Beiträge von Seph

    Der Vergleich ist doch aber ziemlich unfair. Fairer ist der Vergleich in gleicher Wohnlage. Wenn jemand in Stuttgart 2000€ Kaltmiete bezahlt, möchte diese Person vlt. auch in Stuttgart wohnen bleiben und nicht auf dem Land. Die Wohnung in Stuttgart ist mit 2000€ pro Monat aber nicht in sinnvoller Zeit finanzierbar.

    :staun: Äh, ja, mit dem Unterschied, dass dem einen am Ende ein Haus gehört und dem anderen nüscht!

    Im Moment sind Immobilien im Vergleich zu Mieten deutlich überteuert, die Differenz zwischen Miete und notwendiger Finanzierungsrate kann man wie gesagt auch in andere Anlageklassen stecken. Dann hat der andere am Ende auch etwas mehr als "nüscht". Ob Immobilienpreise auch weiterhin so stark steigen wie bisher, darf mit ruhigem Gewissen mit einem Fragezeichen versehen werden. Wir stehen einerseits bereits bei nahezu 0% Finanzierungsraten und haben nahezu das prognostizierte Bevölkerungsmaximum in Deutschland erreicht. Die Mieten müssen sich marktgerecht andererseits am (durchschnittlichen) Einkommen orientieren und werden wohl eher nicht so stark aufholen können, dass wir wieder bei Immobilienpreisen um 15-25 Jahreskaltmieten landen.

    Das meine ich ja gerade. Die Schulkonferenz dürfte in Niedersachsen so etwas entgegen der Vorgabe des MK gar nicht beschließen. Auch darf kein impliziter Zwang auf die Schülerinnen und Schüler ausgeübt werden bzw. dürfen diese nicht mit Konsequenzen belegt werden. In NRW hingegen ist für die Zeit nach den Herbstferien offenbar eine solche Maskenpflicht wieder generell vorgeschrieben.

    Aber die meisten Schulen in meiner Umgebung hatten auch schon vor den Herbstferien durchgehend Masken"pflicht" - also "freiwillige Pflicht".

    Das haben in Niedersachsen auch einige Schulen versucht. Das Kultusministerium sah sich dann nach Elternbeschwerden veranlasst, die betreffenden Schulen zurückzupfeifen und eine Klarstellung auf der Homepage zu veröffentlichen.

    (siehe https://www.mk.niedersachsen.de/startseite/akt…len-186236.html )

    Darüber sind die SuS selbstverständlich belehrt worden ;) Im Übrigen stimmt das ganz pauschal auch nicht. Verlassen Sie das Gelände beispielsweise zur "Nahrungsbeschaffung", um dann konzentriert weiterarbeiten zu können, greift die gesetzliche Unfallversicherung durchaus. Im Übrigen sind die SuS während privater Tätigkeiten häufig über ihre Eltern versichert (zumindest Haftpflicht- und Krankenversicherung).

    Was für mich allerdings ein Hauptkriterium gegen die Gesamtschule war, war der Ganztagsbetrieb. Dass wir keinen Ganztag haben, ist für mich immer noch einer der positivsten Aspekte meiner jetzigen Schule.

    Soweit weg von Ganztagsschulen sind doch auch die Gymnasien nicht. In Anbetracht der notwendigen Stundenslots in der gymnasialen Oberstufe und von weitreichenden AG-Angeboten sind diese (hier) zumindest offene Ganztagsschulen.

    Ich bin mir sicher, es gibt in ländlichen Regionen erheblich leistungsstärkere Gesamtschulen mit unproblematischerem Klientel, als es an so manchem Innenstadtgymnasium der Fall ist.

    Das sehe ich auch so.

    Streng genommen gilt für Volljährige keine (allgemeine) Aufsichtspflicht mehr. Aus dem Schulverhältnis ergibt sich aber darüber hinaus eine Fürsorge- und Verkehrssicherungspflicht, sodass eine gewisse Präsenz von Lehrkräften gerade in Pausensituationen dennoch angezeigt ist. Gerade durch das Auftreten von Personengruppen ist dann eine Aufsicht zur Vermeidung von Unfällen u.ä. sicher ratsam. Das ist auch der entscheidende Unterschied zur Situation der Eltern.

