Beiträge von alias

    Witzig finde ich, dass schon wieder die Schweiz als Paradebeispiel herhalten muss.
    Was diese Leute nicht berücksichtigen:
    Die Grenze zur Schweiz besteht aus dem Bodensee und dem Rhein. Wer illegal über diese Grenze will, muss schwimmen.

    Die Grenze zu Österreich besteht aus Wäldern, Wiesen und Hügeln. Wer dort spazieren geht, merkt nicht, dass er einen anderen Staat betritt.

    Die deutschen und österreichischen Grenzorte beklagen sich momentan bitter über das Flüchtlingsproblem. Jedoch nicht über die Flüchtlinge, sondern über die damit verbundenen Grenzkontrollen. Der kleine Grenzverkehr für den schnellen Einkauf im Nachbarland oder den Besuch von Bädern und Freizeiteinrichtungen ist fast zum Erliegen gekommen. Auch Berufspendler ächzen. Wenn man an der Grenze eventuell 1-3 Stunden Waeŕtezeit einkalkulieren muss, lohnt der Schnäppchenkauf nicht mehr. Der grenznahe Einzelhandel beklagt Millionenverluste - täglich.
    Im Grenzabschnitt zwischen Salzburg und Kempten wurden seit Einführung der Straßenkontrollen 1000 illegale Einwanderer entdeckt.
    Gleichzeitig kommen 2000 Flüchtlinge über diese Grenze, die vorübergehend aufgenommen werden - pro Tag. Da geht manchen das richtige "Augenmaß" verloren. Der griechische Außenminister meinte, als man ihn aufgefordert hat, die Einreise illegaler Einwanderer aus der Türkei zu verhindern sinngemäß: Sollen wir diese Schiffe mitsamt den Menschen versenken? Die Küstenwache darf das nicht. Sie ist zur Rettung von Menschen auf See verpflichtet. Sie darf auch nicht in die Gewässer der Türkei eindringen, um die Menschen dorthin zurück zu bringen.

    Der Bundespräsident brachte die Handlungsmaxime beim Neujahrsempfang auf den Punkt:

    Zitat

    Sie alle, meine Damen und Herren, haben an den unterschiedlichsten Stellen der Gesellschaft dazu beigetragen, dass dieses Land ein solidarisches Land ist. Manche mögen diese Begrifflichkeit nicht. Wenn wir von Solidarität sprechen, hört sich das immer ein bisschen politisch an.

    Man kann das auch anders ausdrücken. Man kann statt Solidarität Barmherzigkeit sagen.

    Mag sein, aber was wäre die Konsequenz? Wer keinen Bock mehr hat, vor der Klasse zu stehen, tritt ab sofort in die AfD ein, redet wirres Zeug und wird dann irgendwohin wegbefördert?

    Ich gehe davon aus, dass Höcke als Parlamentarier derzeit ohne Bezüge beurlaubt ist.
    Die Forderung lautet wohl dahingehend, den Zustand der Beurlaubung ohne Bezüge über die Mandatszeit hinaus beizubehalten. Auch wenn ich dieser Idee einen gewissen "Charme" attestiere, glaube ich nicht, dass das Beamtenrecht eine Handhabe dafür bietet, solange er bei seinem Balanceakt am Rande der Verfassung noch hauchdünn jenseits der Verfassungsfeindlichkeit bleibt.
    Über Höckes Verfassungsfeindlichkeit müsste der Verfassungsschutz und dann ein Verwaltungsgericht entscheiden.

    Korrekterweise muss man zum Beitrag auch die jährliche Kostendämpfungspauschale der Beihilfe hinzurechnen, die von der zu erstattenden Summe der Rechnungen abgezogen wird.

    Bei A12 sind das 150€, bei A13/14 180€ pro Jahr. Macht 12-15€ monatlich on top.

    Die Pauschale wurde damals mit der Praxisgebühr eingeführt - die zwischenzeitlich wieder abgeschafft wurde.
    Die Pauschale für Beamte blieb.

