Beiträge von Maylin85

    Und trotzdem wird "hat gut mitgemacht" immer wieder eine Rolle spielen. Das finde ich persönlich nicht in Ordnung. Das Konzept der "SoMi" in NRW dient nur der Schönung der Abiquote.

    Wer außerstande ist eine ausreichende schriftliche Leistung zu fabrizieren darf meiner Meinung nach nicht mit ausreichend oder gar besser beurteilt werden.

    Sehe ich auch so. Ich hab aktuell einige Kandidaten, die schriftlich eine 5 oder 6 hingelegt haben, mündlich aber durchaus "gut mitmachen". Bei nur einer Klausur im Semester stehen da jetzt also eine 5 bzw. 6 und 2 SoMi 3er ... ist das jetzt insgesamt ausreichend? Eigentlich nicht vertretbar.

    Passend dazu: heute beim Durchzappen irgendwo hängen geblieben, wo jemand hübsch verzierte Äxte schmiedete. Fand ich irgendwie spontan auch nett 😄

    Ich male mir eher ein Szenario aus, wo man seine Krankmeldung zu beliebiger Uhrzeit (klar, bis Uhrzeit x wäre je nach Schule dann schon gut) irgendwo digital einträgt und die das System verwaltende KI-System regelt sofort die Vertretung und sendet Nachricht an die betroffenen Kollegen raus. Dass das überhaupt noch manuell passiert und Personal für Vertretungsplanung benötigt wird, klingt irgendwie gestrig und perspektivisch optimierbar.

    Wieso ist ein bestimmtes Arbeitsverhalten an der Gesamtschule besser aufgehoben, führt das nicht genau zu dem Problem, dass sozial schwache aber kognitiv fitte SuS überproportional häufig in der Gesamtschule beschult werden? Und am Gym wiederum entsprechend verhältnismäßig oft die Leisen, Ordentlichen, die aber nur mit Nachhilfe durch die Schulzeit kommen?

    Weil es dort zumindest Sozialpädagogen gibt, was an vielen Gymnasien hier nicht der Fall ist.

    Meinst du daß wirklich so, wie du es schreibst? Klingt ein wenig nach: " Ich Chef, du nix."

    Ja, grundsätzlich schon, wenn es um stinknormale Unterrichtssituationen geht. Ich spreche hier natürlich nicht vom Tyrannen-Lehrertypus aus und Schikanen. Aber das Befolgen einfacher Anweisungen und allgemeiner Verhaltensregeln, die dem üblichen Rahmen entsprechen, sind nichts, was man groß durchreflektieren und durchdiskutieren muss. Das im Eingangsposting beschriebene Verhalten ist unabhängig von der Lehrkraft schlichtweg nicht angemessen.

    Ist euer Sekretariat besetzt? An einer meiner Vorgängerschulen durften solchen Kandidaten im Sekretariat an ihren Aufgaben arbeiten, manchmal auch im Schülleiterbüro oder beim Stellvertreter. Darauf hatte dauerhaft dann doch niemand Lust und sie haben sich doch lieber im Unterricht zusammengerissen. Bei Fehlverhalten -> ohne Diskussion ab zurück ins Sekretariat. Fand ich gut gelöst und funktionierte dort ziemlich gut.

    Warum wird der Schulsozialarbeiter als Bedrohung gesehen? Warum darf er nicht fragen was doe Kinder stört? Das ist eine Form von Beratung. Es soll die Kinder dazu anregen zu reflektieren. Ein Sozialarbeiter ist i.d.R. Fachkraft genug zu reflektieren und das, was ihn die Kinder sagen auch zu hinterfragen bzw. für sich zu übersetzen. Es geht doch nicht darum der LK zu sagen, was sie alles falsch macht. Im Endeffekt geht es bei der Frage GAR NICHT um die LK, sondern um die Wahrnehmung der Schüler.