    Die Art der Aufsichtsführung ist aber auch entscheidend durch das Alter und die geistige Reife der Schülerinnen und Schüler geprägt. Bei uns dürfen die Volljährigen zudem das Schulgelände verlassen, für die betreffenden Schülerinnen und Schüler entfällt in diesem Moment auch die Aufsichtspflicht.

    Aufsichtspflicht nur in dem Rahmen, wie sie auch die Eltern erfüllen. Es kann nicht sein, dass ich die Schüler stärker beaufsichtigen muss, als ihre eigenen Eltern das zu Hause tun.

    Das ist doch bereits gegeben. Die Aufsichtspflicht der Eltern unterscheidet sich nicht grundlegend von der Aufsichtspflicht in Schule, nur wird sie nicht immer so wahrgenommen. Vielen Eltern sind wahrscheinlich auch die Konsequenzen entsprechender Pflichtverletzungen nicht klar, uns dagegen schon, da wir uns ja mit unserem Berufsrecht entsprechend auskennen.

    In Niedersachsen ist eine Kürzung auch nicht zulässig, man kann sich auf solche "Spielchen" also gar nicht einlassen. (War früher mal anders.)

    Diese Kürzungen sind nicht nur in Niedersachsen unzulässig und werden dennoch immer wieder versucht, auch in Niedersachsen, wie ich bereits erleben durfte. Nach einem entsprechend deutlichen Hinweis von mir, erhielt ich die vollen Kosten erstattet. Von anderen Lehrkräften weiß ich, dass das nicht der Fall war.

    Auch sind die Budgets der Schulen in NDS mittlerweile so, dass man mit dem Geld hinkommen kann. Vorausgesetzt, man unternimmt nicht zu viele Fahrten - insbesondere Auslandsfahrten sind aufgrund des höheren Tagesgelds teuer für die Schulbudgets.

    (Da aus dem selben Budget auch die Fortbildungen bezahlt werden, darf man sich als Schule zu einem umfangreichen Fahrtenprogramm nicht gleichzeitig viele Fortbildungen / SchiLFs leisten.)

    Und genau das meine ich doch, wenn ich davon spreche, dass Schulen ein vernünftiges Fahrtenkonzept benötigen, welches zu ihrem Budget passt. Und auch mit einem solchen versuchen Kolleginnen und Kollegen immer mal wieder das Budget deutlich zu überreizen.

    Als der SL mir erklärte, dass ich zukünftig nicht mehr die Kosten in voller Höhe erstattet bekommen werde, sondern nur anteilig, damit es für alle reiche, bin ich nicht mehr gefahren. Das passte mir ganz gut, weil noch andere Gründe dagegen sprachen.

    Auf solche Spielchen würde ich mich auch nicht einlassen. DIe Schule hat über ein Fahrtenkonzept sicherzustellen, dass die budgetierten Gelder für die Fahrten ausreichen und nicht die Erstattungen zu kürzen, wenn zu viele und zu teure Fahrten unternommen werden.

    Insofern wäre es aus meiner Sicht richtig, wenn wir bundeseinheitlich Pfingstferien, Sommerferien, Osterferien etc. streichen und die Schulen drei Monate vom 15. November bis 28. Februar schließen.

    Genau. Damit dann in der Winterzeit alle geschlossen in den Urlaub fahren und sich dort anstecken. Danach arbeiten wir dann 9 Monate am Stück mit den Schülerinnen und Schülern hoch konzentriert und ohne Zwischenpausen durch. Ist das dein Ernst?

    Mit der derzeit gewählten adaptiven Strategie, bei der regional je nach Fallzahlen verschiedene Szenarien greifen, sind wir bereits gut genug aufgestellt und können viel besser auf die jeweilige Situation reagieren.

    n VZ oder TZ? In TZ empfinde ich es nicht als Privileg, denn deshalb arbeite ich ja TZ und verzichte auf einen Teil meines Gehaltes. Sonst bräuchte ich das ja nicht tun. Ich hadere oft damit, muss ich sagen...

    In Vollzeit. Mir fallen nur sehr wenige andere Jobs ein, in denen das möglich wäre. Wie gesagt: Der Preis dafür, nämlich Arbeit am späten Abend, ist durchaus hoch.

