Beiträge von Seph

    Vielleicht nehmen wir an dieser Stelle einfach nochmal zur Kenntnis, dass das Bürgergeld für Alleinstehende 502€ und für Paare in der Bedarfsgemeinschaft bei 902€ liegt, während wir selbst bei Einstieg als Single selbst nach Abzug einer PKV noch gut 3200€ Netto haben. Hier kann doch keinerlei Rede davon sein, dass wir keinen hinreichenden Abstand haben. Der Vergleich unserer Gehälter bezieht sich im Übrigen auch nicht auf Bürgergeldempfänger, sondern auf die 80-90% der Bevölkerung in Deutschland, die ein geringeres Haushaltsnettoeinkommen haben als wir.

    Passiert bei uns aktuell genau so. Die Vollzeitkräfte gehen nach und nach in Teilzeit, weil man dort an vielen Stellen bessere Rahmenbedingungen bekommt.

    ...weniger Geld bei nahezu gleicher Schlagzahl bezüglich der außerunterrichtlichen Verpflichtungen zum Beispiel? Ansonsten fällt mir da nur die Aussicht auf 1-2 unterrichtsfreie (auch hier: nicht arbeitsfreie und auch nicht frei bzgl. anderer Dienstverpflichtungen) Tage ein, die eine entsprechend hohe Reduktion voraussetzen.

    Das haut keinem hin. Ich habe damals einen Aufhebungsvertrag gemacht. Manche kamen dann halt 1-2 Monate später dazu, weil sie nicht raus kamen.

    Volle Zustimmung und gleichzeitig Unverständnis, dass die Ämter hier nicht mal früher tätig werden. Auch in meinem Bekanntenkreis ist eine Person daher lieber in ihrem alten Job geblieben, als erst wenige Wochen vor Amtsantritt zu erfahren, ob und wo nun eine Stelle bereit steht. Das Schulamt reagierte damals eher angepisst darauf, dass ein Jobangebot mit nur 3 Wochen Vorlaufzeit ausgeschlagen wurde. Geändert hat sich daran vermutlich bis heute wenig.

    Absichtlich eine Menge Hohlstunden in den Plan zu setzen kann man selbst als Laie relativ schnell entlarven und einen besseren Alternativplan vorlegen. Solltest du bspw. plötzlich 10 Hohlstunden haben und die anderen Kollegen 1-2, dann gehts zum Personalrat und direkt mit einem Anwaltsschreiben eine Etage höher mit Bitte um Stellungnahme wie es sein kann, dass der Plan so gestaltet wurde, um eine Person zu benachteiligen, wenn es faktisch auch qualitativ bessere Lösungen gibt. Spätestens wenn der Stundenplaner sowas begründen darf wird es sehr unangenehm.

    Ich habe es hier schon öfter geschrieben und mache es gerne immer wieder, da sich dieser Mythos hartnäckig in den Lehrerzimmern hält: Kein Stundenplaner strickt einen absichtlich schlechten Stundenplan für Kollegen. Dabei geht es nicht nur darum, dass die Leute dort i.d.R. keine Sadisten sind oder dass ein solches Vorgehen auffallen würde, sondern auch, dass es schlicht zu aufwendig wäre.

    PS:

    kann man selbst als Laie relativ schnell entlarven und einen besseren Alternativplan vorlegen.

    Nein, man kann als "Laie" in diesem Bereich und damit als durchschnittlicher Kollege i.d.R. nicht einfach einen besseren Alternativplan vorlegen. Nicht wenigen Kolleginnen und Kollegen scheinen sich die ganzen Bedingungen, die an einem schulweiten Stundenplan dranhängen, nicht zu erschließen...und müssen sie ja auch nicht, da es dafür ja gerade "Experten" gibt, die sich in so etwas einarbeiten.

    Das mag mal eine der positiven Besonderheiten an der Grundschule sein, da die Anfangs- und Endzeiten im Grunde verlässlich sind und dementsprechend auch Exkursionen weitgehend innerhalb der regulären Unterrichtszeiten stattfinden werden, zu denen viele von euch vermutlich auch lückenlos Unterricht hätten. Entsprechende Stunden sind dann natürlich auch anzurechnen.

    An den weiterführenden Schulen können Exkursionen tatsächlich auch mal ganztägig bis in den späten Nachmittag sein. Wenn man da normalerweise nur 2 Stunden Unterricht hätte, ist es i.d.R. gerade nicht so, dass man dann 8-10 Unterrichtsstunden anerkannt bekommt.

    Gleiches gilt für die Spinte in der Schule. Die normalen Schüler müssen sich verpflichten die zu mieten (50€/Jahr), sonst werden sie gar nicht aufgenommen, die Bürgergeldempfänger bekommen die kostenlos.

    Mir sind leider auch Schulen bekannt, die ähnlich verfahren. Solche Kopplungen sind natürlich unzulässig, mir ist leider bislang kein Fall bekannt, in dem sich erfolgreich dagegen gewehrt wurde...was nicht heißen soll, dass das nicht geht.

    Und wenn es für mich den Anschein hat, dass es für die meisten aus der Mitte der Gesellschaft selbstverständlich geworden ist, einen großen 50-100+k SUV zu fahren, man als Lehrer aber im Traum nicht daran denken könnte, derart viel Geld für einen Konsumartikel auszugeben, macht man sich halt seine Gedanken, wie die Gehaltsstruktur aktuell in Deutschland beschaffen ist.

    Ich empfehle, die Antennen neu zu justieren. Weder ist es für die Mitte der Gesellschaft selbstverständlich, ein 50-100k teures Auto zu fahren, noch gehören Lehrkräfte nur zur unteren Mittelschicht. Die Einkommensverteilung für Deutschland ist problemlos einsehbar und wir brauchen uns da wirklich nicht so schlecht zu fühlen.

