Beiträge von Maylin85

    Also ich brauche den Korrekturrand definitiv. weil ich eben nicht nur mit Korrekturzeichen hinkomme. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass zumindest für Englisch irgendwo festgeschrieben ist, dass Positivkorrektur erfolgen soll. Ich finde es auch (für die Schüler und auch für mich selbst, falls Nachfragen zur Note und zu einzelnen angestrichenen Stellen kommen) nicht hilfreich, nur Logikfehler oder fehlerhafte Auslegungen von Textstellen mit einem Zeichen zu markieren, sondern schreibe immer noch kurz dazu, was genau daran nun missverstanden wurde, unlogisch ist, wie man besser belegen könnte, etc.

    Und es stimmt zwar, dass die längere Schreibzeit nicht auch automatisch komplexere Klausuren bedeuten muss, aber viele Schüler schreiben halt grundsätzlich so lange, wie sie eben können. Zudem haben sich die Wortzahlen der Ausgangstexte in den letzten Jahren erhöht und auch das macht sich bemerkbar. Ich habe den Eindruck, dass sich die Korrekturzeiten durch diese zwei Stellschrauben deutlich spürbar verlängert haben.

    Ich habe am Anfang der Ferien 7 fette Ikeatüten an länger nicht genutztem Material und Büchern weggeschmissen und fühle mich extrem befreit 🤗 Das, was jetzt noch da ist, ist sortiert, ordentlich und passt auf 4 x 80 cm oder ist alternativ digital abgelegt. Das Chaos war wirklich nicht mehr auszuhalten.

    Bei uns hat die Fachkonferenz leider auch dafür gestimmt, das obere Maximum der Klausurzeiten auszunutzen. Korrekturtechnisch macht es wirklich einen (unerfreulichen) Unterschied, dass nun auch schon die Q1 180 Minuten schreibt und die EF 135.

    Ich hatte letztes Jahr Englisch LK Q1, GK Q1, LK Q2 und Erdkunde EF und GK Q2. Dazu eine Klassenleitung in der 7. Das war korrekturtechnisch schon herausfordernd, aber gleichzeitig bin ich immer dankbar über viel Oberstufe und wenig Sek I. Einen Tod muss man halt sterben.

    Wichtig ist wirklich zeiteffizientes Korrigieren. Ich korrigiere eigentlich "gerne" mit vielen ausführlichen Anmerkungen, Querverweisen usw., versuche aber gerade gezielt, mir das abzugewöhnen.

    Was mündliche Abiturprüfungen angeht, so habe ich für beide Fächer sequenzbegleitend mögliche Fragen und Impulse für den 2. Prüfungsteil gesammelt, so dass ein Fundus da ist, aus dem man sich schnell was stricken kann. In Teil 1 finde ich Erdkunde auch aufwändiger als Englisch, bediene mich da aber mittlerweile auch gerne einfach mal an Verlagsmaterial (z.B. die Klausurvorschläge von Raabe lassen sich oft gut zu mündlichen Prüfungen zusammenkürzen). Oder man nimmt halt Raumbeispiele aus nicht an der Schule genutzten Schulbüchern. Ich bin auch weg von dem Anspruch, dass alle Prüfungen superaktuelle Daten und Zahlen vom letzten oder vorletzten Jahr beinhalten müssen (die Recherche kostet nämlich oft Zeit ohne Ende). Was ich sagen will: gestalte es dir so, dass Zeitaufwand und Resultat in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen.

    Allzu viel bewege ich mich da draußen auch nicht mehr, aber an solchen Tagen finde ich den Morgen und den langen Abend traumhaft. Das finde ich dann doch schöner als Jackentemperatur im August.

