Beiträge von Seph

    Seph

    tatsächlich, ich dachte das wäre bislang nur in NRW und in Bayern der Fall?!?

    Gibt es im Internet einen Rechner, der mir dies anzeigt? Bei "oeffentlicher-dienst.info" wird dies nämlich nur in NRW und Bayern angezeigt

    Dem kann ich nicht ganz folgen. Auf der von dir zitierten Seite lassen sich für alle Bundesländer in den entsprechenden Rechner durch Angabe der Kinder auch die Familienzuschläge berechnen.

    Ich hatte tatsächlich mal einen Schüler im Leistungskurs, der den anderen meilenweit voraus war und die entsprechenden Fachinhalte eher auf Universitätsniveau benötigte und an entsprechenden Wettbewerben auf Bundesebene teilnahm. Wir hatten damals offen darüber gesprochen und einen gemeinsamen "Deal" erarbeitet, wie trotz stellenweiser Beschäftigung mit zur Verfügung gestellten deutlich außercurricularen Themen eine nachweisbare und auch bewertbare Mitarbeit im Fachunterricht erfolgen konnte.

    Das betraf dann v.a. die Mitwirkung in vertiefenden Arbeitsphasen und Diskussionen im Plenum, während die Erarbeitungsphasen und Basisübungen für die parallele Arbeit an anderen Themen genutzt wurde.

    Auch in Vollzeit muss es doch möglich sein, nicht ausschließlich mittelmäßigen Unterricht zu geben. Man muss ja auch nicht jedes Mal das Rad neu erfinden, sondern bereitet ein Mal etwas vor, das man dann immer wieder verwenden kann. Oder in Teams, in denen jeder mal eine Einheit vorbereitet. Und ich sage ja auch nicht, dass jede Stunde eine "Showstunde" sein muss. Aber ausschließlich Mittelmaß? Mich persönlich (!) würde das überhaupt nicht zufriedenstellen.

    Da bin ich voll bei dir. Die Lösung dafür wurde hier im Thread schon beschrieben: Ausgehend von einer sinnvollen - und schnell erstellbaren - Sequenzplanung für die einzelnen Lerngruppen lassen sich einzelne "Leuchtturmstunden" in den Sequenzen definieren, während der Großteil der Stunden 08/15 sind. Die "Leuchtturmstunden" werden dann so verteilt, dass deren Vorbereitung nicht gleichzeitig stattfinden muss, sondern z.B. jede Woche einmal so etwas erfolgt. Dann ist es auch handhabbar.

    Ergänzt werden kann das durch rotierende Sequenzplanung und Erstellung von Material und Leistungsüberprüfungen innerhalb eines Jahrgangsfachteams oder einer ganzen Fachschaft. Warum jedes Mal das Rad neu erfinden, wenn man sich die Vorbereitung zumindest teilweise aufteilen kann?

    Ich auch nicht, aber dennoch fühlt es sich noch sehr falsch an, die Schüler einfach nur arbeiten zu lassen und nur für Fragen bereitzustehen und ggf. Hilfestellung zu geben.

    Aber recht hast du, die Unterrichtszeit ist eben genau dafür da. Aber de facto für 10 Minuten eigentlich fast überflüssig zu sein kommt mir sehr komisch vor.

    Ich finde das vollkommen normal, in einigen Unterrichtsphasen nur als stiller Beobachter anwesend zu sein und "nichts zu tun zu haben". Das liegt in der Natur der Sache, wenn Schüler weitgehend selbständig an etwas arbeiten und dies auch gelernt haben. Wenn sie so etwas können, ist das insofern ein gutes Zeichen dafür, dass man seinen Job auch gut erledigt hat.

    Ich empfehle auch den Anwärtern grundsätzlich immer, gezielt solche Phasen in den Unterricht - und sei es nur in einigen Stunden - einzubauen und sich damit bewusst selbst Ruhephasen im nicht selten stressigen Unterrichtsalltag zu schaffen. Einen vollen Unterrichtstag pausenlos mit hohem Aktivitätsgrad zu arbeiten und die eigene Stimme stark zu belasten, trägt sicher nicht zu einer hohen Leistungsfähigkeit im Beruf bei.