    Nicht zu vergessen ist der Zeitaufwand, den man mit dem Beantragen der Erstattung bei Versicherung und Beihilfe hat.
    Da kommen über das Jahr einige Stunden zusammen - falls man nicht gesund bleibt.

    Positiv an der Privatenversicherung ist, dass es Versicherungen gibt (z.B. Debeka), die bei Leistungsfreiheit im Folgejahr unaufgefordert bis zu sechs Monatsbeiträge rückerstatten.

    BTW: Man stelle sich vor, die Bundesstaaten der USA oder der Bundesrepublik würden wieder Grenzkontrollen einführen... undenkbar. Noch vor 150 Jahren war Deutschland ein Flickenteppich einzelner Staaten mit unterschiedlichen Währungen und Zollgrenzen.

    Das bedeutet nicht, dass momentan keine Kontrolle geschieht. Die Zollbeamten kontrollieren stichprobenartig, effektiv und unerwartet im Hinterland.

    Wenn man die Grenzübergänge stärker kontrolliert und "abdichtet", kommen die Flüchtlinge eben durch den Wald. Um dies zu verhindern, müsste man in letzter Konsequenz eine Grenzsicherung mit Selbstschussanlagen und Wachtürmen aufbauen, wie sie nach 1989 glücklicherweise demontiert werden konnte.

    Richtig ist, dass die Außengrenzen der EU kontrolliert werden müsen - und vor allem, dass Lösungen gefunden werden, die den Menschen die Ursachen für die Flucht nehmen. Alles andere ist nicht zielführend.
    Wer zuhause eine sichere Zukunft und Heimat hat, fährt vielleicht in Urlaub - aber flieht nicht.

    Ach Michael. Wahrscheinlich bist du auch noch der Meinung, dass dein Gehalt von den Steuern bezahlt wird, die dir vom Lohn abgezogen werden...


    Ich glaube nicht an LKW-Staus, weil es keine Zollabfertigung geben wird. Es würde Verzögerungen geben, aber keine Kollaps, wie hier mehrfach prophezeit wurde. Eine Kontrolle von Privatfahrzeugen und Warentransporten wäre sowieso getrennt.

    Es geht nicht darum, was du glaubst, sondern was passiert:
    http://www.pnp.de/region_und_lok…auf-der-A3.html
    http://www.br.de/nachrichten/ob…lzburg-100.html


    2 Stunden Wartezeit treffen die Logistikbranche hart - zumal die Ankunftzeiten nicht mehr kalkulierbar sind.

    Hoffen wir, dass in Zukunft besser auf die Flüchtlingsunterkünfte aufgepasst wird.

    Der Suchstring "Brand asylunterkunft flüchtlingsunterkunft" bringt bei Kugel 45.000 Treffer.
    Deutschland brennt. Die Schuld liegt jedoch nicht bei den Menschen, die vor Terror fliehen müssen.
    Mit dem Geld, das zur Behebung der Sachschäden aufgewendet werden muss, könnten tausende Familien versorgt werden.

    Dann erklär mir mal, in welcher Sache ich eigentlich "im Unrecht" bin. Ich führe hier keine Diskussionen mehr auf dem Niveau "wer nicht meiner Meinung ist, ist zu doof zum lesen". Alias kann verlinken was er will, ich bin einfach nicht seiner Meinung, das ist alles. Er muss auch nicht meiner Meinung sein und ich halte ihn trotzdem nicht gleich für zu dumm zum lesen.

    Liebe Wollsocken, du hast eine sehr selektive Art zu lesen. Das hat meine etwas harsche Reaktion ausgelöst. In einem Post hatte ich von der "Exportnation Deutschland" geschrieben, mein Argumentationsfaden liegt jedoch nicht auf dem Export - sondern auf dem "Just-in-time"-Warenverkehr. Grenzschließungen und zeitraubende Kontrollen bedrohen die deutsche Industrie, Arbeitsplätze und den Wohlstand sowie die Konkurrenzfähigkeit - letztlich auch im Export.

