Ich halte das, was LegoHeld schreibt, nicht für übertrieben. Diese Zustände gibt es in einigen Regionen und mit welchen Leistungen bis zum Abitur durchgezogen wird, ist schon sehr abenteuerlich.
Auch an meinem alten Gymnasium wäre die Oberstufe bei realistischer Notengebung locker um ein Drittel kleiner gewesen. Das ist eben das Ergebnis, wenn man nach Elternwille aufnehmen muss, nach der Erprobungsstufe kaum nennenswert Abschulungen stattfinden (dürfen) und in den Folgejahren die Prämisse ist (bzw. immer wieder eindrücklich an unsere Verantwortung für den Lebensweg der Schüler appelliert wird), dass wir ja wohl niemanden ohne Schulabschluss entlassen wollen.. also doch wenigstens bitte irgendwie über den mittleren Schulabschluss schieben.. auf diese Weise landen dann Schüler in der Oberstufe, die mit realistischer Notengebung eigentlich seit Klasse 7 in keinem Jahr die Versetzung bekommen hätten dürfen. Ich glaube nicht, dass es an den Nachbarschulen anders lief.
Dennoch bin ich verpflichtet, meine eigenen Noten nach bestem Wissen und Gewissen zu geben und kann mich nicht dazu ermächtigen, vermeintlich zu gute Noten der Kollegen durch zu schlechte Noten in meinen Fächern zu kompensieren. Das ist ja völlig absurd.