Ich habe dieses Jahr ausnahmsweise mal keine Klassenleitung, davor hatte ich (sehr un(frei)willig) 2x Unterstufe. Mir ist schon klar, dass da ein gewisses pädagogisches Handeln dazugehört, aber für mein Verständnis gibt es eben auch Grenzen. Ich bin erreichbar, biete gerne Hilfe an, halte normalen Kontakt zu Schülern und Eltern... aber ich sehe es nicht als meine Aufgabe, mir ein Bein auszureißen für Kinder, die sich verweigern. Und speziell in dieser konkreten Situation jetzt würde ich definitiv niemandem hinterhertelefonieren, solange die Aufgaben hier eben gar nicht bewertbar sind.
Beiträge von Maylin85
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Ja! ES reicht eben nicht, Arbeitsaufträge per pdf zu verschicken. Wenn man von den Schülern trotz der Bitte um Rückmeldung nichts liest, muss man schonmal anrufen oder zur Not auch hinfahren - das ist unser Auftrag.
Das sehe ich z.B. überhaupt nicht so. Die Schüler wissen, dass es Aufgaben gibt und dass diese in der Cloud hochgeladen werden. Ich habe vorab einmal zentral abgefragt, ob alle meine Schüler darauf zugreifen können - können sie, wunderbar. Bei Fragen, Problemen und Unklarheiten bin ich jederzeit ansprechbar. Aber ich bin NICHT der Babysitter, der hinterhertelefoniert und versucht faule Schüler dazu zu bewegen Aufgaben zu machen, die laut offizieller Angabe des Ministeriums nichtmals verbindlichen Charakter haben.
Ich mache das aber auch im normalen Unterricht nicht. Ich stelle ein Bildungsangebot bereit und unterstütze, wo ich kann, aber ich zwinge niemandem die Mitarbeit auf. Ein Mindestmaß an Interesse am eigenen Bildungserfolg setze ich schlichtweg voraus - und wenn das nicht da ist, dann gibt es auch noch einen Haufen anderer Schulformen, um eine ruhigere Kugel zu schieben.
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Gilt das auch für (evtl. ehemalige) Raucher mit Krebserkrankungen, die vermutlich auf das Rauchen zurückzuführen sind?
Und wie ist das denn bei Diabetes von übergewichtigten Kollegen, die sich jahrelang freiwillig selbstschädigend ungesund ernhährt und zu wenig bewegt haben?
Nur so, um die moralische Grenzziehung nachvollziehen zu können?
Ich sehe deinen Punkt und ich weiß auch, dass meine moralische Grenzziehung da vermutlich etwas willkürlich ist. Aber ob jemand raucht oder nicht, fällt für mich unter Privatvergnügen. Wieso soll ich als Kollege das ggf. mit Vertretung und Mehrarbeit auffangen müssen?
Wer faktisch eine Erkrankung hat, soll zu Hause bleiben. Wer einfach "nur" schlotet, aber noch nicht nachgewiesen krank ist - äh nee, sorry. Nach der Logik müsste ich den dicken Nochnichtdiabetiker ja genauso vorsorglich rausnehmen. Beide gefährden sich sowieso permanent und freiwillig, da braucht man jetzt auch wegen Corona kein Fass aufmachen. -
Ich nutze Genius Scan, Ist kostenlos und finde das auch einfach zu bedienen.
Die Fotos nerven mich auch - finde die Idee gut, da ein anderes Vorgehen vorzugeben.
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Danke!
In meinem Kollegium scheinen bis auf wenige Ausnahmen die meisten ab Montag in der Schule arbeiten zu wollen. Und das liegt nicht daran, dass es ein überdurchschnittlich junges oder fittes Kollegium wäre. Ich gehe schon davon aus, dass einige mit Missfallen auf Kollegen schauen, die nicht kommen. Sind nicht unbedingt alles Arschlöcher, die meisten nur ziemlich verstrahlt und pflichterfüllt (schließlich arbeiten die Supermarktkassiererinnen ja auch, und überhaupt, wir können doch unsere Schüler nicht im Stich lassen). Die Schulleitung hat übrigens letzte Woche abgefragt ob man nicht trotz Vorerkrankung in der Schule arbeiten möchte.
Da steht man als erwachsener Mensch aber wohl drüber, oder?! Ich gehöre keiner Risikogruppe an und werde natürlich arbeiten gehen, ich hoffe aber, dass JEDER Vorerkrankte gefälligst zu Hause bleibt. Diese Selbstaufopferungsmentalität in Sozialberufen inkl. dem Lehrerjob ist schon zu normalen Zeiten ätzend - hier aber jetzt völlig unangebracht 😊
Und die Schüler werden es überleben, so wichtig ist keiner von uns..
