Ich arbeite an einer GESAMTschule. Da ist nichts mit "an der falschen Schule" und nach unten durchreichen. 99% unserer SuS kommen mit einer Hauptschulempfehlung (nein, das ist nicht übertrieben, wir haben in jeder Jahrgangsstufe zwischen 1 und 4 SuS mit Realschulempfehlung). SuS mit Gymnasialempfehlung sucht man bei uns vergebens. Wir sind also de facto eine Hauptschule, nennen uns nur anders.
Unterricht an die SuS anpassen klingt in der Theorie wirklich super. Blöd nur, wenn die SuS dann ebenfalls die Arbeit verweigern weil alles "total ätzend, langweilig und blöd" ist und sie einfach keine Lust zum Arbeiten haben... Glaubst du ernsthaft, dass wir das nicht alles ausprobiert haben? Es gibt Klassen, da klappt es. Da unterrichte ich auch wirklich gerne. Es gibt aber auch Klassen, da geht gar nichts mehr - selbst bei den Klassenlehrern.
Wir haben sogar zwei Sozialarbeiter. Die machen ihren Job echt prima. Blöd nur, wenn sie in Gruppengesprächen ürhaupt nicht zu Wort kommen weil die SuS auch dazu keine Lust haben. Klar, in Einzelgesprächen geht´s aber in manchen Fällen wäre ein Gespräch mit der ganzen Gruppe hilfreich.
Klassenregeln gibt es natürlich aber Papier ist seeeehr geduldig. Wenn man zwei, drei "Störer" in der Klasse sitzen hat, kann man damit arbeiten, wenn die Klasse abr zu 80% aus solchen besteht, hat man keine Chance mehr. Mir tun nur die leid, die eigentlich lernen wollen. Die können sich leider nicht durchsetzen.
Elternarbeit ohne Eltern funktioniert auch schlecht...
Viele Unserer SuS legen ein extrem asoziales Verhalten an den Tag und finden das völlig normal. Viele werden auch von den Eltern noch darin bestätigt.