Beiträge von alias

    Ich werde meiner Schulleitung die traurige Mitteilung machen, dass mein Unterricht morgen vertreten werden muss. Als ich heute vom Einkaufen nach Hause fuhr, fuhr mir spiegelnd über eine Schaufensterscheibe die Sonne so massiv entgegen, dass ich massiv geblendet wurde. Da ich gleichzeitig auf den Verkehr achten musste, konnte ich die Augen nicht verschließen und musste mich notgedrungen blenden lassen. Aus diesem Grund muss ich morgen in die Universitäts-Augenklinik, damit meine Netzhaut HOFFENTLICH noch gerettet werden kann - dank der Warnungen verschiedener Schulleitungen und Schulämter bin ich glücklicherweise nun für das Thema sensibilisiert.
    Sehr ärgerlich daran ist, dass dieser Vorfall nicht auf dem Weg zur Schule, sondern in der Freizeit geschah. Daher handelt es sich leider nicht um einen Dienstunfall. MIST!

    Was auch funktioniert hat:
    Man montiere von einem Tageslichtprojektor den Spiegelkopf samt Optik ab. Besorge sich aus dem Physik-Vorbereitungsraum einige Stativstangen und Klemmen und fixiere die Vorrichtung. Lasse den Rollo im Klassenzimmer so weit herab, dass die Sonne die Optik noch trifft und der Strahlengang ins Klassenzimmer umgelenkt wird. Mit der Hand suche man den Brennpunkt und postiere kurz davor eine Zertreuungslinse aus dem Physik-Optik-Fundus, die man ebenfalls mit Stativ und Klemme fixiert.
    Damit lässt sich die Sonne wunderbar an der gegenüberliegenden Wand abbilden. Der Sonnendurchmesser betrug bei uns knapp 30 cm.

    Achtung! Im gesamten Strahlengang darf kein Schüler Gelegenheit bekommen, in den Verlauf der Lichtstrahlen zu sehen. Es besteht akute Erblindungsgefahr!

    Ich bin von der EDV-Archivierung wieder abgekommen. Es ist mir zu lästig, alte Festplatten nach Materialien zu durchsuchen oder ständig umzusortieren. Meine Arbeitsblätter kommen in meine Dropboxen - die jedoch aus Pappe sind:
    305x220x45-mm-Maxibrief-weiss
    Nach der Stunde reinwerfen - fertig.
    Die Rückseite lässt sich mit Filzer beschriften, die Kisten können bequem umsortiert werden, der Stapel ist schnell durchblättert, wenn ich etwas suche.
    Und problemlos zu entsorgen ist das Ganze auch. Klarsichthüllen hatte ich früher - sind alle ausgemustert. Ordner produzieren massenwseise luftgefüllten Raum, der auf diese Weise nutzlos verschwendet wird. Das nimmt alles mit den Jahren viel zu viel Platz weg.

    [Blockierte Grafik: http://picture.yatego.com/images/52dfdc4a021928.7/1113474--1-Maxibrief-Kartons-320-x-225-x-50-mm-E-Welle--kqfh/100-maxibrief---kartons-320x225x50-mm-e-welle-post-warensendung-wei.jpeg]

    Wie wäre es danach damit, aus Styroporkugeln (gibt es beim ALS-Verlag) ein Modell unseres Sonnensystems zu basteln? Dann kann jeder Schüler sein eigenes Modell mit nach Hause nehmen. Die Planeten können dann auf Schaschlikspieße oder Draht aufgespießt
    werden und diese dann auf einem Brett in der richtigen Reihenfolge
    befestigt werden.

    Der Haken daran ist, dass die Schüler ein völlig falsches Größenmodell unseres Planetensystemes bekommen. Die Sonne hat den 110fachen Durchmesser der Erde. Nimmst du eine Styroporkugel von 3 cm Durchmesser für die Erde, muss die Sonne - maßstabsgerecht - einen Durchmesser von 3,30 Meter haben. Außerdem befindet sich die Erde dann maßstabsgetreu in knapp 300 Metern Entfernung.

