Beiträge von Maylin85

    Sehr theoretisch. Dann müsste der Schulleiter erstmal prüfen, ob der vorgesehene Vertretungslehrer fachlich dazu in der Lage ist. Bei Mathe bin ich z.B. konsequent raus. Und wenn Schüler sagt "kann ich nicht", kann ich auch nix zur adäquaten Durchführung beitragen und lass den halt malen oder Musik hören.

    ...und noch ein Argument für korrekte Arbeitszeiterfassung 😊

    Ich weiß nicht mehr genau, aber ich meine, ich hab immer nur "Vertretung" ins Klassenbuch geschrieben. Weiß ich doch nicht, woran die da in Mathe gerade arbeiten...

    Der Deal Staatsbürgerschaft gegen gesetzeskonformes Verhalten wäre kein schlechter und auch nicht unzumutbar, meine ich. Mit der Staatsbürgerschaft geht ein Haufen Privilegien einher, dafür sollte im Gegenzug die Achtung der Gesetze und das Unterlassen von Handlungen, die der Gesellschaft schaden, erwartet werden dürfen.

    Die 5en hat man doch trotzdem.

    Natürlich wird erklärt, was gemacht werden soll. Normalerweise sollte es allerdings reichen, eine Auswertung diverse Male methodisch durchzuspielen oder vorzugeben, welche inhaltlichen Punkte Berücksichtigung finden sollen. An den Schulen mit leistungsstärkerem Klientel, an denen ich gearbeitet habe, funktionierte das so bereits in der Mittelstufe. Ich finde es nach wie vor nicht normal, in der gymnasialen Oberstufe für einige mit Lückentexten anfangen zu müssen. Aber das passiert eben, wenn in der Sek I faktisch keine angemessene Selektion mehr stattfindet. Ein nicht niveaudifferenzierter Unterricht würde alle, die immer noch nicht gescheit schreiben können, durchs Raster fallen lassen, aber dann halbieren sich halt ggf. ganze Jahrgangsstufen. Ich denke, dass an sehr vielen Gymnasien nach unten differenziert wird und man den Satz, an Gymnasien fände keinen Binnendifferenzierung statt, so nicht stehen lassen kann. Auch an Gymnasien wird bei Leistungsproblemen gefragt, was denn an individueller Förderung stattgefunden habe, und mit "nichts" steht man als Lehrkraft auch schnell am Pranger.

    Ich war an einem sehr leistungsschwachen Gymnasium (meine Einschätzung, meine Kollegen sahen das anders), selbstverständlich haben wir differenziert. Das ging so weit, dass einem signifikanten Anteil der Schüler in der Oberstufe nicht abzuverlangen war, in Geographie mal nach methodischen und inhaltlichen Vorgaben ein Diagramm angemessen schriftlich auszuwerten oder eine geographische Verortung zu verfassen. Wir haben also mit Lückentextmustern angefangen, dann gab es Textgerüste mit vorgefertigten Satzanfängen und so hat man nach und nach die "Stützräder" entfernt. Ich weiß auch von Kollegen, die anfangs der Q1 im Leistungskurs (!) noch Checklisten und Formulierungshilfen in der Klausur zugelassen haben.

    Was in NRW teilweise alles unter dem Label Gymnasium passiert und was dort nötig ist, um die Schüler im gewünschten Maße durchzuziehen, kann sich jemand, der es nicht selbst erlebt, wohl kaum vorstellen.

    Ich kann Feuerwerk nichts abgewinnen, fand es aber viele Jahre auch nicht verwerflich. Den definitiv vorhandenen Stress meiner Hunde kann ich irgendwie abfangen und begleiten. Heute weiß man aber nunmal sehr genau, was das Geknalle mit Wildtieren macht (die Untersuchungen zu den Flugbewegungen von Vögeln fand ich beispielsweise sehr eindrücklich und erschütternd... wenn man bei einem Spaziergang frühmorgens durch eine beliebige Großstadt mal bewusst auf verletzte Vögel achtet, wird einem auch anders... Ex-Nachbar hatte mal Hühner, von denen keines die Nacht überlebt hat usw.). Dass trotz Aufklärung und Bewusstseins um die Wirkung auf andere Lebewesen munter geballert wird, ist für mich nicht nachvollziehbar und sehr sichtbarer Ausdruck des maximalen Egoismus einer einfach nur noch durch und durch kranken Spaßgesellschaft.

    Natürlich ist das nur Aufbewahrung. Vertretungsunterricht oftmals aber ja ebenfalls. Es geht ja nicht um ein qualitativ hochwertiges Angebot, sondern um pragmatische Lösungen, die möglichst wenig Personal mit Mehrarbeit belasten.

    ...und gegen Kälte hilft Bewegung. Schadet so manchem Kind eh nicht 😊

    Haben wir. Allerdings nicht unbegrenzt viele, wenn jede Stunde durch eine Bereitschaftsstunde abgedeckt ist, ist das schon gut. Allerdings gibt es manchmal eben auch fünf offene Stunden in der 3. Stunde

    Das ist kein Problem, wenn die 5 Klassen dann eben mit einer Lehrkraft als Aufsicht in der 3. Stunde Hofpause haben.

    Das Theater um Anmeldungen haben wir hier auch. Ich verstehe allerdings sowieso nichts recht, wieso man da als Gymnasium (woanders würde ich eh ungern arbeiten) groß mitmacht, denn an meinem alten Schulstandort gab es z.B. immer deutlich mehr Anmeldungen an den Gymnasien, als Schulplätze. Da die Aufnahme auch nicht nach Leistungskriterien wie Schulformempfehlung erfolgt, sondern durch das Los, kriegt man am Ende sowieso nicht das bevorzugte Schülerklientel, sondern "irgendwas". Im Sozialindex unterscheiden sich die Gymnasien an diesem Schulort auch nicht sonderlich, also unterm Strich alles völlig egal, ob sich durch irgendeine Statistik mininal das Anmeldeverhalten verändert.

    Mag je nach lokalen Begebenheiten vielleicht anders sein.

    Die geringsten Entfallquoten bei meiner nicht repräsentativen Stichprobe hier im Umkreis hatte übrigens die Gesamtschule mit dem schlechtesten Sozialindex. Dafür war die Zahl der Maßnahmen in unveränderter und veränderter Gruppe dort vergleichsweise überdurchschnittlich hoch. Ist als Dienstort doch ziemlich unattraktiv.

    Ich finde die Statistik durchaus interessant. Als Mensch, der sich ggf. nochmal nach einer anderen Schule umsehen muss, fallen schonmal alle mit zu hohen Quoten bei "Maßnahme mit Lehrkraft bei unveränderter Lerngruppe" durchs Raster, denn da schimmert die Mehrarbeit ja schon durch die Statistik. Schulen mit vergleichsweise hohen Quoten ersatzlosen Entfalls und wenig Maßnahmen mit veränderten Lerngruppen erscheinen mir dagegen spontan erstmal deutlich gesünder geführt.

    Was Eltern und Presse dazu sagen... muss man halt drüberstehen.

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