Den Umgang der Lehrkraft mit Unterrichtsstörungen halte ich für eine sinnvolle Beobachtungsaufgabe. Allerdings auch nur, wenn du vorher schonmal ein wenig Literatur dazu liest, denn ich habe die Erfahrung gemacht: Man kann nur beobachten, wovon man weiß, dass es existiert. Soll heißen: Wenn du keine Ahnung hast, wie man mit Unterrichtsstörungen umgehen kann, wirst du nur das absolut Offensichtliche sehen, was für dich keinen Erkenntnisgewinn bieten wird. Du siehst also z.B.: Die Lehrkraft ignoriert Störungen 1 und 2 und und ermahnt nach Störung 3 dann den Schüler. Dabei wirst du vllt. nicht merken, wie sich die Lehrkraft bei Störung 1 dem Schüler körperlich nähert oder zuwendet, weil es ein sehr subtiles Vorgehen ist, dass sie ihn bei Störung 2 anschaut (und als Steigerung vllt. sogar für einen Sekundenbruchteil eine Pause in ihrem Gespräch einlegt) und auch wirst du bei Störung 3 nicht bemerken, welcher Art die Ermahnung ist, weil du einfach nicht auf dem Schirm hast, dass es zig Arten gibt, wie so eine Ermahnung aussehen kann.
Aus dem Grund, dass man nur beobachten kann, wovon man weiß, halte ich viele der anderen Vorschläge übrigens für zu abstrakt bzw. komplex für einen Praktikanten ohne (nennenswerte) eigene Unterrichtserfahrung. Z.B. ist "Arbeitsmaterial" ein riiiiiiiiiiesiges Feld, zu dem man mehrere Doktorarbeitsthemen finden könnte. Für einen Praktikanten ist es zu groß und wird zu einem unheimlich oberflächlichen Bericht führen. Und wie Lernziel, Methode(n) und Evaluation verknüpft sind, ist ja nochmal viel komplexer und umfassender - da kann man genausogut "Unterricht" als Beobachtungsthema nehmen.... es bedarf da mMn viel Vorbildung (quasi: eines Referendariats), bevor man da sinnvoll beobachten und die Verknüpfungen erkennen kann.
Von den Genannten Vorschlägen halte ich (neben den Störungen) folgende für am ehesten sinnvoll machbar: Unterrichtseinstiege (auch hier sind aber noch viele genauere Unterfragen nötig, damit das Sinn ergibt!) und Phasierung der Stunden (nach etwas Lektüre relativ einfach, aber womöglich etwas frustrierend, wenn man merkt, dass im Alltag öfters mal die ein oder andere Phase, die laut Literatur da sein sollte, wegfällt, weil stattdessen z.B. noch das Geld für den nächsten Ausflug eingesammelt werden musste).