Beiträge von Maylin85

    Seph Ja natürlich ist mir das klar. Aber das gilt ja nur für die während der Ehe erworbenen Rentenpunkte. Während der Ehe konnte der arbeitende Partner aber Grundsteine für seine Karriere legen, die auch über die Ehe hinaus noch wirken werden, während der andere Partner ggf. ganz von vorne anfangen muss und daher niemals mehr auf ein ähnliches Niveau kommen wird. Meine Tante z.B. hatte nach ihrer Ausbildung nie gearbeitet und stand dann mit Ende 40 ziemlich doof da, als sie plötzlich alleine klarkommen musste. Ihr Ex-Mann ist später noch Prokurist bei einer Bank in FFM geworden - davon "hat" sie nichts mehr, hat aber die Familie quasi alleine geschmissen in Zeiten, als er dafür die Vorarbeit geleistet und quasi im Büro gelebt hat.

    So große Sprünge macht man mit halben Rentenpunkten aber halt auch nicht. Wenn die Karriere des Partners u.a. auch darauf beruht, dass ihm bei der Grundsteinlegung durch den Partner zu Hause der Rücken freigehalten wurde, und er auf dieser Basis bis zum Renteneintritt (d.h. auch über die Scheidung hinaus) noch diverse Beförderungen durchlaufen kann, kann man es schon fragwürdig finden, wenn die ExPartnerin mit halben Rentenpunkten für Zeitpunkt x abgegolten wird und darüber hinaus selbst im fortgeschrittenen Alter ganz unten selbst neu anfangen muss. Rechtlich sicherlich alles okay, einen faktischen Nachteil hat sie aber trotzdem.

    Das stimmt natürlich. Stichwort gleichermaßen. Ich sehe es in der Familie in einem Fall anders. Er, selbstständig, rechnet es sich so passend, dass er keinen merklichen Wohlstandsverlust zu haben scheint, vorsichtig ausgedrückt. Das Gegenbeispiel, wo alles fair verteilt wurde, gibt es aber ebenfalls. Letztlich im Ernstfall eine Charakterfrage.

    Nein, ich meinte eigentlich kein getrennt wirtschaftendes Ehepaar, sondern Aspekte wie einen Ausgleich der verringerten erworbenen Rentenansprüche. Besitzstand aufzuteilen ist ja eher der einfachere Teil, wenn jemand aber über einen Großteil des erwerbsfähigen Alters kaum in Rentenkassen eingezahlt hat, ist auch der spätere Versorgungsausgleich nicht unbedingt eine vollwertige Kompensation dafür. Ebenso macht es einen Unterschied, ob jemand Kindesunterhalt "nur" strikt nach Düsseldorfer Tabelle zahlt, sein Gehalt und Vermögen je nach Konstellation evtl. sogar noch kleinrechnen kann, oder sich hier großzügiger zeigt. Damit eine Frau, die wenig gearbeitet hat, ihren Lebensstandard einigermaßen halten kann, muss der Partner schon wohlwollend mitspielen wollen, sonst kann es böse ausgehen.

    Solche Fragen sind so lange irrelevant, wie die Beziehung funktioniert. Interessant wird es im Trennungsfall und wie dann die finanziellen Regelungen aussehen (gesetzliches Minimum oder zahlt der dann deutlich bessergestellte Partner freiwillig angemessenen Ausgleich für die Zeit, die der andere familienbedingt zurückgesteckt hat).

    Ich sehe familienintern in der Generation meiner Eltern beides und die Unterschiede sind für die Betroffenen (in diesem Fall ausnahmslos Frauen) durchaus groß.

    Ich bin inzwischen sehr okay damit, wenn ich eine gut sitzende Maske trage und mein Umfeld es hält, wie es halt möchte. Rückblickend hatte ich doch recht viele Kontakte zu Infizierten und es ist nie was passiert, also denke ich, dass die Maske ein guter Eigenschutz ist, wenn man sie konsequent trägt (in der beschriebenen Situation mit dem Schlangestehen hätte ich sie z.B. auf gelassen). Klar wäre das Schutzlevel noch höher, wenn die Umwelt auch Maske tragen würde, aber das ist eben nicht mehr so und mir reicht die Risikominimierung durch die eigene Maske, um mich ausreichend sicher zu fühlen.

