Beiträge von Jens_03

    Ich stelle es vorweg: als Mann ohne Kinder, kann ich dies wohl nicht so recht verstehen (und bitte zieht euch jetzt nicht an diesem Satz hoch). Ich bin nur in der Lage im Freundeskreis zu beobachten, wie Pastoren-, Tierarzt- und andere Ehepaare mit Kindern ihren Tag organisieren. Dennoch möchte ich zu bedenken geben, dass dort draussen - ausserhalb unserer schönen Schulwelt - sehr viele Mütter ganz- oder halbtags arbeiten müssen und die ihren Kindern kein familieninternes "Nachmittagsprogramm" bieten können. Ich zählte in meiner eigenen Kindheit übrigens auch dazu - Mutter selbstständig, Vater mit Hauptberuf und Nebenjob, Großeltern waren ebenso Mangelware wie der Rest der Verwandtschaft. Daher ärgert es mich ein wenig, wenn wir in einem öffentlichen Forum auf hohem Niveau klagen. Gut - da kann man sagen, dass die beiden selbst Schuld waren, sie hätten ja auch etwas vernünftiges lernen können. Zur Erinnerung: ein halbes A13er Gehalt (Dienstaltersstufe 7) entspricht immer noch einem vollen Gehalt einer Wohngruppenleitung in der Jugendhilfe mit Nachtdienst- und Wochenendzuschlag. Gut - von A13 geht dann noch der Krankenkassenbeitrag runter - macht jetzt aber auch keinen großen Unterschied. Der andere Studierte in gehobener Stellung muss dann bloß an fünf Tagen die Woche für den Nachmittag vorsorgen und hat sechs Nachtdienste pro Monat - wo dann hoffentlich der Partner das Kind übernehmen kann... oh - und der hat keine Ferien.

    Grundsätzlich ist es für den Stundenplankoordinator/-beauftragten mit Sicherheit schwer, da bei 50 Kollegen jeder gewichtige Gründe anbringen kann, warum er oder sie nachmittags nicht unterrichten könne. Was für das Individuum wie schwer wiegt sei dahingestellt. Für manchen nehmen Hund und Pferd einen höheren Platz ein als mancher Mensch. Bei 14 Stunden sind vermutlich Springstunden, o. ä. vorhanden, beziehungsweise das Unterrichtsdeputat ist auf wenige Tage gekürzt. So etwas müsste innerhalb des Kollegiums geklärt werden.

    Davon ab: bei Unterricht bis 16 Uhr scheint es sich ja um eine Ganztagsschule zu handeln - gibt es so etwas für dein Kind nicht?

    Mal ehrlich: warum willst Du in Hannover bleiben? (Ich bin selbst gebürtiger Hannoveraner und mag meine Heimat.) Klar bedeutet das erstmal eine Veränderung, aber das gehört dazu. Bedingt durch den Studienort Hannover möchten viele "Fertig-Studierte" dort wohnen bleiben - man kennt das Umfeld, hat eine nette Infrastruktur, kulturelle Angebote, eine voll eingerichtete, günstige Wohnung, wer Karriere machen möchte hat das MK und die LSchB direkt vor der Haustür. Promotion neben dem Beruf (nach dem Referendariat) geht bedingt durch die Uni und die Möglichkeiten dort ebenfalls relativ unkompliziert (im Gegensatz zu meiner Alma Mater Göttingen).


    Bzgl. Absage einer Stelle aus den genannten Gründen: ich hab noch im Ohr, das dann gegebenenfalls ein bis zwei Jahre Wartezeit eingerechnet werden müssen - mir wäre es das nicht wert. Alleine aus finanziellen Gründen: 18 Monate saurer Apfel und in die "Provinz" ziehen, dann Ass. d. L. Prüfung und ggf. Stelle mit A13 gegenüber im blödesten Fall zwei Jahre lang jobben...

    Moin,

    bei Prozentzahlen könnte das IHK System hilfreich sein (http://www.buerokauffrau-online.de/ihk-notenschluessel.html) um den Leistungsstand zu verdeutlichen. Ich habe aber noch vor Augen, dass es für die allgemeinbildenden Schulen etwas "weichere" Notengrenzen gibt, als für uns Berufsschullehrer.
    Hab gerade noch etwas gestöbert. Die IGS ist ja wirklich ein besonderer Sonderfall. Man hat ein wenig den Eindruck, dass ein Wechsel aus diesem Schulsystem heraus nicht gewünscht ist, oder erschwert werden soll.

    Wir vergeben in den Zeugnissen bei Begabten die Bemerkung: "Auf Grund der überdurchschnittlichen Leistungen wird der Besuch der Fachoberschule empfohlen."

    Vielleicht besteht die Möglichkeit etwas ähnliches in die Zeugnisse mit aufzunehmen (so fern bei euch die Zeugniskonferenzen noch nicht gelaufen sind).

    Ein reines Studium für das Lehramt Sek II? Gibt es das tatsächlich? Das wären dann ja nur die Klassen der Oberstufe am Gymnasium oder in der Berufsschule. Ich kannte bis dato nur Gymnasiallehrkräfte, die in den Klassen der Sek I und Sek II des Gymnasiums unterrichten, beziehungsweise in der Gesamtschule.

