Beiträge von Maylin85

    Mich befremdet unabhängig vom Verhalten des Mannes das hier vorherrschende Verständnis für diese Art von Protest. Ich habe noch nie mit jemandem über dieses Thema gesprochen, der sich darüber verständnisvoll und berfürwortend geäußert hat - schönes Beispiel für die verschiedenen Bubbles, in denen man so unterwegs ist 😊

    Die "radikal" in Erscheinung tretenden Aktivisten sind überproportional Menschen, die in irgendeiner Form gerde auf Kosten anderer bzw. der Gesellschaft leben, die sie mit ihren Aktion angehen. Nicht zuletzt Studierende, die ein kostenloses Bildungsangebot in Anspruch nehmen, das u.a. von denen gegenfinanziert wird, denen sie mit ihren Aktionen schaden.

    Ich habe weder was gegen Klimaaktionismus noch gegen junge Leute mit Idealen. Junge Leute dürfen und sollen Illusionen haben und an eine bessere Welt glauben. Aber bitte mit ein wenig Respekt gegenüber Mitmenschen und mit zielgerichteten Aktionen. Die Art des Protests ist einfach hohl. Und hier bin ich mal ausnahmsweise einer Meinung mit Herrn Lindner: wer konkrete Ideen und Forderungen hat, gründe doch bitte eine entsprechende Initiative, Partei oder Organisation und suche sich Mehrheiten. Ich sehe diese Mehrheiten da draußen derzeit nicht. Hier wiederum verwundert das Verständnis für diese Gruppierung nicht... den Ruf des weltfremden, linksversifften Ökofuzzis hat sich der Berufsstand des Lehrers ja hart erarbeitet 😊

    Der Unterschied ist aber, dass du ganz gezielt eine bestimmte Person treffen möchtest und außerdem eine Sachbeschädigung begehst. Staus aufgrund einer Klima-Aktion oder sonstigen Demo tun das beide nicht. Übrigens entstehen Staus durch zu viele Autos. Täglich an meinem Wohnort zu besichtigen.

    Wenn ich willkürlich grillende Menschen im Stadtpark belästige, wird dabei ebenso wenig eine bestimmte Person ausgewählt, wie wenn ich mich zufällig vor ein xbeliebiges Auto klebe. Beide kreuzen zufällig meinen Weg.

    Sachbeschädigung lasse ich meinetwegen gelten, wobei ein unnötig verursachter Stau ebenfalls Zeit und Geld kostet.

    Punkt ist, dass beides völlig schwachsinnig und übergriffig und belästigend ist.

    Allein die Ausdrucksweise ... Alles hobbylose, verzogene Rotzgören. Genau.

    Naja, wer Montag bis Freitag aktiv damit beschäftigt ist seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, hat dafür jedenfalls keine Zeit.

    Sollte jemand nachweislich dort seinen Jahresurlaub auf der Straße verbringen, nehme ich selbstverständlich alles zurück und zeige mich angemessen beeindruckt.

    Tja fossi, die meisten Menschen sind vermutlich ganz simpel damit beschäftigt, ihren Alltag bestmöglich zu organisieren. Dazu gehört auch die Frage, wie man bestmöglich zur Arbeit, zum Einkaufen etc. kommt. Möchte man das Verhalten vieler Menschen ändern, braucht es ERST EINMAL gute alternative Verkehrskonzepte. Es gibt Städte, in denen man mit den Öffis schneller ist als mit dem Auto (Münster fällt mir hier stellenweise ein - Ampeln blöd geschaltet, überall 30er Zonen, Busspur) und wo der Mensch als grundsätzlich vernunftgesteuertes Wesen aus ganz naheliegenden Gründen ganz automatisch in großer Anzahl auf andere Verkehrsmittel umsteigt. Woanders ist das eben noch nicht der Fall.

    Mal ganz abgesehen davon kann ich die Mär, das Schicksal des Weltklimas entscheidet sich auf Deutschlands Straßen, auch nicht mehr hören. Bevor man Leuten die Alltagsbewältigung verkompliziert, könnte man erstmal Kreuzfahrten und Holzöfen und Feinstaubparty an Silverster und ähnlich unnötigen Blödsinn verbieten, um einzusparen. Und idealerweise parallel an der Umstellung auf Alternativen zu Diesel und Benzin arbeiten. Die Landwirtschaft wäre auch ein interessanter Ansatzpunkt für Klimarettungsbestrebungen. Die Stelle, an der diese "Aktivisten" ansetzen, ist für mich nicht verständlich und sinnfreier Aktionismus.

    Also ich persönlich halte ja Fleischkonsum für ein Verbrechen an Tier und Umwelt. Das legitimiert mich trotzdem nicht dazu, im Sommer durch die Gegend zu laufen und grillenden Leuten einfach mal ne Schippe Sand in den Grill zu kippen, um halt einfach mal ein bisschen zu belästigen und den Spaß an der Sache zu verleiden. Hätte vermutlich zu Recht niemand Verständnis für und würde auch kaum zu Verhaltensänderungen animieren.

    Die überwältigende Mehrheit setzt evtl. einfach andere Prioritäten. Ich sage nicht, dass ich das befürworte, aber es steht einer Miniminderheit unausgelasteter junger Erwachsener auch nicht zu, ihre Mitmenschen zu bevormunden bzw. zu entsprechendem Verhalten nötigen zu wollen.

    Ich frage mich gerade wer hier eigentlich dämlich ist: Leute, die sich auf der Strasse festkleben oder Leute denen man erklären muss, dass man den Motor eines Autos auch abstellen kann wenn man gerade nicht fährt.

    Es geht doch nicht darum, dass man den Motor abstellen KANN, sondern darum, dass das faktisch kaum jemand tun dürfte. Das kann man doof finden, ist aber halt so.