Beim Thema Raucher muss ich allerdings ehrlich sagen, dass ich kein Verständis dafür hätte, wenn man wegen freiwilligen selbstschädigenden Verhaltens rausgenommen werden würde. Nicht ansatzweise.
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Schade, ich hätte die Maskenpflicht befürwortet.
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Ich empfinde Masken nicht als Schikane, sondern hoffe sehr, dass wenigstens das verpflichtend eingeführt wird für alle, die am Präsenzunterricht teilnehmen.
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NRW würde bei einem früheren Einstieg irgendwann im Juli beginnen, so früh, wie die Ferien hier liegen.
Mir wäre das tatsächlich egal, wenn die Infektionslage dann grundsätzlich anders aussehen sollte und es verantwortbar wäre. Jedenfalls sofern die Mehrarbeit irgendwie vergütet wird oder an anderer Stelle zeitliche Entlastung erfolgt. -
das ist gar nicht möglich. Bevor Kurzarbeit genehmigt wird, müssen alle Überstunden abgefeiert werden.
Nicht, wenn sie erst ausbezahlt werden, die Überstunden damit formal bereinigt sind und dann erst Kurzarbeit beantragt wird.
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Kürzungen machen ja nur Sinn, wenn analog zum Gehalt auch die Arbeit gekürzt wird. Solange ich angewiesen weiter zu beschulen, ist das aber nunmal nicht der Fall und ich erbringe weiter Leistung, ergo erwarte ich auch wie jeder andere voll arbeitende Mensch da draußen volles Gehalt.
Thema Solidarität: Ein Freund von mir arbeitet bei Mercedes und hat 400 Überstunden. Ansage vom Chef: bis Freitag wird noch normal gearbeitet, dann werden Zuliefererteile fehlen. Man könnte jetzt erstmal Überstunden abbauen lassen, es gab aber eine klare Ansage, dass das nicht passieren soll. Statt dessen gehts in Kurzarbeit und es wird Kurzarbeitergeld vom Staat beantragt. Die Überstunden sollen dann wohl ausbezahlt werden. Vielleicht sollte man sich in Sachen Solidarität mald ei Geschäftspraxis so mancher Großbetriebe anschauen.
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Hier heißt es: Schüler haben byom (bring your own mask oder Tuch oder was auch immer). Lehrer bekommen ein Visier gestellt.
Aber immerhin gibt es bei euch was. Das ist schonmal mehr, als ich so erwartet hätte
(ein bisschen lustig stelle ich mir das mit Visier ja schon vor) -
Für mich liest sich das so, als müssten auch Beschäftigte im Schulsektor Anspruch auf Notbetreuung haben. Alles andere wäre ja auch völlig widersinnig - wie stellt man sich das vor in einem Berusfzweig, in dem es einerseits viele ältere Beschäftigte und andererseits einen hohen Anteil junger Mütter unter den jüngeren Kollegen gibt?
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Bezüglich des Sitzenbleibens finde ich das in der 6 sehr bedenklich. Wenn Schüler sich schon 1 3/4 Jahre als schulformuntauglich erweisen und dann trotzdem mitgenommen werden müssen, kann das für niemanden gut sein. Wir werden ab der 7 niemanden mehr los und müssen alle durchziehen, weil einfach keine Schulplätze an anderen Schulformen da sind.
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Ich habs auch so verstanden, unsere Schulleitung hat die EF in die erste schwammige Mail mit Fragezeichen versehen mit aufgenommen.
Naja, warten wir es ab.
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Zählt die EF denn an Gymnasien auch zu den Prüfungsklassen oder gehts da nur ums Abitur? Steht da irgendwo irgendwas zu?
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Für manche Kollegen sind es tatsächlich Ferien. Unserer Nachbarn (1x Kind 6.Klasse Gymnasium, 1x 10.Klasse anderes Gymnasium) haben seit der Schulschließung nichts mehr von den Lehrern ihrer Kinder gehört. Schule 1 hat jede Woche neue Aufgaben auf der Website zum Download (vermutlich mommen die von den jeweiligen Kursleitern), die werden aber nicht korrigiert, müssen auch nicht abgegeben werden (steht explizit bei den Arbeitsanweisungen) und sind Montags schon fertig bearbeitet. Schule 2 hat am Anfang einen Satz Aufgaben herausgegeben (woher die kamen weiß auch niemand) und seit dem hat niemand mehr etwas gehört.
Für die Kinder von Freunden sind es auch quasi Ferien. Die bekommen zwar regelmäßig Aufgaben, die werden aber auch nicht bewertet und sind ungefähr so umfangreich wie normale Hausaufgaben. Und neben den Hausaufgaben müssen die Jungs normalerweise noch >30 Stunden in der Schule absitzen. Insgesamt arbeiten die viel effizienter, als zu normalen Schulzeiten.