    Es gibt formal 3 Sitzungen der Prüfungskommission beim Abi. Bei der 1. Sitzung wird die Zulassung zum Abitur festgestellt, bei der 2. die Ergebnisse der schriftlichen und mündlichen Prüfungen mit entsprechender Ansetzung oder Empfehlung eventueller Nachprüfungen und bei der 3. Sitzung die endgültigen Prüfungsergebnisse und das Bestehen oder Nichtbestehen des Abiturs.

    PS: In der Q-Phase gibt es tatsächlich keine "Zeugniskonferenzen" oder ähnliches.

    Okay, ich sehe schon, wir haben auch generell ganz andere Vorstellungen, wie und wo man so etwas finanziert.


    Alle Finanzierungsbeispiele (habe sie gerade rausgesucht) hatten mindestens 30 Jahre Laufzeit. Wir haben uns damals überlegt, was uns von dem Einkommen meines Mannes jeden Monat zum Sparen übrig blieb. Das waren 1000 Euro (bei einem Einkommen von 2500 Euro ca. Netto), das haben wir in die Finanzierung gesteckt (denn das was wir vorher an Miete und Nebenkosten hatten, sollte damals noch für die Nebenkosten wenn man im Haus wohnt reichen, ist inzwischen leider anders, aber das ging gut). Steuerrückzahlungen und mein Einkommen gingen jedes Jahr in die maximal möglichen Sondertilgungen (7500 Euro), die wir bis auf ein Jahr jedes Jahr voll nutzen konnten.

    Das Beispiel von mir mit den 25% des verfügbaren Haushaltseinkommens zur Tilgung steht ja nur stellvertretend für viele Möglichkeiten. Nicht alle Paare haben ein so hohes Einkommen wie ein A13er-Doppelverdiener-Paar und andersherum gehen Banken bis etwa 40% des verfügbaren Haushaltseinkommens als Schmerzgrenze mit. Bei geringeren Tilgungsquoten und längeren Laufzeiten wird der Zinseffekt noch deutlicher und der Spread zwischen den Hauspreisen von 2010 und denen von 2020 hätte noch spürbar größer werden dürfen, um die Gesamtbelastung bei festen Zinssätzen gleich groß zu behalten.

    Auch hier am Beispiel:

    Um 2010 mit einem Zinssatz von 4,0% und einer Tilgung von 1000€ pro Monat nach 30 Jahren fertig zu werden, dürfte der Kredit nur etwa 210k betragen, 2020 bei knapp 1% Zinsen und einem um 25% höheren Einkommen (siehe Tariftabellen) wären da schon knapp 390k möglich gewesen, was einem Zuwachs der möglichen Preise von etwa 85% entspräche.

    Aus bisherigen Entwicklungen kann man kaum auf weitere Entwicklungen extrapolieren. Insbesondere lassen sich kurzfristige Schwankungen nicht sicher vorhersagen. Ich bin mir auch sicher, dass Immobilien in 50 Jahren rein inflationsbedingt noch einmal mit deutlich anderen Preisen gehandelt werden. Ich bin mir aber auch sicher, dass ein Markt auf eine kaufkraftbedingt deutlich abgesunkenen Nachfrage auch durch ein Absinken der Preise reagieren muss und wird. Das gilt insbesondere für den Bestand, weniger für den Neubau.

    Immobilienpreise sind in den letzten 20 (30, 40, 50) Jahren deutlich mehr gestiegen als die Besoldung. Genau das habe ich gesagt bzw. gemeint.

    Ja, das ist unbestritten. Die Preissteigerungen waren maßgeblich durch die in den 2010er Jahren deutlich fallenden Hypothektenzinsen befeuert und weniger durch die Einkommensentwicklung. Dass das nicht zu höheren Belastungen führte, habe ich weiter oben dargestellt. Jetzt aktuell treffen die noch nicht angepassten Angebotspreise auf ein steil angestiegenes Zinsniveau und es muss sich erst noch ein neues Gleichgewicht einstellen. Dass das zu deutlichen Preiskorrekturen führen muss, ist absehbar.