    Grundsätzlich: mein Rat wäre, dass Du das studierst was Dir Spaß macht und nicht das was vermeintlich einen höheren Bedarf hat. Wirklich gut kannst Du nur dort sein wo Dein Interesse liegt. Und Alternativen wären andere Bundesländer... bei uns an den BBS'en bestand/besteht ein gewisser Bedarf an Religions- und Englischlehrkräften. Ob das in sieben Jahren noch so ist...

    Erster Kontakt über die Schule per Anruf oder Email. Da ich häufig für mehrere Tage ausser Haus auf Exkursionen bin und erreichbar sein muss, darf das Sekretariat meine Handy-Nummer rausgeben. Die Ausbildungsbetriebe haben die sowieso und ich bin unter der Nummer auch bei anderen Stellen (Ehrenamt) registriert und recht leicht zu finden. Festnetz wiederum ist nur für die Familie und Freunde.
    Das führt aber auch zu Situationen die fraglich sind. Im letzten Sommerurlaub in der Toskana hatte ich meine Mailbox so besprochen, dass der Zeitraum des Urlaubs dort zu hören war. Haben auch alle kapiert - mit Ausnahme eines Bewerbers, der sich auf der Box und per Mail beschwerte, dass ich ja nicht erreichbar sei...

    Hm... im Seminar hat unsere pädagogische Fachleiterin mal eine Statistik aus Niedersachsen rausgekramt (bitte fragt mich nicht von wann die war/gewesen sein soll). Angeblich sind Grundschullehrer die, die am häufigsten aus dem Beruf ausscheiden, in chronologischer Reihenfolge gefolgt von Haupt-, Realschul-, Gymnasial- und Berufsschullehrern. Ich hab im Volontariat alle Schulformen und die dazugehörigen Lehrkräfte kennengelernt. Wie es weiter oben beschrieben wurde gibt es "so'ne und solche". Auch bei uns Berufsschullehrern fluchen Kollegen über das BEK und behaupten, dass die total ätzend und schwierig wären - bei anderen sind die sehr handzahm und arbeiten gut mit.
    Ich behaupte jedoch, dass die Auswahl "mit den Kindern kommst Du am leichtesten zurecht" die wahrscheinlich ungünstigste ist... das haben sich schon viele gedacht und sind kläglichst gescheitert.

    Tja, wenn Du weg willst: Du schreibst, dass die SL alles daran setzt unbequeme Kolleginnen und Kollegen loszuwerden. Also Mund aufmachen und unbequem werden - entweder hilft es an der Schule, oder der Versetzung wird zugestimmt.

    Sonst: ich nehme Hektiker in Leitungspositionen nicht ernst, warte ab und bereite Lösungsansätze vor - dadurch hab ich meine Ruhe und keinen Stress. Lehrer haben das Problem, dass sie nun einmal [lexicon='Pädagogik',''][/lexicon] studiert haben und nicht Leitung. Da geht manches dann leider nach hinten los und Führungskultur fehlt.

    PS: wenn man seine Notdurft verrichten möchte, dann macht man das. Ebenso wenn man etwas trinken möchte. Was soll denn passieren? Wenn jemand sich diesbezüglich beschwert, dann möchte ich in der Hinsicht die Begründung lesen.

    Ggf. könnte das Bundesland helfen...
    Geht es um eine Unterrichtsstunde, oder einen Vortrag?


    In Niedersachsen war es für mich als Seiteneinsteiger (Fachstudium und zwei Jahre Berufspraxis nach dem M.Sc.) so, dass ich mich am zuständigen Seminar vorstellen musste. Nach einem Gespräch mit dem Seminar- und zwei Fachleitern wurde ich zum Vorbereitungsdienst zugelassen. Quereinsteiger (Fachstudium und vier Jahre Berufspraxis nach dem M.Sc.) bewerben sich direkt an der Schule. Die Qualifikation erfolgt berufsbegleitend.

    Auf die Aussagen "nachmittags frei", "12 Wochen Urlaub" und "überbezahlt" antworte ich im Gespräch eigentlich nur mit "Neidisch? Hättest Du doch auch machen können!", oder etwas vergleichbaren. Merkwürdigerweise kommt dann immer ein "Nee - mit den Kindern/Jugendlichen und so... das wäre zu viel Stress gewesen."

    Ignorieren.

    Ich sagte ich sehe das kritisch, nicht das ich einen Generalverdacht hege - ich muss nicht nur die Lernenden, sondern auch deren Umfeld schützen. Bevor ich den Lehrern sage, dass XY ihre Tochter wegen einer schlechten Note rausgeschmissen hat muss ich mich informieren. Das geht in den Zeiten moderner Kommunikation recht schnell. Ein Rauswurf aus dem Elternhaus wegen schlechter Noten ist ziemlich an den Haaren herbeigezogen - in meinen Augen und nach meiner Erfahrung. Ich habe in meiner eigenen Schulzeit und als Berufsschullehrer leider zu viele Fälle gesehen, die durch ähnliche Aktionen bessere Noten bekommen haben/wollten, als sie eigentlich verdient hatten. Daher mahne ich zur Vorsicht - und nehme nicht sofort an, dass der Lernende mir die einzig richtige Wahrheit erzählt und die Eltern furchtbar gemein sind (und die Tochter in dem Fall wegen einer schlechten Note rausschmeißen). In überschaubaren Gegenden geht so etwas nämlich auch allzu schnell rum - und dann hat die Lehrkraft den Kram an der Backe, wenn diese unreflektiert und unkritisch im Kollegium verbreitet hat, dass Mutter XY ihre Tochter wegen einer fünf oder sechs aus dem Haus geschmissen hat.

