Beiträge von Maylin85

    Ich kann es absolut nachempfinden.
    Man muss nur bereit sein, den "Fehler", den man im Studium gemacht hat (falsche Einschätzung der Belastung bzw. einzelner Faktoren) entweder selbst auszubaden (Kompromisse, es ist nunmal ein Job, 40% sind doof, 60% sind okay), oder die Konsequenzen ziehen (aktive Bewerbung an bestimmte Schulen, Antrag auf Entlassung). und auch einsehen, dass eine viel kleineres Angebot zur Verfügung steht, wenn man einen Großteil der möglichen Einsätze ausschließt.
    Und damit meine ich nicht das trotzige Stampfen, dass man an SEINER unwirtschaftlichen Arbeitsstelle klammert und bleiben will, wenn diese geschlossen wird, sondern schnell die neuere suchen.

    Hätte ich die Stelle nicht wechseln können, wäre mein Kompromiss an alter Stelle Teilzeit gewesen (Antrag war bei Kündigung bereits gestellt und auch bewilligt). Ich denke, mit 70% wäre ich zurecht gekommen, weil man sich dem Ganzen dann einfach automatisch weniger oft aussetzen muss. Dass die Teilzeitmöglichkeiten aktuell massiv erschwert oder verwehrt werden, ist in dieser Hinsicht allerdings dann ein ernsthaftes Problem.

    Während du dich in einem anderen Thread über die mangelnde Belastbarkeit "unserer Jugend" ereiferst, bist du selbst auf Medikamentenmissbrauch angewiesen, um der Arbeit nachzugehen, für die du dich hast ausbilden lassen?

    Jap. Was vielleicht sogar auch mit Teilen dieser Jugend zu tun hat 😅 An der Mädchenschule mit sehr gesittetem Klientel brauchte ich jedenfalls noch keine Kopfschmerztabletten, im Ruhrpott dann schon.

    Das war übrigens kein "Missbrauch", der Medikamenteneinsatz war schon durchaus nötig, wenn dir ständig der Schädel platzt. Aber ich hätte alternativ natürlich auch die Yogamatte im Klassenzimmer ausrollen können, für die kleine Entspannung zwischendurch.

    Ich finde da auch nichts Erfüllendes dran. Ich bin eher genervt und habe in Jahren mit viel Unterstufe phasenweise täglich 2-3 Kopfschmerztabletten genommen. Rückblickend denke ich, Blutdruckmessungen am Arbeitsplatz wären mal interessant gewesen. Das ist aus meinem Alltag alles vollumfänglich verschwunden, seit der Faktor Kinder raus ist. Der Eine findet den Umgang erfüllend, der andere halt nur schwer erträglich.

    Es ist kein Tabubruch, wenn Parteien sich konstruktiv und sachlich mit Themen auseinander setzen, abstimmen und sich dabei in unterschiedlichen Konstellationen Mehrheiten bilden. Möchte man das verhinden, darf man kein Thema mehr anfassen, dem die AfD potentiell zustimmen könnte, und das ist wohl kaum eine Lösung.

    Die Klassen stehen geordnet an bestimmten Punkten

    Das finde ich mal sinnvoll. Ich war bisher nur an Schulen, an denen der jeweilige Schulhof als Sammelplatz ausgewiesen ist.. aber wo genau nicht und man sucht sich dann eben ein Plätzchen. Wir hatten mal Feueralarm kurz vor Unterrichtsbeginn (ausgelöst durch einen Schüler, der seine Klassenarbeit verhinden wollte, aber das wusste natürlich da noch niemand). Die meisten Kollegen waren noch gar nicht im Raum, die Schüler aber schon (und liefen dann natürlich durcheinander raus) und dann ging draußen die lustige Suche nach seinen jeweiligen Schäfchen los. Ein fester "antrainierter" Platz wäre hilfreich gewesen 😄

    Naja, wie - sorry - ätzend ich die Arbeit mit Kindern finde, habe ich z.B. erst gemerkt, als ich mal 2-3 Jahre im Job war. Auf persönlicher Ebene hatte und habe ich mit Kindern keine Probleme, aber Kinder (ich denke hier an Klasse 5-7) zu unterrichten und für deren zigtausend irrelevante Problemchen ansprechbar zu sein zu müssen, habe ich zunehmend als echte Tortur empfunden. Ab Klasse 9 und halbwegs gut erzogen, okay. Das weiß man aber doch im Studium noch nicht unf auch nach Praktika kann man es nicht wirklich beurteilen.


