Beiträge von Maylin85

    Ich finde den Job nicht sonderlich abwechslungsreich. "Abwechslungsreich" sind die pädagogischen "Herausforderungen" in den verschiedenen Lerngruppen, falls man sowas mag (ich halte den Aspekt aber nicht für sonderlich geeignet, um damit Werbung für den Job zu machen). Dagegen arbeitet man auf der Inhaltsebene auf ziemlich trivialem Niveau, was mit fortschreitenden Jahren eher mehr als weniger dröge wird. Mal eine andere Lektüre oder ein anderes Raumbeispiel auszuwählen, ist auch eine eher überschaubare Art der Abwechslung.


    Ich würde den Job in einem zweiten Leben nur dann noch einmal ergreifen, wenn es eine korrekte Arbeitszeiterfassung gäbe, ohne Inklusion, und wenn der Handlungsspielraum für den Ausschluss von Dauerstörern größer wäre.

    Bei uns sind auch schon Stellen leer gelaufen. Hat man noch viele Dienstjahre vor sich, lohnt sich eine Beförderung angesichts des geringen Verdienstunterschieds zwischen A13Z und A14 (bei entsprechend Mehrarbeit) ja eigentlich auch nur, wenn man noch höhere Ambitionen hat und es nur als Durchgang sieht. Ansonsten wäre das für mein Empfinden etwas, was man eher in zeitlicher Nähe zur Pensionierung anstrebt...

    Das ist auch so. Ich sag nur, im Vergleich mit Geo finde ich Englisch dankbarer, weil ein guter Teil auch einfach zeitlos ist (Lektüren z.B. oder gewisse Klassiker in der Redeanalyse, Grundlagentexte usw.). Keines der Fächer eignet sich dafür, auch bloß 3 Jahre in Folge das gleiche Material aus der Schublade zu ziehen, aber der "Aktualisierungsaufwand" in Geo erscheint mir ungleich höher.

    Englisch ist bei mir noch das weniger anpassungsbedürftige Fach, obwohl sich auch da in den letzten Jahren einiges geändert hat. Ich verfluche mittlerweile Geo, weil man eigentlich jedes Jahr zu fast jedem Thema neue Daten zusammensuchen darf, wenn man halbwegs aktuell bleiben möchte. Das Halbjahr zum Thema Energieversorgung ist gefühlt ständig überholt und kann man jedes verdammte Jahr komplett neu machen 🙄

    Warum lege ich nicht einfach einen Ordner an und stelle den in mein Dienstzimmer in Schule? Ach so, ich habe gar kein Dienstzimmer in der Schule.

    Bei uns stehen zumindest die Notenmappen einfach im Lehrerzimmer rum (vermutlich nicht datenschutzrechtskonform, aber das ist wiederum nicht meine Baustelle sondern die derjenigen Person, die das Verfahren so anweist).

    Sollte auch das nicht möglich sein, liegt der Verdacht nahe, daß sie diese gar nicht angefertigt hat und die "Krankheit" nur der Verdeckung dient.

    Selbst wenn... stellt sich heraus, dass die psychische Belastung schon in den Wochen und Monaten vor dem Ausfall so groß war, dass die Kollegin nur noch die äußere Fassade aufrecht halten konnte und nicht unmittelbar sichtbaren Aufgaben wie der Dokumentation schon nicht mehr gerecht werden konnte, was ändert das dann am Ist-Zustand?

    Möchte man so etwas vermeiden, muss man sicherstellen, dass Dokumentationen regelmäßig an einem zentral abrufbaren Ort erfolgen. Dort würde dann auch rechtzeitig auffallen, wenn etwas fehlt.

    Jeder halbwegs normal gestrickte Lehrer würde wohl von sich aus seine Notizen weitergeben. Aber. Ganz korrekt ist die Anspruchshaltung, aus dem Krankenstand heraus irgendwas zu leisten (und sei es "nur" eine Weitergabe von Leistungsständen), eigentlich auch nicht. Krank ist krank. Wenn jemand verunfallt oder ins Koma fällt, muss man es ja auch anders lösen.

    Vermutlich ist genau sowas der Hintergrund, warum wir die Noten der einzelnen Klassenarbeiten zentral dokumentieren (hab nie so recht verstanden, was genau das eigentlich soll). Im Fall des Falles kann man dann zumindest was aus den schriftlichen Noten basteln.

    Ich denke leider auch, dass die Alternativen begrenzt sind - insbesondere, wenn man eben keine Lehrtätigkeit mehr machen möchte und auch generell nichts Pädagogisches. Ich habe über die Jahre immer mal wieder Bewerbungen rausgeschickt, hatte auch einige Bewerbungsgespräche und Stellenangebote z.B. in der Studienberatung an einer Fachhochschule, in der Ausbildungsbetreuung eines recht großen Unternehmens (dazu hätte nicht nur die Azubibetreuung selbst gehört, sondern auch so Dinge wie Repräsentation auf Bildungsmessen usw.) und im Orgabereich im Messewesen (das habe ich allerdings auch im Studentenjob schon gemacht). Allen Stellen war gemein, dass sie verglichen mit unserem Gehalt wahnsinnig schlecht bezahlt gewesen wären und Umzüge/räumliche Flexibilität erfordert hätten, zu der sich nicht bereit war. Dazu kommen dann natürlich noch die Abstriche bei der Rentenversicherung.

    Ansonsten weiß ich von den Töchtern unser Ex-Nachbarn, dass sie gemeinsam ausgestiegen sind und ein großes Förderzentrum (heißt irgendwie anders, mir fällt der Name nicht sein) aufgezogen haben, wo alle möglichen Leistungen gebündelt angeboten und vermittelt werden (Nachhilfe, aber auch sowas wie Logopädie, Förderung der motorischen Entwicklung, LRS Förderung usw.). Waren beides Sonderpädagogen. Der Laden scheint ganz gut zu laufen.

    Ich kann verstehen, dass man das so in Anspruch nimmt, wenn man sich prüfungsfähig fühlt und der Nachschreibtermin noch ewig hin ist. Aufsicht hätte ich über eine solche Schülergruppe nicht führen wollen, aber vielleicht sieht man das frisch genesen entspannter und es finden sich unkomplizierte Lösungen mit Freiwilligen.

    Sich einfach vor Prüfungen nicht zu testen und in Kauf zu nehmen ein Superspreading auszulösen, finde ich dagegen extrem fragwürdig.

    Mich verwundert auch sehr, dass Isolation anscheinend nicht für Prüfungen gilt. Ich meine mich aber zu erinnern, dass es in NRW genauso geregelt war. Wir hatten noch diskutiert, dass es eine absolute Zumutung ist, in einem Extraraum mit wissentlich positiven Schülern Aufsicht führen zu müssen. Wurde bei uns aber glücklicherweise nicht nötig.

    Um die Dinge mal wieder in Perspektive zu setzen, ich war zwei Tage in England, jetzt in den USA. Maskentragen im Promillebereich, keinerlei masken in vollen Bussen, Flughäfen und Flugzeugen. Auch die ältere "Risikogruppe" nicht. Ich könnte kotzen und heulen, wenn ich sehe, dass der Lappen in Bus und Bahn in DE immer noch Pflicht ist.

    Aber wahrscheinlich sind das eh alles Idioten, die ich gesehen habe die letzten Tage, sind ja fliegende Umweltsünder.

    Wahrscheinlich steigen diejenigen, die lieber vorsichtiger sind, unter diesen Voraussetzungen schlichtweg nicht in Busse und Flugzeuge und treten daher nicht in Erscheinung. Ich würde es jedenfalls nicht tun.

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