Halt dich am besten an das Grundmuster einer Nawi-Stunde:
- Problemstellung aufwerfen (Lebensweltbezug für die SuS nicht vergessen)
- Versuch dazu planen (kurz)
- Versuch durchführen (Differenzierung für die starken und schwachen SuS nicht vergessen. Leerlauf vermeiden.)
- Versuch auswerten mit Rückbezug auf das Problem oder die Hypothese
- Merksatz sichern
- ggf. Übungsaufgabe, Transferaufgabe
Du kannst bis in Phase 2-6 jeweils sichern lassen. Gesichert ist es erst, wenn es irgendwo steht und die fachliche Richtigkeit gewährleistet ist.
Wenn du Zeitnot hast oder eine ungeübte Lerngruppe, dann strukturiere Schritte vor.
(Beispiel: Klasse 5 skizziert nicht den Versuchsaufbau, sondern bekommt ein Versuchsprotokoll-AB, wo der schon aufgedruckt ist, damit es keine Malstunde wird. Für den Merksatz gibt es vielleicht Wortbausteine, die eingebaut werden müssen.)
Phase 4 ist keine lästige Pflicht, die an das Experiment angehudelt wird, sondern integraler Bestandteil.
Es bringt den Schülern nix, wenn da z.B. aus Zeitnot eine stöchiometrische Formel vom Himmel (oder aus dem Buch) fällt, wenn sie die nicht verstehen. (Um mal ein Beispiel aus meiner eigenen Schulzeit zu nehmen...)
Ein hier angeführtes Modell ist auch kein Selbstzweck, sondern dient immer dem Verständnis des konkreten Phänomens. Nimm das einfachste Modell, welches das Phänomen weitgehend fachlich korrekt erklärt.
Natürlich muß nicht in jeder Stunde ein Experiment vorkommen.
Bei mir in Physik (S1) kommen zum Beispiel ca. 6 Experimentalstunden auf 1 andere Stunde (Theorie, schriftliche Aufgaben, Schüler-Präsentation, Tests, ...).
Es steht aber aus jeder Stunde etwas in der Mappe der Schüler.
Falls du fachlich noch etwas unsicher sein solltest, guck dir mal den Mortimer Chemie an. Der ist gut zu lesen, sehr verständlich geschrieben, hat gute Übungsaufgaben und vermittelt dir ein solides Grundwissen.
Um das Experimenten mit den Schülern zu verbessern würde ich bei Kollegen hospitieren bzw. einen Kollegen bitten bei dir zu hospitieren. Da kann man vieles falsch bzw. ungeschickt machen. Learning by doing ohne Feedback funktioniert da schlecht.