Ich finde, dass alle Vokabellern- und Überprüfungsmethoden ihren Sinn und Platz haben (dürfen).
- Als Schülerin habe ich am Anfang mit den Listen im Buch gelernt -> gut um einen Grundwortschatz aufzubauen
- Später dann ausschließlich über Kontext (viiiiiele Bücher auf Englisch gelesen, Filme geschaut, während Schulzeit und Studium Zeit im Ausland verbracht, ...)
Persönliches Fazit: beides funktioniert, beides hat seinen Sinn und Platz und ist völlig legitim!
Genauso sehe ich es bei der Überprüfungsform: Manchmal werden die Schüler später exakte Entsprechungen für Deutsche/Englische Worte in der jeweils anderen Sprache brauchen, also ist es nicht schlecht, diese im Kopf zu haben. Manchmal werden sie aber auch möglichst spontan kommunizieren müssen, sodass in ihrem Kopf eben möglichst keine Simultanübersetzung laufen sollte. Wer was wann wie oft brauchen wird, ist eine Frage, die nur begabte Hellseher werden beantworten können. Entsprechend versuche ich beides bei meinen Schülern zu fördern so gut es eben in den paar Stunden Unterricht pro Woche funktioniert.
Und entsprechend prüfe ich auch beides ab:
- Die (wöchentlichen bis 14-tägigen, je nachdem wie ich es schaffe hinsichtlich meiner sonstigen Korrekturbelastung) sind tabellarische 1:1 Übersetzungen. Grund: Null Vorbereitungsaufwand für mich, fix korrigiert -> Entlastung für mich (obwohl natürlich Korrekturbelastung, wenn auch nicht vergleichbar mit KAs/Klausuren).
- In Klassenarbeiten habe ich sehr häufig auch eine "Words" Aufgabe, da wird dann per Kontext abgefragt - ab dem Zeitpunkt, da wir Relativsätze haben, ist sowas in irgendeiner Form fast immer drin, weil sich damit "mal eben so" auch noch diese Grammatik festigen lässt.
Fazit: Beides ist völlig okay. Wenn ein Kollege nur eine Überprüfungsform der beiden wählt, ist das in meinen Augen auch absolut legitim - wirklich mal, vom Vokabeltestformat hängt meiner Ansicht nach nicht der Lernerfolg der Schüler ab. Da gehört einfach deutlich mehr dazu und nur weil die Didaktik momentan "sinnhafter Kontext!!" schreit, heißt das nicht, dass das zwingend besser ist als "Drill". Alle Kollegen haben studiert und ihr Referendariat bestanden und ich überlasse es ihnen, zu entscheiden, was ihnen didaktisch sinnvoll erscheint; dasselbe Recht fordere ich für mich ein (wenngleich ich natürlich gern mein Vorgehen begründe, anderer Leute Ansichten anhöre und hinterfrage, etc. - normaler Lehreralltag eben).