Beiträge von Thamiel

    Nachtrag: Bei den Zahlen von Wikipedia sind die ungültigen Stimmen als Ablehnung gezählt. Nach meinem Verständnis sind ungültige Stimmen aber weder Ja noch Nein.

    Das kommt drauf an, nach welcher Ordnung abgestimmt wird. An den GKs meiner alten Schule war alles nicht zustimmende als ablehnend zu werten oder andersrum, die Zustimmungen brauchten > 50% aller Stimmen zum Erfolg.

    Wahl-o-Mat schon ausprobiert? Finde die Fragen allerdings sehr unbefriedigend und muss zu häufig Thesen überspringen oder als neutral angeben, weil sie viel zu eindimensional sind.

    Ja, hab ich. Hatte selbst wenig Fragen mit neutraler Entscheidung, anscheinend bin ich eher mainstream. Zusätzlich hab ich aber auch ein Aufregerthema, dass ich gern 23-fach gewichtet hätte wenn es vorhanden gewesen wäre. Bin dann bei den Piraten gelandet, gefolgt von den Freien Wählern und der FDP. Für mich keine Überraschung, abgesehen davon, dass die AfD noch vor der Union bei mir gelandet ist.:pinch:

    Auf dem Dorf ist die Schützen-Quote sicherlich hoch in einer Stadt wie Paderborn gibt es bestimmt auch Schützenverein-freie Blasen.

    Ähem. Die Paderborner-Bürger-Schützen sind mit der größte und repräsentativste Schützenverein Deutschlands. Die haben keinen Schützenhaus, sondern einen Schützenpalast komplett mit Park drumrum und eine Ehrenmitgliedergalerie inkl. einiger Erzbischöfe ihrer Stadt.

    Hast du ne Ahnung, woran das liegt, ist die Jagd in den letzten Jahren wieder spannender geworden?

    Sie ist fordernder geworden. Anspruchsvoller. Hinz und Kunz maßt sich ein Urteil darüber an, wie Jagd auszusehen hat, den Eindruck könnte man durchaus bekommen. Ich bin manchmal bass erstaunt über den Hintergrund der Leute, die um die Ecke kommen und meinen, ihre teilweise stark ideologisch geprägten Sichtweisen auf das überstülpen zu müssen, was sie als "Jagd" bezeichnen. Da herrscht wie in anderen Bereichen auch oft ein krasses Mißverhältnis zwischen fachlicher Kompetenz und Entscheidungsanmaßung.


    Als vor zwei Jahren die ASP nach Belgien schwappte bekamen die Landwirtschaftspolitiker aufgrund der panisch reagierenden Schweinelobby Schnappatmung und forderten den Abschuss von 70% des Wildscheinbestandes zur Kontrolle der Ausbreitung dieser fürchterlichen Krankheit. Das würde nicht mal die Bundeswehr unter freiem Einsatz aller Kaliber nur in Baumholder hinkriegen. Aber die Zahl stand da erstmal im Raum. Und die Jäger sollten dann gefälligst da drüber springen und am besten noch mit einem beflissenen "Jawoll!". Gehts noch?


    Oder zum Thema "Wolf". Niemand meiner Kollegen hier zweifelt ernsthaft daran, dass der Wolf ins Jagdrecht gehört. Nicht weil wir alle schußgeil sind und heiß auf Trophäen. Sondern weil wir wissen, dass er als Rudeljäger intelligent sein muss, um die Hindernisse zu überwinden die sich seinem Futter entgegenstellen, oder er geht ein. Weil wir über unsere Jagdhunde in Kontakt mit ihm stehen (bzw. mit dem, was er dann von ihnen übrig lässt, wenn er sie kriegt). Weil wir die Veränderungen in den Revieren beobachten können, in denen Wölfe oder gar Rudel durchziehen oder sich gar ansiedeln. Aber die Politik hört auf Nabu und Co. und am Ende sollen es dann doch wieder die Jäger machen, wenn alle Stricke reißen und ein ganz bestimmter Wolf "entnommen" werden soll. Gehts noch?


    Ich kann hier nur für meine Region sprechen.


    Die erteilten Jagdscheine haben seit den letzten zehn Jahren zugenommen, das ist unstrittig. Warum, darüber divergieren die Meinungen vom Waffenbesitz zur Wohlstandsfreizeitbeschäftigung bis zur Kommerzialisierung. Die traditionelle Ausbildung beim Lehrprinzen ist heute aufgrund des Zeitaufwands kaum mehr möglich. Kommerzielle Jagdschulen machen ein Geschäft daraus, Interessenten in großen Mengen zügig durch die Jägerprüfung ihres jeweiligen Bundeslandes zu lotsen und leben sehr gut damit. Es gibt sogar Anbieter, die bspw. bayerische Interessenten zu diesem Zweck in liberalere Bundesländer verfrachten, nur damit sie sich der bayerische Jägerprüfung nicht stellen müssen, die im bundesdeutschen Vergleich als eine der anspruchsvollsten gilt. Wieviel eine solche druckbetankte Urkunde dann beim ersten eigenverantwortlichen Ansitz wert ist, davon gibts in Jagdforen ganze Threads unter dem Stichwort "Jungjägergeschichten".


