Zum Thema Corona in F und D:
In Deutschland sind viele junge und gesunde Menschen in den letzten Wochen gereist, u.a. nach Südtirol oder Norditalien. Einige haben das Virus mitgebracht, sind aber nur leicht erkrankt. Die ältere Bevölkerung trifft es erst mit der Ansteckung hier zu Hause, insofern verzögert sich die Zahl der schweren Fälle. Da in D nicht besonders intensiv getestet wird, wissen wir die tatsächlichen Zahlen gar nicht. Zudem gibt es keinen Testzwang, viele meiner Schüler, die in Südtirol waren und nun erkältet sind, lassen sich nicht testen. Die Dunkelziffer kennen wir also gar nicht. Kekule sprach bei etwa 500 Erkrankten von Faktor 10, also von 5000 Erkrankten.
In Italien wurden die Menschen in Norditalien "zu Hause" und nicht im Urlaub angesteckt, insofern trifft es die relativ überalterte Gesellschaft sehr hart. Nicht umsonst traf es zuerst eine Region, die auf dem Textilsektor Spitze ist und enge Kontakte nach China pflegt. Hier wird massiv getestet, insofern sind die Zahlen auch erschreckend.
Da es bereits sehr frühe Fälle in Spanien gab, die erst spät entdeckt wurden, kann man davon ausgehen, dass das Virus auch in Frankreich zwei bis drei Wochen früher verbreitet wurde als hier in Deutschland. Die Franzosen fahren zum Skifahren eher nach Frankreich, auch dort wurde die gemischte Bevölkerung eher "zu Hause" getroffen. Das Gesundheitssystem im ländlichen F leidet unter zu wenigen Ärzten, was schon vor Corona ein Problem war. Wie durchdringend in F gestestet wird, kann ich nicht beurteilen.
Schwere Fälle zeigen sich offenbar oft erst in der zweiten Krankheitswoche - wenn ich seit Fasching rechne, sind die Leute jetzt angesteckt, die ersten Krankheiten entwickeln sich gerade jetzt, mal sehen, wie die Lage in zwei Wochen ist.