Genauso, wie man eine Gruppe nicht pauschal an den schlechtesten Exemplaren bewerten sollte, sollte man sie auch nicht an den besten Exemplaren bewerten. Am besten lässt man das mit der Gruppenbewertung einfach ganz bleiben.
Ich habe auch nichts verpflichtend eingefordert. Kann ich ja auch gar nicht, wenn das Ministerium verlauten lässt, dass die Aufgaben nicht gewertet werden dürfen und man nicht voraussetzen darf, dass die Inalte bearbeitet wurden. Ergo habe ich deutlich gemacht, dass das nach offiziellen Richtlinien freiwilligen Charakter hat, dass sie mir ihre Ergebnisse aber gerne schicken können und dann auch ein Feedback bekommen. Bei mir haben das recht vielen Schüler tatsächlich getan und für die habe ich mir dann auch entsprechend viel Zeit genommen. Wer sich interessanterweise komplett desinteressiert gezeigt hat, sind meine Abiturienten.
Deinem letzten Satz stimme ich zu. Natürlich gibt es solche und solche. Bildet man einen Durchschnitt, denke ich trotzdem, dass tendenziell eher gearbeitet wurde als dass nicht gearbeitet wurde. Keiner der Lehrer in meinem Umfeld hat jedenfalls komplett Däumchen gedreht.Ich finde übrigens, dass auch sowas wie Unterrichtsinhalte situationsbedingt zusammenkürzen, Unterrichsreihen umstellen usw. jetzt in meine Arbeitsstunden reinzuzählen sind... nicht nur die direkte Interaktion mit den Schülern bzw. die Beschäftigung mit deren Arbeitsergebnissen. In der Hinsicht habe ich tatsächlich viel gemacht und viele Stunden am Schreibtisch gesessen. Das sehen Eltern und Schüler nicht.
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Homeoffice ist aber nicht zwangsläufig entspannender oder leichter. Gerade zuhause gibt es viele Ablenkungsquellen (z.B. Kinder, Partner, Haustiere, die nervige Nachbarin, die mal wieder etwas von einem will, etc.) und die Verlockung, doch schnell zwischendrin die Wäsche zu machen, ist doch größer als auf der Präsenzarbeit. Ich bin mir nicht 100% sicher, meine aber mal davon gelesen zu haben, dass es beim Homeoffice erhöhtes Burnoutrisiko gibt, da viele Menschen Privates und Berufliches nicht so strikt trennen können wie es die Idee dahinter voraussetzt.
Mit freundlichen Grüßen
Die Vermischung von Privatem und Beruflichem haben wir aber doch sowieso ständig, sobald wir Klausurstapel mit nach Hause nehmen und abends oder am Wochenende korrigieren. Oder auch bloß Unterricht planen. Und gerade, was du beschreibst - zwischendurch mal Wäsche machen, eine Runde mit den Hunden drehen, kurz einen Kaffee in der Sonne trinken und nebenbei Schüleraufgaben lesen etc. - finde ich total entlastend und genieße den selbstbestimmten Zeitplan sehr. So sehr, dass ich mich frage, ob ich eigentlich im richtigen Job bin, denn bei uns funktioniert ja im Gegensatz zu den meisten anderen Leuten noch nichtmals Gleitzeit.
Aber das empfindet wohl tatsächlich jeder anders.
Auf weniger Stunden kam ich trotzdem nicht und habe auch noch immer noch keinen leeren Tisch. Insofern verwehre ich mich dem Gerede von "Corona-Ferien" auch vehement (hört man ja auch aus Familie und Freundeskreis ständig).
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Ich fand das Homeoffice durch Aspekte wie freie Zeiteinteilung, nachts arbeiten statt früh aufstehen usw. auch entspannender, als normalen Schulalltag. Trotzdem kam ich auf meine Stunden und deswegen finde ich es gefährlich, das Wort "Ferien" zu verwenden. Damit befeuert man Klischees und unnötige Diskussionen, was man uns eigentlich gerade sonst noch tun lassen könnte, wo wir doch Zeit haben.
Ich bin gespannt auf die Organisation des "freiwilligen" Erscheinens der Abiturienten. Ich wäre dafür, dass die sich zumindest vorher verbindlich anmelden müssen, damit man den Personaleinsatz effizient planen kann.
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Das tut mir wahnsinnig leid. Ich wünsche dir alles Gute und dass du wieder Boden unter die Füße bekommst.. auch von mir eine gute Reise über die Regenbogenbrücke..
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Es gibt so einige Ministerpräsidenten, die sich eher vernünftig äußern. Nur aus NRW hört man ständig Öffnungsgedrängel in dieser massiven Form.. ich bin sehr gespannt, was da Tolles kommen mag.
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