    Du argumentierst, das die Schweiz das doch mit Grenzkontrollen auch schafft. Die Situation ist jedoch keineswegs mit der in Deutschland vergleichbar. Du willst das nicht wahrhaben und lenkst mit deinen Einwürfen vom Thema ab. Das ist nicht dumm, sondern hat Methode.

    Ein Link für dich - um das "Exportthema" in der Flüchtlingsfrage mal abzuschließen:
    Die 20 größten Exportnationen der Welt:
    http://de.statista.com/statistik/date…ender-weltweit/
    Die Schweiz wird da nicht aufgeführt - weil die Exportsumme zu klein ist. Leider habe ich keine Tabelle gefunden, in der dein "Quotient" von Exportsumme/Einwohnerzahl bei verschiedenen Staaten verglichen wird. Bei einem solchen Vergleich könnte es durchaus passieren, dass ein Zwergstaat wie Monaco die Schweiz und Deutschland auf die Ränge verweist.

    Deutschland - als drittgrößte Exportnation der Welt, besonders in Maschinenbau und Automobilproduktion - bezieht einen großen Anteil seiner Wettbewerbsfähigkeit aus der schlanken, schnellen und dadurch kostengünstigen Produktion.
    Und ist hier besonders verwundbar.

    Weltverbesserer

    Es freut mich, dass du meine Bemühungen mit diesem "Orden" schmückst, den ich zwar nicht verdient habe, aber mit Wohlwollen zur Kenntnis nehme :aufgepasst:

    Deinem Beitrag entnehme ich, dass du über den Zusammenhang von "Just-in-time", "geschlossene Grenzen" und "Wohlstand in Deutschland" nicht reflektiert hast, sondern lieber die Lager einsortierst. Ich bin nicht links, nicht rechts und nicht sonstwas und renne keinem Vereinsvorsitzenden hinterher. Ich höre auf Argumente und wäge ab. Dann bilde ich mir eine Meinung.
    In diesem Sinn bin ich strammer Marxist und Hegelianer: These-Antithese-Synthese. Nur mit Dialektik kann eine fundierte Meinungsbildung funktionieren. Ich passe in keine Schublade. Mein Schubladensystem ist vielfältig und sieht etwa so aus:

    [Blockierte Grafik: http://www.dalipaintings.net/images/paintings/the-burning-giraffe.jpg]

    Nette Idee, seinen Lebensunterhalt zu finanzieren

    Zitat

    70% gehen direkt an Ihre Wunscheinrichtung, wobei Schulengel.de einen Anteil von 30% zur Deckung der Kosten für den Betrieb, die Weiterentwicklung und die Pflege des Portals einbehält.

    Bislang haben die 2,4 Mio eingesammelt.
    Macht 720.000 € für den Betreiber.
    Stefan, du machst etwas falsch ;)

    Die wurden bestimmt nicht aus Jux und Dollerei eingekesselt, sondern weil sie sich entweder nicht angemeldet versammelt haben, Versammungsauflagen missachtet haben und/oder eine andere angemeldete Demonstration massiv stören wollten und/oder zur Gewalt aufgerufen wurde. Nur weil das Schüler und alte Leute sind heißt das nichts.