    Wenn man sich mit Polizist:innen unterhält, dann kommt vor allem eins heraus. Es ist die Tatsache, dass man sich überall, nämlich Polizei, Jugendamt, Schule, Justiz kaputt gespart hat und der gesamte Laden nicht mehr so funktioniert wie er soll.

    Würde er funktionieren, dann hätten wir mehr Lehrer die auch Zeit hätten für Beziehungspflege, wir hätten mehr Leute in der Sozialpädagogik die so frühzeitiger intervenieren können, wir häten in den Jugendämtern mehr Leute, so dass es auch Sinn machen würde dort anzurufen. Im Moment bewegen die sich nur, wenns lichterloh brennt, Schwelbrände lässt man laufen.

    Mal blöd gefragt: wie viel Geld und Ressourcen muss eine Gesellschaft denn aufwenden, bis man ein gesellschaftskonformes Verhalten erwarten und das Problem bei den entsprechenden Tätergruppen statt auf staatlicher Seite sehen darf?

    Natürlich wäre das alles "wünschenswert". Sich normal verhaltende Menschen brauchen aber in der Regel gar keine staatliche Intensivbetreuung, die den Steuerzahler schwer belastet. Und man muss sich auch mal fragen, warum diese Jobs keiner mehr machen möchte - der Personalmangel ist ja eben nicht nur Stellenstreichungen geschuldet, sondern auch den vielen unbesetzten Stellen, weil man sich 3x überlegt, ob man als Sozialpädagoge oder im Jugendamt Leute in Brennpunkten betreuen möchte. Meine Schwester ist seit 4 Jahren im Jugendamt tätig. Kein ausgewiesener Brennpunkt, dennoch ist keiner (!) der Kollegen, mit denen sie damals angefangen hat, noch da, und sie selbst ist auch auf dem Absprung. Der Laden wird unterhalb der Abteilungsleitungsebene getragen von Berufsanfängern, die frisch aus dem Studium kommen, und dann schnell wieder verschwinden. Das liegt nicht an den (wirklich nicht schlechten) Konditionen, sondern am Klientel, mit dem man sich langfristig nicht rumschlagen möchte.

    Natürlich soll und muss es überall dort, wo es problematische Strukturen gibt, Intervention und Hilfsangebote geben. Die gibt es in der Regel auch, wenn auch aus diversen Gründen sicherlich nicht in unbegrenztem Ausmaß. Ich finde es aber auch nicht richtig, ständig irgendwelche Rechtfertigungen außerhalb des Verantwortungsbereichs der Täter zu suchen. Und wenn man feststellt, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen überproportional oft auffällig werden, muss man auch eine sachliche Debatte über andere rechtliche Konsequenzen führen dürfen. Laut BKA Statistiken sind in der Kategorie Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen sowie bei Raubdelikten über 40% der Tatverdächtigen nicht deutscher Herkunft, bei sexuellen Übergriffen und schwerer Körperverletzung sind es deutlich mehr als 30% (hab die genauen Zahlen nicht im Kopf). Ich heiße jeden Zuwanderer, der hier friedlich leben möchte, herzlich willkommen. Aber totzuschweigen, dass es hier offensichtlich ein Problem mit Teilgruppen gibt, ist nicht konstruktiv. Und wieso bei Straffälligkeit nicht sofort rigoros abgeschoben wird, muss man auch hinterfragen dürfen ohne direkt mehr oder weniger latent in eine rechte Ecke gedrängt zu werden. Es ist nicht alles mit angeblichem "Versagen" diverser Behörden zu rechtfertigen.

    Durch das Wegzerren wird ein Verkehrshindernis rechtzeitig beseitigt, das finde ich sehr begrüßenswert und anständig von dem Herrn. Das Treten finde ich jetzt nicht so gelungen, ist mir in so einem Fall aber offen gestanden egal. Die Typen belästigen und nötigen mit einer Selbstverständlichkeit willkürlich Mitbürger im öffentlichen Raum, dass der Tritt zumindest nicht den Falschen trifft.

    Ich würde es verstehen, wenn die Herrschaften sich an Kreuzfahrtterminals oder auf Rennstrecken kleben, aber Leuten in den Alltag zu grätschen, die einfach nur ihren Verpflichtungen nachgehen, ist eine eigene Form von unangemessener Gewalt, die eben auch mal Gegengewalt erzeugt. Sollte man einkalkulieren, wenn man anderen Menschen gezielt auf den Sack geht.

    Ich hab einmal nach ewiger, sich im Kreis drehender Diskussion jemandem die Übersicht mit den Notendefinitionen und Kriterien in die Hand gedrückt und ihn aufgefordert, mir bitte auf dieser Basis stichhaltig schriftlich zu begründen, warum er sich bei einer 3 statt 4 sieht. Ich habe nie was bekommen.

    Ich finde, man darf weder die Tat eines Einzeltäters zur Stigmatisierung einer Gruppe instrumentalisieren, noch tut man sich einen Gefallen, wenn man Hintergründe - und dazu gehören auch Herkunft und Nationalität - krampfhaft totschweigt. Gerade bei Messerangriffen scheint es gewisse Korrelationen zu geben. Im schulischen Kontext muss es auch erlaubt sein anzusprechen, wenn das Aggressionspotential und die Verhaltensauffälligkeiten bei bestimmten Bevölkerungsgruppen überdurchschnittlich hoch sind. Ich bin der Meinung, dass eine ehrliche Bestandsaufnahme hier Grundlage aller Überlegungen bezüglich Präventationsmaßnahmen sein muss.


    An der Frage eines angemessenen Strafmaßes, und letztlich auch Strafrechts, scheiden sich die Geister. Ich empfinde in Deutschland deutliche Verschärfungen als überfällig.

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