Genau das. Und das will man in der GS eben nicht. Die "leuchtenden Kinderaugen" sind jedoch nicht Ursache, sondern es ist der eigene Anspruch, professionell guten Unterricht zu halten. Das hat auch mit Selbstwirksamkeit und Psychohygiene zu tun.
Ja, das verstehe ich auch auf emotionaler Ebene. Ich finde aber ganz generell auch, dass es gut wäre, wenn Lehrkräfte hier rationale Entscheidungen gegen finanzielle Selbstausbeutung träfen. Solange Arbeitgeber sich auf den Einsatz privater Mittel verlassen können, verändert sich halt auch nichts. Warum auch...
Es ist genau der Ansatz, der bei Grundschulen - vielleicht auch anderswo - mit einem Wisch alles abschmettert:
Differenzierung, Inklusion, Integration …
Ja ok, dann gibts das halt alles nicht. Kann ich zu meinem Problem machen oder halt nicht.
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Sagst du deiner Zahnärztin auch, dass du ganz schnörkellos behandelt werden möchtest und sie ihre alte Ausstattung nicht erneuern muss?
Reicht dir zur Mobilität ein minimalistisches Gefährt, Schusters Rappen bis zum D-Zug?
Gehst du zur Bank und füllst den Überweisungsträger aus, hat doch schon immer für das Kerngeschäft ausgereicht?
Das alles trifft dich persönlich, aber andere tragen zu einem Großteil die Kosten.
Ist vielleicht unschön oder mäßig erfolgreich, ginge doch aber auch so, war doch früher auch nicht besser.
Das passt überwiegend insofern nicht, als dass ich mir als Kunde das passende Angebot suche und es letztlich auch über den Preis, den ich für die Leistung bezahle, gegenfinanziere. Bin ich nicht bereit fürs Flugzeug zu zahlen, komme ich halt nur in Bahngeschwindigkeit zum Ziel. Analog: zahlt der Träger kein geeignetes Material, gibts halt evtl. nur mittelmäßige Absolventen.
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Wenn die Leistungen in der Grundschule nicht stimmen, kannst du als Lehrkraft gerne auf die mangelnde Ausstattung verweisen. Das gibt im besseren Fall Gelächter, ansonsten genau deinen Satz, der von deiner Vorstellung zeugt und der immer wieder den Unterschied macht:
Generationen von Schüler:innen sind auch ohne PH-Meter ausgekommen, haben selten selbst Experimente mit Chemikalien durchgeführt, Vorgehensweisen, die man ja heute auch über Beamer, Board oder Schüler-Tablet digital zeigen kann. Ich käme nicht auf die Idee vorzuschlagen, dass man statt eines Versuches auch ein Versuchsprotokoll lesen könnte.
Der große Unterschied bleibt, dass kleine Kinder und Beeinträchtigte keine Lobby haben, dass es eben keine Eltern als Fürsprechende gibt und dass viel zu viele Menschen vor sich hertragen, Grundschule sei nur Spielerei und sich in ihren Vorurteilen bestätigt sehen, wenn Lehrkräfte etwas Buntes oder Taktiles einfordert.
Lehrkräfte an Grundschulen sind viel zu lange daran gewöhnt, aus Nichts etwas zu machen, also werden sie kreativ und machen die Materialien selbst. Deshalb hören sie sich dann aus gleicher Richtung an, sie seien Basteltanten und würden nicht effizient arbeiten.
Das stelle ich gar nicht in Abrede. Aber warum nicht das Gelächer und den Satz zur Kenntnis nehmen, für die eigene Psychohygiene festhalten, dass man darauf hingewiesen hat, und dann eben mit dem auskommen, was da ist? Und würde mir wer sagen, dass es ausreicht, das Versuchprotokoll zu lesen, würde ich fürs Protokoll deutlich widersprechen und es dann halt ausdrucken und damit Unterricht machen, Thema gegessen. Das ist der Punkt, den ich einfach wirklich wirklich nicht verstehe: es ist doch nicht Aufgabe der einzelnen Lehrkraft, Fehleinschätzungen der übergeordneten Stellen auszubügeln und privat die fehlende Lobby für Grundschüler, Inklusion, etc. aufzufangen. Ich wüsste überhaupt nicht, wieso ich das tun sollte.
Generell ist mir auch egal, wie viel privates Geld Kollegen investieren. Problematisch wird es allerdings, wenn sich daraus eine stille Erwartungshaltung ergibt.