Beiträge von Stille Mitleserin

    Ich finde es sehr spannend, dass einige hier sich von Fakten und Prognosen verängstigen lassen.

    Wir stehen erst am Anfang der Pandemie, der Peak wird für den Sommer erwartet.

    Da kommt noch ziemlich viel auf uns zu, unter anderem viel mehr Tote. Was wollt ihr denn dann machen?

    Ich gehe auch nicht davon aus, dass ich nach Ostern wieder in die Schule kann. Auch die Prüfungen sehe ich wanken, hätte aber gar kein Problem damit, den Schülern die Anmeldenoten aufs Zeugnis zu pinseln, schließlich habe ich die Leute jahrelang unterrichtet und kann die Leistung einschätzen. Falls es mich dahinrafft, sollte ich vorher vielleicht für jeden Schüler einen Lernstandsbericht schreiben.

    Pragmatische Lösungen - so Frau Eisenmann. Die werden wir brauchen.

    Ich habe bisher hier noch keine Panik wahrgenommen - Verunsicherung, Kritik, Ängste, ja.

    Aber auch viele hilfreiche Infos von KuK, die sich Gedanken darüber machen, wie Schule unter den Umständen laufen kann.

    Das Virus ist da. Und es wird bleiben. Wir werden damit leben lernen.

    Im Moment geht es darum, die Ausbreitung zu verzögern, um Menschenleben zu retten.

    Eine gute Chance, zu zeigen, dass wir als Gesellschaft empathisch sind und auch an die Schwächsten denken.

    Und als Akademiker sind wir gefordert, uns tunlichst sachlich mit den Zahlen und Konsequenzen auseinanderzusetzen, da wir einen Beruf gewählt haben, mit dem wir in der Mitte der Gesellschaft stehen - wir tragen Verantwortung.

    Ich finde es wichtig, darüber reden zu können und danke den Zahlenkünstlern für interessante Beiträge.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass die jetzige Pandemie die politische Landschaft ziemlich durchrütteln wird. Und dabei kann es gut sein, dass die jetzige Angst der Menschen sich in Wohlwollen für Abschottungsfantasien und den harten Staat zeigt. Nationale Bestrebungen könnten sich durchsetzen.

    Ich kann mir auch vorstellen, dass das das Ende von der EU ist, wie es sie bisher gibt. Auf jeden Fall wird Schengen zur Debatte stehen.:daumenrunter:

    Natürlich kommt es darauf an, wie sich die Fallzahlen in den nächsten Wochen und Monaten entwickeln, aber ich gehe davon aus, dass mehrere Länder in Europa italienische Zustände erleben könnten.

    Vielleicht ergeben sich auch ein paar positive Dinge aus der Sache, zum Beispiel ein Zurückdrängen von Globalisierung und Neokapitalismus bei Medikamenten und im Gesúndheitswesen.

    Hallo Lehrerin 2007,

    zum Thema Abiturnotbetrieb:

    An den beruflichen Schulen finden die Abschlussprüfungen im 2-Wochentakt statt: Abi, Realschulabschluss, Gesellenprüfung, Fachabi, Meisterprüfung etc.

    Knapp die Hälfte aller Klassen sind bei uns Abschlussklassen, insofern bringt uns das gar nichts. Und ich mache mir bei Verschiebungen sehr wohl Sorgen, wie ich dann die Korrekturen hinbekommen soll, wenn alle noch näher beieinander kommen als sowieso geplant. Ich bin in drei Schularten mit Prüfungen drin, in einer zusätzlichen Schulart fungiere ich meist als Zweitkorrektor. Fast alle KuK sind bei uns für die Prüfungsabnahme eingespannt.

    Einen Jahrgang ohne Prüfungen kann ich mir kaum vorstellen.

    Hallo ketfesem,

    es gibt außerhalb der Quarantäne keine Pflicht.

    Wenn die Eltern nichts sagen, womöglich, weil sie keinen für die Betreuung haben, dann kommen die Kinder in die Schule. Es ist jedem selbst überlassen, ob das befolgt wird, denn es gibt ja keine Überprüfung und keine Konsequenzen.

    Hallo Miss Jones,

    das war jetzt gar nicht so böse gemeint.

    Ich denke wirklich, dass da, wo nix los ist und die Leute weit auseinander leben die Gefahr der Ansteckung eher niedrig ist.

    Was aber auch noch möglich wäre: Ein Teil der Bevölkerung ist immer immun und kann nicht erkranken, das sind genetische Mutationen oder ererbte Immunitäten.

    Ist irgendetwas bekannt, dass es Coronavirenausbrüche zur Zeit des Ostblocks gab? Kann aber auch eine lokale Mutation sein.

    Oder einfach langweilieges Leben. Was offenbar sehr gesund ist.

    Interessant ist doch, dass es in Sachsen-Anhalt noch immer keinen Coronafall gibt, im Osten der Republik sehr wenige. Das kann daran liegen, dass es sich um eine ältere und eher arme Bevölkerung handelt, die weder reist noch Fasching feiert. Zudem sind diese BLänder nicht allzu dicht besiedelt.

    Es könnte auch sein, dass nicht getestet wird.

    Oder, wie in vielen Memes gewitzelt wird, Faschisten nicht an Corona erkranken...

