Dein aus der "freien Wirtschaft" stammender Denkansatz hat garvierende Mängel:
1.) Im Beamtenbereich gibt es keine funktionierenden Gewerkschaften mit Streikrecht, die effektive Lohnverhandlungen führen könnten
2.) Für differenzierte, leistungsorientierte Gehaltsabstufungen innerhalb der Schule müssen rechtlich haltbare und überprüfbare Kriterien vorhanden sein. Eine Differenzierung zwischen Deutsch und Physik oder eine Bevorzugung jüngerer "frischerer"
Kollegen haut dir jedes Verwaltungsgericht um die Ohren.
3.) Eine komplexe, leistungsorientierte Bezahlung erfordert ein komplexes Überprüfungs- und Kontrollsystem. Damit würde das bisher geltende "Vertrauenssystem" abgeschafft, das davon ausgeht, dass der Beamte einen Eid geleistet hat, seinen Dienst nach bestem Wissen und mit ganzer Kraft zum Wohl der Schüler auszuüben.
Es müsste ein ständiges Kontrollsystem eingeführt werden. Dafür müssten der Dienstherr "Leistungskontrolleure" einstellen, weil die Schulleitungen eine permanente Leistungskontrolle nicht leisten können, die den folgenden Verwaltungsgerichtsklagen rechtssicher Stand halten könnten.
4.) Angebot- und Nachfrageorientierung beinhaltet, dass bei hohem Angebot der Preis sinkt. Was tust du, wenn sich an deiner Schule plötzlich zwei weitere Kollegen als Physiklehrer bewerben? Wirst du deine Leistung dann billiger abgeben, um die Konkurrenz zu unterbieten?
4.) Ich gehe davon aus, dass jeder Kollege sein Gehalt wert ist und dafür hart arbeitet. Egal, ob er Musik oder Mathe unterrichtet. Glaub mir - ich kann das beurteilen. An der Hauptschule arbeitet man als Klassenlehrer mit einem möglichst breiten Fächerkanon. Ich empfinde Mathematik und Physik als die leichtesten Fächer - weil die Strukturierung sehr einfach und klar ist. Kunst- Sport- und Musiklehrer haben eigentlich eine Erschwerniszulage verdient 