    Aber dass die Schüler nichts dafür können, stimmt natürlich.

    Ich verstehe Aviator schon. Wenn man sich bewusst gegen die Arbeit mit Kindern entschieden und sich entsprechend positioniert hat, und dann passiert sowas, dann ist das schon übel. Ich hätte auch arge Probleme, mich nochmal auf Kinder (und den Schultyp, von dem ich persönlich nichts halte) einzulassen, wenn der Fall der Fälle einträte. Allerdings bleibt irgendwann nur noch, es einigermaßen professionell anzugehen und den Job vernünftig durchzuziehen oder eben konsequent auszusteigen und sich neu zu orientieren. Sich mit der hier durchschimmernden Haltung Tag für Tag durch den Berufsalltag zu kämpfen, kann nicht gesund sein.

    Vielleicht wäre ein Wechsel an die Uni eine Option?

    Ich habe Asien nicht als Vorbild benannt, sondern darauf hingewiesen, dass einige asiatische Staaten uns gerade massiv alt aussehen lassen, was Qualifikation und Leistungsbereitschaft der Absolventen betrifft. Ich möchte auch nicht zwingend südkoreanische Verhältnisse haben (obwohl ich das Strafpunktesystem für Fehlverhalten schon ganz schick finde), aber die gesunde Mitte liegt wohl irgendwo zwischen unseren beiden Systemen. Was bei uns abgeht, ist jedenfalls nicht besser, sondern maximal "anders miserabel" und im globalen Wettbewerb vermutlich perspektivisch auch nicht hilfreich.

    Darüber hinaus schließe ich mich Ichbindannmalweg an. Es gibt auch einen Unterschied zwischen der Befähigung zu kritischem Denken und dem Hinterfragen von Begebenheiten und dem grundsätzlichen Infragestellen von Autoritäten, wie es Kindern oftmals gestattet wird. Dass es in vielen Familien üblich ist, jeden Kleinkram zu diskutieren und erstmal zu überlegen, ob eine Aktivität gerade mit den eigenen Befindlichkeiten und Bedürfnissen kompatibel ist, ist jedenfalls auf keiner Ebene vorteilhaft.

    Die 17% wurden an diversen Stellen genannt, beispielsweise hier https://www.faz.net/aktuell/wirtsc…s-18829623.html

    Hier auch direkt mit dem Etikett "historischer Höchstwert".

    ...und 2-3% Steigerung sind eine Steigerung, oder?

    Wenn ich "Lehrabbruchsquote" google, werden übrigens nur Schweizer Links angezeigt. Ohne was davon angeklickt zu haben, entnehme ich eine Quote von ca. 20% und "auch im Kanton Bern so hoch wie noch nie". Klingt auch nicht so rosig.

    In Deutschland liegt die Quote an Vertragsauflösungen 2023 laut BIBB bei 26,7% - allerdings: ja, die scheint wohl seit den 90ern immer ca. zwischen 20-25% zu pendeln. Ich empfinde das allerdings schon als ziemlich hoch und man könnte ja mal überlegen, was da mindestens seit den 90ern schief läuft.


    Die Bullshit-Reihe liegt in meiner Watchlist und werde ich mir bei ausreichend Zeit mal zu Gemüte führen 😊

    Das stimmt nicht.

    https://www1.wdr.de/nachrichten/ju…6%2C8%20Prozent.

    Da heisst es, kürzlich sei zwar ein Anstieg zu beobachten, über viele Jahre zuvor haben die Straftaten hingegen stetig abgenommen. Im Text gibt es auch eine Erklärung für den Anstieg im 2021/22.