    Sich darüber Gedanken zu machen, was Kollegen oder Schüler denken, kann ich auch nicht ganz nachvollziehen. Man muss es doch so handhaben, wie man sich am wohlsten fühlt.

    Hast du denn normalerweise Montag frei oder Onlinekurse? Das würde für mich rein vom Bauchgefühl her schon einen Unterschied machen. Klar kann man Onlinekurse auch aus dem Urlaub heraus geben, aber grundsätzlich ist es dann halt ein Arbeitstag, an dem man ggf. auch in Präsenz gefordert sein kann.

    An komplett freie Tage ranzugehen, finde ich dagegen auch etwas unglücklich.


    Lösen lässt es sich wahrscheinlich am besten, indem man selbst jemanden findet, der netterweise einspringt.

    Für mich sind die Spritpreise gerade auch die größte Mehrbelastung und wenn ich Abnutzung usw. mit einrechne, kostet mich jeder Arbeitstag laut Fahrtkostenrechner derzeit erstmal etwa 25€ für An- und Abreise. Läppert sich durchaus zusammen. Leider ist der ÖPNV bei einem nicht- Gleitzeit-Job aber eben auch keine Alternative, solange er derart unzuverlässig ist, dass man 1-2 Pufferbahnen einplanen und in aller Herrgottsfrüh losfahren müsste.

    Ich erwarte keine zufriedenstellenden Tarifabschlüsse, mag angesichts der derzeitigen Lage aber auch nicht darüber meckern. Eine Stabilisierung der Spritpreise wäre schön und auch gesamtgesellschaftlich wichtig.

    Das ist interessant, wie unterschiedlich die eigenen Erfahrungen sind. In der GS und im Gymi saß ich immer neben Freunden bzw. selbstgewählten Nachbarn. Ich habe keinerlei Erinnerung an erzwungene Sitzplätze.

    Und: Mein Platz war immer hinten :D

    Das deckt sich mit meinen Erinnerungen ab Klasse 7, davor wurde immer festgelegt.

    Gefiel mir oft nicht, war aber kein Drama. Außer in der Phase, als ich neben Dominik geparkt wurde, der regelmäßig ausrastete, alle Materialien vom Tisch fegte, Stühle schmiss UND auch noch furchtbar stank 😣 Mundgeruch, Körpergeruch, Klamottengeruch alles. Das war auch das einzige Mal, dass meine Mutter nach ein paar Wochen Mitleid hatte und tatsächlich mal zum Lehrer gegangen ist. Die Grundschullehrerin meinte damals, er täte mir doch gut, "dann wird die ab und an mal aus ihrer Träumerei gerissen und wach." Naja.

    Also klar, toll ist sowas wirklich nicht immer. Man muss halt Kompromisse finden, mit denen alle halbwegs leben können.

    Und was haben dann die ruhigen Kinder davon, dass sie ruhig sind? Werden zu irgendwelchen Chaoten gesetzt. Warum belohnt man diese Kinder nicht in irgendeiner Form? Wieso bekommen sie eine negative Konsequenz?

    Und: Die Unterrichtsstunde dauert 90 Minuten, die Pause 15 bzw 20 Minuten. Ob das genug für den Austausch ist...

    Außerdem, rein lernpsychologisch: Menschen arbeiten in einer Umgebung, in der sie sich wohl fühlen, besser. Oder mit Personen, die sie mögen. Klar muss das nicht immer die Freundin sein (bei meinem Kind war es zudem eine neue Mitschülerin, die sie vorher nicht kannte), man kann auch neue Kinder kennenlernen. Aber neben jemanden setzen, zur Strafe für denjenigen? Wie würde ich mich da wohl fühlen? Frau laleona, du sitzt jetzt neben Pupsekollege, damit der mal weniger pupst. Na servus.

