Beiträge von Maylin85

    Ganz ehrlich, wäre ich die Mentorin, wäre mir bei deinem letzten Posting der Blutdruck gestiegen.

    Natürlich ist es per se schonmal verantwortungslos, mit dem für die Dienstfahrt geliehenen Auto privat rumzucruisen. Und dann so Sätze wie "Auffahrunfall kann passieren", "ein bisschen zu flott", "hätten die Bremsen besser funktioniert", eigentlich nichts besonderes" ... echt jetzt? Das klingt schon sehr lapidar- abtuend. Vielleicht kommt es bei mir falsch rüber, aber ich würde der Geschädigten gegenüber etwas anders auftreten.

    Wieso erzählt man sowas wie "von der Bremse abgerutscht", wenn man doch direkt gebremst und sich nichts vorzuwerfen hat? Dass dir der Satz mal nicht um die Ohren fliegt, wenn die Versicherung dir geeignetes Schuhwerk abspricht..

    Ui 😳 Hätte mir jemand gesagt, man kann noch fahren, und dann sieht das Auto SO aus, hätte ich auch einen dezenten Nervenzusammenbruch bekommen. Das ist ja nun schon ein älteres Modell und wer repariert das bitte noch... Versicherung ersetzt normalerweise nur noch den Zeitwert... sie wird also ein neues Auto brauchen und dabei auf jeden Fall draufzahlen. Sehr ärgerlich. Weiterhin ist die Frage, welche Auswirkung dieser Vorfall auf ihre Versicherungseinstufung hat. Insgesamt also wirklich sehr sehr blöd gelaufen.

    Dennoch: sie hat dir das Auto geliehen und ist damit eben auch ein Risiko eingegangen. Ich würde sie um ein sachliches persönliches Gespräch bitten. Bestenfalls auf neutralem Boden irgendwo außerhalb der Schule, vielleicht bei einem Kaffee oder so. Ihr müsst klären, wie ihr sowohl mit der Autogeschichte verfahrt als auch mit der zukünftigen beruflichen Zusammenarbeit.

    Die Schüler wären mir herzlich egal, für die ist sowas eh in 2 Wochen vergessen.

    Vielleicht sollte man sich auch ab und an bewusst machen, dass "guter Unterricht" eigentlich das Kerngeschäft sein sollte und strenggenommen auch keine besondere Anerkennung verdient. Dass Leute nach bestem Wissen und Gewissen den für sie bestmöglichen Unterricht machen, sollte der erwartbare Normalfall sein - nicht nur für die Schulleitung, sondern auch für Schüler/Studierende. Wenn das jemandem mal auffällt und erwähnt wird, freut man sich; wenn nicht, ists aber auch gut. In diesem Bereich finde ich ein gewisses Engagement schon deswegen unverzichtbar, weil es die Unterrichtsatmosphäre unmittelbar beeinflusst und ich mich selbst unwohl fühle, wenn das Kursklima schlecht ist.

    Dass es für AGs und Projekte keine besondere Anerkennung gibt, ist wohl leider in den allermeisten Fällen so. Hier muss man eben individuell durchdenken, ob man ausreichend Spaß an der Sache hat, um darin eine gewisse Selbstwirkamkeit zu erfahren, oder ob man solche Dinge halt schlichtweg nicht macht.

    Ansonsten ist in meinem Umfeld bisher so gut wie jeder A14 geworden, der es wirklich wollte und entsprechendes Engagement in für die Schule relevanten Bereichen gezeigt hat. Mag sein, dass die Luft danach dann dünner wird.

    Anna-Lisa hat insofern Recht, als dass man im Büro natürlich eingestempelt bleibt, während man auf das Meeting am Nachmittag wartet und lückenfüllenderweise an anderen Dingen arbeitet. Ich sehe aber nicht, wieso das in der Schule nicht genauso gehen sollte. Wer nach Hause fährt oder die Wartezeit nicht mit anfallenden Arbeiten füllt, stempelt aus; wer in der Schule arbeitet, erfasst diese Zeit halt. Sofern die Stunden wirklich mit Arbeit gefüllt werden, ist die Erfassung doch völlig korrekt und unproblematisch.

    Eine arbeitsnehmerfreundliche Variante wäre, den Unterricht auf 4 Tage zu komprimieren und einen kompletten Tag für Konferenzen und Besprechungen vorzuhalten, an dem dann entsprechend wenig Leerlauf überbrückt werden muss. Scheitert wohl daran, dass Schulen primär der Kinderverwahrung dienen, wäre aber sinnvoll, um Wartestunden zu reduzieren.

