Beiträge von kodi

    Warum wäre das ein Desaster? Man muss nicht wissen, dass 32 durch 8 teilbar ist. Es reicht, ein Gefühl für Zahlen zu haben, zu Vermuten, dass 32 durch 8 teilbar ist, das kurz zu prüfen und dann weiter zu machen. Das schult auch das Kopfrechnen.

    Du kannst bei Kindern in der S1 sehr gut beobachten, dass diejenigen, die so vorgehen müssen, in der Regel keine mentalen Kapazitäten mehr frei haben, um sich auf den Kern der entsprechenden Rechenaufgabe zu konzentrieren.

    Meine persönliche anekdotische Beobachtung ist auch, dass Unkenntnis im 1x1 und 1+1 bei meinen Schülern stark korreliert mit fehlendem Zahlenverständnis und der Unfähigkeit Kopfrechenstrategien anzuwenden. Diese Ausweichstrategien stehen meisten denen, die sie am dringendsten bräuchten, nicht zur Verfügung.

    Wenn ich auf diese Aufgabe schaue, weiß ich auch nicht, dass das 12 ist. Ich rechne jedes Mal 4 + 4 + 4 (4, 8, 12). Das habe ich als Kind schon so gemacht und das hat sich nie geändert.

    Dazu gibt es Studien, wo man Menschen im MRT Aufgaben aus dem Bereich 1+1 und 1x1 hat rechnen lassen. Die zeigen ziemlich eindeutig, dass diese Ergebnisse in der Regel abgerufen und nicht ausgerechnet werden. Vielleicht bist du da eine Abweichung.

    Ich muss gestehen, dass ich den Kindern auch "keine Wahl" lasse.Es ist genau so wie du es beschreibst. Aus meiner Erfahrung kommen die Kinder besser mit den Aufgaben zurecht, wenn sie EIN vorgegebenes Schema kennenlernen mit dem sie arbeiten können.

    Bitte aber nur zukunftsfähige Verfahren und z.B. kein Entbündeln! Das funktioniert nämlich in der Praxis nicht mehr bei 2+ Subtrahenden und macht uns in der S1 große Probleme.

    Ansonsten stimme ich euch zu. Manche Sachen müssen schlicht auswendig gelernt und geübt werden:

    • 1x1 (!)
    • Schriftliche Rechenverfahren

    Der Deutschlandkurier hängt der Erfahrung an meiner Schule ein halbes Jahr hinterer. Nicht so extrem, wie beschrieben, aber in Tendenz war es zwischenzeitlich auch bei uns so, als die Schüler noch davon ausgingen nur kurzzeitig hier zu sein. Nach dem ersten Fluchtschock, kam das Motivationsloch. Inzwischen hat sich das völlig verändert, weil sie davon ausgehen dauerhaft hier zu leben.

    Beim 4teachers-Artikel hab ich gedacht: "Gut dass wir das weitgehend alles haben." Da zahlte sich aus, dass wir schon sehr lange unter anderem eine Schwerpunktschule für neu Geflüchtete sind. Der Lehrplan ist bei uns allerdings der deutsche. (Was ich auch richtig finde, da die Kinder vermutlich noch Jahre hier leben werden.)

    Der Pilot ist ein schlechtes Beispiel, weil du da nicht einmal einen Berufsabschluss erwirbst.

    Die Kritik ab NC finde ich allerdings berechtigt. Der NC selektiert nicht aufgrund eines nötigen Fähigkeitsprofils, sondern steuert lediglich den Kapazitätsmangel an den Universitäten. Die Zugangsvoraussetzung ist hingegen die Hochschulreife.

    Es ist schwierig. Du musst halt konsequent deine Leitungszeit auf beide Standorte aufteilen, weil ein gewisses Maß an örtlicher Präsenz immer erforderlich ist. Trotzdem wirst du vermutlich einen Hauptstandort haben, wenn deine Aufgabe Verwaltungstätigkeiten einschließt. Papierlose Verwaltung ist ja leider in der Schule noch nicht angekommen.

