Ich stelle in meinem Umfeld - nicht nur in der Schule - fest, dass immer mehr Kinder immer weniger können, nicht nur beim Lesen und Rechnen. Auch Kindern, die 2 „deutsche“ Eltern, ein „normales“ Elternhaus und ein ruhiges Umfeld haben, fällt das Lernen immer schwerer. In den KiTas merken die Erzieherinnen, dass es immer problematischer wird, einfachste Dinge vorauszusetzen oder beizubringen. Und da müssen natürlich die Eltern ins Boot geholt werden. Der Alltag hat sich massiv verändert, das kann doch keiner abstreiten. Vorlesen, schwimmen gehen, die Natur erleben, Brett- oder Kartenspiele machen, auf andere Rücksicht nehmen, Ordnung halten, Anweisungen befolgen, Pflichten übernehmen, verlässlich sein, Regeln konsequent beachten u.v.m. wird in den Familien längst nicht mehr in dem Umfang "trainiert", wie es nötig wäre. Und in die Schulen kommen dann viele kleine Egozentriker. Also können wir Lehrerinnen in der Grundschule auch nicht so arbeiten, wie vor ein paar Jahrzehnten. Isso.
Aber wir können einfordern, was nötig ist.
Mich stört an der Diskussion, dass zu viel an das Elternhaus delegiert wird.
Also "delegiere" ich auch an das Elternhaus, was die Schule allein nicht leisten kann. Ich sage den Eltern durchaus, um was sie sich kümmern müssen: Üben? Hausaufgaben kontrollieren? Das eigene Kind loben? Mal den Schulranzen aufräumen? Alle notwendigen Schulsachen auch zur Schule mitbringen? Für gutes Frühstück sorgen? Das und anderes sollte selbstverständlich sein. Und wenn man sein Kind nicht unterstützen kann, muss man sich Hilfe holen. Und nicht erst im vierten Schuljahr in der Schule auftauchen, um den Lehrerinnen klarzumachen, dass fürs Kind nur das Gymnasium infrage kommt.
Und nein, ich bin keine Lehrerin, die jammert, wie übel alles geworden ist. Und früher war auch nicht alles besser. Ich gehe gern in meine Schule und arbeite nicht auf meine Frühpensionierung hin. Aber ich kann nicht akzeptieren, wenn Eltern sich ihrer Verantwortung komplett entziehen wollen, nur weil ihr Kind ganztags betreut wird. Ich kann auch nicht akzeptieren, wenn über Jahre hinweg verkorkste Bildungspolitik die Arbeit überflüssigerweise zusätzlich schwerer macht.
L.G. Pia
) hatte ich oft durchschnittliche Noten. Muss ich blöööd gewesen sein. Aber eigentlich habe in meiner Schulzeit immer mal wieder die gesamte Notenskala abgedeckt. Die Forscher sollten noch untersuchen, ob Frisur, Kleidung, Makeup usw. nicht auch die Noten beieinflussen. Außerdem: Meine damaligen "Hippie-Lehrer" hatten bestimmt andere Vorlieben als die Anzugtypen... Mensch, welch ein Forschungsgebiet!