    Vielleicht waren die Kinder (!) selbst nicht in der Lage zu bennenen, wieso sie dieses Verhalten an den Tag legen. Ja, die Aussagen klingen etwas an den Haaren herbeigezogen. Das erkennt auch ein SA und wird schauen, was Anderes dahinter steckt. (Bilder sind allerdings ein persönliches Produkt und Kinder dazu zu fragen, könnte tatsächlich das Gefühl vermitteln, dass man sie ernst nimmt. Wünschen sich ja Erwachsene auch. Es ist nunmal so, dass Kinder heutzutage weniger kuschen und viel aufgeklärter über ihre Rechte sind. Und dasbist auch gut so. Für Erwachsene ist das natürlich anstrengender. )

    Man regt das Kind aber dazu an, sich erstmal auf die Lehrkraft zu konzentrieren und was sie "falsch" macht. Damit bietet man ja quasi einen Anlass nach Gründen zu suchen, sich selbst für sein Fehlverhalten aus der Verantwortung zu nehmen und es über externe Faktoren zu legitimieren. Finde ich komplett daneben. Was die Lehrkraft macht, ist völlig egal, das Kind hat sich kontextual angemessen zu benehmen, fertig.

    Man muss halt schauen, was einem offen steht. Ich hätte als Ausbildungsbetreuerin in einem Betrieb mit mehreren Standorten anfangen und Abzubibetreuung machen können. Hört sich grundsätzlich nicht uninteressant an, war aber unfassbar schlecht bezahlt. Oder bei einer privaten Sprachschule, die Englischkurse in Firmen gibt. Ebenfalls mau bezahlt. Das ist halt die Kehrseite. Als Sportlehrer gibt es doch sicherlich auch Möglichkeiten, in dem Feld irgendwo unterzukommen, wenn man bereit ist Abstriche zu machen.

    Ich überlege gerade, nebenbei nochmal eine kaufmännische Qualifikation oder irgendwas anderes nachzuholen. Man weiß ja nie so recht, was man nochmal gebrauchen könnte.

    Ein "Exitmanagement" erwartet sicherlich niemand. Aber ich finde es ehrlich gesagt auch befremdlich, dass ein Arbeitgeber, der chronischen Personalmangel verwaltet, exakt nichts tut, um seine Leute zu halten und ggf. Veränderungsperspektiven aufzuzeigen. Anscheinend nimmt die Zahl der Lehrkräfte, die sich aus dem Dienst entlassen, ja zu. Hier wäre es angesichts der kritischen Personalsituation doch sinnvoll, wenn es eine zwischengeschaltete Instanz gäbe, die sich mit diesen Fällen in Verbindung setzt und schaut, welche Motivation hinter dem Wunsch hinzuschmeißen steht und ob es innerhalb des Systems passende alternative Positionen gäbe. Ich habe mich für meinen Schulwechsel ja auch entlassen lassen und fand interessant, dass die Kirche nach meinem Austritt 2x nachgefragt hat und an Gründen interessiert war, der Arbeitgeber aber null Interesse bekundet hat. Lässt auch irgendwie tief blicken. Sogar als ich meinen Studentenjob gekündigt habe, wurde ich zum Gespräch gebeten und nach dem Warum gefragt.

    Der große Haken beim Ausstieg ist neben den finanziellen Aspekten wohl, dass es wirklich schwierig ist, mit einer derart einseitigen Qualifikation einen halbwegs gut bezahlten Anschlussjob zu finden. Meine Strategie wäre vermutlich, erstmal Bewerbungen rauszuschicken und anzutesten, was überhaupt geht, bevor man den Antrag auf Entlassung stellt. Ich hatte ein paar außerschulische Vorstellungsgespräche und auch 2 Angebote, allerdings auch nichts Supertolles. Vielleicht tun sich angesichts des Fachkräftemangels perspektivisch bessere Optionen auf.

    Natürlich schafft die Industrie es nicht alleine, wenn sich die Standortbedingungen hier ständig verschlechtern. Dafür wiederum sind die politischen Weichenstellungen sehr maßgeblich verantwortlich.

    USA und China unterstützen ihre Industrie mit Milliarden trotz hoher Staatsschulden

    Richtig. Ein Grund mehr, wieso ich das krampfhafte Festhalten an der Schuldenbremse nicht so recht verstehe und als völlig falsche Priorisierung empfinde. Wen interessiert denn de facto die Staatsverschuldung.. interessant ist die Stärkung des Wirtschaftsstandorts, die Lohnentwicklung, die Entwicklung der Inflation.. das kriegen andere gerade definitiv besser hin. Staatsschulden hin oder her. Die zu drücken macht Sinn, wenn man damit die eigene Währung stärkt; diesen Effekt gibts bei uns ja nichtmals.

    für den Klimawandel haben wir insgesamt vielleicht noch 10 Jahre Zeit

    Den Blödsinn kann ich echt nicht mehr hören, sorry. Deutschland hat 10 Jahre Zeit das Klima zu "retten"? Wie sieht diese Rettung denn aus und was ist konkret zu welchem Preis zu erreichen? Wie der Rest der Welt zu dem Thema steht, hat Dubai gerade eindrucksvoll gezeigt. Hier mit überdurchschnittlichem Aktionismus zu einem überdurchschnittlichen Preis vorzupreschen rettet exakt gar nix.

