Beiträge von Anna Lisa

    Ich will ja auch nichts verändern - der Stress hat ja eben nichts mit meiner Arbeit zu tun. Das schreibe ich doch die ganze Zeit. Sondern mit der Betreuung meiner Tochter und vielem, was dazu gehört. Und vielleicht gerade mit dem Abi. Aber die Belastung ist ja bald vorbei. Genauso wie der Weihnachtsstress.

    Genau. Die Betreuung deiner Tochter macht dir Stress. Und zwar neben all dem anderen Gedöns - schulisch wie privat. Man könnte das entlasten, indem man weniger arbeitet. 1. hat man weniger schulisches Gedöns. 2. hat man mehr Zeit für anderes privates Gedöns als Tochterbetreuung.

    Aber in dem Moment willst du nicht die Entlastung annehmen, sondern plötzlich mehr deine Tochter betreuen, obwohl es dir Stress macht.

    Warum willst du dann ausgerechnet die Betreuung deiner Tochter steigern, obwohl dir das am meisten Stress macht?

    Das verstehe ich nicht.

    Mit der Betreuungsleistung meines Mannes hat doch meine jetzige Situation gar nichts zu tun - du verstehst es nicht.

    Ich verstehe es wirklich nicht:

    Dein Mann betreut jetzt an X Tagen das Kind. Er verändert seine Arbeitszeit nicht. Also kann er weiter an X Tagen das Kind betreuen.

    Du arbeitest weniger und KÖNNTEST das Kind statt ihm betreuen, machst es aber nicht, weil er es ja auch weiterhin kann.

    Dein Mann betreut jetzt an 2 Tagen dein Kind? Oder mehr? Wer betreut momentan das Kind an den anderen Tagen?

    Nach meinem Verständnis ist doch das Kind momentan an allen 5 Wochentagen betreut. Das kann doch einfach so bleiben. Warum sollte man das verändern?

    Aber für mich ist der Betreuungsbedarf größer und darum geht es doch - dass es sich für mich nicht "rechnet", weder mental noch finanziell, wenn ich weiter reduziere. Ich dachte, das hättest du verstanden. Das es um mich geht - und nicht um mein Kind.

    Was ich dir versuche zu sagen: Dein Mann kann doch einfach seine jetzige Betreuungsleistung aufrecht erhalten, dann gewinnst du Freiraum für dich. Wenn er dich liebt und erkennt, dass du das dringend brauchst, dann wird er das tun. Er schafft es doch jetzt auch. Warum soll er das dann plötzlich nicht mehr schaffen?

    Nein, der Bedarf ist nicht immer gleich - wenn ich noch mehr reduzieren würde, hätte ich noch mehr freie Tage, so dass ich dann noch mehr mein Kind betreuen würde und nicht mein Mann. Gerade die Betreuung meines Kindes kostet mich aber gerade viel Ressourcen. Ich hätte also die zusätzliche freie Zeit, bzw. einen Großteil davon nicht zu meiner freien Verfügung und Regeneration, sondern müsste dann noch mehr das Kind betreuen. Da gehe ich lieber anteilig mehr in die Schule - macht mir zudem auch noch mehr Spaß gerade und bringt mehr Geld. Ich finde es nicht unlogisch. Diese Option wäre nur dann nötig gewesen, wenn mein Mann nicht an 2 Tagen die Tochter betreuen könnte. Kann er aber.

    Aber das kann er doch auch, wenn du reduzierst? Ich verstehe das gerade irgendwie nicht. Mein Mann macht auch ganz viele Dinge mit den Kindern, obwohl ich evtl. mehr Zeit dafür hätte. Es sind ja auch seine Kinder und egal wie viel man arbeitet, soll und will man ja seinen Anteil "leisten". Sofern es eben zeitlich möglich ist. Das ist es ja bei deinem Mann.

    Ich finde es übrigens ziemlich traurig, dass man lieber arbeiten geht / sich in die Arbeit flüchtet, damit man nicht mehr Stunden sein Kind betreuen muss. Hört sich echt krass an für mich.

    Wie alt ist euer Kind?

    Ähm, öh, ohne dass die Frage an mich gestellt war, aber.... äh... Geld ?!?!?!?

    Wie finanziell priviligiert muss man sein, um diese Frage auf die Art zu stellen ????

    Ein schickes Eigenheim ist ja nun keine Pflicht. Und tolle Reisen auch nicht. Wenn der Partner mindestens ebenso viel verdient, hat man über 4.000 € im Monat zur Verfügung. Das sollte doch wohl reichen für ein normales Leben.

