Beiträge von Maylin85

    Mir ist nach wie vor unverständlich, wie man sich so massiv an einem Stück Stoff stören kann. Ist für mich auch komplett irrational. Ob Maske oder nicht stört bei normalen Temperaturen (!) kein Stück und behindert mich in keinster Weise - jedenfalls solange es keine FFP2s sind, die sind schon eine andere Hausnummer.

    Ich bin allerdings gestern durch den (sehr leeren) Ikea spaziert und habe überlegt, wann wohl der Zeitpunkt kommt, an dem man wieder ohne Maske unterwegs sein wird und sich nicht unwohl dabei fühlen wird. Ich kann mir das momentan gar nicht so recht vorstellen, weil tatsächlich eine totale Gewöhnung eingetreten ist und ich Leuten in geschlossenen Räumen definitiv anders begegne als vor Corona. Der "Ausstieg" wird sicher auf seine ganz eigene Weise befremdlich sein.

    Ich unterrichte in PC-Pools. Dort haben die S. Drehstühle mit Rollen, die auch gern dazu genutzt werden, dass sie zum Mitschüler rollen und auf deren Bildschirm schauen bzw. sich etwas erklären lassen. Aus diesem Grund habe ich keine festen Sitzplätze und meine Klassen gebeten, weiterhin den MNS zu tragen. Ich habe keine Lust auf Schulschließungen/Klassenschließungen, auf Quarantäne oder auf Corona! Alle haben das akzeptiert und die Maske (in meinem Unterricht) aufgelassen. Anscheinend leuchteten meine Argumente ein.

    In meiner Vollzeitklasse habe ich die S. gebeten, sich weiter auseinanderzusetzen (war genug Platz). Hat ebenso geklappt. Ich selber habe (als Vorbild) natürlich immer das Ding aufgehabt, da ich nie am Pult sitzen bleibe, sondern immer in der Klasse wandere.

    ist das erlaubt ohne feste Sitzordnung?

    Wir hatten einen positiven Coronafall, wo das Gesundheitsamt sich alle Sitzpläne vorlegen lassen hat. Die Schüler im 3m Dunstkreis des Schülers in sämtlichen Fachräumen sind in Quarantäne gesetzt worden, der Rest nicht. Ist natürlich eh schon sehr fragwürdig, aber ohne feste Sitzordnungen wäre das ja alles noch viel schwieriger.


    Generell korreliert bei uns in der Schule die Bereitschaft freiwillig weiter Maske zu tragen sehr eindeutig mit dem Herkunftsmillieu und dem sonstigen Sozialverhalten. Wer vorher schon ständig gestört und wenig Rücksicht auf andere genommen hat, trägt natürlich auch keinen MNS..

    Da stellt sich die Frage, was genau an Fernunterricht jetzt so schlimm wäre, wenn das Ganze mit mehr Verbindlichkeit als vor den Ferien aufgezogen werden würde. Die Präsenzzeit hat den (imo einzigen) Vorteil, dass alle Kinder betreut sind. Ansonsten ist der aus den Bedingungen resultierende Unterricht meines Erachtens nach grottenschlecht und man wäre in kleineren, geteilten Gruppen und mit wechselweiser Präsenz- und Fernbeschulung vermutlich produktiver und effektiver. Es bräuchte noch nichtmals zwingend eine supertolle digitale Ausstattung, wenn man im rotierenden System die Schüler mit ausreichend Material für die Heimlernwoche ausstatten könnte.

    (Fremdsprachendauerfrontalunterricht mit 32 Schülern in der Mittelstufe ist für alle Beteiligten jedenfalls z.B. einfach nur gruselig und sicherlich auf keinen Fall nachhaltiger als ein alternatives System)

    Beschämend finde ich, dass es anscheinend absolut gar keine Optionen zwischen Normalbetrieb und (temporärer) Schließung gibt... und dass ein wirklicher, dem Begriff Rechnung tragender Infektionsschutz offensichtlich auch gar nicht mehr Thema der Diskussion ist. Vollständig offen halten um jeden Preis, weil es schlichtweg keine anderen Konzepte gibt. Wie erbärmlich.

    Fragt in solchen Runden eigentlich auch mal jemand, was die in den Ferien so gemacht haben?