    Diese Aktion ging als "Hamburger Kessel" in die Geschichte ein. Die Einsatzführer wurden vom Gericht verwarnt, den eingekesselten Bürgern wurde ein Schmerzensgeld zugesprochen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Hamburger_Kessel

    Zitat von Wikipedia


    Das Verwaltungsgericht Hamburg erklärte den Einsatz später für rechtswidrig.[1] Das Urteil stellt fest, dass auch eine noch nicht zusammengetretene politische Versammlung vom Grundrecht der Versammlungsfreiheit gedeckt ist. Der Tenor des Urteils stellt insbesondere heraus:

    • Die Verhinderung einer Versammlung ist, soweit nicht von den im Versammlungsgesetz vorgesehenen Instrumentarien Gebrauch gemacht wird, im Versammlungsgesetz nicht vorgesehen und damit unzulässig.
    • Ebenso ist es vom Versammlungsgesetz nicht gedeckt und damit rechtswidrig, wenn die Polizei eine sich versammelnde Menschenansammlung, von der bis zu diesem Zeitpunkt keine Störungen ausgingen, umstellt, die einzelnen Teilnehmer daran hindert, den Platz zu verlassen und sie anschließend in Gewahrsam nimmt.

    Die vier verantwortlichen Polizeiführer wurden vom Landgericht Hamburg
    wegen 861-facher Freiheitsberaubung verwarnt. Die Verurteilung zur
    Geldstrafe blieb vorbehalten. Das Landgericht Hamburg sprach den
    Eingekesselten 200 DM Schadensersatz pro Person zu

    Verfassungskonform ist das schon - aber nicht klug. In Baden-Württemberg gab es das über Jahrzehnte:

    Der freiwillige Polizeidienst in Baden-Württemberg wurde im Mai 1963 eingeführt. Derzeit gehören ihm 1041 (Stand 31. Dezember 2012) Bürger an. Seine Aufgaben umfassen in der Regel die Sicherung und Überwachung des Straßenverkehrs, die Sicherung von Gebäuden und Anlagen, den Kraftfahrdienst, den Fernmeldedienst und ähnliche technischen Dienste sowie den Streifendienst. Seit Anfang 1998 wird der freiwillige Polizeidienst auch im Bereich der Kommunalen Kriminalprävention eingesetzt.
    Die Ausbildung umfasst zwei Wochen für die Grundausbildung sowie einer darauf folgenden Einführungsverwendung und erfolgt in einer Polizeischule der Bereitschaftspolizei oder bei den Aufstellungsdienststellen (in der Regel die Polizeidirektionen). Die Weiterbildung erfolgt einzeln auf den jeweiligen Dienststellen (zum Beispiel Reviere) und gesammelt in Fortbildungen.

    ....
    Die nach der Landtagswahl am 27. März 2011 gebildete grün-rote Koalition hat in ihrem Koalitionsvertrag die mittelfristige Abschaffung und das sofortige Einfrieren der Finanzierung (2,2 Mio. Euro jährlich) des freiwilligen Polizeidienstes in Baden-Württemberg beschlossen. Als erste Maßnahme wurden die Haushaltsmittel für den Freiwilligen Polizeidienst eingefroren und freiwerdende Mittel werden für hauptamtliche Kräfte umgeschichtet; ferner wurde die Anwerbung für den Polizeidienst beendet.[1] Die CDU sprach sich dagegen mehrfach für die Beibehaltung des Freiwilligen Polizeidienstes aus und bezeichnet ihn als „Erfolgsgeschichte“ und „wichtiges Bindeglied zwischen Polizei und Bürger“.[2][3] Sie kritisiert ferner, dass Freiwillige keine neuen Uniformen erhalten, sondern weiterhin die grüne Uniform tragen.


    Ich weiß von einem Schulleiter, der sich am Wochenende als HiPo (mit Waffe) gerne auf den Volks-(Sauf-)festen zeigte, auf denen auch seine Schüler zu Gange waren ;)

    Als Lehrer hat man gelernt, geduldig alles mehrfach zu erklären.
    Lies dir das mal durch:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Just-in-time-Produktion
    Vielleicht verstehst du dann, weshalb die Schweizer Pharmaindustrie kein Problem mit "Just-in-time" hat - es jedoch die deutsche Wirtschaft im Kern trifft, wenn die Grenzen geschlossen werden.