    Dass es auch in der freien Wirtschaft durchaus familienbezogene Leistungen geben kann, wurde hier schon mehrfach angesprochen. Das gilt insbesondere in Branchen, in denen schon jetzt händeringend nach qualifiziertem Personal gesucht wird und daher Benefits für die AN-Seite eine größere Rolle spielen. Das schlägt sich dann i.d.R. nicht in höherem Gehalt wie Familienzuschlägen nieder, sondern können Beihilfen für Kita-Kosten, materielle Ausstattung und Freigabe für Homeoffice-Tage, Gesundheitspräventions-Maßnahmen, Extra-Urlaub u.ä. sein.

    Was genau soll eine Lehrkraft tun, um nur den Dienstherren zu schädigen? Tafeln zerstören?

    Das würde den Schulträger, nicht aber den Dienstherren schädigen ;) Aber du hast natürlich Recht: ein Streik betrifft im Dienstleistungsbereich zwangsläufig auch Unbeteiligte, deren Unzufriedenheit wiederum ja gerade Druck auf den AG ausüben kann und soll.

    Mal abgesehen davon, dass ich die Begriffe "Schülerinnen" und "Schüler" vor Klassen ebenfalls nahezu nie benutze, weil sie sich dort künstlich anhören würden: hast du tatsächlich bislang jemals festgestellt, dass bei einer Ansprache mit "Alle Schüler, die....machen bitte...." nur die Jungs losgelegt haben, weil sich die Mädchen nicht angesprochen gefühlt hätten?

    Lachsmileys ein wenig ähnlich wie bei FB hier oft eine Blockempfehlung. Ich habe null Verständnis und null Toleranz für Menschen, die in einem pädagogischen Beruf so unsensibel und schon in Richtung Menschenverachtung formulieren. Transfeindlichkeit (um mal ein Beispiel herauszunehmen) ist ein ziemlicher Brocken, der Menschen in Suizid treiben kann. Ich kann nicht nachvollziehen, wie Menschen meinen, man müsse irgendwie verletzend miteinander umgehen, statt zu versuchen, einander möglichst nicht umfassend scheiße zu behandeln. (Ähnlich schlechte Argumentationen sind auch zu beobachten bei Diskussionen, ob man noch das N-Wort verwenden solle. Spoiler: Nein.)

    Personen, nur weil sie auf die durchaus sperrigen Formulierungen in Schrift und Sprache zugunsten einfacherer Sprache weiterhin verzichten, gleich Transfeindlichkeit oder gar Menschenverachtung zuzuschreiben, schießt weit über das Ziel hinaus!

    Immerhin eine gute Nachricht: "Die Vereinbarung sieht zudem vor, dass das Tarifergebnis zeit- und wirkungsgleich auf Beamtinnen und Beamte und Versorgungsempfänger übertragen wird." Ob das auch für die nicht tabellenwirksamen Bestandteile gilt, wage ich aber zu bezweifeln ;)

    Diese Kinder herauszuseparieren und nur noch zu "verwahren", um sich am Gymnasium der Illusion hinzugeben, dass ja alles gut läuft, ist doch aber auch nicht die Lösung, um gesamtgesellschaftlich vorwärts zu kommen. Ich meine, ich persönlich finde es durchaus angenehm, nahezu nur mit recht unproblematischen Kindern und Jugendlichen zu arbeiten. Dass diese aber nicht ausreichen werden, um Deutschland wettbewerbsfähig zu halten, ist mir dabei vollkommen klar.

    Inwiefern ein Gesamtschulsystem einem selektiven System mit guter Durchlässigkeit vorzuziehen ist, erschließt sich mir ohnehin nicht.

    Das Problem ist gerade, dass das dreigliedrige System nicht annähernd so durchlässig ist, wie gerne dargestellt wird. Die Durchlässigkeit innerhalb einer einzigen Schule ist mit Sicherheit erheblich höher als zwischen verschiedenen Schulformen. Wenn man sich dann noch klar macht, dass die Schulformempfehlungen und -zuweisungen gerade in Deutschland selbst bei gleichem Leistungsstand noch immer stark vom sozioökonomischen Stand abhängt, dann ist ein mehrgliedriges Schulsystem durchaus problematisch und lässt Potenzial liegen.

    Ja und? Merz hat seine Wähler zu vertreten und für diese das Optimum rauszuholen. Was ist daran jetzt verwerflich oder lustig?

    Ich würde eher von verlogen als von verwerflich sprechen, wenn man Gelder fordert, deren Sperrung man selbst mitbetrieben hat ;)

    Ich warte gerade auf eine göttliche Eingebung. Und was bekomme ich? Ausschließlich die Lottozahlen von Samstag. Wer will die schon.

    Die vom letzten Samstag kenne ich auch ;)

    Zum Bild: bei Herrnhuter Stern denke ich irgendwie an die Lausitz und ich kenne dort tatsächlich eine innen weiße 3-geschossige Kirche...die aber dennoch etwas anders aussieht als die auf dem Bild *grübel*

    Ich habe bereits die QSH Fortbildung und wurde darin auch bestärkt mich zur Schulleiterin zu entwickeln. Ich bin keine Gymnasiallehrkraft, sondern Haupt-Realschullehrerin, die einen Schulzweig leitet. Aktuell arbeite ich auch im Stundenplanteam mit. Das gefällt mir allerdings langfristig nicht so wirklich. So wäre mein Weg eher direkt Richtung Schulleiterin anstatt mich als Stellvertreterin zu bewerben.

    Ergänzung: Das klingt ja gerade nach entsprechenden Vorerfahrungen, die dir sicher zugute kommen werden. Insofern schadet das überhaupt nicht, auch eine direkte Bewerbung zu wagen.

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