    Ich finde es halt falsch, die Maßnahme als negative Konsequenz zu sehen. Das mag sich für das einzelne Kind so anfühlen, die Lehrerin hat aber wiederum vermutlich das große Ganze im Blick und ergreift Maßnahmen, um für die gesamte Klasse eine verbesserte (ruhigere) Lernumgebung zu schaffen. Sie scheint dabei etwas grobmotorisch und unsensibel vorzugehen, wenn sie keine Gründe für das Umsetzen nennt und deine Tochter auch alleine als Puffer "nutzt" (weswegen ich sie auch unbedingt ansprechen würde, wenn sie an dieser Stelle anscheinend selbst wenig feinfühlig ist), aber die Intention ist ja grundsätzlich keine schlechte.

    Was den "Austausch" in der Stunde angeht, sehe ich das etwas anders. Grundsätzlich soll in der Stunde ja gearbeitet und nicht mit der Freundin geschnackt werden, also sollte der Sitzplatz eher egal sein. Für kooperative Arbeitsphasen hat man im Normalfall dann doch eh wechselnde Zusammenstellungen, so dass die Sitzordnung gar nicht so arg ins Gewicht fallen sollte. Ich habe es z.B. immer so gemacht, dass die Unterstufler sich am Anfang des Schuljahres für Partnerarbeitsphasen 3 feste Partner selbst aussuchen durften, mit denen sie dann unabhängig vom Stammsitzplatz durchrotierend zusammenarbeiten konnten. Aber selbst wenn man sowas nicht macht, gibt es doch bestimmt bei wechselnden Sozialformen auch häufig auch mal Gelegenheit zur Zusammenarbeit mit Freundinnen.

    Ich würde mir die Festlegung der Sitzordnung jedenfalls gerade in 5/6 nicht aus der Hand nehmen lassen wollen und je nachdem, welche Charaktere dort so zusammenkommen, geht es ohne Pufferkinder auch schlichtweg gar nicht.

    Na klar sitzt man als Kind lieber neben den Freundinnen, das ist ja normal. Ich erinnere mich aber, dass Sitzordnungen auch zu meiner eigenen Schulzeit in der Regel vom Lehrer festgelegt wurden (Grundschule wie auch weiterführende Schule) und ich selbst war auch oft der Puffer. Als Kind fand ich das doof, aus Lehrersicht denke ich, dass meine Aufgabe darin besteht, die Gesamtgruppe im Auge zu behalten und dort eine möglichst ruhige Arbeitsatmosphäre zu erzeugen. Sitzordnung ist dabei ein wesentlicher Faktor, wobei man es natürlich geschickterweise nicht so angehen sollte, dass ein Kind sich "bestraft" fühlt.

    Mein Weg war daher immer, offen zu kommunizieren, dass die Sitzordnung nach dem Hauptkriterium Ruhe gestrickt ist, und gleichzeitig deutlich zu machen, dass das natürlich nicht heißt, dass man nie mit seinen Freunden arbeiten darf. Und ich habe wie gesagt auch immer versucht, die Puffer nicht einzeln irgendwo zwischenzusetzen, sondern im Zweierpack.

    Wenn es für laleonas Tochter so ein riesen Problem ist, würde ich es ansprechen und darum bitten eine Lösung zu finden, bei der sie zumindest auf einer Seite noch jemanden sitzen hat, neben dem sie sich wohler fühlt.

    Hm, also ich hatte 2x Klassenleitungen in Klasse 5 in den letzten Jahren und da habe auch ich die Sitzordnung festgelegt. In den ersten 1-2 Woxhen durften sie sitzen, wie sie wollten, aber als ich sie dann ein wenig einschätzen konnte, habe ich "sortiert". Und ja, dabei habe ich auch versucht, die ruhigen Kinder als Puffer zu platzieren. Allerdings habe ich mich bemüht, dann eher zwei "Pufferkinder" zwischen die Störer zu setzen, damit ein ruhiges Kind nicht beidseitig von Chaoten flankiert ist.

    Neben Freundin oder Freund sitzen muss nicht sein, finde ich. Dafür gibts doch genug Pausen 😊

    Ich war mit einem Haufen Ruhrpott-Siebtklässler unterwegs, jemand zeigte auf einen Förderturm, fragte, was das für ein "Turm mit Rad" sei und ich schaute in 28 ebenfalls ratlose Gesichter. NIEMAND konnte dazu was sagen.

