Ich bin ehrlich: Bei einer Migration nach Klasse 4 bin ich der Meinung, dass es kaum noch möglich ist, Bildungsungerechtigkeit auszugleichen, wenn die Kinder und Jugendlichen nicht bereits aus einem sehr bildungsnahen Elternhaus kommen. Bis zum Alter von 10 Jahren haben Kinder ihre Hauptprägungszeit, weswegen viele Bürger (m/w/d) mit Migrationshintergrund, die zu einem späteren Zeitpunkt migrieren, so zumindest meine Erfahrung, in vielen Fällen ihr Leben lang einen erkennbaren Akzent behalten.
Wir haben Klassen für solche Kinder. Der Cut-off liegt so bei ca. 12 Jahren, also Klasse 6/7. Kinder, die bis dahin ins deutsche Schulsystem wechseln, bekommen wir quasi immer in eine normale Regelschullaufbahn mit guten Abschlüssen. Sind die Kinder älter, dann hängt es extrem stark von der Bildungsnähe und der bisherigen Schulbildung ab. Das ist aber auch kein Wunder, weil dann die Zeit, die sie an unserer Schule sind, deutlich kürzer ist. Da muss dann die Förderung am BK weitergehen.
Mit dem Akzent hat das nichts zu tun. Die Lautbildung und damit auch der Akzent wird in der frühen Kindheit gelernt.