    Ich würde trotzdem erstmal die Polizei anrufen, wenn ich bestohlen wurde und einen begründeten Verdacht habe, wer dafür verantwortlich sein muss. Was die dann sagen/machen, steht ja nochmal auf einem anderen Blatt, aber das würde ich bei Diebstahl in jedem anderen Kontext doch auch tun, also wieso nicht in der Schule? Und selbstverständlich würde ich auch eine Anzeige stellen. Auch hier, wenn die eingestellt wird, egal, aber Schultern zucken und "da kann man wohl leider nichts mehr machen" kanns ja auch nicht sein.

    Und wenn die Politik für Bürgergeldempfänger in zwei Jahren 25% raushaut, dann wäre das die Richtschnur für die Gewerkschaften. Mit der Begründung würde ich dann auch vor die Presse treten und der Bevölkerung einen heftigen Erzwingungsstreik erklären.

    Etwas befremdlich fand ich ja Verdis Twitter-Post von Freitag, wo man sich gegen Einsparungen beim Bürgergeld aussprach. Der Meinung kann man ja sein, aber inwiefern eine Positionierung dazu in deren Aufgabenbereich fällt, ist mir noch nicht so recht klar. In Kombination mit dem mauen Abschluss jetzt fragt man sich irgendwie, wo da eigentlich die Prioritäten liegen.

    Ob man mit seinem Gehalt auskommt oder nicht, hängt wohl von sehr individuellen Faktoren ab. Doppelverdiener, die sich einen Haushalt teilen, sind da möglicherweise gelassener als jemand, der die Inflation alleine auffangen muss. Mietniveau, Eigenheim oder nicht, zu bedienende Kredite ... ich finde es etwas befremdlich vorzurechnen, dass das Gehalt doch prima reicht, wenn man nicht in fremden Schuhen steckt. Die Gehälter sind grundsätzlich schon okay, man richtet sich aber eben auch auf einem Lebensstil ein und klafft die Schere zwischen Preissteigerungen und Gehalt zu weit auseinander, wird es eben ggf. eng.

    Grundsätzlich ist auch nicht ein einzelner mäßiger Abschluss in Krisenzeiten das Problem, aber das hat ja langsam gute Tradition... wann war denn der letzte wirklich gute Tarifabschluss?

    Die Inflationsprämie sehe ich eher als Kompensation für die Preissteigerungen der letzten Jahre. Das Ganze als "Überbrückung" bis November 2024 zu ziehen und als quasi sofortige Gehaltssteigerung zu verkaufen, finde ich eher mäßig gelungen. Dann lieber auf einen Schlag auszahlen und man kann es schonmal in ETF schieben oder so; hätte man letztlich mehr von.

    Und doch separiert - und nicht sichtbar.
    Genau darin besteht das Problem. Dazu ... was das alles kostet! Und am Ende läuft es doch darauf hinaus, dass diese armen Seelen ein Leben lang Betreuung benötigen. Ist das noch lebenswert und finanzierbar? ... und schwupps sind wir wieder bei Argumentationsreihen der 30er-Jahre des letzten Jahrtausends - samt Zielrichtung.

    Ja. Intergration ist ein "linksversifftes" Projekt, das Menschen sichtbar machen soll, die nicht "normgerecht" sind. Und das ist gut so. Richtig und wichtig.

    Btw: Durch integrativen Unterricht werden nicht nur Freundschaften geschlossen und Fähigkeiten geschult, sondern auch Finanzmittel eingespart - trotz Doppel- und Dreifachbesetzung. Kein Fahrdienst, weil wohnortnah. Kein separates, eingezäuntes Gebäude (sic!) , sondern Regelschule (samt Baukosten, Verwaltung, Reinigungsdienst, Stromkosten, Hausmeister ...). Und trotzdem individuelle Betreuung. Regelmäßiger Kontakt mit den Eltern, Hausbesuche bei Bedarf, Hilfe beim Organisieren von Anschlusslösungen sind Standard.