    Ich sehe das auch nicht als in-den-Rücken fallen. In diesem sehr begründeten Fall des Fernbleibens vom Unterricht vertrete ich sehr gerne die Kollegen. ich finde, hier sollte auch niemand ein schlechtes Gewissen haben oder sich eines einreden lassen, wenn er sich entscheidet den Präsenzunterricht vorerst nicht durchzuführen.

    Ich denke auch, dass das sehr unmissverständlich formuliert ist. Sitzend am Platz darf die Maske runter, ansonsten nicht.

    Bei mir im Unterricht verlässt allerdings (außer zum Toilettengang) eh keiner mehr den Sitzplatz, Maske oder nicht. Laptops dürfen wir aktuell eh nicht nutzen. Bei Wörterbüchern und Atlanten ist die Regelungen, dass vor und nach Gebrauch Hände gewaschen werden müssen - wenn man das Prozedere so durchzieht, ist die halbe Stunde vorbei, also entfällt auch das vorher.

    Ich bringe es auch nicht über die Lippen zu sagen, dass die Entscheidung gegen das Maskentragen "okay" sei, hinter einer solchen Aussage stehe ich nämlich absolut nicht. Meine Formulierung lautete eher in Richtung "ist rechtlich erlaubt und müssen wir trotz gegenteiliger Ansichten daher respektieren".

    Generell finde ich es schwierig, als Lehrer hier die gebotene Sachlichkeit zu wahren und mit meiner tatsächlichen Meinung zu diesem Verhalten hinterm Berg zu halten.. man ist eben selbst auch Mensch und auch direkt betroffen und auch nicht wirklich neutral.

    OT

    das heißt, man kann sich 10 Fehler leisten und hat noch eine 4?

    Ja. Entspricht natürlich nicht der sonstigen Notenverteilung, ist für mich (nach diversem Rumprobieren) aber die Variante mit dem wenigsten Rechenaufwand und daher bin ich aus rein pragmatischen Gründen dabei geblieben. Die Tests fließen in die Gesamtnote ja eh nur marginal ein und mir geht es bei regelmäßigen Tests weniger um Noten als eher darum, zu regelmäßigem Vokabellernen zu animieren. Klappt bisher auch mit dem Luschi-Bewertungsschema^^

    Ich habe in NRW an 4 Schulen gearbeitet und nur eine kennengelernt, an der tatsächllich keine Abstufungen unter Klassenarbeiten geschrieben wurden. Ich persönlich schreibe die Tendenz in Klammern dahinter. Eine 3+ ist halt doch irgendwie ein völlig anderes Kompetenzlevel als eine 3-. Bei Vokabeltests gibts 15 Wörter und 15 Punkte (orientiert am Oberstufensystem), ausschließlich ganze Fehler, fertig. Meines Erachtens werden nur 6 glatte Noten der Heterogenität der Leistungen nicht anatzweise gerecht.

    Okay, das hatte ich nicht mitbekommen. Ich sehe es selbstverständlich auch als unsere Aufgabe darauf zu achten, dass sich kein Mobbing entwickelt und ggf. zu intervenieren. Grundsätzlich ist das aber eine soziale Spannungssituation, in der Diskurs und Auseindersetzungen meines Erachtens nach eine logische Konsequenz der Sachlage und auch durchaus begrüßenswert sind. Es muss halt alles in einem gewissen Rahmen bleiben. Aber dass Entscheidungen im sozialen Handeln auch Konsequenzen haben und Gemeinschaft auf Konsensfindung basiert, dürfen die Schüler schon lernen :)

    Wieso ist das unfair? Verhalten wird IMMER beeinflusst von dem, was sich mehrheitlich als Norm und Konsens etabliert. Davon abzuweichen ist ja niemandem verboten, aber dann muss man eben auch aushalten ggf. anzuecken oder kritisiert zu werden. In diesem Fall ist es ja auch ein unmittelbar anti-soziales Verhalten gegenüber den Mitschülern, wenn man sich deutlich gegen Rücksichtnahme und Schutz anderer entscheidet - rechtlich in Ordnung, löst aber nunmal Reaktionen aus. Deal with it.

    Bei uns gab es (für mich unverständlicherweise) keinen Appell seitens der Schule, viele Schüler haben aber freiwillig weiterhin Maske getragen. Sofort weg waren die Masken zu überproportinalen Anteilen bei Schülern mit Migrationshintergrund - was mich innerlich ärgert, weil ich eben weiß, dass genau diese Schüler ständig im Familienverband in großen Runden zusammenglucken und sich wenig an Abstandsregeln u.ä. halten. Aber ist jetzt halt so. Ich vermute, dass die "Maskendisziplin" aber allgemein noch tendenziell abnehmen wird in den nächsten Tagen.

