Die Anfangs geschürte Fehlvorstellung von der Tröpfcheninfektion, lebt jedenfalls in vielen Fehlvorstellungen weiter, mit denen dringend aufgeräumt werden muss, wenn die Leute sich schützen können sollen:
a) Eine OP-Maske zum Selbstschutz würde gegen Tröpfchen ganz gut Schützen, weil Sie zusammen mit einer Brille die relevanten Eintrittspforten abdeckt. Gegen Aerosole hilft es aber nur, wenn die Atemluft durch die Membran gezogen und gefiltert wird. Die Filterleistung einer Maske ist aber massiv verringert, wenn Sie nicht dicht abschließt. Außerdem ist eine OP-Maske auf Tröpfchenfang ausgelegt und nicht auf Filterung.
b) Die Praxis, nur Sitznachbarn in Quarantäne zu schicken oder gar zu testen, geht von Tröpfchen aus und entbehrt jeder Grundlage.
c) Die Vorstellung, dass eine bloße Klassenteilung ohne flankierende FFP2-Maskenpflicht oder Luftfilter bei hohen Inzidenzen Ansteckungssicherheit bietet ist falsch.
d) Die Vorstellung, dass man in Innenräumen sicher wäre, wenn man 1,5 Meter Abstand einhält ist auch (mit Alltags- oder OP-Maske) falsch.
Die Folge ist dann, das Leute ein unangebrachtes Sicherheitsgefühl entwickeln aufgrund von Maßnahmen, die überhaupt nicht von Aerosolen ausgehen.