    Gleichzeitig ist aber der zweite begrenzende Jagdfaktor, nämlich die bejagdbare Fläche nicht in gleichem Maße gewachsen (wie sollte sie auch?), sondern zurückgegangen (Naturschutzgesetzgebung, Umwidmungen in Bauland, Straßenbau usw.).


    Hinzu kommt, zumindest hier in Grenznähe, dass sich auch die Jagdgenossenschaften (also die Vereinigungen der örtlichen Grundbesitzer, Bauern, Forstbesitzer usw.), die das Jagdrecht eines Reviers verpachten, daraus einen finanziellen Vorteil erhoffen und nur entsprechende Bieter berücksichtigen. In grenznahen Regionen sind das gerne auch mal finanzkräftige Ausländer, bei mir im Dreiländereck mit Vorliebe Niederländer, die die Jagd häufig als Freizeitbeschäftigung sehen und nicht als Hege und Gesunderhaltung eines artenreichen Wildbestandes. Das deutsche Jagdrecht inkl. irgendwelcher Abschussplanungen stört dabei natürlich, aber der Wald ist tief und dunkel und welche Polizei fahndet am WE schon irgendwelchen "Kofferhirschen" hinterher, die über die Grenze gekarrt werden?


    Gleichzeitig bleiben natürlich einheimische Jäger unberücksichtigt. Hinzu kommen dann diejenigen, die gerne und passioniert jagen würden und auch könnten, aber nicht bereit sind, für einen simplen jährlichen Begehungsschein über 12 Monate mehrfache vierstellige Summen zu zahlen, der sie im Endeffekt nur dazu berechtigt, die Revierarbeit zu machen, aber jederzeit entschädigungslos aufgekündigt werden kann, wenn man nicht so springt, wie der Revierpächter aufträgt.


    Meiner Meinung nach ist zuviel Geld im System. Ich sehe das Risiko, dass sich Jagd (die in der Ausübung noch nie wirklich preiswert war!) wieder mehr in Richtung einer Tätigkeit für gut Betuchte auswächst. Dabei wäre es gut, wenn es eine Tätigkeit wäre für diejenigen, die Zeit mitbringen. Zeit ist durch Geld nur begrenzt substituierbar.

    Was ist denn ein Begeher? Sowas wie sie vom Pfälzerwaldverein, die die Wanderwege kennzeichnen?

    Sorry, Fremdwortfalle.


    Begeher ist ein Jäger, der eine Jagderlaubnis vom Jagdausübungsberechtigten (JAB) für dessen Revier hat. Mit anderen Worten, ich "darf" da für den JAB nach dessen Vorstellungen jagen und die Nachfrage für Jagdgelegenheiten ist in meiner Gegend seit Jahren so groß, dass sich die JABs sich diese Jagderlaubnisscheine saftig bezahlen lassen.


    Als Ergebnis bin ich dann mind. dreimal die Woche für jeweils 3-5 Stunden im Revier, meist bis tief in die Nacht oder weit vor Sonnenaufgang, versuche den Bauern die Getreidefelder und den Mais wildschweinfrei und das Raubwild von der örtlichen Geflügelfarm fern zu halten. Wenns nicht klappt, muss mein JAB den Wildschaden zahlen, was ich und die anderen Begeher dann auch zu hören kriegen. Wenn ich was erlege, gehört das natürlich auch nicht mir sondern grundsätzlich erstmal dem JAB und geht von ihm meist in den Wildbretverkauf.


    Mit anderen Worten: immenser Zeiteinsatz auch zu unchristlichen Zeiten und so gut wie jedem Wetter, immense private Investitionssummen mittlerweile im fünfstelligen Bereich und gratis dazu keinen sehr guten Ruf bei der Bevölkerung, zumindest wenn sie aus dem städtischen Umfeld kommt. Ich kann verstehen, wenn manche Insider das nicht als "Hobby" sondern als Passion bezeichnen wollen.


    Aber während den Coronahochzeiten waren wir das einzigste Ehrenamt, dass trotz Ausgangssperre und Co. uneingeschränkt ausgeübt werden durfte, um nicht zu sagen musste. Von wegen Schweinezucht und ASP-Gefahr aus dem Osten.

    Hatte schon Vorstandsarbeit und Vereinsvorsitz, Landesjugendtrainer jeweils im Bereich Schießsport inne. Zur Zeit bin ich Begeher im Nachbarrevier, was vom Zeitumfang her jede meiner bisherigen ehrenamtlichen Tätigkeiten in den Schatten stellt, mit der grotesken Eigenschaft, dass ich dafür auch noch bezahle. Die Welt ist verrückt.:wacko:

    Damals habt ihr GS-Studenten dieselben Kurse belegt (wenn auch weniger) wie die GyGe/BK-Studierenden?