    Wenn man natürlich lauter Ansprüche hat, dann klappt das nicht.

    Absolute Zustimmung auch hier - und das sagen wir beide: Mein Mann (mit Vollzeitjob und Hausaufgabenbetreuung Kind) und ich mit Teilzeitjob (derzeit 75% und Hausaufgabenbetreuung Kind). Wir haben uns die Betreuung so geteilt, dass ich an 3 Tagen betreue mittags - und er an 2 Tagen. Und ich empfinde die Tage, wo ich an meinen "unterrichtsfreien" Tagen auch viel vorbereite und aber auch das Kind betreue mit Hausaufgaben, etc. sowie natürlich auch den Tag, wo ich noch in der Schule bin und dann betreue, als wesentlich anstrengender als die beiden Tage, wo ich länger in der Schule bin und auch danach meist noch in der Schule bleibe. Das ist kein Vergleich zu der Zeit, als unser Kind noch in der Ganztagsbetreuung war - nur war die so schlecht organisiert, dass wir hier meist abends noch Hausaufgaben und Geschrei hatten. Und das will dann auch keiner. Und so haben wir gesagt, dass wir es so organisieren, dass das Kind nicht mehr in den Ganztag muss. Das geht aber deutlich zu unseren Lasten - weil seeehr anstrengend. Gerade jetzt auch das Üben für die ersten Klassenarbeiten. Ein Geschrei - ein Generv. Ein Hinterhergerenne.
    Jetzt um die Vorweihnachtszeit kommt dann noch dazu, dass man Geschenke für x und y besorgen muss, dass man Anfragen von überall beantworten muss, was denn dem Kind geschenkt werden solle. Dass man entgenervt am Fotobuch bastelt - abends, nachdem man eigentlich nur noch Ruhe haben wollte. Und genau - ich muss ja jetzt auch noch das Abitur aufsetzen. Am besten noch vor den Weihnachtsferien, weil sonst sind die auch nur damit "besetzt". Meinem Mann geht es übrigens genauso - irgendwie hat es nie was von besinnlicher Vorweihnachtszeit. Schade.

    Wenn ich in dieser Situation wäre, würde ich Teilzeit arbeiten, damit ich nicht immer so genervt bin.

    Du hörst dich extrem gestresst an, warum tut man sich das an?

    Dann hast du "Selbstläuferkinder", bei denen alles automatisch passt. Das haben nur die wenigsten. Und ich bezweifle ganz offen und ehrlich, dass du dich nicht mit deinem Kind hinsetzen und üben würdest, etc., wenn es in der Schule NICHT laufen würde. Dann würdest du es also eben sitzen bleiben lassen bei Schwierigkeiten? Du würdest weiterhin nicht aktiv werden und es unterstützen? Noch nicht mal versuchen, dem Kind zu helfen? Glaube ich dir nicht.

    Unser einer Sohn hat mal mit Gitarre anfangen und nie richtig geübt. Da haben wir gekündigt.

    Dann hat er mit Klavier angefangen, das gleiche Spiel.

    Später, nach einer Pause noch mal angefangen. War auch nur sehr mäßig der Erfolg. Jetzt hat er die dritte Klavierlehrein, ist etliche Jahre älter ubd spielt inzwischen sehr gut und motiviert.

    Mit Zwang kann man da gar nichts erreichen. Das muss man schon von sich aus wollen. Wenn es nichts geworden wäre, wäre es schade gewesen, aber das hätten wir so akzeptiert.

    Unsere Kinder verweigern das Lernen für die Schule. Wie soll ich sie dazu zwingen? Sie haben dieses Schuljahr auch schon die ersten Dämpfer gekriegt, aber das ist eine Erfahrung, die sie jetzt machen müssen.

    Ich biete IMMER Hilfe an. Aber das belastet mich nicht, da denke ich im Alltag nicht dran, ist kein Mental Load für mich. Es würde mir auch nichts ausmachen, tatsächlich mit ihnen zu lernen, ich mache das ganz gerne - daher wohl meine Berufswahl ;)

    Während Corona habe ich meinem Sohn Heftführung beigebracht. Das war bis dato eine Katastrophe bis nicht vorhanden. Das gehört aber einfach dazu.

    Warum teilt ihr euch denn Hausaufgabenbetreuung und Lernen nicht auf?

    Ich kann z.B. überhaupt kein Mathe, Physik, Chemie. Das muss eh mein Mann machen. Der macht das dann am WE oder abends.

    Das muss man klar vereinbaren. Das ist doch nichts, was nur Frauen machen müssen

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