    Ich bin heute auf FFP2 Maske umgeswitcht und muss leider sagen, dass das wirklich kein Vergnügen ist. Ich bin auch schlechr zu verstehen damit, mag aber auch nicht noch lauter sprechen, weil das einfach anstrengend ist. Ich werde mich am Wochenende hinsetzen und meinen Unterricht so umstrukturieren, dass wir eine Art "beaufsichtigte Wochenplanarbeit" machen und ich überwiegend nur noch unterstützend da bin. Wirkliche Frontalphasen kann ich mit der Maske nicht den ganzen Tag durchexerzieren.

    Eine Impfpflicht sehe ich auch als kontraproduktiv an, das schürt letztlich noch mehr Widerstand. Aber mit einer Impfung könnte sich zumindest der Großteil derer, die sich schützen wollen oder müssen, schützen. Das wäre schonmal ein großer Gewinn und eine Perspektive für eine Rückkehr zur Normalität.

    Schlimm ist es halt für diejenigen, die aus guten Gründen nicht impfen können und auf Herdenimmunität angewiesen sind. Angesichts der gesellschaftlichen explosiven Stimmung gerade wird man auf diese Personengruppe aber keine Rücksicht nehmen, denke ich.

    Mir macht das auch Sorge, gesamtgesellschaftlich wie auch privat (wo die Positionen auch zunehmend unvereinbarer werden und die Beziehungen belasten). Ich bin ja auch tendenziell eher ein Vertreter einer extremeren Position, finde aber bedenklich, in welcher Weise die "Gegenseite" oft pauschal in die Schwurbler-, Verschwörungs- oder Neonazischublade abgekanzelt wird. Da gehören sehr sehr viele Gestalten, die man auf den Demos sieht und die sich in den sozialen Medien lautstark bemerkbar machen, auch definitiv rein, aber es gibt eben auch eine wachsende Zahl an völlig normal tickenden Menschen, die einfach keine Wahrung der Verhältnismäßigkeit sehen, Existenzsorgen haben, durch gegensätzliche Studienergebnisse zweifeln, etc. Mit Vertretern der letzten Gruppe muss ein kritisch-konstruktiver Austausch möglich sein, der ohne Vorverurteilungen und eine herabschauende Attitüde auskommt und auch eine entsprechende mediale Repräsentation findet. Mich stört auf beiden Seiten die gegenseitige Respektlosigkeit und das ständige Verunglimpflichen... seien es nun die Covidioten oder die Regierungsschafe... das spaltende "othering" trägt nicht dazu bei, die Debatte zu versachlichen und einen tragfähigen Konsens auszuhandeln.

    Im privaten Umfeld habe ich mich aus Debatten weitestgehend zurückgezogen. Hier prallen teilweise unterschiedliche Sichtweisen aufeinander, die auch ganz maßgeblich der unterschiedlichen Betroffenheit von den Maßnahmen geschuldet sind. In meiner Familie ist niemand von Kurzarbeit oder Jobverlust betroffen, unser Fokus liegt eher auf der Sorge um die Gesundheit von Risikogruppenangehörigen. Ich finde alle Maßnahmen bis zu einer Änderung der Sachlage (Impfstoff, deutliche Mutation des Virus hin zu milderen Krankheitsverläufen) absolut gerechtfertigt und bin eher mit den vielen Lockerungen nicht einverstanden. Für diese Haltung kann ich von jemandem, der seinen Job verloren hat und von echten Existenzsorgen geplagt ist, aber keine Zustimmung erwarten. Jede Diskussion würde am Ende darauf hinauslaufen, dass aus meiner Sichtweise durchschimmert, dass mir seine Situation zwar wirklich leid tut und ich mitfühle, dass ich im Gesamtkontext der Pandemie seine Interessen hier aber nachrangig gegenüber anderen einstufe. Und ja, aus meiner bequemen Position heraus wirkt das verständlicherweise wenig empathisch und vielleicht auch ein bisschen zum Kotzen auf den Betroffenen.. also halte ich mich lieber zurück, denn die Situation ist es halt auch nicht wert, langjährige Freundschaften ernsthaft zu beschädigen.