    Ich denke, dass diese Doppelbelastung in diesem Ausmaß auch im Lehrerberuf nicht zu stemmen ist. Oft ist es die Illusion, dass man meint, im Lehrerberuf die Zeit besser einteilen zu können. Die Aufgaben müssen trotzdem gemacht werden. Man reibt sich da auf.

    Ja, gleichzeitig Beruf und Familie ist eine Doppelbelastung, die nicht wegzudiskutieren ist. Ich empfinde es dennoch als Privileg, an einigen Tagen Nachmittags für meine Kinder da sein zu können. Der Preis dafür ist halt Arbeit am Abend, die ich als belastend empfinde. Ein "klassisches" Arbeitszeitmodell würde zwar eine deutlichere Trennung von Familie und Beruf ermöglichen, dafür aber weitgehend die Möglichkeit nehmen, unter der Woche für die Kinder da zu sein.

    Bregenwurst ist aber von den Zutaten her m. E. noch ein wenig anders als Pinkel. In letzterer ist Grütze drin, in der Bregenwurst nicht, glaube ich.

    Bregenwurst isst man eher im ost- und südniedersächsischen Raum, oder?

    Ja, das stimmt. Pinkel ist eher in Nordwestdeutschland verbreitet, Bregenwurst (roh oder geräuchert) im übrigen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

    Du hast überhaupt kein Kostenrisiko wenn Du nicht in Vorkasse gehst. Das dürfen wir z. Z. eh nicht und die meisten Jugendherbergen haben längst darauf reagiert.

    Das sah im Sommer deutlich anders aus. Durch die notwendigen Stornierungen sind Kosten im hohen vierstelligen Bereich aufgelaufen, die zum Glück das Land übernommen hat. Das müssen wir echt nicht nochmal haben. Wenn man Veranstalter und Unterkünfte findet, die nun kostenfreie Stornierungen bis zuletzt zulassen, mag das ok sein.

    Wir haben uns auch gegen Klassenfahrten entschieden und kompensieren das etwas dadurch, dass die Klassen mehr Tage als Wandertage bzw. für Exkursionen in die nähere Umgebung erhalten. Diese haben oftmals einen erheblich kürzeren nötigen Planungsvorlauf, sodass man auf die aktuelle Entwicklung reagieren kann und v.a. ist das Kostenrisiko bei Absage deutlich niedriger.

    An Förderschulen gibt's das praktisch nicht. Und es geht ja dabei nicht um Titel, sondern um Verantwortung, Entscheidungsbefugnisse, Leistungsanerkennung, neue Aufgabengebiete usw.

    Ich kann jetzt nur für Niedersachsen sprechen: Verantwortung und Entscheidungsbefugnisse kann man als Konrektor/in (A14) oder Rektor/in (A15) an einer Förderschule durchaus erhalten. Weitere Stellen für Lehrkräfte für Sonderpädagogik sind regelmäßig in der Behörde zu finden, so aktuell z.B. als Bearbeiter/in (A14) im Referat 53 (Inklusion im Bildungswesen/Förderschulen). Aber es stimmt schon: es ist schade, dass es nicht wenigstens anerkennend Stellen zwischen Kollegium und Schulleitung an den Schulen selbst gibt für bestimmte Aufgabengebiete.

    Ich habe doch bereits geschrieben, dass ich mich davon nicht ganz frei machen kann. Meine Zufriedenheit geht aber auch nicht in die Brüche, weil mal ein Elternteil herummeckert. Aber ich muss widersprechen, wenn es heißt, wir könnten keine Erfolge verbuchen. Es lohnt sich, diese aktiv mal zu suchen.

    woraus ziehst du deine Erfolge? Wir stellen nichts her, wir schreiben keine schwarzen Zahlen, kein Projekt wird honoriert, wir steigen nicht auf, es gibt keinen Titel. Wir arbeiten in einem sozialen Beruf, indem der Erfolg nicht messbar ist.

    Erfolgserlebnisse können u.a. sein:

    -> Eine Unterrichtsstunde verläuft weitgehend so, wie geplant in angenehmer Arbeitsatmosphäre und erkennbarem Lernzuwachs bei einer Reihe von Schülerinnen und Schülern (Ja, solche Stunden gibt es)

    -> Ein Jahrgang macht seinen Abschluss (ja, das ist durchaus so etwas wie ein gemeinsames Projekt mit den anderen Kolleginnen und Kollegen zusammen). Besonders freut es mich, wenn Schülerinnen und Schüler über die Erwartungen hinaus wachsen.