    Intergation findet ihre Grenzen bei schwer mehrfach behinderten Kindern und den damit (noch) fehlenden baulichen Gegebenheiten in Regelschulen.

    Ich verstehe nicht so recht, was an einer bedürfnisorientierten, separierten Beschulung so verwerflich sein soll. Nach der Schule wartet ein Arbeitsmarkt, der ebenfalls nicht inklusiv ausgerichtet ist - spätestens dann ist das Miteinander sowieso vorbei.

    In der Realität ist es allerdings doch so, dass die I-Kinder häufig bereits in den Regelschulen unter sich sind und keinen Anschluss finden. Ich habe sehr soziale Unterstufenklassen erlebt, die sich wirklich nett um insbesondere die GE-Kinder gekümmert haben. Spätestens in der Pubertät driftete es aber auseinander und da war nix mehr mit Freundschaft ersichtlich. Ich fand die GE Kinder immer recht angenehm im persönlichen Umgang, sie waren aber massiv betreuungsintensiv und teilweise hat mich das ehrlich in den Wahnsinn getrieben.. ich denke da z.B. an den Schüler, der grundsätzlich für alles, was er gemacht hat, eine Bestätigung brauchte... sprich, wenn er ein Domino zusammengelegt hat, kam nach jedem einzelnen angelegten Teil die Frage, ob das richtig sei... bei einer Schreibübung nach jedem Buchstaben die Frage, ob das richtig sei, immer lautstark und völlig unbeirrbar... das lässt einen nach 10 Minuten schon innerlich die Wand hochgehen und so ist "nebenbei" auch absolut kein Regelunterricht mehr möglich (und der Rest der Klasse fühlt sich auch massiv gestört und die Akzeptanz sinkt). ES Kinder haben es ohnehin schwer, weil sie mit ihrem Verhalten häufig anecken und Mitschüler zwischen Genervtsein und Angst vor unkontrollierten Ausbrüchen schwanken. Meiner Beobachtung nach waren das die Kinder, die am schwierigsten Anschluss gefunden haben und eigentlich fast immer Außenseiter waren. LE funktionierte halbwegs, da war bei "unseren" eher das Problem, dass sie überwiegend aus - sorry - ziemlich asozialen Elternhäusern stammten und sich auch entsprechend benommen haben. So richtig in die Gruppen integeriert waren sie damit auch nicht.

    Den Effekt, alle sitzen in einer Klasse und verstehen sich gut und formen Freundschaften, habe ich leider nirgends beobachtet.

    Kein Fahrdienst stimmt zumindest bei GE auch nicht, weil die Kinder den Schulweg gar nicht alleine bewältigen konnten.

    Und die Dinge, die du als "Standard" bezeichnest, sind an den meisten Schulen definitiv kein Standard, sondern Mehrarbeit.

    Klingt mir ein bisschen arg nach rosaroten Wölkchen, die es in der Realität so selten geben dürfte.

    Nun ja ... ich kenne einige Gegenbeispiele, bei denen das eindrucksvoll und gut funktioniert.
    Dort sind die Klassen jedoch ständig doppelt bis dreifach besetzt - Sonderpädagoge - Schulbegleiter plus "Standardlehrer" ;)
    Wobei sich die KuK gemeinsam um alle Schüler kümmern.
    Das hat nichts mit "Linksideologie" - was immer das sein soll - zu tun, sondern mit Pädagogik. Separation hat vor 80 Jahren - mit bekannten Folgen - "funktioniert" und ist "rechtsideologisch".

    Die Zwei- und Dreifachbesetzung entspricht aber eben nicht der gängigen Praxis (weswegen ich auch "in der Praxis gescheitert" formuliert habe). Ich weiß auch nicht, ob ein solcher personeller Ressourcenaufwand gemessen am erwartbaren Ergebnis gerechtfertigt wäre, selbst wenn Personal in unbegrenzter Menge zur Verfügung stünde.

    Und doch, die Forderungen nach Einheitsbeschulung, unbegrenzter Förderung, Konzentration auf das leistungsschwächere Spektrum statt auf die Spitzengruppen usw. kommt nunmal aus dem linken Lager.

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