    Für alles, was in Präsenz stattfindet, ist das über Stempeluhr doch sehr gut zu regeln. Wie überall sonst halt auch. Fürs Homeoffice gibt es ebenfalls elektronische Erfassungsmöglichkeiten.

    Manuell wäre natürlich der Knaller 😄

    Mich wundert, dass Arbeitszeiterfassung immer mit Präsenzgebot gleichgesetzt wird. Man kann doch weiterhin abends zu Hause korrigieren und erfasst dann halt seine Arbeitszeit dafür. Passiert bei Leuten, die im Homeoffice arbeiten, ganz routiniert und tagtäglich.


    Ansonsten begrüße ich das sehr. Von einer Schule kommend, die absurd viel und ineffizient konferiert und sonstige Schwachsinnstermine angesetzt hat, kann eine korrekte Erfassung für solche Fälle nur gut sein. Wenn Unterricht und Fixtermine transparent erfasst sind, kann man individuell schauen, wie viel Zeit noch für Korrekturen und Vorbereitung übrig bleibt und dann auch guten Gewissens nach Erfüllung der Arbeitszeit den Griffel fallen lassen.

    Meine Motivation würde es arg ankratzen, den gleichen Job im gleichen Setting wie andere zu machen und dabei deutlich weniger zu verdienen. Der Gedanke, dann lieber was komplett anderes zu machen (auch mit weniger Verdienst), ist vielleicht in der Sache nicht logisch, aber ich kanns nachvollziehen. Die gleiche Arbeit bekommt durch die unterschiedliche Entlohnung je nach Status ja einen völlig anderen Wert zugewiesen. Etwas anderes wäre es, wenn die Angestelltennettogehälter den Beamtenbesoldungen angepasst wären.

    Ja, das denke ich auch. LRS- und Dyskalkulieförderung und sowas hängt noch mit dran, glaube ich. Aber vielleicht gibt es sowas ja auch weitverbreiteter und bietet was als Lehrkraft. Sicher nicht zu den Konditionen an Schulen, aber eben auch nicht zu den gleichen Arbeitsbedingungen.

    Ich kann den Gedanken, nicht den gleichen Job für weniger Geld machen zu wollen, gut verstehen.

    Die Töchter ehemaliger Nachbarn haben beide Sonderpädagogik studiert und sind dann nie an die Schule gegangen, sondern haben ein großes Förder-und Nachhilfezentrum gegründet. Also nicht nur rein fachliche Nachhilfe, sondern auch mit angeschlossener Logopädie usw. Ich hab mich damit nie eingehender beschäftigt und kann nichts weiter dazu sagen, es läuft aber wohl sehr erfolgreich. Wie es in Sachen Verdienst aussieht, weiß ich allerdings natürlich nicht. Ich vermute auch, dass sie ein ordentliches Startkapital in der Hinterhand hatten. Aber ist auf jeden Fall ein alternativer Weg zur Schule gewesen.

    Ganz ehrlich, das stelle ich in Frage. Ich glaube vielmehr, dass die wenigsten Lehrer offen darüber reden (können), wenn sie in gewissen Klassen Disziplinierungsprobleme haben. Besagter Deutschlehrer meinte ja auch, er haben den Schüler und alle anderen im Griff. Als ich meinte, ich würde mich da gerne mal in einer Freistunde reinsetzen, um zu schauen, wie er das mache, meinte er, das könne ich vergessen ("wir sind doch nicht mehr im Ref".). Da übrigens hat mir genau das wegen Corona gefehlt: In schwierigen Klassen schauen, wie die Lehrer mit Unterrichtsstörungen umgehen. Ich habe kaum mehr hospitiert wegen Corona und begreife genau das als deutlichen Mangel.

    Ich meinte damit die "etlichen Kollegen", die ein Handyverbot durchgsetzt haben. Wenn es schon Kollegen gibt, die das machen, ist es für die Schüler ja nichts komplett Neues und aus den Gewohnheiten fallendes.

    Ansonsten glaube ich, dass es bei Disziplinproblemen selten ein Patentrezept gibt, sondern man irgendwie seinen eigenen Weg finden muss. Ein etwas kooperationswilligeres Kollegium wäre natürlich schön.

    Und wo soll er die Aufgaben machen? EInen STuhl vor die Tür stellen? Ah, vergessen: Besagter Schüler hat auch fast nie sein Arbeitsbuch dabei. Gut, gehen wir davon aus, er hätte es dabei - dann müsste ich draußen noch einen Stuhl oder Tisch hinstellen oder soll er die Aufgaben draußen in der Kälte machen?

