Beiträge von Thamiel

    - "bedürftige" Lernende mit digitalen Endgeräten auszustatten

    Angesichts der Richtlinien in RLP von gestern, dass sich alle Lehrkräfte in der Nutzung von Videokonferenzen auch zu Unterrichtszwecken fortzubilden haben (und das möglichst gestern als morgen) frage ich mich, ob sich die Bereitschaft des Landes, bedürftige Lernende mit Endgeräten auszustatten darin erschöpft, oder auch weiter gedacht wird, diese bedürftigen Lernenden mit entsprechender Bandbreite ans Internet anzuschliessen.


    Als zweiter Gedanke, was machen die Schulen und bedürftigen Lernenden in den strukturschwachen Regionen in der Eifel, wo sich Bits und Bytes mangels Bandbreite gute Nacht sagen?

    Ist bei uns schon letzte Woche raus, morgen ist Stichtag für die Rückläufe. Bezeichnend war, dass meist die Eltern der stärkeren SuS interessiert waren.


    Das hat sich erst gegeben, nachdem zusätzliche Informationen über die Rahmenbedingungen durchsickerten, die natürlich im offiziellen Elternanschreiben nicht enthalten waren.

    ?? Nichts. Du bist gewarnt. Was du daraus machst, ist deine Sache. Den Termin beim Arzt zum Testen musst du selbst abmachen.

    Und warum kommen sie damit durch (wenn sie sowas tatsächlich geschrieben haben)? Gerade wenn man öPR ist: auch militante SLs suchen sich ihre Ziele aus und vergeuden ihr Pulver nicht gegen Lehmbuden sondern nutzen sie nach Möglichkeit für nachhaltige Wirkungstreffer. Wenn zwei das Gleiche machen ist es noch lange nicht dasselbe.

    Ich soll aber genialen Onlineunterricht machen ohne dass mir die Arbeitsmittel bereitgestellt werden. DAS frustriert mich! Und ja, das wird so erwartet, von Eltern und der Politik!

    Was Eltern von meinem Unterricht erwarten interessiert mich nur periphär. Was die Politik dazu zu sagen hat genauso. Sie dürfen von mir aus gerne Vorschläge zur Art und Weise meines Unterrichts machen. Ich darf solche Vorschläge mit Hinweis auf die Rahmenpläne und Rahmenbedingungen genauso gerne ablehnen.


    Es ist einfach, genialen Onlineunterricht einzufordern, wenn für die Erfüllung solcher Forderungen dann andere verantwortlich sind. Ich entscheide über Didaktik und Methodik meiner Stunden, denn ich muss sie halten.

    Weiß ich nicht, ob man das muss. Ich bin der Meinung, dass neue Dinge, die inhaltlich und methodisch den Stand von Mitte März übersteigen und unter den jetzigen Bedingungen nicht zu vermitteln sind schlichtweg warten können. Ich muss nicht die Quadratur des Kreises mit beschränkten Mitteln realisieren. Ich verlange das eigentlich auch nicht von Schulträger und Schulaufsicht. Mein Eindruck ist aber nicht, dass das auf Gegenseitigkeit trifft.

    "Vertretung" hier im Sinne von befristeten Vertretungsverträgen (für Beamte, die temporär nicht im Dienst sind) gehen von der ADD aus. PES-Verträge gehen von den einzelnen Schulen (Schulleitungen) aus, die an PES teilnehmen. Egal, wo der Vertrag herkommt, wenn das Land eine Planstelle anbietet, wird der Rest passend gemacht.

    Ok, dann für dich zum Mitschreiben, nur weil ein "Blockwart" einen Häuserblock beaufsichtigt hat und die NSDAP ihre diesbezüglichen Funktionsträger so genannt hat, ist der Begriff damit nicht automatisch nationalsozialistisch vereinnahmt. Das Dritte Reich hat zig Positions- und Rangbezeichnungen in SS und Parteiabteilungen mit dem Suffix "-führer" versehen. Dennoch bist auch du höchstwahrscheinlich im Besitz eines "Führerscheins". Es gab ebenfalls nach dem Führerprinzip zig Block-, Kreis- und Gauleiter. Deswegen ist es aber keine Beleidigung, wenn ich meinen Chef als Dienststellenleiter bezeichne, oder?


