Beiträge von kodi

    Ob jetzt Schüler oder nicht...

    Ich mache sowas ähnliches in Physik. Die ersten 5 Minuten meiner Doppelstunde sind bei den kleinen Schülern für aktuelle Physikfragen. Was da so kommt ist recht gemischt. Oft sind es Fragen die nach Infotainmentsendungen offen geblieben sind oder Dinge, die ihnen im Alltag aufgefallen sind.

    Ich glaub das wichtigste ist, dass man sich ganz deutlich klar macht, dass man die meiste Zeit keinen perfekten Unterricht (nennen wir es mal Lehrprobenstandard) halten kann.
    Dafür reicht das Zeitkontingent nicht, dafür reicht der Schuletat nicht und letztlich reicht auch das Gehalt dafür nicht, wenn man die dafür nötige Arbeitszeit betrachtet.
    Schon die Rahmenbedingungen unseres Schulsystems zeigen, dass das offensichtlich nicht einmal gewollt ist. ;)

    In deiner Mittelstufenklasse könntest du versuchen verstärkt Portfolio und Plakatarbeit/Referatarbeit zu machen und die Gruppe dazu auch räumlich aufzuteilen, z.B. Gruppen im Klassenraum, Gruppen im Flur, Gruppen im Foyer.
    Du pendelst dann zwischen den Gruppen hin und her. Die räumliche Entzerrung zusammen mit der freieren Arbeitseinteilung wirkt bei uns an der Schule in den Nachmittagsstunden ganz gut.
    Dafür müssen natürlich die Verhaltensregeln, die Erwartungen und die Benotungskriterien den Schülern glasklar sein.

    Stundenreduzierung ist, wie Meike richtig sagt, zwar eine Entlastungsmöglichkeit, kann aber für die Pension dramatische Konsequenzen haben.
    Das sollte man sich dringend ausrechnen lassen und dann vor allem auch bedenken, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass die jetzigen Pensionsregelungen so bleiben. Ohne eine irgendwie geartete Absenkung werden die nicht bezahlbar bleiben. ;)

    Du kannst dich aber vielleicht selbst entlasten, indem du verstärkt darauf achtest Lerngruppen und Fächer zu bekommen, die dir leicht von der Hand gehen. Das kann zum Beispiel ein Fach/eine Jahrgangsstufe sein, in der du routiniert bist, oder eine AG, die deinen Neigungen oder deinen Hobbies entspricht oder eine Zusatzaufgabe mit Entlastungsstunden, die du gerne machst und die du daher weniger als Arbeit siehst. Gerade bei letztem sollte dir allerdings klar sein, dass du bei Zusatzaufgaben zeitlich immer drauflegst. Es geht aber ja nicht unbedingt um eine zeitliche Entlastung, sondern um eine emotionale Entlastung oder eine Stressentlastung oder wie man das auch immer nennen will...

    [...]Man sollte in D die freie Wahl haben dürfen, ob man sein Kind ganztags oder eben nur bis in den Nachmittag betreuen lässt. Da interessieren mich weder die Franzosen noch die DDR.


    Du hast ja die freie Wahl.

    Du hast allerdings nicht dir freie Wahl den Stundenplan deiner Schule um deine Lebenssituation herum zu bauen.
    Wenn möglich kommt man dir da so weit es geht entgegen, deshalb steht auch die Soll-Regelung in der ADO.
    Nur muss ein Stundenplan halt auch noch ein paar andere Bedingungen erfüllen, die zum Teil wichtiger sind.
    Manchmal hat man dann einfach Pech und einen ungünstigen Plan. Dafür hast du in anderen Halbjahren vielleicht einen super guten Plan.

    Ich kann jetzt nur für meine Auffangklasse sprechen...
    Das ist wunderbar. Die Klassengröße ist angemessen (16-18) und die Kinder sind deutlich motivierter als die normalen Schüler.
    Die Angliederung an eine Regelschule macht auch Sinn, weil nämlich so Kinder aus der Auffangklasse bereits stundenweise in Regelklassen gehen können.
    Dadurch ist einerseits ein gleitender Übergang möglich und andererseits lassen sich Potentiale, wie z.B. muttersprachliche Fremdsprachenkenntnisse nutzen und die Kinder dadurch stärken.

