Beiträge von Maylin85

    Dazu kommt allerdings auch, dass viele Kinder besondere Bedürfnisse mitbringen, gar nicht unbedingt ADHS, aber fast jedes Kind hat irgendwo eine Baustelle.

    Diese Entwicklung finde ich extrem bedenklich. Wo kommt das plötzlich her?

    Oder ist es doch einfach nur mangelnde Erziehung und zu viel Geschiss um Befindlichkeiten?

    An einer meiner Vorgängerschulen hatte jede Lehrkraft eine 45-Minuten-Stunde als Sprechstunde ausgewiesen (konnte man sich selbst legen, wurde zentral für die Eltern veröffentlicht) . Für diese Stunde konnten Präsenztermine oder telefonische Termine vereinbart werden, außerhalb brauchte man keine Gespräche führen. Fand ich gut geregelt.


    Jede Woche 2x2 Stunden fände ich etwas arg viel des Guten 😳

    Was spricht denn überhaupt dagegen, dass sich Menschen aus ähnlichem Herkunftsmillieu eine für sie passende Schule suchen? Ich verstehe den negativen Unterton nicht. Waldorfschulen wären überhaupt nicht meine Welt, aber dass ein bestimmter Typus Mensch dort zusammenkommt, liegt halt daran, wen das Angebot anspricht und das ist doch völlig in Ordnung. Gleiches gilt für kirchliche Schulen oder sonstige Privatschulen.


    Zum Thema: wir hatten eine Waldorfschule im Ort, aber keine andere weiterführende Schule, weswegen einige meiner Grundschulfreunde dort gelandet sind. In der Sek I mag ja alles dem Prinzip "Schonraum" folgen. aus der Sek II hat man aber anderes gehört. Unter anderem gab es damals wohl keine eingeführten Bücher und es wurde auch nichts kopiert. Entweder, es gelang, wie im Vorlesungsbetrieb alles Wichtige mitzuschreiben, oder man war schnell raus. Ich hatte den Eindruck, dass die letzten Meter zum Abitur nicht unbedingt Schonraum waren.

    Der Gedanke geht in Richtung von dem, was Maylin85 mal in Bezug auf chronische Unterrichtsstörer in einem anderen Strang schrieb, nämlich dass diese, wenn sie schon keine Lust auf Unterricht haben, zur Abwechslung in einem Betrieb körperlich anspruchsvolle Arbeit verrichten sollen, um für sich herauszufinden, ob ihnen das vielleicht eher liegt statt der (aktiven) Teilnahme am klassischen Unterricht. Der "Betrieb" wäre in diesem Fall nicht ein separater Betrieb, sondern die Unterstützung des Schulhausmeisters, und der Einsatz auf ein paar Nachmittage begrenzt.

    Ich erinnere mich nicht, dass ich das geschrieben habe. Ich meinte eher generell Job statt Schule, meinetwegen auch als Geschichtenvorleser im Seniorenheim 😊

    Man bekäme eben nicht die gleiche Rente, wie wenn man von vornherein angestellt als Lehrer gearbeitet hätte, weil die Zusatzvorsorge nicht nachträglich miterworben wird.

    Mein Punkt ist, dass bei der Nachversicherung extrem wenig rauskommt und es deswegen keine Option ist, wenn man zu lange verbeamtet war.

    Muss man ja nicht verwenden. Aber einen gut bestückten Materialpool zu jedem Thema fände ich ja schon schick, statt sich das alles selbst zusammensuchen zu müssen.


    Eigentlich träume ich aber primär wirklich ernsthaft von der zentralen Korrekturabteilung, der man seinen Krempel einfach rüberschickt 😄 Wenigstens für Abschlussprüfungen würde das auch verhindern, dass an unterschiedlichen Schulen unterschiedliche Korrekturstandards angelegt werden.

    Hast du mal das Gedankenspiel angestellt, „Was wäre, wenn du nochmal 16 oder 18 wärst“? Mit genug Freizeit im Rücken gehe ich das persönlich oft durch, aber ich komme jedes Mal an den Punkt, an dem ich denke, dass mein Weg bisher richtig war und sich am meisten mit dem deckt, was ich gerne tue und dem, wo meine fachlichen Interessen liegen.

    Glückwunsch dazu 😊 Ich würde definitiv kein Lehrer mehr werden. Wenn Beamtentum, dann irgendwo im Verwaltungsdienst oder Finanzwesen, aber ganz definitiv würde ich nie wieder Schule und ein Arbeitsumfeld mit Kindern und ohne echten Feierabend anstreben.


    s3g4
    Der Punkt ist doch nicht, dass man nicht aussteigen könnte, sondern dass das mit einem Ticket in die Altersarmut einhergeht. Wer nie verbeamtet wurde, verliert bei einem Jobsechsel auf der Haben-Seite nichts, was er bereits an Rentenansprüchen erworben hat. Dein Bundesland zahlt Altersgeld, womit man ggf. etwas freier entscheiden kann. Chilli und ich müssten mit der sehr unattraktiven Nachversicherung leben - das ist faktisch ein massiver Hinderungsgrund am Ausstieg.

    Mag alles sein. Für mich ist das kein entscheidender Punkt.
    Eher schon Absicherung im Krankheitsfall und Pension, aber wäre ich nochmal Berufsanfänger mit dem Wissen von heute, würde mir das nicht reichen, um mir das nochmal alles anzutun.

    Aber das weiß man doch vorher.
    Und jetzt stell dir mal vor, der Dienstherr würde nur den AG-Anteil nachzahlen. :cash:
    Es ist ein goldener Käfig? Was ist dann das Arbeiten in der Privatwirtschaft? Temporäre Warteschleife bis zur Arbeitslosigkeit…

    1. Theoretisch, ja. Wie einschränkend es dann wirklich ist, weiß man erst, wenn man einmal drin ist und 7 Jahre an einer Gurkenschule im Ruhrpott festhängt.

