Ich arbeite an einer Schule, an der es gang und gäbe ist, in den Zeugniskonferenzen Noten zu ändern, um
- SuS einen Abschluss zu geben
- SuS zu versetzen, damit eine Klassenbildung klappt
Oftmals wird von der SL Druck ausgeübt ("Sie wollen doch der Schülerin nicht die Zukunft verbauen?") und gerne fühlt man sich auch mal wohltäterisch ("Ach, ich erinnere mich zurück, als ich mich damals für den Schüler einsetzte und er sich auf der Abschlussfeier mit Tränen in den Augen bei mir bedankte ").
Das muss ich vorausschicken, damit man meine ablehnende Haltung zu "Notenbasaren" vielleicht besser nachvollziehen kann.
Ich mache meine Noten vor der Notenkonferenz - während des ganzen Schuljahres. Ich mache mir für jede/n Schüler/in reichlich Gedanken, bevor ich die Note finde. Ich begründe meinen Schüler*innen gegenüber die Notengebung und -findung. Und ich würde niemals eine Note nur aus strategischen Gründen - denn um nichts Anderes geht es, der pädagogische Teil fand doch schon längst vorher statt - ändern. Aus der 5 eine 4 zu machen ist nicht Aufgabe des Lehrers - sondern des Schülers!
Hierzu gebe ich als Lehrperson doch meinen SuS während des Schuljahres immer wieder Gelegenheiten!
Welches Signal man den SuS sendet, wenn man Noten beliebig macht, wurde schon erläutert. Ich finde es jedenfalls pädagogisch wertvoller, wenn man als Lehrperson eine transparente, konsequente Haltung an den Tag legt.
Ach, und ich arbeite viel und gerne in den niedrigeren Bildungsgängen - gerade dort kann man doch mit einer klaren, verbindlichen Linie am allermeisten erreichen.