Beiträge von Seph

    Man muss sich klar machen, dass vor allem diejenigen sich über ihr Seminar äußern und nach außen wahrnehmbar sind, die mit etwas unzufrieden waren. Nicht immer steckt da genügend Selbstreflexion dahinter, um zu erkennen, dass es eben doch nicht an den bösen Fachleitern mit sadistischer Ader lag, sondern andere Dinge im Referendariat nicht so optimal liefen.

    Und selbst wenn man selbst mit einem konkreten Fachseminarleiter nicht so gut klar kam, sagt das noch lange nichts über das Seminar und dessen Umgang mit Anwärtern im Allgemeinen aus...schon gar nicht 20 Jahre später.

    Der SL sollte aber schon wissen, ob die ausgefallene LK auf einer A12 oder A13 Stelle sitzt🤷

    Das hat doch erst einmal herzlich wenig mit der Einstufung einer Vertretungslehrkraft zu tun, oder? Mir ist jedenfalls kein Automatismus bekannt, dass eine langzeiterkrankte A13-Lehrkraft nur durch eine E13-Vertretungskraft vertreten werden darf. Ich lasse mich da aber gerne eines besseren belehren

    Die Erfassung der eigenen Arbeitszeit kann auch eine Ermunterung dafür sein, bewusster zwischen Arbeitszeit und Freizeit zu trennen. Gerade diese fehlende Trennung wird doch nicht selten - zurecht - als Belastungsfaktor unserer Arbeit gesehen. Zum Glück kann man das eben selbst steuern.

    Das Problem ist doch vielmehr die demographische Verschiebung, da absehbar gerade nicht mehr drei Beitragszahler pro Rentner zur Verfügung stehen werden. Dass das Verhältnis 3:1 auch aufgrund nicht durchgängiger Erwerbsbiographien u.ä. nicht ganz bei den idealen 3:1 liegt, ist bereits im Verhältnis von Rentenversicherungsbeitrag von 18,6% zum Rentenniveau von ca. 45% eingepreist.

    Was bei mir noch erschwerend hinzukommt: Sie haben die alten Bahntrassen abgebaut, um daraus Fahrradschnellwege zu machen. Die Eisenbahn verschafft ja kaum Steigungen, daher die Idee mit den Fahrradwegen. Jetzt sag den Aktivisten mal, daß man die Fahrradwege wieder einstampfen muß, um Gleise zu verlegen.

    Und inwiefern hindert dich der Fahrradschnellweg dann am Fahrradfahren?

    Ich würde Artikel 20 Absatz 4 genau andersrum sehen. Die Klimakleber wollen die Ordnung der Bundesrepublik beseitigen, indem sie ihre illegalen Aktionen starten, und die PKW-Fahrer leisten den im Grundgesetz gerechtfertigten Widerstand, indem sie die Kleber von der Straße reißen und wegzerren.

    Die Argumentationslinie ist mir zwar auch zu weit hergeholt, als das ich sie nutzen würde, aber wenn sich die Aktivisten darauf berufen, sollen sie auch mal die Gegenrede hören.

    Das ist sehr weit hergeholt - aus beiden Richtungen. Weder die Proteste noch die Pkw-Fahrer haben etwas mit der Beseitigung oder dem Schutz der Ordnung der Bundesrepublik zu tun. Maßgeblich ist hier vielmehr Artikel 8 GG, auf welchen das BVerfG explizit abgestellt hat bei der Prüfung der Verwerflichkeit und damit verbunden der Prüfung der Rechtswidrigkeit der vorgeworfenen Nötigung. Im Ergebnis wurde diese bislang verneint, da die Handlung in Bezug auf ihre Ziele unter Bezug auf Artikel 8 GG gerade nicht als verwerflich anzusehen ist.

    Diese Diskussion zeigt eine unattraktive Facette des Berufs, jeden Tag persönliche Anwesenheit erforderlich während seit Corona die Mehrheit der werktätigen (Akademiker) 4 Tage die Woche ins Home (Office) abtauchen kann. Oder gern auch 5.

