und ich rate dir, die Flinte noch nicht ins Korn zu werfen.
Ich unterrichte ältere Schüler, aber manche Dinge hören sich ähnlich an.
Ein paar zusätzliche Rezepte:
- Ein fest strukturierter Unterricht in kleinen Einheiten, die SuS müssen so viel zu tun haben, dass sie gar nicht unruhig werden können. Das Ganze beginnt mit einer klaren Begrüßung (alle stehen auf!) und dann herrscht Ruhe. Wenn die nicht von allein kommt, habe ich in schwierigen Klassen nicht nur meine Stimme, sondern etwas richtig Lautes dabei - ein lautes Klangholz, ein Becken, eine Sirene .... Sobald die Klasse zu laut wird ertönt das Zeichen.
Dann wird in klare Phasen eingeteilt - 5 Minuten Lehrervortrag, Einstieg nur, wenn er direkt Bezug herstellt, 10 Minuten Arbeitsphase, danach kurzes Diktat ins Heft (Merksätze vorbereiten)das dauert ein paar Minuten, dabei wurde bisher jede Klasse ruhig. Und klar, es gibt Heftnoten. Ein Diktat kommt, sobald die Klasse lauter wird. Für schwierige Klassen habe ich pro Stunde 4-5 in petto.
Jeder muss jederzeit wissen, was er zu tun hat.
- Der Unterricht ist anspruchsvoll - an der Grenze dessen, was die Schüler können. dafür wird aber auch viel geübt und gefestigt. Unterforderte SuS langweilen sich, überforderte auch. Abschreiben in der 6. finde ich bescheuert, da macht schon mein Drittklässler nicht mehr gern mit. Deine Fächer schreibst du nicht, also kann ich keine Tipps geben. Gib ihnen das Gefühl, dass bei dir Wissen zu holen ist. Mach anspruchsvollen Unterricht, aber so, dass sie es schaffen. Und bitte nicht ständiges Wiederholen des Grundschulstoffes.
- Wer stört, fliegt raus, sitzt auf dem Flur und arbeitet da und muss das Erarbeitete schriftlich abgeben. Das wird benotet, klar.
- Zu Beginn des Jahres bin ich erst mal richtig streng, keine Zuckerln,
wenn die Klasse (auch kleine) Fortschritte macht, lobe ich aber gern und direkt.
- es gibt regelmäßig persönliche Gespräche. In einer Stillarbeitsphase hole ich mir nach und nach jeden nach vorne und sage, was mir gefällt, was nicht. Ich sage auch deutlich, wenn ich meine, er/sie könnte mehr. Meine Erwartungen mache ich ganz deutlich "Von dir erwarte ich, dass du in der nächsten Woche..., Diesen Aufsatz schreibst du mir zusätzlich bis Montag..."
- Ich dikutiere grundsätzlich nur Sachfragen, wenn die SuS sinnlose Beschwerden vorbringen wollen(Beispiel Handy) werde ich sehr unwirsch.
- Thema Handy: evtl. vorbeugen und Handys gleich zu beginn einsammeln (Kiste auf lehrertisch, jeder gibt seins ab, wenn nicht, Nachsitzen, bei mir persönlich, vorzugsweise an einem samstag morgens um 7 (wenn ich eh an der Schule bin). Auch möglich: Schulsachen auf den Tisch, Taschen mit Handy seitlich an die wand Abholung nachmittags ab 15.00 Uhr. bei Beschwerden direkt zum Chef (der da mitziehen muss)
- Ich bin nicht freundlich. Ich versuche nicht, die SuS für mich zu gewinnen. Ich bin korrekt, ziehe meinen Unterricht durch, sage offen, was ich denke. Ich bin nicht der Freund meiner Schüler, ich bin ihr Lehrer. Und ich will gesund bleiben.
- Einzelne Zwischenrufe ignoriere ich meist, wenn zwei schwätzen, gibt es eine Mahnung, dann fliegt einer raus.
Vielleicht hilft dir das weiter.
Stille Mitleserin