    Nothilfe?! Sorry, aber da ist mein Verständnis ein anderes, wenn das Tierchen einfach nur seine Runde dreht. Ist ja nicht so, als würden Wespen gezielte Killerangriffe fliegen. Kurz still sitzen und fertig.

    Ich finde es generell nicht so sonderlich angemessen, auf diese lapidare, geringschätzige Weise mit Lebewesen umzugehen. Und was mich an der Situation besonders geärgert hat, war die absolut mangelnde Einsicht. Dass jemand aus der Situation im Affekt heraus so agiert, okay, passiert, kein Ding. Aber das auch im Rückblick völlig okay zu finden, fand und finde ich sehr fragwürdig.

    Hm, aber gut... vielleicht tickt die Masse da mal wieder anders als ich..

    Ich hatte letztens einen Schüler, der seine kreischende Mitschülerin heroisch vor der Wespe rettete, indem er sie durch dutzendfaches Einprügeln mit dem Hefter ausschaltete. Muss ehrlich sagen, ich war entsetzt und wusste nicht so recht, wie man damit jetzt angemessen umgeht. Nervig oder nicht, aber Wespen stehen immerhin unter Naturschutz und im Klassenraum welche erschlagen geht einfach mal überhaupt gar nicht. Einsicht nicht vorhanden - sanktioniert man sowas? Ja, nein? Wie?

    Eine Maskenpflicht für Lehrer wäre zumindest durchaus sinnvoll, allerdings nicht nur zum Schutz der Kinder, sondern vor allem auch zum Eigenschutz und um den Betrieb aufrecht zu erhalten und Ausfälle möglichst zu vermeiden. Dazu müssten aber FFP2 Masken gestellt werden.

    Doch, natürlich weiß man dass, Tausende von Fachleuten beschäftigen sich mit dem Aufklären von Infektionsketten und in Deutschland werden jede Woche mehr als eine halbe Millionen Tests gemacht. Hört doch auf, so zu tun, als würden wir hier die Augen verschließen und einen Blindflug machen, keine Krankheit in der Geschichte der Menschheit ist jemals mit einem vergleichbaren Aufwand erforscht, bekämpft und eingedämmt worden.

    Und das - zumindest in Deutschland - in den letzten 4 Monaten ausgesprochen erfolgreich.

    Mag ja sein, dass wir aktuell viel testen. Getestet wird aber explizit NICHT an Schulen, jedefalls nicht in der Schülerschaft. Was ist es denn bitte sonst wenn kein Blindflug, wenn in einer Klasse gleich 2 Fälle auftreten und nichtmals die direkten Sitznachbarn getestet werden oder in Quarantäne gehen? Wissend, dass die allermeisten Kinder völlig symptomlos bleiben und nur bei Symptomen überhaupt eventuell mal getestet wird (aber auch das nicht immer, oftmals sollen die Kinder auch einfach zu Hause bleiben), finde ich die Anzahl der nachgewiesenen Fälle unter den Schülern schon recht hoch. Das Aufklären von Infektionsketten funktioniert halt auch nur, wenn man die Infektionen erstmal feststellt...

    Wie auch immer. Mich würde wenig wundern, wenn die Zahlen zeitversetzt zum Schulstart in 3-5 Wochen nochmal deutlich steigen. Dann halt, wenn sich die Ketten bis zu einer nennenswerten Zahl symptomatischer Erwachsener fortgesetzt haben. Wenn es nicht so kommt -> schön, umso besser. Aber so zu tun, als gäbe es kein erhöhtes Risiko einer massiven Dunkelziffer in den Schulen, finde ich sehr realitätsfern.

    Man weiß doch gar nicht, ob es "nennenswertes Infektionsgeschehen" gibt. Wir haben gleich mehrere positive Fälle und nichtmals die direkten Sitznachbarn gehen in Quarantäne oder werden getestet. Es ist nicht ansatzweise bekannt, wie viele symptomlos Infizierte in den Schulen rumsitzen und das Virus munter weiterverteilen. Wieso testet man denn nicht mal zwecks Erkenntnisgewinn stichprobenartig komplette Schülerschaften an Schulen mit Coronafällen durch? Fakt ist doch, man möchte es lieber gar nicht wissen... denn dann müsste man sich ja evtl. doch was anderes überlegen..

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