    Auch dieser Artikel (Stuttgarter Zeitung von heute) kann zur Grundbildung beitragen:
    http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.fluecht…5912f98b8b.html
    Darin kommen Daimler-Chef Dietmar Zetsche und Anton Börner als Chef des deutschen Außenhandelsverbands zu Wort.

    Weiterhin:

    Deutschlands Wirtschaft ist mit einem Außenhandelsvolumen von 2,6 Billionen Euro im Jahre 2014 so stark auf Geschäfte mit dem Ausland ausgerichtet wie nur wenige Länder. Knapp 60 Prozent davon entfallen auf Europa. 80 Prozent des Warenverkehrs mit den europäischen Staaten wird über Land abgewickelt, vor allem mit Lastwagen. Dieses Geschäft hängt besonders von offenen Grenzen zwischen den 26 Staaten des Schengen-Raums ab. Gabriel verwies am Mittwochabend beim Weltwirtschaftsforum in Davos zudem darauf, dass die offenen Grenzen die Arbeitsteilung in Europas Wirtschaft massiv verändert habe. Wenn das in Gefahr komme, koste das Jobs.

    DIHK-Hauptgeschäftsführer Wansleben und Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer halten diesen Aspekt ebenfalls für zentral. Mit der Öffnung der Grenzen hätten die Firmen ihre Versorgung mit Produkten, Komponenten und Rohstoffen umgestellt. Lager seien geschlossen worden, weil man sich auf pünktliche Anlieferungen (Just-in-time) verlassen könne. Gebe es die offenen Grenzen nicht mehr, müssten wieder teure Lagersysteme aufgebaut werden. "Wenn die Grenzen zu sind, fangen die Schlangen (von Lkw) an", warnte Wansleben im Deutschlandfunk. Als Folge wären Arbeitsplätze bedroht, auch der Wohlstand würde sinken. Wollseifer unterstrich in der "Rheinischen Post": "Europa braucht den freien Grenz- und Warenverkehr."

    Dass die Linken inzwischen schon die kurzfristigen Gewinnmaximierungsinteressen "der Industrie" als Argument gegen Grenzschließung und Obergrenze anführt und diese über das Grundgesetz stellen lässt schon tief blicken.

    Hier geht es nicht um kurzfristige Gewinnmaximierungsinteressen, sondern darum, dass die gesamte deutsche Industrie sich in den vergangenen 15 Jahren seit Bestehen des Schengenraums succsessive auf diese Gegebenheiten eingestellt hat und "Just-in-time" mit Lieferanten und eigenen Zuliefererwerken aus ganz Europa produziert. Werden nun die Voraussetzungen dieser Produktionsweise genommen, kann kurzfristig gar nicht genug Lagerkapazität für Zwischenlager geschaffen werden.

    Du solltest nicht das übliche Blabla gegen "die Linken" und gegen die "böse, gewinnmaximierende Industrie" anführen, sondern nur mal logisch und vernünftig nachdenken und nicht nur Selbstdarsteller Höcke und dessen hohlen Phrasen hinterherhecheln.

    "It's the economy, stupid!" (Bill Clinton, 1992)

    Mal andersrum gefragt: Wieviele menschenwürdige und anständig bezahlte Arbeitsplätze sind denn durch Abschaffung der Lager und Einführung der "Just-in-time"-Produktion entstanden?

    Das ist ein anderes Thema. Es sind jedoch im Gegenzug auch zahlreiche Jobs in der Logistikbranche entstanden. Dinge ändern sich eben. Fakt ist, dass die gesamte Automobilindustrie (und viele andere) ihre Lagerhaltung auf die Autobahnen ausgelagert haben. Ich befürworte das nicht. Ich halte das fest.

    Aus diesem Faktum ergeben sich Konsequenzen.
    So kann es passieren, dass zahlreiche Logistikunternehmen durch Grenzkontrollen in die Pleite getrieben werden -wie der Bericht im Deutschlandfunk feststellt. Dadurch erhöhen sich die Preise für Transportkapazitäten und auch die Endkundenpreise.

