Beiträge von Susi Sonnenschein

    Das soll keine Ausrede sein, aber das Inklusionskind ist 23 Jahre alt und hat von der Schule bereits sämtliche technische Ausstattung bekommen, die zu kriegen ist. Wir sind halt keine Förderschule sondern eine Berufsbildende Schule. Es gibt bei uns auch keine Förderschullehrkräfte, da der Förderschwerpunkt mit Beginn der BBS-Laufbahn wegfällt und es deshalb keinerlei "andersbehandlung" für SuS mit ehem. Förderschwerpunkt gibt. Ich bin auch dafür, jedem zumindest die Möglichkeit zu bieten. Andererseits geht es um das Erwerben eines höheren Abschlusses und da sagen natürlich auch nicht zu Unrecht einige KuK, dass man jemandem nicht einen solchen Abschluss geben kann, wenn grundlegende Fähigkeiten fehlen.

    Ich sehe es wie deine KollegInnen, Hannelotti .

    Mir war nicht klar, dass es um eine berufsbildende Schule geht und das „Kind“ schon so alt ist. Auch dass ihr ihn technisch gut versorgt habt.

    Hmm...aber ihr werdet es wahrscheinlich trotzdem machen müssen oder irgendeinen anderen Weg der Unterstützung finden müssen. Ich wüsste halt keinen plausiblen Grund, auch wenn es ätzend ist.

    Ich wüsste viele plausible Gründe:

    - Der Schüler ist volljährig und hat seine Schulpflicht erfüllt.

    - Er ist Wahlschüler und möchte auf eigenen Wunsch einen höheren Bildungsabschluss anstreben.

    - Der Schüler wurde von der Schule mit allen technischen Möglichkeiten ausgestattet.

    - Er hat bereits einen erhöhten, individuellen Betreuungsaufwand erfahren.

    - Die KollegInnen an BBS haben es i.d.R. mit immens hohen, heterogenen Schülerzahlen zu tun, die sie unterrichten. Ich meine, Hannelotti hätte mal was von insgesamt 180 Schülern erwähnt, die sie hat.

    Irgendwann ist auch mal gut!

    Irgendwann muss man als Lehrkraft auch mal sagen: Jetzt reicht's, ich hab alles ausgeschöpft, was ich leisten kann.

    Ich erlebe Hannelotti hier schon seit langem als engagierte, motivierte Lehrerin, die auch gerne mal unkonventionelle Wege geht.

    Aber es gibt einfach Fälle, da muss man eine Reißleine ziehen.

    Man kann nicht jeden mitnehmen! Wer sowas sagt, lügt oder ist Politiker. ;)

    Natürlich nicht. Aber als Konsequenz musst du ihn nachweisen. Das wird aufwändig wenn die beiden in verschiedenen Räumen saßen. Die Behauptung, dass die beiden Handies verwendet haben ist ohne weiteres eben auch nur eine Behauptung.

    Nein!

    Seph hat bereits den Anscheinsbeweis angeführt, bei dem der Prüfling in der Beweispflicht ist, nicht der Lehrer.

    Kann man gut beim Schulrechtler Hoegg nachlesen, sonst hier eine schnell ergoogelte juristische Auffrischung:

    https://www.123recht.de/ratgeber/verwa…-__a116376.html

    Bei uns treffen sich die Jugendlichen wegen der Ausgangssperre halt um 20 Uhr und bleiben bis morgens um 5. Das soll dann besser sein? Na dann...

    Ich weiß jetzt nicht, warum svwchris von einigen angemacht wird. Bei Veronica Mars habt ihr's doch auch verstanden.

    bei uns ziehen die Jugendlichen wie eh und je kurz vor Ladenschluss mit ner Flasche Wodka und Chips und Cola durch den Laden. Trinken die sicherlich dann ganz allein zu Hause :top:

    Humblebee und Seph, ich verneige mich vor euch, ehrlich! Ich würd durchdrehen, wenn ich so akribisch wie ihr korrigieren würde. Ich kann es mit meinen Nerven gerade so vereinbaren, lange Texte einmal durchzukorrigieren. Dann muss ich die Arbeit weglegen, sonst müsst ich sie zerreißen.

    Mich machen Prüfungskorrekturen bzw. das Korrigieren von Textproduktionen aber auch übernatürlich aggro. :explodier:

    Wissen WIR's denn? Hier haben ganz viele den Durchblick, wie alles richtig zu machen wäre. Nur die "doofen Politiker" blicken's mal wieder nicht! Wozu haben die eigentlich Berater, wenn die's auch nicht blicken, nur WIR!

    Also, ich habe für meine Schule/Schulart einen besseren Durchblick als jeder Politiker dieser Welt. Ja, so arrogant bin ich.

