Beiträge von Maylin85

    Ich sehe das in der Gastronomie differenziert. Gegen den Betrieb von Restaurants und dergleichen spricht meines Erachtens nach nichts, auch nach 23h nicht. Ich habe aber auch gesehen, was z.B. in Düsseldorf in der Altstadt nachts in den Kneipen los war in den letzten Wochen und da war das Hygienekonzept sein Papier genauso wenig wert wie in der Schule. Und genau wie dort, kann man Infektionen aber natürlich selten an ihren Ursprungsort zurücktracken. Dass bestimmte Arten von Gastronomie stärker eingeschränkt werden sollten, halte ich also für durchaus sinnvol (wie übrigens auch das Alkoholverkaufsverbot ab bestimmten Uhrzeiten).

    Unabhängig davon ist das für die Betreiber natürlich eine wahnsinnig bescheidene Situation und dass hier Existenzen vor die Wand fahren, tut mir auch leid.

    Ich hoffe doch sehr, dass du seit 9 Uhr, nicht seit 9h, also 9 Stunden, meinst. Sonst, Respekt fürs Aufstehen :D

    Aber mal im Ernst, du beschreibst das wirklich schlimmste am Lehrerberuf. Die Zeitvernichtung ohne wirklich zu arbeiten :D

    Jaaa, seit 9 Uhr. Aber ich hab auch bis 3 Uhr gesessen. Nachts bin ich produktiver^^ Es hilft mir mental aber null, dass der Montag immer näher rückt und ich gefühlt gar nicht von der Stelle komme gerade. Korrigieren ist für mich echt das Grausamste am Job... ist was für Leute, die selbstdiszipliniert und konzentriert vor sich hin arbeiten können... was leider noch nie meine Stärke war :D

    Unterrichtsvorbereitung hab ich noch gar nicht angefangen, hör bloß auf... :D

    Ich wünschte, ich könnte eine ebenso positive Einstellung gegenüber dem Korrigieren aufbringen. Ich sitze hier seit Stunden rum, nuckel am Tee, habe eine volle Packung Oreos intus, prokrastiniere vor mich hin und habe seit 9h ganze DREI Klausuren geschafft. 29 liegen da noch *seufz*

    Mit den AGs habe ich nichts am Hut. Wer meint, welche anbieten zu wollen/müssen, hat dann halt auch nachmittags länger Präsenz in der Schule, das ist schon klar. Ich finde ja, die Kinder können sich nachmittags ebenso gut im lokalen Vereinswesen bespaßen lassen. Was den Nachmittagsunterricht in der Oberstufe betrifft, so kommt es bei uns bisher gut hin, dass die meisten Kollegen mit 1 oder maximal 2 Nachmittagen hinkommen. Ausgenommen sind evtl. Fächer wie Sport und Kunst, die gerne mal später gelegt werden, aber dafür müssen die Kollegen dann oft auch erst zur 4. oder 5. Stunde auflaufen. Passt für mich im Großen und Ganzen.

    edit: Ich hab gerade mal geschaut. Dieses Jahr habe ich bei 80% Einsatz in der Oberstufe 2 Nachmittage (bis 15.15h bei uns), die letzten 3 Schulhalbjahre keinen einzigen, davor einen.

    Hauptsache das Dauerlüften wird nicht explizit untersagt. Das könnte ich mir nämlich auch durchaus vorstellen (unter Anordnung des 20min-Stoßlüftungssystems).

    Sonstige Veranstaltungen - ja bitte, z.B. Aussetzung der zig unnötigen Konferenzen im November.... Tag der offenen Tür... Abendgeplänkel... wäre ich sehr für zu haben :) (glaube allerdings auch nicht daran)

    Mit der Maskenpflicht rechne ich ganz fest. Unsere Inzidenz hat heute die 100er Marke geknackt, worauf will man da bitte noch warten...

    Mit weiteren Maßnahmen rechne ich allerdings nicht, denn das wäre ja ein Ansatz von ernsthaften Schutzbemühungen und an denen hat bisher konsequent niemand Interesse gezeigt.