    Hallo Morse,

    das ist ein wenig schwierig:

    Die Grünen als kleinste Oppostionspartei sind nicht so tief in der Gesundheitspolitik drin, von der FDP habe ich etwas vernommen. Inwiefern die größte Oppositionspartei im Bundestag sich geäußert hat, weiß ich nicht, im Moment herrscht da wegen Hanau ein Nicht-Berichten vor.

    So wurde besipielsweise bei der Abstimmung über den Vorschlag der Grünen, 5000 Flüchtlinge aus GR aufzunehmen, nicht über das Abstimmungsvrhalten der größten Oppositionspartei berichtet, in keinem gängigen Medium. Auf epochtimnes habe ich aber nicht nachgelesen....

    Hallo Wollsocken,

    zu Beginn waren die Maßnahmen gut, bei den ersten Fällen in Bayern.

    Seither sind die Maßnahmen aber eher undurchsichtig:

    Aus dem Urlaub in Südtirol Zurückgekehrte sind eine Woche lang zur Arbeit/Schule gegangen, um dann die Nachricht zu erhalten, man möge doch zu Hause bleiben. Eine Befragung der Südtirolurlauber findet nicht statt, es gibt keinen Testzwang.

    Ich weiß von drei Familien, die etwa eine Woche nach dem Südtirolurlaub erkältet sind, sich aber nicht testen lassen, weil es ja nur eine Erkältung ist. Familienmitglieder gehen weiter zur Arbeit, auch mit Halsschmerzen, ein Jugendlicher geht weiter zur Schule, weil er bald Abschlussprüfung hat und hustet fleißig.

    Insofern könnten diese Personen das Virus weiterverbreiten, wenn sie es haben,, was man nicht weiß und nie feststellen wird.

    Für mich ist das beileibe kein Containment.

    Ich wünsche mir keine Panik, aber die ersten Worte von Spahn sind auf fruchtbaren Boden gefallen: die Grippe ist schlimmer, es besteht keine Gefahr. Die Leute wollen keinen Ärger (Quarantäne, auf der Arbeit sagen müssen, dass man erkrankt ist).

    Zum Thema Corona in F und D:

    In Deutschland sind viele junge und gesunde Menschen in den letzten Wochen gereist, u.a. nach Südtirol oder Norditalien. Einige haben das Virus mitgebracht, sind aber nur leicht erkrankt. Die ältere Bevölkerung trifft es erst mit der Ansteckung hier zu Hause, insofern verzögert sich die Zahl der schweren Fälle. Da in D nicht besonders intensiv getestet wird, wissen wir die tatsächlichen Zahlen gar nicht. Zudem gibt es keinen Testzwang, viele meiner Schüler, die in Südtirol waren und nun erkältet sind, lassen sich nicht testen. Die Dunkelziffer kennen wir also gar nicht. Kekule sprach bei etwa 500 Erkrankten von Faktor 10, also von 5000 Erkrankten.

    In Italien wurden die Menschen in Norditalien "zu Hause" und nicht im Urlaub angesteckt, insofern trifft es die relativ überalterte Gesellschaft sehr hart. Nicht umsonst traf es zuerst eine Region, die auf dem Textilsektor Spitze ist und enge Kontakte nach China pflegt. Hier wird massiv getestet, insofern sind die Zahlen auch erschreckend.

    Da es bereits sehr frühe Fälle in Spanien gab, die erst spät entdeckt wurden, kann man davon ausgehen, dass das Virus auch in Frankreich zwei bis drei Wochen früher verbreitet wurde als hier in Deutschland. Die Franzosen fahren zum Skifahren eher nach Frankreich, auch dort wurde die gemischte Bevölkerung eher "zu Hause" getroffen. Das Gesundheitssystem im ländlichen F leidet unter zu wenigen Ärzten, was schon vor Corona ein Problem war. Wie durchdringend in F gestestet wird, kann ich nicht beurteilen.

    Schwere Fälle zeigen sich offenbar oft erst in der zweiten Krankheitswoche - wenn ich seit Fasching rechne, sind die Leute jetzt angesteckt, die ersten Krankheiten entwickeln sich gerade jetzt, mal sehen, wie die Lage in zwei Wochen ist.

    Das Nicht-Panisch-werden greift - ich weiß nur noch nicht, ob mir das so gut gefällt.

    Der Klassenkamerad meines Sohnes war mit seiner Familie beim Snowboarden in Südtirol. Als sie zurückkamen, haben sich die Jungs verabredet. Ich habe die Mutter getroffen und ein Schwätzchen gehalten, habe mich erkundigt, inwiefern Corona ein Thema in Südtirol war. Die Mum war ganz cool, meinte, alles werde überdramatisiert und das sei ja wie eine Grippe. Und Südtirol sei kein Krisengebiet. Ich sei wohl recht panisch.

    Jetzt ist der Knabe seit gestern krank mit Erkältungssymptomen und Fieber, aber ein Test wird nicht stattfinden. Er hat ja nur eine Erkältung.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass in Bawü die Schulen geschlossen werden. Das hätte man jetzt in dieser Woche machen müssen - ab der kommenden Woche beginnen die Fremdsprachenprüfungen fürs Abi, in der Woche vor Ostern startet der Abireigen mit Deutsch.

    Diese ganze Logistik kostet viel Mühe, das wird nie und nimmer verschoben! Never!

    Die Lage in anderen KMs kann ich nicht beurteilen.

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