    Ich bin aber auch an der Basis vor Ort und erlebe hier Tag für Tag, was hier (falsch) läuft.

    Ich erlaube mir auch, eine Meinung zu den Maßnahmen außerhalb meiner persönlichen Betroffenheit zu haben. So finde ich vieles falsch, beispielsweise die Schließung der Restaurants oder das Tragen von Masken auf Supermarktparkplätzen.

    Gleichwohl ertrage ich die Entscheidungen unserer Politiker noch ohne zu murren (na gut, manchmal schimpf ich ein bisschen vor mich hin) - aber wundern tu ich mich schon manchmal.

    Ich gebe dir recht, Websheriff, es gibt viele, die unreflektiert rumschreien und nur kritisieren. Aber es gibt auch diejenigen, die von den Maßnahmen persönlich betroffen sind und dann empfinde ich es als deren gutes Recht, aussprechen zu dürfen, dass etwas falsch läuft.

    Mir tun unsere Schüler schon echt leid.

    Die Einschränkungen, mit denen sie schon seit Monaten leben müssen, sind für junge Leute echt einschneidend.

    Als unsere Ministerpräsidentin mit der Weisheit um die Ecke kam, dass wir uns jetzt halt gemütliche Abende mit der Familie machen sollen, konnte ich nur mit dem Kopf schütteln. Natürlich, für Leute ü40 ist so ein gemütlicher Abend zu Hause kein Problem, wir haben unsere Partys alle fertiggefeiert. Aber den Jugendlichen geht momentan eine Lebensphase verloren, die sie z.T. nie wieder nachholen können (z.B. die Abiturfeier).

    Ich weiß, dass viele junge Leute sich heimlich zum Feiern treffen (kriegt man bei unseren Schülern mit). Und auch wenn ich natürlich viele Maßnahmen unserer Regierung verstehe: Irgendwie ist es doch gruselig, dass man plötzlich etwas Illegales tut, nur, weil man sich mit drei Freunden trifft.

    Ich finde das unzumutbar. Für mich ist es momentan noch einigermaßen erträglich, abgesehen von Eisfüßen und der Tatsache, dass diese ohne ein heißes Bad nach der Arbeit gar nicht mehr auftauen. Das liegt aber nur daran, dass ich im Unterricht kaum sitze, ich gehe eigentlich permanent durch die Reihen und wenn ich vorne bin, schreibe ich an der Tafel oder gestikuliere herum. Dabei ist mir ausreichend warm. Wenn aber zB eine Klassenarbeit geschrieben wird und ich mal 90 Minuten stillsitze, dann fange ich meistens nach der Hälfte der Zeit schon an zu zittern.

    Ganz genau! Wir Lehrer finden es z.T. schon unangenehm, aber wir haben immerhin die Möglichkeit, uns zu bewegen und ggf. im Lehrerzimmer aufzuwärmen.

    Unlängst saß ich in einer Konferenz stundenlang am Platz. Alle 20 Minuten wurde ordnungsgemäß gelüftet, draußen hatte es 10 Grad. Ich war sowas von durchgefroren, trotz Pullover, Schal und Winterstiefeln!

    Erst da wurde mir bewusst, wie unangenehm derzeit ein Schultag für unsere Schüler sein muss.

    „Das Abi bekommt man bei euch ja geschenkt, deswegen wechseln so viele.“

    Also, an unserer BBS bekommt man seinen Schulabschluss "geschenkt" (aka: mit sehr viel pädagogischem Wirken ermöglicht).

    Kann man gut finden, muss man aber nicht.

    Ich bin da hin und her gerissen: Bei den unteren Bildungsabschlüssen (Berufsreife) finde ich das nicht so schlimm. Da finde ich pädagogische Entscheidungen oftmals richtig. Bei höheren Bildungsabschlüssen finde ich das nicht so prickelnd. Wenn ich sehe, wo unsere Abgänger mit höheren Bildungsabschlüssen hin wollen, weil sie ja eine Studierfähigkeit von uns attestiert bekamen, wird mir angst und bange.

    Ich bin eine Verfechterin des Leistungsgedankens und - ich gebe es zu - finde Selektion nicht schlimm. Selektion im Sinne von: "Du willst einen hohen Schulabschluss? Dann pienz nicht, hock dich auf den Poppes und mach was dafür! Das ist dir zu hart? Dann mach was Leichteres!"

    Was ich allerdings nicht mag: Die von der TE erwähnte "Unmenschlichkeit". Man kann Leistung einfordern und dennoch wertschätzend mit den SchülerInnen umgehen. Ich habe selbst sehr viel Unmenschlichkeit in meiner Schulkarriere erfahren und finde es gut, dass diese Zeiten vorbei sind.

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