    Ich war auch sehr aufs Gymnasium fixiert, heute möchte ich unbedingt ans BK oder WBK wechseln. Mir andere Schulformen anzuschauen hatte ich leider als Student noch überhaupt nicht auf dem Schirm und würde die Chancen heute anders wahrnehmen. Und ja - Münsteraner Gymnasium (good times) und Ruhrgebietsymnasium sind schon so ein himmelweiter Unterschied, dass man meinen könnte, es handele sich um eine komplett andere Schulform. Ich bin mir sicher, es gibt in ländlichen Regionen erheblich leistungsstärkere Gesamtschulen mit unproblematischerem Klientel, als es an so manchem Innenstadtgymnasium der Fall ist. Was für mich allerdings ein Hauptkriterium gegen die Gesamtschule war, war der Ganztagsbetrieb. Dass wir keinen Ganztag haben, ist für mich immer noch einer der positivsten Aspekte meiner jetzigen Schule.

    Ich kann nur für uns am Gymnasium sprechen: jeder Fachlehrer schreibt den Förderplan für sein Fach und legt die fachspezifischen Ziele fest (bei Inklusion GE und LE). Liegt aber auch daran, dass wir gar keine Förderschullehrkraft haben. Als das noch der Fall war, hat sie bei den meisten Kindern netterweise die Hauptfächer übernommen, das war aber freiwillig und nicht in ihrem Pensum verpflichtend festgelegt.

    Krasses Gegenteil von mir, aber wäre ja auch langweilig, wenn alle Menschen gleichgestrickt wäre, oder ;) ?

    Wegen dieser Sache mit Mitte 40: In vielen Fällen sind in dem Alter die Kinder noch nicht aus dem Haus. Heißt es nicht heutzutage, dass es wichtig sei, dass man den Kindern vorlebe, dass Arbeit als essentieller Teil des Erwachsenseins ist?

    Spielt bei mir keine Rolle, ich möchte keine Kinder haben. Aber selbst wenn: ich finde es genauso legitim Kindern vorzuleben, ihr Leben nach ihren ganz eigenen Vorstellungen zu gestalten :)

    Definiere "Zeit vertrödeln". Ich kann mich in meinem Leben ungelogen an keine einzige Sekunde Langeweile erinnern und ich werde bis zu meinem Lebensende weder mein Bücherregal bewältigen können noch meine netflix Watchlist noch meinen Tieren so viel Zeit widmen können, wie ich es gerne würde, noch alle Orte dieser Welt bereisen, die ich gerne sehen würde, noch so viel Sort treiben, wie ich eigentlich möchte, noch die Bücher schreiben, die mir im Kopf rumschwirren... kurz gesagt: es gibt einfach einen Haufen Dinge, an denen ich mehr Interesse habe als an meinem Job und denen ich meine Lebenszeit lieber widmen würde, wenn ich denn könnte :) Die Vorstellung, sich minimalistisch genug einzurichten, um sich mit Mitte 40 aus dem Berufsleben verabschieden zu können, finde ich daher schon recht reizvoll und ich kann die Motivation von Menschen, die so leben, sehr gut nachvollziehen.

    Und was soll der Sinn davon sein? Arbeit gibt Leben eine Bedeutung, Struktur und man kommt mit anderen Menschen in Kontakt. Darauf freiwillig zu verzichten ist... sagen wir mal mutig, wenn nicht gar töricht. Warum gehen wir denn jahrelang zur Schule und danach zur Berufs- oder Hochschule? Sicher nicht, um dann möglichst schnell wieder das Berufsleben hinter uns zu lassen.