    Ich würde versuchen die Scheine aus der theoretischen Physik als Mathe anerkennen zu lassen. Zur Not kannst du ja beim Sachbearbeiter vorbeigehen und ihm mal den Fließbach oder den Landau zeigen. Da sollte selbst der blödste sehen, dass das angewandte Mathematik ist.

    Das kommt drauf an, was du damit machen willst.
    Wenn du dich an die Uni bewerben willst, dann ist das quasi Pflicht.
    Wenn du an der Schule bleibst, ist die Promotion nichts anderes als ein akademisches Sportabzeichen und bringt dir beruflich keine Vorteile.

    Ich erlaube Radierstifte. Ich hab aber auch die großen.
    Eine böse Falle ist allerdings, dass die Radiertinte sich bei Hitze entfärbt. Das sag ich den Kindern daher immer. Wessen Heft dann nicht mehr zu lesen ist, weil es in der vollen Sonne auf der Fensterbank lag, der hat dann Pech gehabt.

    Naja, um uns Nawi-Leute auf Angebot und Nachfragebasis über das Gehalt einzustellen, reicht aber zumindest in meinen Fächern A14 bei weitem nicht aus. Von daher ist diese Argumentation eh idiotisch. Zumal wenn man sich dann noch anschauen würde, was eine Übertragung in die Massenfächer eigentlich heißen müßte. Das will sicher keiner.

    Grundsätzlich finde ich übrigens schon, dass die Arbeit der Grundschulkollegen nicht angemessen bezahlt wird, dass es komisch ist, dass S1-Unterricht nicht über alle Schulformen gleich bezahlt wird und dass es Aufstiegsposten gibt, die ziemlich nach Alibi-Aufgabe aussehen, aber natürlich auch andere deren höhere Besoldung einleuchtet.
    Das Problem ist nur, dass unsere Politiker das nicht gerechter machen wollen, sondern es immer nur rein ums Geldsparen geht.

    Bei uns gibt es Wunschlisten von der Fachschaft.
    Ärgerlich ist es, wenn man die dann von den aufwandoptimierenden Kollegen vorgelegt bekommt, die sich immer die angenehmsten Klassen heraussuchen, und sich dann anhören muss, es wären leider nur noch zwei Klassen frei.
    Ich denke inzwischen, dass eine Schulleitung gut beraten ist, entweder gar keine Wunschliste herauszugeben oder individuelle Wunschzettel einzusammeln.

    Das gute an Fächern wie Mathe und Physik ist übrigens, dass du recht schnell merkst, ob das Studium etwas für dich ist.
    Wenn du da bis Weihnachten halbwegs gut zurecht kommst, dann sieht es gut aus, wenn nicht solltest du das Fach wechseln.
    Von daher schadet es sicher nichts sich die Fächer mal anzusehen, solange du das erste Semester wirklich als Testsemester siehst.

    Unterstützt sie und seht ihr Fehler in der Anfangszeit nach.

    Denkt immer dran, dass es in NRW schwierig ist Grundschulleitungen zu finden. Die Bezahlung ist extrem mies, die Anforderungen und die Arbeitszeit sehr hoch und Konrektoren gibt es aufgrund der kleinen Grundschulgrößen sehr selten.

    Wenn ihr keine Schulleitung findet, dann hat das in der Regel zur Folge, dass eure Schule vom Schulträger kaum noch unterstützt wird und ihr die ersten seid, wenn die Schulschließungsdebatte aufkommt. Das kann man gar nicht genug betonen. Eine Schule ohne Leitung ist akut gefährdet.

    Das ist jetzt nicht Berlin oder Hessen, sondern aus NRW, aber vielleicht gibt es in deinen Bundesländern ja ähnliche Prognosen:
    http://www.schulministerium.nrw.de/docs/Lehrkraft…t/Prognosen.pdf

    DIE sofortige Einstellungsgarantie gibt es leider nicht mehr, aber mehr oder weniger chancenreiche Fächer.

    Was ich an der Prognose von NRW sehr gut finde, sind die Matrixdiagramme, die Einstellungschance und quantitative Bedeutung der Fächer darstellen.
    Ich erzähl in dem Zusammenhang immer gerne vom riesigen Physik-Gymnasiallehrermangel in NRW um 2003, der aus 100 fehlenden Lehrern bestand. Nicht mehr viel, wenn plötzlich der Seiteneinstieg geöffnet wird oder ähnliches...

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