Hallo Ines,
ich habe im Sek I / II Bereich gelegentlich mit Eltern zu tun, die mir sagen, ihre Kinder hätten Dyskalkulie.
Nur in sehr wenigen Fällen waren die Eltern auch bereit, ihr Kind auf Dyskalkulie testen zu lassen.
Nur bei einem der Kinder (bisher 5 getestete in 10 Dienstjahren) wurde die Diagnose Dyskalkulie bisher bestätigt. (Der Test wurde hier http://www.fit4school.de durchgeführt).
Mich würde interessieren, wer / welche Institution den Test mit welchem / welchen Testverfahren durchgeführt hat.
'Übliche' Mathematik-Leistungstests der Schulpsychologen (DEMAT, Eggenberger Rechentest, Heidelberger Rechentest,...) sind fast ausschließlich auf Grundschulniveau abgestimmt und auch nur für diesen Normiert. (Soll heißen:Mit einem solchen Test kann ich nicht feststellen, ob eine 17jährige auf Drittklässler-Niveau rechnet).
Außerdem können diese Tests zwar Leistungsdefizite im Bereich Mathematik aufzeigen, die Diagnose "Dyskalkulie" ist damit aber nicht möglich.
Dyskalkulietest wie der OTZ (Osnabrücker Test zur Zahlbegriffsentwicklung), ZAREKI, BADYS (Bamberger Dyskalkuliediagnostik)... sind auch nur bis Klasse 6 einsetzbar.
(Mein Wissen dazu stammt überwiegende aus Landerl/Kaufmann, Dyskalkulie, UTB-Verlag, München 2008. Vielleicht hat sich da in den letzten Jahren was getan?)
Ich denke, die testende Institution sollte auch bezüglich einer Therapie und geeigneter Übungsmaterialien befragt werden.
Gruß
Trambolubi