    Den Abend mag ich auch 👍 Beim Morgen fängt das Elend aber ja schon an - ich schlafe gerne LANGE und werde genötigt, in aller Herrgottsfrüh aufzustehen, um wenigstens noch eine Gassirunde bei erträglichen Temperaturen zu schaffen. Ich habe definitiv absolut keinen Spaß daran, mich an freien Tagen jenseits meiner Wohlfühluhrzeit durch den Wald zu schleppen 🙄

    Ich bin dennoch dankbar, dass die heißen Tage dieses Jahr bisher nur in den Ferien lagen. Dabei auch noch arbeiten zu müssen, ist unlustig.


    Fußgängertunnel... darf man da seinen Campingstuhl aufstellen und sich längerfristig niederlassen? 🙃

    Ich wollte nach dem Ref auf keinen Fall weiter in der Schule arbeiten und brauchte 4 Monate, um mich dazu durchzuringen, probeweise doch mal eine Vertretungsstelle anzunehmen. Damit kam dann aber auch die Erkenntnis: eine Stelle nach dem Ref ist nicht das Ref. Man steht nicht mehr unter Dauerbeobachtung, hat nicht ständig Beurteilungen vor der Brust und es kehrt deutlich mehr Ruhe ein. Letztlich hat sich die negative Gefühlslage, die sich nach dem Ref eingestellt hat, recht schnell aufgelöst.

    Für mich sind Tage über 30 Grad verlorene Tage, weil mein Körper bei Hitze einfach nicht funktioniert und ich den ganzen Tag nur darauf warte, dass er endlich vorbei ist. Vorgestern hab ich mir den Luxus gegönnt, einfach sinnlos 3 Stunden klimatisiert Auto zu fahren und hätte schon beim Aussteigen spontan gerne noch eine vierte Stunde drangehangen. Ich hasse es einfach nur. Dauerhafte 15-22 Grad wären ein Träumchen 😊

    Erwartest du, dass man dir in Zukunft den Kopf abreißen wird, wenn du nicht konsequent genderst, oder wie war das mit "reichen wird" gemeint?

    Kopf abreißen wohl nicht, aber der gesellschaftliche Konsens kann sich ja durchaus ändern. Die Generation unserer Schüler legt meinem Eindruck nach z.B. deutlich mehr Wert aufs Gendern als meine Generation oder gar die meiner Großeltern. Insofern gehe ich davon aus, dass es in den nächsten Jahren ganz sicher zu einem Sprachwandel kommen wird und man irgendwann überlegen werden muss, ob man ewig gestrig bleibt oder mitzieht.


    pepe

    Auswanderndenhaus? Ausgewandertenhaus? Auswanderungshaus? Denke, da gäbe es zumindest Möglichkeiten.

    Sind das nicht auch Beispiele für "gegenderte Sprache"?!

    Teilweise, siehe s3g4s Posting. Ob ich korrekt gendere oder nicht, ist mir dabei aber überwiegend auch egal. Ich bemühe mich, inklusiv zu formulieren, ohne dass es komplett gegen mein Sprachempfinden geht. Das erfordert eben Kompromisse. Momentan funktioniert es für mich noch so, ob das auch zukünftig reichen wird, wrd sich halt zeigen.

    Generell würde ich inkludierende Begriffe a la "Studierende" tendenziell gängiger finden, als Konstruktionen mit Sternchen, Doppelpunkten oder sonstwas. Lehrende statt LehrerInnen, Konsumierende statt KonsumentInnen, Pilotierende statt PilotInnen. Geht halt nicht überall.

    Für mich persönlich geht gegenderte Sprache auch gegen mein sprachästhetisches Empfinden. Ich nutze sie auch nicht, sondern schreibe einfach weiterhin "Schülerinnen und Schüler" oder "Studierende", statt irgendwelche Doppelpunkt- oder Unterstrichkonstruktionen zu verwenden. Dennoch denke ich, dass es gute Gründe fürs Gendern gibt und ein Sprachwandel zeitgemäß und angemessen ist. Es wäre nur hilfreich, wenn es dafür einheitliche und den Sprach-/Lesefluss nicht unterbrechende Regelungen gäbe. Bisher sehe ich die leider nicht.