    -> Eine mitgeplante schulinterne Fortbildung verläuft mal so, dass nur die üblichen 3-4 Lehrkräfte am Meckern sind und viele andere daraus etwas sinnvolles mitnehmen (und das auch zurückmelden).

    -> Der SL fällt die gute Arbeit an einem kleinen Aspekt auf und meldet das auch zurück.

    -> Schüler melden mal zurück, dass der Unterricht grundsätzlich in Ordnung ist oder sie die Bewertung nachvollziehbar fanden.

    Und es stimmt auch nicht, dass man nicht aufsteigen könnte. Es gibt (an weiterführenden Schulen und in der Behörde zumindest) eine gute Reihe von Aufstiegsoptionen. Diese sind auch mit Titeln Amtsbezeichungen verbunden, wenn man denn darauf steht (OStR/StD/OStD, Konrektor/Rektor usw.). Unter Titeln verstehe ich eher akademische Titel wie Dr., etwas was man als Lehrkraft im Übrigen berufsbegleitend oder vorher auch erlangen kann, wenn man möchte. Auf "Titel" wie z.B. Junior Marketing Manager kann ich gut verzichten, bezeichnet das doch auch nur einen Berufseinsteiger.

    Hier meine Antwort: Ich habe es nicht geschafft, dass meine work-life-balance stimmt. Der Lehrerberuf bestimmt zu sehr mein Leben. Ich kann nicht abschalten und oft merken die Adressaten gar nicht, dass man so viel gibt. Es ist ein undankbarer Job. Selten loben einen mal Eltern oder bedanken sich, hintenrum meckern können aber viele. Es geht so viel Energie drauf. Und in letzter Zeit verstehe ich die älteren Kollegen sehr, die in den letzten Arbeitsjahren nicht mehr so viel Motivation hatten. Das Arbeitspensum wird von der Allgemeinheit unterschätzt. Man gilt als faul und bequem, was überhaupt nicht stimmt.

    Das sind sehr nachvollziehbare Punkte, die den Spaß am Beruf wirklich killen können. Der Ansatz, der für mich bislang funktioniert, ist ein Perspektivwechsel: Was kann ich für mich steuern, sodass der Beruf machbar bleibt und dauerhaft ausübbar ist?

    Dazu gehören für mich persönlich u.a. folgende Aspekte:

    -> Vorplanung der Arbeitszeit für die nächste(n) Woche(n) und möglichst konsequente Einhaltung. Damit verbunden ist die Beibehaltung von Hobbies und festen Zeiten für Familie usw.

    -> Sinnvolle Ablagestruktur von Daten (elektronisch/ als Print), um schnell Material für U-Vorbereitung, alte Tafelbilder usw. wiederzufinden. Führt zur Zeitminimierung.

    -> Nicht endlos über äußere Rahmenbedingungen beschweren. Das macht nur unzufrieden und ändert i.d.R. gar nichts. So müssen in Nds. z.B. nun einmal mind. 2 Fachkonferenzen und mind. 2 Gesamtkonferenzen im Jahr stattfinden. Beschweren kann man sich immer noch (aber an den richtigen Stellen), wenn das deutlich überschritten wird.

    -> Möglichst unabhängig machen von Eltern- und Schülerfeedback. Ich freue mich auch sehr, mal ein nettes Wort zu hören, was zum Glück öfter vorkommt. Ich ärgere mich auch über Gemecker, v.a. wenn es hinten herum erfolgt. Aber eigentlich ist mir weitgehend egal, was insbesondere Eltern von mir halten. Ob ich einen guten Job mache, können diese von außen kaum einschätzen, daher kann mir auch deren Eindruck egal sein.

    -> Mitarbeit im Bereich Schulentwicklung. Ja, das ist "zusätzliche" Arbeit. Arbeitet man an den für sich und die Schule passenden Stellen mit, kann das zum Erleben von Selbstwirksamkeit beitragen und die Berufszufriedenheit erhöhen.

    Wie gesagt: Das sind Dinge, die mir persönlich helfen. Das mag für andere ganz anders aussehen.

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