Beiträge von Maylin85

    Die 5en hat man doch trotzdem.

    Natürlich wird erklärt, was gemacht werden soll. Normalerweise sollte es allerdings reichen, eine Auswertung diverse Male methodisch durchzuspielen oder vorzugeben, welche inhaltlichen Punkte Berücksichtigung finden sollen. An den Schulen mit leistungsstärkerem Klientel, an denen ich gearbeitet habe, funktionierte das so bereits in der Mittelstufe. Ich finde es nach wie vor nicht normal, in der gymnasialen Oberstufe für einige mit Lückentexten anfangen zu müssen. Aber das passiert eben, wenn in der Sek I faktisch keine angemessene Selektion mehr stattfindet. Ein nicht niveaudifferenzierter Unterricht würde alle, die immer noch nicht gescheit schreiben können, durchs Raster fallen lassen, aber dann halbieren sich halt ggf. ganze Jahrgangsstufen. Ich denke, dass an sehr vielen Gymnasien nach unten differenziert wird und man den Satz, an Gymnasien fände keinen Binnendifferenzierung statt, so nicht stehen lassen kann. Auch an Gymnasien wird bei Leistungsproblemen gefragt, was denn an individueller Förderung stattgefunden habe, und mit "nichts" steht man als Lehrkraft auch schnell am Pranger.

    Ich war an einem sehr leistungsschwachen Gymnasium (meine Einschätzung, meine Kollegen sahen das anders), selbstverständlich haben wir differenziert. Das ging so weit, dass einem signifikanten Anteil der Schüler in der Oberstufe nicht abzuverlangen war, in Geographie mal nach methodischen und inhaltlichen Vorgaben ein Diagramm angemessen schriftlich auszuwerten oder eine geographische Verortung zu verfassen. Wir haben also mit Lückentextmustern angefangen, dann gab es Textgerüste mit vorgefertigten Satzanfängen und so hat man nach und nach die "Stützräder" entfernt. Ich weiß auch von Kollegen, die anfangs der Q1 im Leistungskurs (!) noch Checklisten und Formulierungshilfen in der Klausur zugelassen haben.

    Was in NRW teilweise alles unter dem Label Gymnasium passiert und was dort nötig ist, um die Schüler im gewünschten Maße durchzuziehen, kann sich jemand, der es nicht selbst erlebt, wohl kaum vorstellen.

    Ich kann Feuerwerk nichts abgewinnen, fand es aber viele Jahre auch nicht verwerflich. Den definitiv vorhandenen Stress meiner Hunde kann ich irgendwie abfangen und begleiten. Heute weiß man aber nunmal sehr genau, was das Geknalle mit Wildtieren macht (die Untersuchungen zu den Flugbewegungen von Vögeln fand ich beispielsweise sehr eindrücklich und erschütternd... wenn man bei einem Spaziergang frühmorgens durch eine beliebige Großstadt mal bewusst auf verletzte Vögel achtet, wird einem auch anders... Ex-Nachbar hatte mal Hühner, von denen keines die Nacht überlebt hat usw.). Dass trotz Aufklärung und Bewusstseins um die Wirkung auf andere Lebewesen munter geballert wird, ist für mich nicht nachvollziehbar und sehr sichtbarer Ausdruck des maximalen Egoismus einer einfach nur noch durch und durch kranken Spaßgesellschaft.

    Natürlich ist das nur Aufbewahrung. Vertretungsunterricht oftmals aber ja ebenfalls. Es geht ja nicht um ein qualitativ hochwertiges Angebot, sondern um pragmatische Lösungen, die möglichst wenig Personal mit Mehrarbeit belasten.

    ...und gegen Kälte hilft Bewegung. Schadet so manchem Kind eh nicht 😊

    Haben wir. Allerdings nicht unbegrenzt viele, wenn jede Stunde durch eine Bereitschaftsstunde abgedeckt ist, ist das schon gut. Allerdings gibt es manchmal eben auch fünf offene Stunden in der 3. Stunde

    Das ist kein Problem, wenn die 5 Klassen dann eben mit einer Lehrkraft als Aufsicht in der 3. Stunde Hofpause haben.

