Meines Wissens muss für Gelder aus dem Digitalpakt seitens der Schule ein Medienkonzept vorgelegt werden. Gelebt werden muss das wohl nicht. Oder kontrolliert das jemand?
Mich befremdet die Frage etwas. Der Orientierungsrahmen und das daraus von der Schule zu entwickelnde Medienkonzept sind ja nicht nur Mittel zur Beantragung von Geldern, sondern sind genau wie andere behördliche Vorgaben verbindlich in Schule umzusetzen.
Nach meinen Erfahrungen: Junge Menschen sehen in den Neuen Medien gar keine ernsthaften Gefahren für Körper & Geist. Vielmehr verlachen Sie die Skeptiker. Den jungen KuK an unserer Schule fehlt es offenbar an Kenntnissen hinsichtlich der Forschungslage.
Das mag so wahrgenommen werden, nicht selten geht es aber darum, dass das Vorschieben dieser Gefahren durch die Skeptiker die Weiterentwicklung von Unterricht in diesem Bereich abgewürgt werden soll. Ja, die dauerhafte Nutzung digitaler Medien im Alltag kann nach aktueller Erkenntnis insbesondere bei Kindern und Jugendlichen Einfluss auf das Wachstum des Augapfels und damit ein deutlich erhöhtes Risiko von Kurzsichtigkeit bewirken. Das gilt im Übrigen für praktisch jede langwierige Beschäftigung mit kurzen Sehabständen. Insofern ist das analoge Setting in Schule mit Buch und Heft nicht soviel anders.
Wenn das Argument jedoch zur Folgerung führt, man solle weiterhin in Schule den Blick auf die deutlich erhöhte Nutzung digitaler Medien in Freizeit und Beruf verschließen, dann ist das aus o.g. Gründen nicht gerade zielführend. Neben zielführendem - und nicht ausschließlichem - EInsatz digitaler Medien im Unterricht mit Blick auf Kompetenzbildung im Umgang mit diesen gehört auch die kritische Reflexion des häufigen Einsatzes. Das gelingt jedoch nicht, indem man die Geräte ganz aus Schule heraushält.