    Den Link finde ich nun gerade überhaupt nicht "beruhigend". Dass Corona für alles mögliche als Erklärung herhalten muss, geschenkt. Man wird sehen, ob der Trend sich fortsetzt oder nicht. Nicht-Deutsche bleiben uns hier ja nunmal erhalten, also auch nicht wirklich eine Begebenheit, die sich kurzfristig in Luft auflösen und keine Rolle mehr spielen wird. Die letzte NRW Statistik zeigte gerade bei den unter 14jährigen zudem einen starken Anstieg bei schweren Delikten.

    Interessant wäre auch mal, wie viele Jugenddelikte gar nicht aufgeklärt werden können, weil Anzeigen zu in Gruppen verübten Straftaten ins Leere laufen oder aber gar nicht erst angezeigt wird.


    Von Jugendarbeitslosigkeit sprach ich nicht, sondern von Personen ohne Abschluss. Es ist ja durchaus möglich, ohne Abschluss in irgendwelchen Jobs unterzukommen, erschreckend hoch finde ich den Prozentsatz derer ohne Ausbildung aber trotzdem, insbesondere angesichts dessen, wie hier grundsätzlich erstmal jeder jahrelang exzessiv totgefördert wird. Und auch angesichts dessen, dass wir nunmal primär gut ausgebildete Fachkräfte brauchen und keine Hilfsjobber.


    Mir gehts aber auch gar nicht darum, welche Statistik sich in welchem Bereich um ein paar Prozentpunkte verschiebt, sondern um die allgmeinen Entwicklungstrends. Dass Arbeitgeber über Nachwuchs klagen, der nicht mehr belastbar ist, ständig krank feiert, eine schlechte Vorbildung mitbringt, häufig abbricht usw. ist ja nunmal so und war vor ein paar Jahrzehnten in diesem Ausmaß noch nicht der Fall. Schlechte Umgangsformen kann man noch als subjektives Empfinden abtun, ich denke aber schon, dass man hier Effekte eines Erziehungsstils sieht, nach dem Autoritäten stärker in Frage festellt werden als früher. Was Kinder sich rausnehmen, hätten wir früher schlichtweg nicht gemacht. Und das fängt schon bei so ganz banalen Dingen wie ständigem Aufstehen und Rumlaufen im Unterricht an.

    • „Die Jugend achtet das Alter nicht mehr, zeigt bewusst ein ungepflegtes Aussehen, sinnt auf Umsturz, zeigt keine Lernbereitschaft und ist ablehnend gegen übernommene Werte“ (Keller, 1989, ca. 3000 v. Chr., Tontafel der Sumerer).
    • „Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe“ (Keilschrifttext, Chaldäa, um 2000 v. Chr.)
    • „Die heutige Jugend ist von Grund auf verdorben, sie ist böse, gottlos und faul. Sie wird niemals so sein wie die Jugend vorher, und es wird ihr niemals gelingen, unsere Kultur zu erhalten“ (Watzlawick, 1992, ca. 1000 v. Chr., Babylonische Tontafel).
    • „Die Kinder von heute sind Tyrannen. Sie widersprechen ihren Eltern, kleckern mit dem Essen und ärgern ihre Lehrer“ (Sokrates, 470-399 v.Chr.)
    • „Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer. (Sokrates, 470-399 v.Chr.)
    • „[…] die Schüler achten Lehrer und Erzieher gering. Überhaupt, die Jüngeren stellen sich den Älteren gleich und treten gegen sie auf, in Wort und Tat“ (Platon, 427-347 v. Chr.)
    • „Ich habe überhaupt keine Hoffnung mehr in die Zukunft unseres Landes, wenn einmal unsere Jugend die Männer von morgen stellt. Unsere Jugend ist unerträglich, unverantwortlich und entsetzlich anzusehen“ (Aristoteles, 384-322 v. Chr.)

    Nun ja, alle Zitate entstammen Vertretern ehemals großer, einflussreicher Kulturen, die irgendwann niedergegangen sind und massiv an Bedeutung eingebüßt haben. Die Gründe sind sicherlich vielschichtig, ich halte es aber nicht für allzu abwägig, dass auch ein gesellschaftlicher Wandel über die Generationen hinweg daran beteiligt war.