    Gerne werden die Planeten auch schön in einer Reihe nebeneinander dargestellt. Ich bin mir nicht sicher, vermute jedoch, dass diese Konstellation seit Bestehen des Universums noch nie eingetroffen ist. Viel erstaunlicher (und näher an der Wissenschaft) ist die Vorstellung, dass sich Mars 200 Meter hinter oder neben der Sonne entfernt befindet - und dass dazwischen .... nichts .... ist.

    Probleme mit der Umrechnung der Größen hatte auch diese Schule bei der Gestaltung ihres Planetenpfades:
    http://www.garbsenreport.de//Archiv/2003/P…anetenpfad.html

    Eine Excel-Tabelle zur maßstabsgerechten Umrechnung der Größen und Entfernungen sowie einige Links zu Sonne, Planeten und Weltall sind hier zu finden:
    http://www.autenrieths.de/links/linkastr.htm
    Die Tabelle befindet sich am Beginn der Sonnensystem-Links - nach den Papiermodellen für Raumschiffe und dem notwendigen Hinweis auf Raumpatrouille Orion ;)

    Dann mache doch mal eigene Vorschläge. Bisher verharrst Du in seiner reflexhaften Abwehrhaltung gegenüber alle denkbaren Änderungen. "Geht nicht, funktioniert nicht, zu teuer, zu aufwendig, zu bürokratisch und überhaupt und sowieso". Klar, man findet immer tausende Ausreden, warum angeblich nichts geht und am besten alles bequem so bleibt wie es ist.

    Nönö, netter Versuch, aber typisch für dich.... den schwarzen Peter, praktikable Vorschläge zu liefern, behältst du ruhig selbst. Mach mal. Bin gespannt.

    Ausserdem könnte der Unterricht der Kollegen durch die jeweiligen Schulleiter unangekündigt überprüft und bewertet werden. Der finanzielle Aufwand wäre bei einer solchen Regelung sehr gering.

    Von der Arbeitsbelastung der Schulleiter hast du auch nicht so viel Ahnung, wie mir scheint. Und mit mal schnell vorbeischauen und beurteilen ist das auch nicht getan. Das muss - weil es einen Verwaltuzngsakt mit schwer wiegenden Konsequenzen nach sich zieht, rechtssicher erfolgen.

    Und mit 120.000 € bezahlst du gerade mal einen Schulinspektor - der knapp 115.000 Lehrer in Baden-Württemberg rechtssicher in Gehaltsgruppen einsortieren müsste. Kannst dich ja mal bewerben. Viel Spaß bei dem Job. Da stehst du öfter vor dem Verwaltungsgericht, als dass du hinten in einer Klasse sitzt und Lehrer beurteilst.
    Es hat schon seine Gründe, dass es so ist, wie's ist.

    Davon abgesehen - die derzeitige Rechtslage bietet durchaus Möglichkeiten, "Luschen" gehaltsmäßig abzustufen oder aus dem Dienst zu entfernen - selbst wenn sie bereits verbeamtet sind.

    Und zu deiner letzten Unterstellung:
    Lehrer werden ständig beurteilt. Von Schülern, Eltern, Kollegen und Schulleitung.
    Und deshalb machen alle bestmöglich ihre Arbeit. Wenn du das für dich nicht so siehst, ist das deine Sache.

    Ach Claudius. Mathematik ist nicht dein Ding, oder? Du wärst vermutlich unter den ersten, der die Kosten eines Lehrerbewertungsbehörden-Bürokratiemonsters anprangern würde, wenn das dann mal installiert wäre. Oder stellst du dir das so vor, dass die Kids nach jeder Stunde per Klicker über das Gehalt des Lehrers abstimmen dürfen? Sind ja schließlich deine "Kunden". Und die zahlen dich doch. Oder? Am Besten werfen die nach jeder Stunde beim Rausgehen was in den Klingelbeutel...

    Quatschmitsosse. Ich hab' keine Kunden. Ich hab' Schüler. Und einen Lehrauftrag. Da bin ich nicht kundenorientiert. Sonst dürfte ich nämlich keine Bruchrechnung oder Vokabeltests mit denen machen. Das liegt nämlich nicht im Interesse dieser "Kunden", sondern im Interesse des Staates, der auf demokratischem Weg per Regierungs- und Parlamentsbeschluss Bildungspläne verabschiedet hat, die einen gesellschaftlichen Auftrag abbilden. Dass meinen Schülern das, was ich ihnen serviert habe, geschmeckt hat, merken die in der Regel erst Jahre später.

