Beiträge von Maylin85

    Ich habe es im Vorfeld mitbekommen, werde aber ganz sicher nicht für eine Initiative auf die Straße gehen, die nach noch mehr Inklusion, Multiprofessionalität und Individualisierung verlangt. Jede derartige Bestrebung läuft der dringend notwendigen Entlastung im Schulalltag diametral entgegen.

    Beim Thema Ausbildungsoffensive bleibt nebulös, was damit gemeint ist und wie die denn wohl aussehen soll. Schöne Werbecampagnen haben wir ja zu Genüge. Und die Forderung nach einem Sondervermögen in genannter Höhe erscheint mir albern, da völlig unrealistisch und überzogen.


    Ich würde mitlaufen für eine Entschlackung des Schulalltags, Rausschmiss von überflüssigen Aktivitäten, ehrliche Bestandsaufnahme, was das System mit dem aktuellen Personal noch leisten kann, kurzum: Verbesserung der Rahmenbedingungen, um die Attraktivität des Berufs zu steigern und in der Folge in ein paar Jahren/Jahrzehnten auch hoffentlich die aktuellen personellen Missstände beheben zu können. Alles weitere kann man DANN, mit ausreichend Personal dafür, diskutieren.

    Ich hätte nichts gegen 30 Tage Urlaub einzuwenden.

    Klingt grundsätzlich interessant, es fällt mir aber schwer, mir das in der Praxis konkret vorzustellen. Erstmal muss ich mir ja einen Überblick verschaffen, wo beim jeweiligen Schüler überhaupt der Fehlerschwerpunkt liegt (und ob man überhaupt einen finden kann - manche Leute beherrschen in der Fremdsprache einfach gar nichts, von der Wortstellung über Zeitformen bis hin zum Vokabular). Zweitens habe ich dann ggf. eine Klausur, in der (übertrieben gesagt) kaum was angestrichen ist, am Ende aber nur wenige Punkte für Sprache und Ausdrucksvermögen vergeben werden - wie ist das für den Schüler nachvollziehbar? Meldet eine "kaum rote" Klausur nicht fälschlicherweise erst einmal zurück, dass alles weitgehend in Ordnung ist? Individuelle Rückmeldungsgespräche sind ja schön und gut, aber wenn man bedenkt, was manchmal bei den Besprechungen von Noten zur Sonstigen Mitarbeit bei Schülern für verdrehter Inhalt hängen bleibt, habe ich Zweitel, ob auf der Empfängerseite immer ankommt, was mir wichtig ist. Schlussendlich: ist selektives Korrigieren rechtlich gedeckt? Mein Ex-Schulleiter lässt sich eine Auswahl von Korrekturen vorlegen und gibt Kollegen dazu einen Rückmeldebogen, auf dem explizit übersehende Fehler bemängelt werden (tatsächlich so Kram wie "übersehender Rechtschreibfehler auf Seite x in der Bioklausur"). Das ist natürlich übertrieben, aber grundsätzlich verstehe ich Richtlinien zur Korrektur auch so, dass Fehler anzustreichen SIND. Nicht optional oder selektiv angestrichen werden können.

    Ich finde den Ansatz aber wie gesagt wirklich interessant. Dass sich damit bei konsequenter und irgendwann auch routinierter Anwendung Zeit sparen lässt, glaube ich gerne.


    Persönlich hoffe ich ja, dass das ein Bereich ist, der perspektivisch durch KI erleichtert werden könnte. Zumindest die Sprachkorrektur und die Klassifizierung von Fehlern könnte man problemlos auslagern, so dass sich Korrekturen weitestgehend auf Inhalte beschränken ließen. Die Wiedereinführung des Fehlerquotienten wäre auch nicht schlecht, um zügig zu Punkten/Noten im Feld Sprachrichtigkeit zu kommen.

    Außerdem: Wer schreibt vor, dass du die Klausuren so irrsinnig aufwendig korrigieren musst? Kommt das von oben, oder toben sich da irgendwelche hundertprozentigen an deiner Schule aus?

    Egal, ob man einmal oder zweimal liest, die Korrekturvorgaben und das Bewertungsraster sind ja immer gleich. In Englisch (ich nehme an, in den anderen Fremdsprachen ist es gleich) hat man in Oberstufenklausuren allein auf der Sprachebene 15 Einzelkriterien, die bepunktet werden müssen (Teil A und B zusammen genommen), dazu kommen noch die Inhaltskriterien (in meiner letzten Klausur z.B. 8). Oben drauf kommt die Vorgabe, positiv mit Verbesserungsvorschlag zu korrigieren.

    Würde man den letzten Aspekt streichen und beispielsweise nur Abitur-Korrekturzeichen verwenden müssen, ließe sich wohl viel Zeit einsparen.

    Ich wüsste wirklich mal gerne, wie so eine "korrekturfreundlich" konzpierte Klausur in der Oberstufe aussehen soll. Ich kann mir da absolut nichts drunter vorstellen, außer, dass man über die Aufgabenstellung die herauszuarbeitenden Aspekte in Textverständnis- und Analyseaufgabe sehr extrem eng eingrenzt oder sich grundsätzlich am unteren Ende der vorgegebenen Wortzahlen für Ausgangstexte orientiert. Aber hat das dann alles noch angemessenes Niveau?

