Gerade bei Gymnasien ist der Irrglaube vorhanden, dass manuelles Planen besser ist als jedes Programm. Mir ist klar, wie das kommt. Die Leute kennen nur „alte“ Software der „1. Stufe“:
1. Stufe: Feste Kopplungen und Schienen
Oft wird doch (vereinfacht) so vorgegangen:
In der Oberstufe finden die Wahlen statt, die Schüler müssen also auf die Kurse verteilt werden. Da nur eine begrenzte Unterrichtzeit zur Verfügung steht, werden Schüler (und am besten auch direkt die Lehrer) den Kursen zugeordnet. Die Kurse liegen in Schienen, sodass mit großer Wahrscheinlichkeit später auch ein Plan gesetzt werden kann. Dieser Schritt wird i.d.R. von einer Kursplanungssoftware gemacht.
Anschließend werden die Schienen im Stundenplan gesetzt (von einer Stundenplanungssoftware).
Zum Schluss kommt der schlaue Stundenplaner und ist besser als die Software, weil er einfach ein paar Kurse in eine andere Schiene legt um damit z.B. die Anzahl der Springstunden zu reduzieren.
Irrglaube: Der Mensch ist besser als die Software.
Klar, wenn man dem Stundenplanungsprogramm erlaubt die Kurse nur in bestimmten Schienen zu legen, dann kann die Software keine bessere Lösung finden. Der Stundenplaner hat andere Regeln als die Software benutzt. So ein Vergleich ist unfair. Klar, dass der Mensch dann besser ist.
Der „Fehler“ liegt aber nicht an der Software, sondern an dem Menschen, der diese Software benutzt! Damals war so eine Software sinnvoll, da die Leistung der Rechner begrenzt war und andere Ansetze kaum möglich waren. Heute ist das anders.
2. Stufe: weiche Kopplungen auf Kurs-Ebene:
Man kann Software benutzen, die sich nicht an die „strengen Schienen“ halten, sondern einfach nur an die individuellen Kurse. Diese Software ist dann mindestens genau so gut wie ein Mensch, der im oben genannten Verfahren „gemogelt“ hat. (Und wette mal: Heute gibt es so gut wie keinen Menschen mehr der besser ist als eine Software, die diese „weiche Schienen“ unterstützt.)
3. Stufe: weiche Kopplungen auf Schüler-Ebene:
Der nächste Schritt ist übrigens die Kurswahl und die Stundenplanung gleichzeitig durch den Rechner machen zu lassen. Der Computer kann also auch einzelne Schüler verlegen. Auch dafür gibt es heute auch schon Software. Solche Programme liefern dann noch bessere Ergebnisse. Allerdings muss ich zugeben, dass solche Problemstellungen im Moment noch oft zu komplex sind und daher zur Lösung unverhältnismäßig lange brauchen. Aber diese Programme können die kompaktesten und besten Pläne liefern. Das muss/sollte aber jede Schule mal am konkreten Plan ausprobieren.