    In den Grünen Berufen haben wir derzeit circa zwei Dutzend Lehramtsabsolventen in ganz Deutschland. Alleine die GaLa-Bauer brauchen jedoch 50 Leute p. a. - da gibt es einen massiven Mangel.

    In den meisten Bundesländern ist es typisch, dass man reguläre Absolventen der Grünen Studiengänge einstellt (nach zweijähriger Praxis). Die zweite Phase ist zumeist noch so geregelt wie vor 100 Jahren... Ich hab demnach die berufliche Fachrichtung Agrar (Forst-, Jagd-, Tierberufe) und das Unterrichtsfach Bio. Die Kombination mit dem Volontariat nach dem Studium war dann insgesamt sehr günstig für den Einstieg in den Beruf.

    In Niedersachsen wollte man lediglich mein M.Sc. Zeugnis (bin Seiteneinsteiger) für die Einstellung. Das B.Sc. Zeugnis war für die Zuordnung des Unterrichtsfachs notwendig, nicht jedoch für die Note.

    Moin!

    In so einem Fall müsste über Jugendamt und einen entsprechenden Träger abhängig vom Alter der Schülerin eine Inobhutnahme in einer Einrichtung der Jugendhilfe möglich/notwendig sein. Zuständig ist das Jugendamt.

    Ich bin bei solchen Fällen immer sehr vorsichtig. Meine Frau (Lehrerin GHR, Anti-Aggressionstrainerin und Sozialpädagogin) ist in dem Bereich tätig und es ist manchmal schon grandios, was sich die Lernenden einfallen lassen. In jedem Fall würde ich einen engen Kontakt zu den zuständigen Stellen halten um mich abzusichern. Es gibt genug Fälle, in denen scheinbar "nette, kleine, liebe Mädchen und Jungs" die schönsten Geschichten erzählt haben (Misshandlung, Missbrauch, Freiheitsberaubung, etc.). Beim Termin mit Jugendamt, Eltern, Psychologen und Pädagogen kam dann heraus, dass das leider ziemlicher Mist war. Hatte selbst so einen Fall, in dem eine Schülerin erstmal über Wochen bei verschiedenen Kollegen ihr Leid geklagt hat, was beim Chef nicht läuft. Das ging in Richtungen die nicht tragbar waren. Endergebnis nach einem entsprechenden Gespräch war, dass sie gefühlt zu wenig Zeit für das Berichtsheft hätte (30 min pro Tag reichten angeblich nicht). Dafür wurde behauptet, dass sie geschlagen und bedroht worden wäre, und noch so ein paar andere Dinge.
    Insbesondere in den Wochen vor den Zeugnissen bin ich daher besonders kritisch was das angeht.

    In Niedersachsen hatten wir im Bekanntenkreis zwei solche Fälle im Zuge der Umstellung von Staatsexamen auf B./M.Ed.
    Vom Landesamt wurde mitgeteilt, dass ein bestandener Master of Education (da anderer Studiengang) den Zugang zum Vorbereitungsdienst ermöglichen würde. Ebenso verhielt es sich zu Diplom-Zeiten bei Studierenden, die beispielsweise an der Uni die "Tot-Prüfung" nicht bestanden haben, dann jedoch an der Fachhochschule ohne Probleme weiterstudieren durften. Teils unter Anrechnung von Studienleistungen. Gegebenenfalls müsste es sogar möglich sein, mit einem nicht bestandenen M.Ed., jedoch einem bestandenen M.A./Sc. und anrechenbaren Studienleistungen als Quer- oder Seiteneinsteiger ins Lehramt zu kommen - je nach Fachrichtung (BBS, Gymnasium, etc.).

    Im konkreten Fall muss man ggf. häufiger einen Antrag stellen. Unser ehemaliger stellvertretender SL meinte mal, dass in der Regel dem dritten Antrag zugestimmt wird. Frag mal den Personalrat.
    Einem Kollegen von mir wurde die Versetzung im zweiten Jahr nach Antritt seines Dienstverhältnisses bei uns genehmigt. Ging dann auch recht schnell, da wir einen Ersatz für ihn gefunden hatten den wir einstellen konnten.

    Ich bin bei der Gothaer mir allen Zusatzleistungen (Chefarzt, EZ, Naturheilkunde, etc.) und zahl dafür knapp 20,- € mehr als Du bei der Debeka. Grundausstattung wären circa 160 - 180 meine ich. Erscheint mir auch sehr teuer.

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