    Zum einen macht der Ton die Musik. Auch junge Erwachesene dürfen sich überlegen, wie sie etwas formulieren. Zum anderen empfinde ich eine sexuell konnotierte Formulierung eben nicht als flapsig, sondern eben als sexuell konnotiert. Da ist dann halt die Grenze.

    Da sind Empfindungen dann halt subjektiv. Aber wie gesagt, angemessen finde ich es auch nicht. Als Beleidigung sehe ich die Bezeichnung aber halt auch nicht. In der Hinsicht habe ich eher ein Problem mit der Schwimmbad-Kategorie, denn da steckt schon mindestens implizit eine klare Abwertung und Negativbeurteilung drin und seinen Namen in dieser Kategorie zu lesen, kann schon durchaus verletztend sein, denke ich.

    Vielleicht unterscheiden sich die Wahrnehmungen, wie ernst man diese Begriffe nimmt. Ich nehme es als flapsigen Ausdruck wahr, um zu bekunden, dass jemand als attraktiv empfunden wird. Nicht mehr und nicht weniger.

    Fändest du es auch okay, wenn Schüler schrieben, sie sähen dich gerne im Puff und würden dafür zahlen, dass du ihnen einen bliesest? Wäre ja bloß eine Fantasie, die man in einer Zeitung veröffentlicht, die rund 1000 Schüler, Kollegen und Eltern lesen.

    Nee, ich glaube, das fände ich nicht okay. Ist aber auch was völlig anderes, als jemanden einfach einem Begriff "zuzuordnen".

    In der Industrie und im Handwerk gibt es auch bestimmte Vorgaben für bestimmte Vorgänge. Wer die nicht einhalten kann, muss halt länger arbeiten oder weniger schaffen und weniger verdienen.

    Diese Vorgaben gibt es bei uns aber eben nicht. Es steht nirgends, wie viele Jahresarbeitsstunden eingepreist sind für Elterngespräche, für Konferenzen, für Fachkonferenzen, für inklusionsbedingte Differenzierungsnotwendigkeiten, für Fahrten und Ausflüge, für Korrekturen etc. pp.

    Einzig die Unterrichtsverpflichtung ist fest definiert. Wie viel Zusatzarbeit ist seit Festlegung der Deputate entstanden? Wo findet das Berücksichtigung?

    Das Austeilen von Material funktioniert doch wunderbar unkompliziert über AirDrop, wenn alle Beteiligten iPads haben.

    Die begrenzte Bildschirmfläche stört mich allerdings auch und ist der Grund, warum ich zumindest das Schulbuch gerne weiterhin analog habe. Hat man auf dem iPad zB bereits seine Unterrichtsnotizen und GoodNotes für die Projektion auf den Beamer offen, ist da kein Platz mehr fürs digitale Buch. Außer, man könnte den Bildschirm beispielsweise "kacheln" und 3-4 Anwendungen parallel anzeigen, aber falls es diese Funktion gibt, kenne ich sie nicht.

    Bei Schülern sehe ich den Nachteil, dass sie teilweise den Überblick nicht so gut haben, wie analog. Hat man ein Fach, bei dem man auch mal verschiedene Materialien verknüpfen muss, um den Sachverhalt zu erschließen, wird schlichtweg nicht gesehen, dass auf Seite 2 noch ein passendes Diagramm dazu im Material vorhanden ist, während sie sich gerade auf S. 1 irgendwo reingezoomt haben.

    Unterm Strich finde ich eine vernünftige Kombination aus analog und digital nicht so schlecht 😊

    Punkt 1 setze ich mal voraus, hat aber eben kein Potential für systemische Veränderungen.

    Unter Punkt 2 kann ich mir beim besten Willen nichts vorstellen. In meinen Fächern fühle ich mich zumindest ziemlich festgelegt, was die Klausurgestaltung betrifft (bis hin zur Wortzahl von Ausgangstexten), und sehe nicht, was sich da anders machen ließe.

    Punkt 3 -> ja, darauf läuft es dann hinaus. Das erste, was dann wohl wegfällt, sind die sehr aufwändigen Faktoren Differenzierung und Individualisierung. Hier muss man sich überlegen, ob man sich das angesichts des zunehmend miserablen Abschneidens unserer Schüler in Leistungserhebungen so leisten kann und will.

    Unterm Strich ist unterschiedliche Arbeitsbelastung durch unterschiedliche Pensen meines Erachtens eben kein individuelles Problem, sondern wirkt ins gesamte System hinein. Das beschränkt sich auch nicht auf Fachunterschiede, sondern eigentlich müsste man beispielsweise auch mal klar erfassen, ob und wie viel Mehrarbeit an Schulen in Abhängigkeit vom Klientel anfällt und das irgendwo berücksichtigen - mich würden da z.B. Korrelationen von Zeitaufwand für Austausch in multiprofessionellen Teams, Elterngespräche, AO-SF Verfahren usw. und Sozialindex interessieren. Möglicherweise käme man ja zu dem Ergebnis, dass Kollegen an Schulen mit niedrigem Sozialindex eigentlich eine Deputatsanpassung nach unten brauchen, um eine systemisch eingepreiste und stillschweigend unter dem Radar laufende dauerhafte Mehrarbeit zu verhindern. "Wir"/die Verantwortlichen wissen ohne Arbeitszeiterfassung im Endeffekt doch überhaupt nichts Konkretes über die Belastungen an verschiedenen Schulen und ob man sich hier überall noch im vorgesehenen Arbeitszeitrahmen bewegt.