    Dazu denke ich persönlich inzwischen, dass es sich auf die Schülerzahlen vermutlich nachteiliger auswirkt, aufgrund aller möglicher Sonderwünsche sehr zerpflückte Pläne auch für die Schüler erstellen zu müssen (-> Absentismus in der Oberstufe ist dann eine nicht seltene Folge bei zu vielen Freistunden zwischendurch), als einigen eine Umwahl zu empfehlen und notfalls wenige an andere Schulen zu verlieren.

    Naja, Kredite gibt es per se immer. Hat halt ein gewisses Risiko, wenn es nicht gerade bei der Bank ist.

    Niemand vergibt einfach Kredite ohne Sicherheiten. Ein Konsumentenkredit zur Deckung der Lebenshaltungskosten bedeutet ja gerade, dass nicht genügend Einkommen für den Schuldendienst vorhanden wäre. Dementsprechend wäre hier eine Zusage auch nicht möglich, es sei denn, es bestehen andere verpfändbare Vermögensgegenstände.

    Unbedingt die beiden Examen nachmachen, dann bist du sogar noch verbeamtet. Sehe hier gar keinen Grund, vor allem nicht finanziell. Es gibt für so etwas immer Möglichkeiten der Geldbeschaffung in Form von Krediten.

    Das sehe ich grundsätzlich auch so, ist aber manchmal einfacher gesagt als getan. Ein Studium ist realistisch nicht mit einer Vollzeitbeschäftigung vereinbar, Kredite zur Deckung der Lebenshaltungskosten gibt es mit hoher Sicherheit nicht.

    Aber die Bezahlung auch noch befristet an Privatschulen ... brrrrr....

    Das stimmt so pauschal nicht. Viele Privatschulen zahlen zumindest analog zum TVL und nicht nur in Anlehnung an diesen, was einer normalen Bezahlung als nicht verbeamtete Lehrkraft entspräche. Was ich bis vor kurzem nicht auf dem Schirm hatte, ist dass diese teilweise auch weitere Benefits leisten, die sich nicht in der regulären Bezahlung niederschlagen aber steuerwerte Vorteile sind. Das betrifft zum Beispiel das Stellen kostengünstiger oder gar kostenfreier Dienstwohnungen, vergünstigte oder kostenfreie Schulplätze an der Schule für eigene Kinder, das Stellen von Mahlzeiten u.ä. Gerade als Lehrkraft mit absoluten Mangelfächern kann hier ggf. ein Verhandlungsspielraum bestehen.

    Ich will das mal kurz noch am Beispiel ausführen, um das deutlicher zu machen. Mir ist natürlich bewusst, dass ein Beispiel nicht die gesamte Bandbreite aller Konstellationen abdeckt und individuell die gestiegenen Immobilienpreise doch zu höheren Belastungen führen konnten. Ich versuche aber mal eine relativ einfache Grundkonstellation nachzuzeichnen.

    Gehen wir jeweils von einem Lehrerpaar nach einigen Berufsjahren auf Stufe A13/8 aus, die vereinfacht beide voll arbeiten. Wir vergleichen einmal die Jahre 2010 und 2020 mit den damals geltenden Einkommen und den Bauzinsen für 15-jährige Zinsbindungen und schauen, was ein Haus kosten durfte (genauer gesagt: welcher Kredit bedient werden kann), wenn dieser jeweils nach 20 Jahren abgezahlt sein soll. Das Paar will dafür 25% des verfügbaren Nettoeinkommens benutzen (hier vor PKV). Finanziert wird jeweils zu ca. 90% des Kaufpreises.

    2010: 2xA13/8 Netto sind ca. 6200€ pro Monat , davon stehen 18.600€ p.a. (1550€ im Monat) für den Schuldendienst zur Verfügung

    Bauzinsen lagen damals bei knapp 4,5% für 15 Jahre bzw. knapp über 4,0% für 10 Jahre. Bei einer Rückführung des Kredits innerhalb

    von 20 Jahre hätte dieser dann je nach Zinssatz nur zwischen 245k-255k betragen dürfen.