    Im schulischen Kontext sind wir zu genderneutraler Sprache angehalten, haben aber keine einheitlich zu verwendende Form festgelegt.

    Ich denke, diese Aussagen basieren einfach auf der Erfahrung mit Kleinkindbetreuung und der Erkenntnis, dass es für die meisten Kinder eben nicht vorteilhaft ist. Und ja, möglicherweise auch Schaden anrichtet. Gibt genügend Psychologen, die diese Auffassung vertreten und ist also sicherlich auch nicht ganz aus der Luft gegriffen.

    Aber natürlich ist jedes Kind individuell und es wird auch Fälle geben, für die es super funktioniert. Die Frage ist, ob Eltern immer ehrlich sind in der Reflexion, ob sie tatsächlich genau so ein Kind erwischt haben oder ob das "alles prima" nicht oft auch etwas geschönt ist...


    Btw fände ich weniger Kinder als Konsequenz reiflicherer Überlegungen, ob man überhaupt die nötigen Voraussetzungen mitbringt, ein Kind bedürfnisgerecht aufziehen zu können, alles andere als negativ.

    Ich kann mir schon vorstellen, dass man als Mutter irgendwann wieder raus möchte und sich natürlich auch aus guten Gründen seine Unabhängigkeit erhalten, keine Einbußen bei Renteneinzahlungen hinnehmen möchte usw.

    Dennoch. Ich habe mal eine Masterarbeit zur frühkindlichen Entwicklung und den Effekten von institutioneller Betreuung Korrektur gelesen. Wenn ich mich richtig erinnere, kam dabei heraus, dass die soziale, kognitive und emotionale Entwicklung von Kindern aus schwierigen Verhältnissen bzw. Elternhäusern, in denen sich wenig gekümmert und gefördert wird, positiv beeinflusst wird. Für alle anderen lassen sich eher negative Effekte beobachten. Eine Freundin von mir leitet eine beschauliche, kleine, personell gut ausgestattete KiTa in Bayern und sagt, obwohl sie überzeugt davon ist gute Arbeit zu leisten, würde sie ihrem Kind das nie antun. Ihr Mann und sie haben jahrelang vorausschauend gespart, um sich 3 Jahre Auszeit für die Kinder leisten zu können. Schaue ich mir die Kinder im Freundeskreis an, fallen die "Fremdbetreuungskinder" (mit hohen Wochenstundenzahlen) dadurch auf, dass sie auffällig schlechter erzogen sind als die Kinder, die den Tag mit einem Elternteil verbringen.

    Daher, auch wenn es sicherlich antiquiert ist und die Eindrücke überwiegend anekdotisch: mir erscheint der Trend zur frühen Vollzeitbetreuung mit Blick auf die Kinder etwas fragwürdig und oftmals auch egoistisch. Aus Elternsicht kann ich die Vorteile aber natürlich nachvollziehen.

    (Damit das nicht missverständlich rüber kommt: ich habe überhaupt nichts gegen stundenweise Betreuung, mir geht es eher um klassische 8-Stunden-Jobs, die dann oft 9-10 Stunden Betreuung für Kinder bedeuten. In unserem Job sind auch bei einer Vollzeitstelle ja überwiegend Lösungen möglich, bei denen die Kinder glücklicherweise nicht nur zum Schlafen zu Hause sein dürfen.)

    Also darf man deiner Meinung nach nicht Vollzeit arbeiten, wenn man Kinder hat? (bis welchem Alter?)

    Von "dürfen" würde ich bei diesem Thema natürlich nicht sprechen sollen und sicherlich gibt es auch Konstellationen, in denen das gut funktioniert. Für mich wäre es aber zumindest nicht vorstellbar, nein. Wozu Kinder, wenn man eigentlich keine Zeit und/oder kein Geld dafür hat? Kann ich halt wirklich überhaupt nicht nachvollziehen, wieso ein Kind unbedingt sein muss, obwohl die Voraussetzungen gar nicht gegeben sind, um sich dann auch selbst angemessen darum zu kümmern.

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