    Du musst auch gezielt in standortübergreifende Teambildung investieren. Sonst laufen dir deine Kollegien leicht auseinander, was Schulkultur und pädagogisches Selbstverständnis angeht.

    Wenn das Kind krank ist, dann nimm auch deine Kinderkrankentage in Anspruch, wenn nur so die Betreuung gewährleistet ist.

    Wenn du dich stattdessen selbst krank meldest, ist das streng genommen Betrug. Vor allem aber zählen die Tage dann auf dein "Krankenkonto", dh. wenn du die einschlägigen (aber relativ großzügigen) Zeiten überschreitest wird dir ein BEM angeboten oder du musst im schlimmsten Fall zum Amtsarzt.

    Im Grunde hast du ja recht, aber der Unterschied zur klassischen Gesamtnote ist in diesem Beispiel jetzt auch überschaubar.

    Damit ist immer noch keine zielgenaue Förderung möglich, weil die Bereiche zu grob sind.

    Ich persönlich würde die neue Stelle annehmen.

    Das volljährige Kind geht eh bald seine eigenen Wege. Der Partner wäre ein starkes Gegenargument. Wenn ich aber schon so distanziert bin, ihn als LAG zu bezeichnen, dann ist da die Zukunft ja auch fraglich.

    Wie Botzbold aber schon schreibt, ist die große Frage, ob du wirklich wegen der Schule dein gewohntes soziales Umfeld verlassen willst.

    Bei 3 Tagen und 2 Stundenplänen wären das 5 Anrechnungsstunden. Finde ich sehr üppig, unabhängig davon wundert es mich, wo diese Stunden in der Regel herkommen. Fünf aus dem LK-Topf ist schon recht dreist und fünf aus den SL-Stunden eher utopisch

    Natürlich kommen sie aus dem SL-Topf. Dafür ist er unter anderem da.

    Neben allen Förderbedarfen (ESE, GE, LE, Sprache und Hören) sind zusätzlich alle nicht diagnostizierten Kinder auch sehr auffällig (Autismus, Wahrnehmung, ADHS). Ebenfalls sind 80% der Kinder nicht deutscher Herkunft, sodass sprachlich auch wenig Potenzial vorhanden ist. Ich habe weder eine einzige Doppelsteckung, noch Förder- oder DAZ-stunden. Zumal ich nun auch mit den Inhalten nicht mehr weiterkomme, da die SuS es einfach nicht mehr verstehen.

    Lerne damit umzugehen. Das ist vielerorts die Zukunft unseres Berufs.

    Ich würde dir auch raten, einmal deine Haltung zu deinen Kollegen zu überprüfen bzw. wie du dich hier über die äußerst. Ich hab es jetzt extra nicht zitiert, falls du das anpassen willst.

    E10 ohne Ausbildung und Studium geht noch halbwegs in Ordnung

    Finde ich eine Katastrophe! ....nicht den E10 Teil sondern das "ohne Ausbildung und Studium".

    Es nervt mich ziemlich an und kostet mich viel Mühe die durch nicht hinreichend ausgebildete Kollegen entstandenen Fehlvorstellungen bei den Schülern zu korrigieren. Von den ständig nötigen pädagogischen Notfallmaßnahmen ganz zu schweigen, die nötig werden, wenn der eine oder andere unausgebildete Kollege in der Klasse war. Mir helfen nur Kollegen, die Wissen, was sie tun, wie sie es tun und warum sie es tun oder auch nicht.

    Mir ist letztlich völlig egal, wie jemand in den Schuldienst kommt. Ich wünsche mir aber, dass es einen klaren Zeitpunkt gibt, zu dem jeder die in der Praxis nötigen Mindestqualifikationen erworben haben muss und nachweisen muss.

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