    Warum repräsentativ und nicht zunächst mal jeder für sich und dann daraus Konsequenzen für die eigene Unterrichts- und Prüfungsgestaltung ziehen?

    Aus meiner Beobachtung machen sich nicht wenige Kollegen das Leben selbst schwer ohne messbaren Qualitätszuwachs.

    Dass es endlich eine klarere Jobbeschreibung und ein zugehöriges Zeitbudget braucht, steht dabei außer Frage.

    Wie sollen diese persönlichen Konsequenzen aussehen, wenn man individuell feststellt, dass man zu viele Stunden arbeitet? Da unteilbare Aufgaben zu 100% wahrzunehmen sind, sind die einzigen Möglichkeiten zur Zeiteinsparung Unterrichtsplanung und Korrekturen. Bei der Prüfungsgestaltung ist man in der Regel ja an vorgegebene Formate gebunden, also sehe ich da wenig Entlastungspotential. Bei Korrekturen schaffe ich es trotz Bemühen nicht schneller zu werden, bleibt Unterrichtsvorbereitung. Dauerhafte Türschwellenpädagogik schafft aber wiederum andere Probleme, die auch Belastungsfaktoren darstellen (langweiliger Unterricht, Disziplinprobleme, etc.). Ergo bleibt zur Entlastung eigentlich nur hin und wieder der blaue Schein. Kann man machen, widerstrebt mir allerdings.

    Das Problem der Arbeitszeiteinhaltung zu einem individuellen Unterfangen zu machen, manifestiert ja gerade die aktuellen Zustände und kann meines Erachtens keine Lösung sein.


    Antimon

    Ja, das ist zugegebermaßen vielleicht ein Problem. Allerdings sollst du ja nicht mehr arbeiten als der Deutschkollege, sondern deine Arbeit verteilt sich nur anders. Dass individuelle Arbeitspensen sich innerhalb einer Wochenarbeitszeit x unterscheiden, ist doch in jedem Unternehmen auch so. Eben weil unterschiedliche Tätigkeiten mit unterschiedlichem Zeitaufwand eingepreist werden.

    Wer wirklich im Durchschnitt wie belastet ist, lässt sich eben nur mit konsequenter Zeiterfassung messen. Ich glaube den Naturwissenschaftlern, dass sie auch ein hohes Pensum haben. Ich weiß auch, dass von durchkorrigierten Nächten eher die Sprachkollegen berichten. Ich weiß auch, dass die Klausurerstellung und die Recherche dafür in meinem Zweitfach ewig dauert und dass ich meine Englischklausuren in einem Viertel der Zeit erstelle. Dafür geht die Korrektur deutlich schneller

    Aalso ja, es ist alles hochindividuell, aber umso wichtiger wäre es doch, mal repräsentativ Arbeitszeiten nach Fäxhern getrennt zu erfassen, aus den Werten für jedes Fach den durchschnittlichen Zeitaufwand zu errechnen und daraus Konsequenzen für Aufgabenverteilungen in der Schule und ggf. auch Deputatsstunden zu ziehen.

    (ich weiß, leider Wunschdenken)

    Die Fachkombination und der damit verbundene Korrekturaufwand wären irrelevant, wenn Arbeitszeit korrekt erfasst und das entsprechend berücksichtigt würde. Wenn D/E faktisch nunmal einen höheren Zeitaufwand als andere Fächer mitbringt, müsste sich das eigentlich in der Bemessung der Deputatsstunden niederschlagen, um den Kollegenzu ermöglichen, ihr Pensum in der vorgesehenen Arbeitszeit zu schaffen (da es in diesen Fächern auch eher keinen argen Lehrermangel gibt, müsste das personell möglich sein). Oder es muss an anderen Stellen eine andere Verteilung von Zusatzaufgaben geben.

    Der Fehler ist nicht die Fächerwahl, sondern die fehlende Arbeitszeiterfassung und die Missachtung der Tatsache, dass unterschiedliche Fächer unterschiedlichen Zeitaufwand mit sich bringen.

    Wobei es natürlich richtig ist, dass das Gefahrenpotential für die Kleber steigt, je länger sie dort sitzen, denn diese Aktionen schüren nunmal Aggressionen. Kommt es zu Gewalttaten, muss die Polizei spätestens dann einschreiten und es endet auch wieder in Aufmerksamkeit. Daher ist das auf Straßen in aller Konsequenz sicher schwierig.

    Aber wer sich in Museen, Opern, auf Ausstellungen usw. festklebt, könnte ruhig stehen gelassen werden.

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