    Edit: seid/seit ;)

    Hast du hierfür Belege oder ist das anekdotische Evidenz? Ich habe gerade mal bei der Hans Böckler Stiftung, bei Destatis u.ä geschaut, dort ist jeweils von einem zwar höheren Anteil von Homeoffice als vor der Pandemie, aber inzwischen wieder deutlich niedrigerem als während der Pandemie die Rede.

    In der Praxis dürften vermutlich Hybrid-Modelle aus Anwesenheitspflicht zu Kernzeiten und Homeoffice vorherrschen. Das hingegen haben wir in unserem Beruf bereits seit Ewigkeiten.

    Achso, bevor dass missverständlich herüberkommt:

    Natürlich lässt man nicht verdiente Kollegen leer ausgehen, nur weil man z.B. eine neue Lehrkraft in einem Mangelfach auf diese Weise zu sich bekommen möchte. Es geht eher um die Besetzung von Aufgaben, für die man intern keine interessierten und geeigneten Lehrkräfte hat, für die es aber einen externen Kandidaten gibt. Mir fällt da spontan z.B. die IT-Betreuung ein.

    Aha, sowas gibt es also wirklich. Vllt eher bei Funktionsstellen der Fall, wo auch der Dezernent im Boot ist?

    Bei diesen Stellen ist es wirklich nicht ganz so unüblich, dass auch externe Bewerber zum Zug kommen. Das liegt auch daran, dass diese weitgehend standardisiert ausgeschrieben sind und nicht in dem Maße auf eine Person zugeschnitten sind, wie das bei Stellen des 1. Beförderungsamtes möglich wäre. Aber auch bei letzteren kommt das durchaus vor und ist z.B. eine Möglichkeit, Lehrkräfte mit einem bestimmten Wunschprofil "abzuwerben", ohne dass diese eine Freigabe von ihrer Stammschule bräuchten.

    Das Tempolimit vielleicht noch marginal, aber das 9€-Ticket ändert überhaupt nichts. Ich kann die einfach nicht ernst nehmen.

    Der Individualverkehr trägt durchaus einen nennenswerten Anteil zum CO2-Ausstoß in der EU bei. Selbst ich als eingefleischter Autofahrer bin mit 9€-Ticket letztes Jahr vielfach auf den ÖPNV umgestiegen, selbst wenn Pendelzeiten damit leicht erhöht waren. Das ging leider nicht an allen Wochentagen aufgrund der nach wie vor ausbaufähigen Verbindungen.

    Es bringt aber auch nichts, sich einzelne Maßnahmen rauszugreifen und aufgrund der scheinbar nur geringen Auswirkungen zu verwerfen. Am Ende summieren sich die geringen Auswirkungen der vielen einzelnen Maßnahmen doch ganz stattlich auf.

    PS: Die von dir herausgegriffenen Maßnahmen sind bei weitem nicht der gesamte Forderungskatalog, sondern bewusst ins Feld geführte Sofortmaßnahmen, deren Umsetzung insbesondere beim Tempolimit sehr einfach zu realisieren wäre und für deren Nichtumsetzung es keinen plausiblen Grund gibt. Das sieht beim 9€-Ticket bzgl. der Finanzierung sicher anders aus, aber hier gibt es ja für dieses Jahr auch bereits angekündigte Schritte. Am Ende müssen es auch nicht die 9€ sein. Mir persönlich hat v.a. die Einfachheit gefallen: man konnte einfach einsteigen und losfahren, egal wo man gerade war und musste sich nicht mit dem aktuellen Tarifdschungel auseinandersetzen.

    Mal eine provokante Frage: Muss denn Deutschland immer globales Vorbild sein? Ich habe das Gefühl, dass es in Deutschland immer wieder Leute gibt, die bei den global relevanten Themen (Migranten, Klima, Ukraine) erwarten, dass Deutschland den ersten Schritt geht. Deutschland ist nicht das global größte, reichste oder einflussreichste Land, woher kommt daher dieser Antrieb?

    Weil ein Festhalten an veralteten Technologien nicht unbedingt die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes erhält. Die Vorreiterrolle mag ungemütlich erscheinen, kann aber auch Wettbewerbsvorteile für die Zukunft generieren.