    Das Theater um Anmeldungen haben wir hier auch. Ich verstehe allerdings sowieso nichts recht, wieso man da als Gymnasium (woanders würde ich eh ungern arbeiten) groß mitmacht, denn an meinem alten Schulstandort gab es z.B. immer deutlich mehr Anmeldungen an den Gymnasien, als Schulplätze. Da die Aufnahme auch nicht nach Leistungskriterien wie Schulformempfehlung erfolgt, sondern durch das Los, kriegt man am Ende sowieso nicht das bevorzugte Schülerklientel, sondern "irgendwas". Im Sozialindex unterscheiden sich die Gymnasien an diesem Schulort auch nicht sonderlich, also unterm Strich alles völlig egal, ob sich durch irgendeine Statistik mininal das Anmeldeverhalten verändert.

    Mag je nach lokalen Begebenheiten vielleicht anders sein.

    Die geringsten Entfallquoten bei meiner nicht repräsentativen Stichprobe hier im Umkreis hatte übrigens die Gesamtschule mit dem schlechtesten Sozialindex. Dafür war die Zahl der Maßnahmen in unveränderter und veränderter Gruppe dort vergleichsweise überdurchschnittlich hoch. Ist als Dienstort doch ziemlich unattraktiv.

    Ich finde die Statistik durchaus interessant. Als Mensch, der sich ggf. nochmal nach einer anderen Schule umsehen muss, fallen schonmal alle mit zu hohen Quoten bei "Maßnahme mit Lehrkraft bei unveränderter Lerngruppe" durchs Raster, denn da schimmert die Mehrarbeit ja schon durch die Statistik. Schulen mit vergleichsweise hohen Quoten ersatzlosen Entfalls und wenig Maßnahmen mit veränderten Lerngruppen erscheinen mir dagegen spontan erstmal deutlich gesünder geführt.

    Was Eltern und Presse dazu sagen... muss man halt drüberstehen.

    Wenn du das Gefühl hast, dass es mit der Schule eh nicht passt: kündige und bewirb dich woanders neu. Ich bin zu meiner Planstelle anfangs etwa 40km gependelt und schon das ist zu viel, wenn man täglich zu einer Schule fährt, wo man eigentlich gar nicht hin will. 100km sind schon rein wirtschaftlich irrsinnig und bevor man sich durch eine Stelle an einen Ort ketten lässt, der einem nicht zusagt, würde ich rückblickend rechtzeitig die Reißleine ziehen. Sowohl am falschen Ort zu wohnen als auch jahrelang an der falschen Schule festzuhängen, mindert letztlich Lebensqualität.

    Ja, naja. Ich verstehe das schon. In meinem Sachfach hatte z.B. eigentlich keiner Bock auf Unterstufe und irgendwer muss es halt trotzdem machen. Genauso war die Oberstufe in Englisch in meinen ersten Jahren an der Schule quasi "dicht", weil per Gewohnheitsrecht immer die gleichen Leute drin waren. Es kann schon zu Unmut führen, wenn eine Schulleitung bei der Unterrichtsverteilung da nicht auch ausgleichend tätig wird. 25 Stunden nur in der Oberstufe unterzubringen, ist auch gar nicht so einfach (vor allem, wenn es im Zweitfach nicht viele Parallelkurse gibt).

    Ich hatte damals das gegenteilige Problem; ich wollte eigentlich ausschließlich mit beiden Fächern in die Oberstufe und man meinte, das sei wegen der Korrekturbelastung nicht zumutbar und außerdem wollen andere ja auch. Ich finde Englisch in der Oberstufe 1000x interessanter, als sich durch die Buchlehrgänge in der Sek I zu wurschteln und ständig nur Sprachaufbau zu betreiben. Inhaltlich ist in der Sek I über weite Strecken kaum irgendwas Interessantes dabei und noch dazu sind Unter- und Mittelstufen einfach so viel anstrengender 😄

    Korrekturbelastung hat man allerdings, das stimmt wohl. Ob man sprachlich fit ist und das passende Vokablular für ein Thema abrufbar hat usw. hängt ja an der eigenen Vorbereitung.

    treasure Lebenslanges Wohnrecht wird meines Wissens notariell eingetragen.Im mir bekannten Fall ging auch eine Trennung voraus und eine Partei wollte dort nicht wegziehen, daher war es eine gute Lösung - Partner konnte ausgezahlt werden und sie zahlt halt Miete und kann wohnen bleiben. Käufer war, meine ich, eine Bank oder Kapitalgesellschaft (irgendwie sowas). Muss man wahrscheinlich schauen, ob man zu den Konditionen einen Käufer findet.

Werbung