    Es kommt doch nicht auf die Bezeichnung an, sondern auf die Semantik, die sich damit verbindet. Der Blockwart war ein kleiner Mann, dem man eingeredet und überzeugt hat, einer großen Sache einen ungemein wichtigen Dienst zu erweisen und der daher alles für seine Herren gemacht hat und zwar mit einem Lächeln, weil er sich im Recht glaubte. Das ist die Semantik dieser Bezeichnung. Das ist die Parallele zum heutigen Blockwart. Überzeuge einen kleinen Mann.

    Ich bitte dich: Dein konstruiertes Beispiel des Begriffs Blockwart zum dritten Reich ist das deine. Den Blockwart hat Hitler nicht erfunden und nach Nazideutschland ist dieser Zeitgenosse auch nicht ausgestorben sondern im Gegensatz weiterhin ausgiebigst genutzt worden, bis zum heutigen Tag. Kein System mit totalitärem Kontrollanspruch kommt ohne Spitzelsysteme aus, selbst in der heutigen Zeit des Smartphones nicht. Das ist doch nur Umettiketierung.


    Du wirst in der Demokratie mit Mord nicht besser weg kommen (ist der Zeuge da auch ein "Blockwart"?) als in der Diktatur mit Falschparken.

    Womit ich in der Demokratie wie in der Diktatur "weg komme", entscheidet sich in der Demokratie durch die "unabhängige" Justiz und in der Diktatur durch die "unabhängige" Justiz. Nur das Erstere sich nach einem Satz bestimmter Rechtsgrundsätze richten soll und bei letzterer der Meinung der jeweiligen Elite beugen soll.


    Und um deine Frage zu beantworten: Wenn der Zeuge einen persönlichen Vorteil aus seiner Aussage zieht, jemanden auszuliefern, ja, dann ist auch er ein Blockwart oder IM oder rotchinesischer KP-Funktionär. Persönlicher Vorteil ist durchaus systemunabhängig. Auch ein biederer Zivilist dieser Tage in meiner oder deiner Nachbarschaft, der sich daran erfreut, einmal Macht über den bösen Nachbar ausüben zu dürfen, indem er die Polizei anruft und mit Dreck nach ihm wirft, ist ein Blockwart. Die Pandemie ist aber ein einfacher Vorwand, derlei Bedürfnisse hinter dem Allgemeinwohl zu verstecken. Was ein Grund sein mag, wieso dieser Zeitgenosse sich gerade jetzt wieder vermehrt aus der Versenkung traut.

    Ich sehe da sehr wohl einen Unterschied zwischen einen Regelverstoß in einer Demokratie melden (bei der die Regeln eben eine andere Legitimation haben, als in einer Diktatur und wo der Regelverstoß meist geringere Konsequenzen hat) und in der Diktatur den Blockwart machen.

    Welche Konsequenz ein Regelverstoß hat, hängt nicht nur von der Regierungsform ab, sondern auch von der Art des Regelverstoßes. Wenn du in der Diktatur einen Systemgegner malträtierst, können die Konsequenzen sogar positiv verstärken. Sowas gab es bei uns auch mal unter Kohl und nannte sich Kronzeugenregelung.


    Ja, natürlich können demokratisch legitimierte Regeln Grundrechte einschränken und natürlich passiert das gerade. Nur: in der Demokratie gibt es dafür nachvollziehbare Gründe (z.B., dass der Schutz des Lebens Vorrang hat vor der Freizügigkeit) und auch eine klare Aussage, dass das nur vorübergehend ist.

    Aha. Wo fängt denn bei dir (oder besser, bei unserer Regierung) der "Schutz des Lebens", gerade auch bei der Abwägung gegen die "Freizügigkeit" denn an? Bei prognostizierten 1000 Toten pro Jahr? Mehr? Wie viele Tote sterben durch die "Freizügigkeit" des gemeinen Straßenverkehrs jedes Jahr bei uns? Da hat der Schutz des Lebens keinen Vorrang vor der Freizügigkeit. Das ist kein Absolutum und war es nie.

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