    Gleichzeitig - und das habe ich "damals" selbst auch nicht rechtzeitig erkannt - muss man eben auch wissen, dass Beförderungsstellen von ihrer Systematik her keine "Belohnung" für gute Arbeit sind, gleichwohl wird dies offenbar von vielen AspirantInnen als solches erachtet. Und man darf nicht darauf warten oder hoffen, dass man von der Schulleitung endlich "entdeckt" wird bzw. gesehen wird und dann mit einer A14-Stelle belohnt wird.


    Schulleitungen wissen natürlich, dass sie über die A14-Stellen eben diesen Belohnungseffekt hervorrufen können. Für ein Kollegium ist das natürlich gerade bei einer großen Anzahl an ProbezeitlerInnen und A14-AspirantInnen ein echtes Problem.

    Da bin ich voll bei dir und insbesondere das "nicht einfach passiv warten dürfen" möchte ich hervorheben. Ich hatte damals auch entsprechend ein Gespräch mit der SL gesucht, meine bisherigen Tätigkeitsfelder, Zielvorstellung und letztlich Ambitionen erläutert und mich damit überhaupt erst einmal ins Blickfeld gebracht. Schlussendlich hatten sich dann zeitnah mehrere Optionen zur beruflichen Weiterentwicklung ergeben, auf die ich auch aktiv hingewiesen und dazu ermuntert wurde. Nur waren die halt nicht an der ursprünglichen Schule, weil dort schlicht für absehbare Zeiträume alle Stellen blockiert waren.

    Da wird man mich dann aller Wahrscheinlichkeit nach freundlich von dem Vorhaben abbringen wollen, trotz meiner Mangelfächer. Tja, bin mal gespannt ob ich den Mut aufbringen werden, zur Zeit grüble ich da noch viel.

    Nicht unbedingt, gerade Mangelfächer können auch eine Motivation für eine Schule sein, die Stellenbeschreibung entsprechend passend zu formulieren. Es kann sich insofern sogar lohnen, bereits unabhängig von einer konkreten ausgeschriebenen Stelle, an in Frage kommenden Schulen mal vorzufühlen.

    Ich sehe einen Zeitverzug schon als einen Vermögensschaden, zumindest bei den Berufskraftfahrern, die Stundenlohn bekommen. Auch sind Folgeschäden, z.B. Konventionalstrafen wegen einer nicht rechtzeitigen Lieferung ein Vermögensschaden.

    Inwieweit unserem Arbeitgeber ein Schaden entsteht, wenn wir nicht rechtzeitig zur Arbeit kommen, können wir auch erörtern.

    Warum lässt du denn das entscheidende meiner Aussage in deinem Zitat weg? Ich hatte doch bereits auf Vermögensschäden und deren bisherige (Nicht-) Anerkennung im Zusammenhang mit staubedingten Zeitverzügen hingewiesen. Wenn man von den 3 Sätzen nur 1 zitiert und die anderen beiden, in denen genau das bereits beschrieben wird, weglässt, kann man natürlich den Eindruck erwecken, ich hätte das nicht bedacht.

    Doch, das wiederum kann ein Problem werden, da hierfür i.d.R. eine Freigabe erforderlich ist, die man nicht immer sofort bekommt. Aber selbst das stimmt nicht immer, auch Bewerbungen auf Beförderungsämter sind länderübergreifend durchaus möglich, sodass ein Wechsel auch ohne Freigabe erfolgen kann. Ob einzelne Bundesländer den Zugang zu solchen Bewerbungen auf rein interne Bewerber einschränken, kann ich derzeit nicht überblicken.

    Ich muß bei den Sprüchen von den beiden Mädels immer nur an Marie Antoinette denken: „Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie Kuchen essen! “

    Gymshark

    Dürfen also nur Armutsbetroffene auf Probleme hinweisen, oder was soll ein solcher Vergleich? Es ist ein klassisches Beispiel schwarzer Rhetorik, anstatt auf die eigentlichen Argumente der Gegenposition (hier Protestbewegung) einzugehen, die Diskussionsgegner durch persönliche Diffamierung herabzusetzen.

Werbung