    2020: 2xA13/8 Netto sind ca. 7600€ pro Monat, davon stehen 22.800€ p.a. (1900€ im Monat) für den Schuldendienst zur Verfügung

    Bauzinsen lagen damals bei knapp 1,2% für 15 Jahre bzw. knapp unter 1,0% für 10 Jahre. Bei einer Rückführung des Kredits innerhalb

    von 20 Jahre hätte dieser dann je nach Zinssatz nur zwischen 405k-415k betragen dürfen.

    Das Haus hätte 2010 also nur ca. 275k kosten dürfen, 2020 aber bereits ca. 455k, was einer möglichen Preissteigerung von 65% entspricht, um gleiche finanzielle Belastungen zu haben.

    Wenn man nun in die oben verlinkte Grafik schaut, sieht man, dass das im Durchschnitt ziemlich genau der tatsächlichen Preissteigerung am Immobilienmarkt entspricht.


    PS: Natürlich ist - wie ich oben bereits erwähnte - jetzt gerade die Situation eine ganz andere und zumindest die Angebotspreise haben darauf noch nicht hinreichend reagiert. Diese scheinen aber inzwischen weit weg von den tatsächlich realisierten Preisen zu liegen, es gibt da im Gegensatz zu vor 2 Jahren wieder einen guten Verhandlungsspielraum.

    Jo, Kaufkraftverlust fehlt da halt. Die Immobilienpreise kannste mir den lächerlichen Erhöhungen nicht einholen.

    Das stimmt im aktuellen Marktumfeld zwar, da die Angebotspreise noch nicht an die aktuelle Zinsentwicklung angepasst sind. Vor etwa 2 Jahren hingegen stimmte die Aussage so nicht. Wir hatten damals gekauft und mir ist bei den Preisen schon sehr anders geworden, auch weil ich Preise vergleichbarer Immobilien von vor 10 Jahren kannte.

    Mit Blick auf die Einkommensentwicklung und die sehr niedrigen Zinssätze wäre man aber vor 10 Jahren auf ziemlich gleiche prozentuale Belastungen des Haushaltseinkommens und Laufzeiten der Finanzierung gekommen, wie vor 2 Jahren. Und auch meine Eltern hatten Mitte der 90er aus heutiger Sicht natürlich einen lächerlichen Preis bezahlen müssen und dennoch vergleichbare Belastungen und Laufzeiten.

    Abi-Zulassungskonferenz, -Prüfungskonferenz nach den schriftlichen Prüfungen, um festzustellen, wer in die mündliche Nachprüfung muß, und -Zeugniskonferenz, schon hast drei 10 Minuten-Termine.

    Bei diesen Sitzungen müssen in NDS genau 3 Personen anwesend sein, namentlich die berufenen Mitglieder der Prüfungskommission. Meist handelt es sich dabei um Mitglieder der (erweiterten) Schulleitung, die sich ohnehin regelmäßig treffen und dafür auch Slots im Plan festgelegt haben. Ist das bei euch so viel anders?

    Das passt nicht zur Vorgabe der "Leistungsheterogenität".

    Richtig! Und genau darin liegt ja das Problem, was ich weiter oben aufgeführt hatte. Gesamtschulen können meines Erachtens nur funktionieren, wenn sie entweder alleinige Schulform in einer Region sind oder zumindest alle anderen Schulformen im entsprechenden Umfang noch vorhanden sind.

    In der Praxis läuft es aber nicht selten so, dass bestehende Haupt-/Realschulen oder deren Verbundformen (in NDS: Oberschulen) einfach in Integrierte Gesamtschulen umgewandelt werden, während die Gymnasien beibehalten werden. In meiner Region führte das dazu, dass es tatsächlich - von wenigen Privatschulen abgesehen - keine Haupt-/Real- oder Oberschule mehr gibt, die Gymnasien aber mit genau der gleichen Kapazität wie vorher weiterbetrieben werden. Die Gesamtschulen haben dann natürlich - trotz früheren Anmeldetermins - keine heterogene Leistungsmischung, wie sie für den Standort repräsentativ wäre.

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