    2. Diese diffuse Angst vor Arbeitslosigkeit scheint mir immer etwas überzogen. Ich kenne ernsthaft niemanden, der von Arbeitslosigkeit betroffen ist. Ja, da sind mal Firmen pleite gegangen, aber das ging bei niemandem in meinem Dunstkreis mit Arbeitslosigkeit einher. Ich wäre recht zuversichtlich, dass man als gut ausgebildeter Mensch schon unterkommt.

    Einige dieser Fälle kenne ich, die das auf den letzten Drücker durchgezogen haben. Aber ganz ehrlich: Wer will sich dann mit (fast) 60 noch einmal ein Verfahren antun? Das ist schon hart. Ich hätte dazu keine Lust oder Energie mehr. Glaube ich jetzt mit dem Blick in die Glaskugel.

    Wir hart ist denn so ein "Verfahren" für A14? Das hat ja nach einer gewissen Anzahl Dienstjahren quasi fast jeder um einen herum, der es wirklich will, und scheint mir jetzt nicht so überzogen anstrengend zu sein. Mit Mitte 50 oder so würde ich das evtl. auch mal in Erwägung ziehen^^

    Alles drüber finde ich sowieso nicht erstrebenswert (falls das eher gemeint war).

    Eine Verwendung außerhalb des Schuldienstes ist als Lehrkraft keine realistische Alternative.

    Was eigentlich schade ist. Leute, die nicht mehr unterrichten können, könnten Abiturprüfungen und Feststellungsprüfungen usw. erstellen, zentrale Abschlussprüfungen korrigieren (das müsste meines Erachtens eh endlich zentral passieren!), aus der Distanz Schulfahrten organisieren, Modellreihen entwickeln, in den Fremdsprachen einen Pool von Hörverstehensaufgaben zusammenstellen, für die einzelnen Fächer regelmäßig "Aktuelles" recherchieren und aufbereiten, Schüler in Präsenz oder per Distanzunterricht auf Sprachzertifikate vorbereiten, statt das Lehrkräften als AG aufzubrummen... es gäbe so viele Optionen, sinnvoll zuzuarbeiten und unterrichtende Kollegen zu entlasten.

    Ab dem 3. Mal Eltern informieren mit dem Hinweis, dass Hausaufgaben durchaus einen Sinn haben. Alles Weitere ist mir dann ehrlich gesagt egal - wer Übungsgelegenheiten nicht nutzt, kriegt die Quittung ggf. in der Klausur. Oder halt auch nicht, aber dann hat das Nichtmachen offensichtlich auch nicht geschadet, was dann ja auch okay ist.

    Grundsätzlich stimme ich dir zu. Jedoch ist das als Angestellter auch nicht so ganz Ohne: Neuer Vertrag bedeutet neue Probezeit mit neuen UBs der SL. Eine arschige SL reicht aus, um dich dabei rauszuprüfen. Das Risiko wäre es mir persönlich nicht wert, seit meiner Verbeamtung auf Lebenszeit bin ich im Berufsalltag deutlich entspannter unterwegs.

    Wie Chilli schon schrieb: bei keiner einzigen Vertretungsstelle hatte ich Unterrichtsbesuche. Bei dem aktuellen Mangel kann man problemlos von Vertretung zu Vertretung tingeln und wahrscheinlich sogar noch Ansprüche äußern, was man einsatztechnisch gerne hätte.

    Und ansonsten: ich muss gerade auch nochmal Revisionen machen. Das ist nervig und man hat aus Prinzip irgendwie keinen Bock drauf, aber wirklich superschlimm ist es auch nicht.


    s3g4

    Wenn man nicht gerade ein dickes Vermögen in der Hinterhand hat, IST es nunmal ein goldener Käfig. Mit weniger monatlichen Einkünften kann man evtl. noch klarkommen, Altersvorsorge ist aber schon ein gravierender Punkt in Bundesländern ohne Altersgeld. Reine Nachversicherung ist wirklich mau und müsste man schon mit erheblicher privater Vorsorge kompensieren. Schwierig, wenn man auch beim Verdienst außerschulisch vermutlich Abstriche machen muss. Mir wäre wohler, ich hätte die letzten 12 Jahre Rentenansprüche erworben und könnte einfach gehen, wie ich lustig bin.

    Das ist doch müßig. Wer mit den Konditionen und seinem Einsatz zufrieden ist, der hat solche Wahrnehmungen logischerweise nicht. Und natürlich kann man sich entlassen lassen (hab ich auch, leider ging die Schule dann hops und ich bin wieder zurück in den Landesdienst gefallen), es gibt aber nur sehr wenige Möglichkeiten, das nach einer gewissen Anzahl Dienstjahre ohne empfindliche Einbußen zu tun. Und ja, die Entscheidung gegen diese Einbußen ist natürlich letztlich auch freiwillig, aber eben auch ggf. begleitet von essentiellen Sachzwängen. Die Abstriche bei Gehalt und insbesondere Altersvorsorge muss man sich leisten können. Genau deswegen sollte man sich gut überlegen, ob man sich darauf einlässt - ich würde es, wie gesagt, nicht mehr.

    Ich hab neulich gedacht, eigentlich wäre es auch mal nett, ein paar Jahre an der Küste zu leben und zu arbeiten. Oder im Süden. Oder im Ausland. Alles nicht möglich, wenn man sich als Beamter an ein Bundesland bindet. Der Angestellte kündigt einfach (verlustfrei) und macht 😊

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