    Nicht nur das. Damals haben GS-Lehramtler (und die für RS auch) zwei Einführungsvorlesungen gehabt mit den gleichen Inhalten die Erstis des Diplom-Studiengangs Mathematik hörten (jeweils eine aus Einführung in die Algebra I/II und aus Einführung in die Analysis I/II). Von den vertiefenden Veranstaltungen wie PraMa, Zahlentheorie usw. gar nicht gesprochen.

    Ja, aber gerade im GS-Lehramt kann man nicht von "Unimathe" wie im GyGe-/BK-Lehramt sprechen, die Unterschiede sind deutlich.

    Das war zu meiner Zeit nicht der Fall und ich geb zu, das liegt mittlerweile schon ein wenig zurück. Es gab kein "Mathe für Grundschullehramtler" und vollst. Induktion war nun wirklich auch die einzige Beweisführung, die bereits in der Oberstufe abgefrühstückt wurde, eben weil sie nach Schema F funktioniert.


    Hier wurde nur meist vergessen, die Grundlage dafür zu legen, wann vollst. Induktion überhaupt angeraten ist, bzw. wann man sich besser anderswo umschaut, wenn man etwas bestimmtes beweisen soll. Für viele Erstis sahen alle Aufgaben mit "beweisen Sie" wie Nägel aus, wo sie nur mit dem einen Hammer draufhauen konnten, den sie halt kannten (wenn sie gut waren).


    Ich erinner mich noch gut an die Diskussionen in meinen Übungen, weshalb Grundschulstudis logische Beweisführungen und formal korrekte mathematische Notation lernen sollten. Präzision und "attention to detail" sind in der Grundschule nicht notwendig, war damals die vorherrschende Meinung unter den Studis. Das bisschen Rechnen geht doch auch so.

    Steht in den Verlaufsplänen auch drin, was sich hinter den Veranstaltungstiteln inhaltlich verbirgt? Steht da auch drin, in welche Tiefe in den Inhalt abgestiegen wird? Wo sind die Unterschiede von "Analysis I", "Mathematik für Ingenieure I", "Algebra I", "Zahlentheorie" und was sich sonst noch am Fachbereich tummelt ?


    Ich hatte in meinem akademischen Leben zwei Vorlesungen à 4+2 SWS, die sich "Zahlentheorie" nannten. Eine an der UdS in Saarbrücken für Diplom Informatiker (und für Diplom-Mathematiker auch!) und eine in Landau für das StEx I für das Lehramt an Grund-/Hauptschulen. Die waren beide inhaltlich gleich, Restklassen und Co.


    Schulmathematik ist von vollständiger Induktion in Sek II abgesehen Ausrechnen, Universitätsmathematik ist mathematisches Beweisen. Allein dieser Paradigmenwechsel bricht Erstis in Massen das Genick, egal ob Lehramt oder Diplomstudiengang.


    Ich zitier mich mal selbst von vor 5 Jahren. Von den Veranstaltungstiteln ist nicht gut auf den Inhalt schliessen. Viel eher kann man bei den Fachschaften vorbeischauen und mal einen Blick in die Gedächtnisprotokolle der Klausuren werfen bzw. ins Übungsarchiv, wenn man einen praxisnahen Einblick sucht, was da gefordert wird.

    Ehrlich? 15 kg Teilbelastung erreicht man schon, wenn man den Fuß gefühlt "ohne Gewicht" gerade mal so auf den Boden "auflegt". Kannst ja mal mit ner Körperwaage ausprobieren, wie wenig das ist. Wenn du keinen festen Stand hast bist du raus. Wie willst du einen Rempler abfangen und dabei stehen bleiben, wenns drunter und drüber geht?

    Hat meine SL bis vor zwei Jahren auch gemacht und danach nicht mehr. Ich war darüber überhaupt nicht traurig. Die Änderungen, die sie haben wollte, waren meist mehr semantischer als syntaktischer Natur.

    Wir hatten Info auch '88 als Oberstufen GK auf 8088XT IBMs. TurboPascal Programmierung von Standardalgorithmen (Suche, Sortierung, Rekursion, etc).


    Im letzten Jahr haben wir am Steckbrett ne CPU zusammengesteckt, mit Registern und VA Gattern und viel Aussagenlogik. Das Ding hat am Ende tatsächlich gerechnet, auch wenn das Schönste die blinkenden Birnchen waren.😂

    Lehrer A studiert Lehramt für einen sicheren Arbeitsplatz und guten Verdienst -> Das Ziel ist mit der Verbeamtung erreicht -> Die Erreichung des Ziels führt unausweichlich dazu, dass Lehrer A faul ist und keinen guten Unterricht gibt

    Für Lehrer A dient der Beruf lediglich zur Beschaffung des Lebensunterhalts.

    Dieses Ziel ist frühestens erreicht, wenn er pensioniert wurde. Ansonsten wird der sichere Arbeitsplatz sehr schnell zu einer unkündbaren Hölle, für die er nicht annähernd gut genug bezahlt wird.:_o_D

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