    "Unsere" Jugend zeigt sich gerade als wenig belastbar, gefühlt jeder Zweite rennt mit irgendeiner Diagnose als Entschuldigung für Minderleistungen oder soziales Fehlverhalten oder mangelnde Prlichterfüllung durchs Leben, das Bildungsniveau sinkt, der Anteil derer, die nichtmals über altersgerechte Basiskompetenzen verfügen, steigt, 17% der 20-35jährigen hat keinen Berufsabschluss, die Jugendgewalt nimmt zu - derweile ziehen junge Leute insbesondere aus dem asiatischen Raum (wohlerzogen und hochleistungsfähig) Lichtjahre an uns vorbei.

    Ich finde das reflexartige Antworten auf das Thematisieren problematischer Entwicklungen der Jugend mit diesen berühmten Ziataten immer etwas unglücklich. Man darf die Probleme ruhig ernst nehmen, statt sie pauschal als alte-Leute-Gequatsche abzukanzeln und damit kleinzureden.

    Ich meinte eher den Standortfaktor russisches Gas 😉 Bis 2/22 gab es keine ernsthafte Veranlassung, davon zügig abzurücken.

    Der Anteil der erneuerbaren Energien am Primärenergiemix ist übrigens schon über Jahre konstant gestiegen. Der alten Bundesregierung komplettes Nichtstun vorzuwerfen, geht auch an derRealität vorbei.

    Das Festhalten an fossilen Energien ist ja nicht aus Jux und Dollerei passiert, sondern weil diese billige Energie ein relevanter Standortfaktor für unsere Industrie war. Eine Umstellung auf nachhaltige Energien ist schön und gut und sicherlich auch richtig, WENN Probleme der Speicherung und der dauerhaften, zuverlässigen Versorgung geklärt sind. Wir sind aber noch längst nicht so weit, komplett und ohne gravierende wirtschaftliche Einbußen substituieren zu können. Also sollte man es auch nicht machen, sondern sich die Zeit nehmen, die eine "sanfte" Umstellung eben braucht.

    Das sehe ich auch so. Möchte man Akzeptanz für Immigration schaffen, muss man auch zusehen, dass straffällige Zuwanderer konsequent wieder des Landes verwiesen werden. Die Bedingungen im Herkunftsland dürfen dabei keine Rolle spielen.

    Das äußern übrigens auch viele Migranten selbst so, die von der kippenden Stimmung ja unmittelbar betroffen sind.

    Ich fands auch verwirrend. Sie argumentierte, würde man zusammenrechnen, wie viel privates Geld für den Arbeitsplatz aufzuwenden wäre, läge sie damit locker bei 2000€ im Jahr und damit wahrscheinlich höher als ich. Kann ja möglicherweise sogar sein, dennoch meine ich, dass es ein Unterschied ist, ob man Kleidung für sich selbst kauft oder Papier für die Kinder anderer Leute.

    Aber war ein schönes Beispiel dafür, an wie vielen Stellen unsere bemängelten Missstände "da draußen" auf Unverständnis treffen.

    Meine Freundin konnte meine Beschwerde über das Zahlen von Kopien, Stiften, Plakaten etc. auch nicht nachvollziehen und verwies darauf, dass sie als Bankangestellte dafür eine komplette zweite Garderobe für die Arbeit bräuchte, während Lehrer ja auch in Freizeitklamotten arbeiten gehen könnten. Naja, ich fand den Vergleich arg hinkend, aber nun gut.


    Ist es denn an Deiner jetzigen Schule besser?

    Absolut. Ich hab seit dem Wechsel nur noch Rotstifte und mal einen Hefter gekauft, wofür ich aber wie gesagt auch gar nicht auf die Idee kam mal zu fragen, ob die Schule so etwas trägt. Ansonsten haben wir alles, inklusive Digitallizenzen für alle möglichen Bücher und Lehrermaterialien (das war in den letzten Jahren mein teuerster privat getragener Posten), Absos der gängigen Tageszeitungen etc. Ist schon sehr viel komfortabler.

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