    Ich staune über diese Einstellung und finde sie schon ein bisschen beneidenswert. Ich persönlich spiele ja jede Woche um die Sofortrente bei der Aktion Mensch und sollte ich die jemals knacken, werde ich am Folgetag ganz sicher nicht mehr in der Schule antreten :) Ich arbeite wirklich nur und ausschließlich, weil ich nunmal irgendwas arbeiten muss, um mein Privatleben zu finanzieren. Bedeutung finde ich am Arbeitsplatz nicht, Struktur geben mir andere Dinge in sinnstiftenderer Weise und Kontakte pflege ich bevorzugt anderswo. Arbeiten ist halt ein notwendiges Übel und ich freue mich ziemlich auf den Tag, an dem ich das Berufsleben hinter mir lassen darf. Rückblickend würde ich mir auch mehr Zeit mit dem Einstieg lassen, weil sich mir die Frage "was soll der Sinn davon sein" eher des Öfteren im beruflichen Hamsterrad stellt.

    Unsere Schüler sind angehalten, mindestens 3 Masken dabei zu haben. Da kann man dann (wenn sie auffällig versifft aussehen) schonmal aktiv ans Wechseln erinnern. Für den allergrößten Notfall hat auch das Sekretariat ein paar Ersatzmasken.

    Es stimmt aber schon, dass einige Masken wirklich unhygienisch aussehen und man da lieber nicht drunterstecken will^^ Vielleicht hilft hier aktive Aufklärung, was da alles drin hängt und dass Schimmelsporen und Pilze in Masken auch nicht gerade gesund sind.

    Bei uns am Gym sind aktuell alle ausgeschriebenen Stellen diese (wie ich finde unmöglichen) Kombi-Stellen, bei denen der Bewerber sich erstmal für 5 Jahre parallel an die Grundschule abordnen lassen muss. Ich beneide die aktuellen Reffiabsolventen echt nicht um diese bescheidene Situation. Wenn der G9-Bedarf dann irgendwann durchschlägt, werden die Leute Vollzeit zurück an die Gymnasien geholt.

    Ich denke trotzdem, dass man mit Mathe UND einer Region wie OWL keine allzu schlechten Chancen haben dürfte. Sogar ich - ohne Mangelfächer und mit damals OG23 - hätte in OWL 2013 (als es wirklich wenige Stellenausschreibungen für meine Fächer gab) eine Zusage in OWL gehabt und bin in der Ecke zu zig Gesprächen eingeladen worden. Allzu düster würde ich die Perspetiven jedenfalls nicht sehen.

    Wir haben (inzwischen, hat eine Weile gedauert) an allen Eingängen Handdesinfektionsmittelspender und bisher sind die auch immer gut bestückt. Auf Seife und Handtücher in den Klassenzimmern habe ich ehrlich gesagt nicht geachtet, weil die meinem Eindruck nach eh keiner nutzt. Fensterschlüssel gibt es 2 fürs gesamte Kollegium - wer morgens schnell ist, hat noch eine Chance einen zu bekommen. Endgeräte gab es bisher keine, weder für Schüler noch für Kollegen, aber unsere Schülerschaft erscheint glücklicherweise von Haus aus recht gut ausgestattet zu sein, so dass das nicht so arg ins Gewicht fällt. Dafür haben wir jetzt aber eine funktionierende Lernplattform inkl. 2 Fortbildungstagen dazu, die seit den Sommerferien nutzbar ist und sich bei den Quarantänefällen bereits bewährt hat.

    Im Prinzip geht es hier doch "nur" um die Frage des Umgangs mit mangelnden Erkenntnissen zum Virus und seinen Spätfolgen. Man kann der Ansicht sein, dass das Nichtvorliegen belastbarer Evidenzen einen entspannteren Ansatz rechtfertigt, oder man kann nach dem Prinzip better safe than sorry verfahren. Ich persönlich tendiere auch sehr zu Letzterem und für mich persönlich reichen die (meinetwegen als anekdotisch einzustufenden) Spätfolgenberichte, um dieses Virus besser möglichst nicht selbst bekommen zu wollen. Und vor dem Hintergrund dieses ganz egoistischen Wunsches beurteile ich auch alle Maßnahmen (oder eben Nichtmaßnahmen).

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