    Schule ist weder eine Küche, noch ein Marktplatz. Da siehst du was falsch.

    Was spricht dagegen, diese Leistungskontrollen im Sinne einer dauerhaften Qualitätssicherung auch nach dem 2. Staatsexamen fortzusetzen und nach den Unterrichtsbewertungen dann auch zu bezahlen?

    In Baden-Württemberg wurde eine Evaluationsinstanz für die Leistungsbewertung von Schulen installiert. Das hat ein paar Mios gekostet und die Evaluatoren haben es im Verlauf der letzten Jahre geschafft, alle Schulen zwei bis drei Tage lang zu evaluieren. Dabei konnten nur stichprobenartige Unterrichtsbesuche durchgeführt werden.

    Hast du überhaupt eine Vorstellung davon, welchen bürokratischen Moloch du hier andenkst? Hast du eine Vorstellung davon, wie viel Haushaltsmittel dafür verwendet werden müssten?
    Der Kosten-Nutzen-Effekt würde den Bund der Steuerzahler und den Finanzminister hyperventilieren lassen.

    Back to Teppich, please.

    Ganz ehrlich, ich kann die Eltern verstehen. Würde als Mutter auf ein evtl. Bußgeld husten, eine 6 würde ich anfechten und das Ganze mit dem Schulleiter klären und ich bin mir relativ sicher, dass die nicht so stehen bleiben würde.

    Deine Auffassung von Recht und Schulrecht ist, wenn ich voraussetze, dass du Lehrerin und Beamtin bist - gelinde gesagt - erstaunlich.
    Weil das Bußgeld über den Schulleiter durch das Ordnungsamt verhängt wird, kannst du diesen Verwaltungsakt selbstverständlich anfechten. Ich nehme jedoch stark an, dass das vom Verwaltungsgericht bestätigt wird. Wenn du dann immer noch drauf pfeifst, geht unser Rechtssystem bis zu Erzwingungshaft. Dass du als Beamtin dann zusätzlich dienstrechtliche Konsequenzen zu tragen hättest, muss dir klar sein.

    Unentschuldigtes Fehlen kann - wenn du das dann mit der Begründung durchfechten möchtest, ein Public Viewing sei dir als Mutter wichtiger gewesen, als Leistungsverweigerung des Kindes ausgelegt werden. Damit steht die 6.

    Nur mal so - als schulrechtliche Nachhilfe...

    Man kann das Ganze natürlich auch auf sich beruhen lassen, schafft dadurch jedoch einen Präzedenzfall, auf den andere Eltern sich berufen.

    Da haben alle Schüler ihre "Antennen" für ein spannendes Erdkundethema auf Empfang ausgerichtet. Man kann live und in Farbe draußen in der Natur ein Naturschauspiel beobachten, physikalisch-optische Vorrichtungen bauen und benutzen, sowie deren Funktion erkennen, spüren, wie die der Rückgang der Sonnenstrahlung gleichzeitig eine spürbare Abkühlung bringt und dadurch Windbewegungen entstehen, wie Vögel auf dieses Naturschauspiel reagieren. Es gibt zahllose Anknüpfungspunkte für Unterrichtsgespräche und Erklärungen .... und was machen die Schulen?

    Sie lassen die Rollos herab, verbieten den Schülern ins Freie zu gehen und gucken Live-Stream, weil bei einem Kind der Lidschlussreflex nicht funktionieren könnte und Eltern ihre Kinder am nächsten Tag scharenweise in die Wartezimmer der Augenärzte treiben könnten - der ihnen dann sagt, dass die Sonne auch an anderen Tagen im Jahr scheint. :sauer:

    Beim nächsten Wandertag steigen die Kinder direkt vor der Schule in den Bus, der sie zur überdachten Grillstelle fährt. Oder man bringt die Grillstelle per Live-Stream ins Klassenzimmer. Würstchen gibt' aus der Thermobox.

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