Schüler in Englisch (9. Klasse), der war von der Realschule in diesem Schuljahr ans Gymnasium gewechselt. In Englisch war er von Anfang an unter den top 5, am Schuljahresende war er top 1. Für Französisch, das er damals an der Realschule nicht hatte, bekam er eine Nachholfrist (= Noten werden bei ihm erst ab dem Halbjahr gewertet) und in der ersten Französischschulaufgabe, die er mitschreiben musste, war er Klassenbester. Extrembeispiel? Sicher, aber es gibt genügend andere, die nicht gar so extrem sind.
Damit will ich nun nicht den freien Elternwillen unterstützen (wie Friesin schreibt, die können das auch nicht immer wirklich beurteilen), sondern zeigen, dass ein Kind sich vom Leistungsvermögen her noch ganz anders entwickeln kann, als man in der 4. oder 5. KIasse denkt (oder es gab, wie MSPace beschrieb, andere Aspekte, die dafür sorgten, dass die Einschätzung nicht ganz richtig war).