    Sein Ding. Er kann gerne einen Stuhl mitnehmen oder sich auf die Treppe setzen oder auf der Fensterbank im Gang arbeiten oder draußen... ist doch sein Problem, sich da entsprechend zu organisieren. Das haben sogar meine hin und wieder rausgeschmissenen 7er selbst geregelt bekommen.

    Das Handyverbot würde ich auch durchsetzen, wenn es so ein massives Problem ist.Nervig , wenn nicht alle an einem Strang ziehen, aber bei anderen Kollegen scheint es ja auch zu funktionieren und da würde ich direkt anknüpfen und die gleichen Regeln übernehmen. Wenn man digital arbeiten möchte, kann man es ja immer noch situativ erlauben.

    Ich würde mich bezüglich der Fehlstunde nach Rausschmiss auch nochmal rechtlich absichern. Mein Ansatz wäre in dem Fall auch ohnehin komplett anders: ich würde ihn samt Aufgaben rausschicken und die Abgabe der bearbeiteten Aufgaben zum Stundenende einfordern. Du möchtest ihm ja nicht die Chance zur Arbeit am Unterrichtsstoff verwehren, sondern findest ihn lediglich aufgrund seines Sozialverhaltens gerade im gleichen Raum nicht tragbar. Gibt er was ab, gibst du ihm damit die Möglichkeit noch Leistungen einzubringen ohne dass er dir auf den Keks gehen kann; gibt er nichts ab, kannst du ihm für die Stunde die entsprechende Mitarbeitsnote geben. Passt ihm das so nicht, soll er sich eben an die Spielregeln halten und sein Verhalten anpassen.

    Mich irritiert übrigens auch, dass du die ganze Zeit vom Daddeln schreibst. Ich hatte neulich auch eine Klasse, die ganz selbstverständlich am Handy rumhing - äh nee, bei aller Liebe, aber das finde ich auch bei Erwachsenen nicht okay und erwarte, dass in meinem Unterricht gewisse Regeln eingehalten werden. Wer kein Interesse am Geschehen und Besseres zu tun hat, kann ja gerne gehen, aber im Unterricht zu zocken ist schon megarespektlos und geht so nicht. Dabei kann für die Mitarbeitsnote für die Stunde auch nichts anderes als eine 6 rauskommen, meine ich.

    Von einem Bekannten weiß ich aber genau das Gegenteil und er hat wegen einem Studienseminar gewechselt.

    Und auch das ist eine hoch subjektive Erfahrung und du kennst nur die eine Seite der Geschichte.

    Man sollte sich auch mal frei machen von dem Gedanken, dass an Seminaren Leute rumlaufen, die einem bewusst das Leben schwer machen wollen und "unfair" sind. Ich habe das Ref als extrem bescheidene Lebensphase empfunden, mir ist aber nie jemand begegnet, der gezielt bösartig und destruktiv war. Die Kritik, die ich bekommen habe, war letztlich ebenso berechtigt, wie die Noten. Es gab aber auch in meinen Fachseminaren Mitreffis, die Gift und Galle in Richtung derFachleoter gespuckt und sich notorisch unfair behandelt vorkamen. Vielleicht täte es manchmal gut, auch die eigene Kritikfähigkeit zu reflektieren.

    Also meine Raviolidosen sind definitiv separat, sowas hat hier ansonsten nämlich auch höchstens Festival-Daseinsberechtigung. Ich brauche aber für Notfälle auch kein supertolle Dosengerichtsvielfalt, sondern da steht wirklich nur Ravioli und nichts, was durchrotieren müsste. Die halten ewig 😊

    Es ist müßig, sich mit nicht-Beamten zu vergleichen. Mit der Verbeamtung ist man einen Deal eingegangen, der genau das, was du jetzt verständlicherweise als bescheiden empfindest, eben beinhaltet. Kannst du dich damit nicht arrangieren, kannst du dich entlassen lassen und woanders neu beginnen.

    Ich frage mich gerade, so rein theoretisch, ob Entlassung und Neuverbeamtung für Mangelfachkollegen ein lohnendes Pokerspiel sein könnte, wenn die Versetzung an eine Schule erfolgt, an der man nicht arbeiten möchte. Mit Mangelfach müsste man über den normalen Neubewerbungsweg doch recht unkompliziert an eine neue Stelle kommen und kann dabei vorselektieren, wo man sich bewirbt. Die Nachversicherung nach der Entlassung aus dem Dienst kann man aufschieben, so dass man auch nicht sofort alle erworbenen Pensionsansprüche verliert.

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