    "Sie sind ganz getaktete Verkehre heute und da ist die Frage, kommt er rechtzeitig oder nicht, dass es einen Produktionsstillstand gibt – das sind noch Dinge, die hinten dran hängen, die eigentlich unkalkulierbar sind." ... und zwar für den Spediteur, der das Pünktlichkeitsrisiko trägt. Eine Frachttour von Frankfurt nach Budapest kostet um die 1.200 Euro. Wer in Frankfurt dann unpünktlich ankommt, zahlt schon mal um die 400 bis 450 Euro Konventionalstrafe. Unter Strich wird die Tour zum Verlustgeschäft.

    Es ist alles nicht so einfach, wie es durch die braune Sonnenbrille zu sein scheint...

    @Michael
    Du kannst gerne den Vogel Strauß geben, um deine Obergrenzen-Idee(ologie) nicht ablegen zu müssen.
    Fakt ist:


    Doch auch volkswirtschaftlich droht immenser Schaden. 57 Millionen grenzüberschreitende Lkw-Transporte gibt es pro Jahr in der EU insgesamt. Dass es so viele sind, hängt mit dem 1985 eingeführten Binnenmarkt und den seit 1995 schrittweise abgeschafften Grenzkontrollen zusammen. Würden Sie wieder eingeführt, stellt nicht nur Adolf Zobel kritische Fragen: "Was hat EU für Sinn, wenn die Dinge, die sich positiv auf Wirtschaft ausgewirkt haben, wenn die wieder weggenommen werden."

    70 Prozent des deutschen Außenhandels geht in die EU, 80 Prozent dieser Im- und Exporte laufen über die Straße. Neue Grenzkontrollen werden deshalb vor allem eins: Teuer – und zwar für jeden. Da ist sich Martin Wansleben ganz sicher. "Wir reden über Wohlstand. Wir reden über Arbeitsplätze, wir reden über Effizienz, wir reden über Arbeitsteilung, wir reden darüber, dass es bislang möglich war, in Deutschland Autos zu produzieren, weil wir Halbfabrikate aus aller Welt bekommen. Dann reden wir darüber, dass das alles so nicht mehr möglich wird. Geschlossene Grenzen bedeuten eine völlig andere innereuropäische und weltweite Arbeitsteilung. Da werden wir manche Abstriche machen müssen von dem Wohlstand, an den wir uns auch gewöhnt haben.

    Die österreichischen Zulieferbetriebe werden schon bald gegen die Entscheidung der Regierung in Österreich Sturm laufen.
    Der Markt ist schnell, agil und orientiert sich umgehend an neuen, kostengünstigeren Gegebenheiten.

    Die "Obergrenze" dürfte sich nach dem Aufschrei aus der Wirtschaft sowieso erledigt haben.

    Die Kausalkette würde folgendes Szenario ergeben:
    - es wird eine Obergrenze für Flüchtlinge eingeführt
    - um diese Obergrenze kontrollieren zu können, müssen Grenzkontrollen durchgeführt und das Schengenabkommen außer Kraft gesetzt werden
    - an den Außengrenzen der BRD kommt es zu Staus
    - die großen deutschen Industrieunternehmen, die europaweit "Just-in-time" produzieren, müssen wieder Lager errichten oder Produktionsausfälle wegen Materialmangel einkalkulieren.

    Die Industrie befürchtet bereits Milliardenverluste und ein Ansteigen der Arbeitslosigkeit in Deutschland.

    Allein durch Staus und Wartezeiten, zusätzliche Bürokratie oder zum Beispiel die Umstellung von Just-in-time-Lieferung auf deutlich teurere Lagerhaltung könnten sich die Kosten für die deutsche Wirtschaft schnell auf zehn Milliarden Euro pro Jahr summieren. Was natürlich auch Rückwirkungen auf Arbeitsplätze, Steuern und Abgaben hätte.

Werbung