    Es gibt nichts, was es nicht gibt...

    Letztlich ist das wohl alles Geschmackssache und hängt von der eigenen Arbeitsweise ab. Ich lasse auch bevorzugt ein Programm rechnen und schaue dann bei den Zeugnisnoten "nur noch", ob es so passt oder pädagogische Gründe gegen die errechnete Note sprechen.

    Ich bin im Sommer von digital wieder auf händisch umgestiegen, da meine bisher genutzte Notenapp auf dem Dienstlaptop leider nicht läuft und man neben dem Dienstgerät ja keine Privatgeräte weiternutzen darf. Fazit nach einem Quartal: ich finde es schrecklich, habe gefühlt ein riesen Chaos, dokumentiere erheblich lückenhafter als vorher und fühle mich irgendwie "unprofessioneller". Werde mich jetzt zum Quartal auf die Suche nach einem Programm begeben, das auch auf Windowssystemen läuft.


    Wie verhält es sich eigentlich mit der Untis-App auf dem Handy? Ist das strenggenommen überhaupt zulässig oder gehört auch das nur auf Dienstgeräte?

    Das stimmt, aber als unsoziales Stück muss man sich dann doch bezeichnen lassen. Dabei habe ich bezüglich Corona stets das gesetzlich erlaubte gemacht, aber das ist halt "zu wenig". Hier wird Selbstkasteiung als Tugend dargestellt.

    Es ist auch nicht gesetzlich vorgeschrieben, für gebrechliche Omis in der Bahn aufzustehen. Rücksichtsvoll und ggf. situativ angemessen ist es halt trotzdem...

    In der Sek I galt an meiner alten Schule auch die Regelung, dass nur volle Noten zu geben sind (interne Notizen für einen selbst davon unbenommen). Ich habe es ehrlich gesagt 7 Jahre lang konsequent ignoriert, weil ich +/- für die Schüler schon auch aufschlussreich finde, aber strenggenommen hätte man es nicht drunterschreiben dürfen.

    Nachdem wir vorhin schon bei der anekdotischen Evidenz waren:

    Als ich zwischendurch in anderen Bundesländern unterrichtet habe und dort die regelmäßige Vokabelabfrage eingeführt habe (- sehr zum Entsetzen der Schüler*innen -), habe ich durchaus eine Vergrößerung des Wortschatzes erleben können.
    Vereinzelt (!) habe ich dies auch nach dem Abi von Oberstufenschüler*innen als Feedback bekommen, dass sie die Abfragen zwar gehasst haben, dass sie aber selbst gemerkt haben, dass es etwas gebracht hat.

    Noch (!) vereinzelter haben sich schwache Schüler bedankt, dass sie so eine Möglichkeit hatten, ihre Noten zu verbessern. Aber ich will diese Rückmeldungen nicht verallgemeinern, das waren wirklich Einzelfälle.

    Ist das in Fremdsprachen denn ungewöhnlich? In 5 und 6 habe ich immer wöchentliche Vokabeltests geschrieben, in der Sek I abgewechselt zwischen mündlichen und schriftlichen Abfragen. Aber komplett ohne Vokabelabfragen kenne ich Fremdsprachenunterricht gar nicht.

    Schmidt

    Ich mag das pauschale Abkanzeln von Auswendiglernen nicht. Als Arbeitsgrundlage, um von dort aus dann weiterzudenken, finde ich es nicht verkehrt und bei aller Kompetenzorientierung schadet ein wenig "stumpfes" Faktenwissen meines Erachtens auch nicht. Es wird ja nicht erwartet, dass Schüler seitenweise Buchseiten lernen, aber sie sollten die Inhalte der letzten Stunde wiedergeben und ggf. auch den Erkenntnisgewinn nochmal zusammenfassend nachvollziehen können. Ich finde, das ist nicht zu viel verlangt und benötigt vielleicht 10-15 Minuten häusliche Vorbereitung.

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